Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

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Chirurg
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Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Chirurg »

Hallo!
Ich möchte in diesem Thread den Bau meines Flightbogens und meiner Flightpfeile präsentieren und auch ein paar Gedanken dazu.

Kompositbogen, Mischung aus osmanischem Bogen und Hieronymus Bogen
Griff aus Ahorn
Wurfarme aus Haselnuss, getapert von 1,5cm im Fadeout-Wurfarmübergangsbereich, am Kasanbeginn 1,3cm, der Rücken linsenförmig, im Randbereich 2mm dick
Die Tips aus stehend verklebten Ahornleisten, am Rücken ein Hasellaminat aufgeklebt, damit T-förmige Klebefugen für maximale Steifheit
Alles mit V-Spleißen verbunden, Kleber Uhu endfest 300
Wasserbüffelhorn am Bauch, Dicke in der Mitte 5mm, am Kasanbeginn 3mm, linsenförmig verschliffen, im Randbereich 2mm, Rillen ja, Kleber Uhu endfest 300
Straußensehnen am Rücken, in der Mitte 4mm, zum Rand hin 2mm.
Reflex 12,5cm
Bogenlänge 130 bis 140cm, genau weiß ich noch nicht
Gewicht ohne Sehnen vor dem Sehnenbacking 560Gramm

Sehnenbacking:
Unmittelbar nach dem Aufbringen mit Hautleim 830Gramm
Nach dem Saunagang 706 Gramm, nach 12 Stunden 663 Gramm,
3 kleine Längsrisse sind bisher aufgetreten, diese werde ich die nächsten Tage mit Sehne füllen

Jetzt ist der Bogen rückwärts aufgespannt, Reflex in Wurarmmitte derzeit 16cm

Die Tips werden noch extrem verjüngt, nichtbiegender Teil derzeit 30cm (Tips plus Kasan), biegender Wurfarmbereich 31cm, Wurfarmbreite ohne Sehne 3,8cm im Fadeoutbereich und 3cm am Kasanbeginn., geplantes Zuggewicht 60 Pfund plus? Bei 28 Zoll, Pfeilauflage beidseits für beide Schießstile, geplante Pfeillänge 26 Zoll, 3,5 Grain pro Pfund.

Heute werde ich mit ein paar Experimenten zum Pfeilbau beginnen und später berichten, lG Stephan
Dateianhänge
Vorbereitung fürs Sehnenbacking, Acetonreinigung
Vorbereitung fürs Sehnenbacking, Acetonreinigung
Rillen
Rillen
Einstreichen mit heißem Wasser, beim Trocknen wird es schön rauh
Einstreichen mit heißem Wasser, beim Trocknen wird es schön rauh
IMG_5232.jpeg
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3 x Einstreichen mit verdünntem Hautleim
3 x Einstreichen mit verdünntem Hautleim
Mit dem Heißluftföhn gut erwärmen, damit der Hautleim ins Holz einzieht
Mit dem Heißluftföhn gut erwärmen, damit der Hautleim ins Holz einzieht
Straußensehnen frisch gezupft
Straußensehnen frisch gezupft
Gewässert mit einem Schuss Spüli zur Entfettung
Gewässert mit einem Schuss Spüli zur Entfettung
Erste Lage Sehne
Erste Lage Sehne
2. und 3. Lage Sehne in einem Durchgang
2. und 3. Lage Sehne in einem Durchgang
IMG_5240.jpeg
2x gegengleich mit Hosengummi stramm gewickelt
2x gegengleich mit Hosengummi stramm gewickelt
Ab in die Sauna
Ab in die Sauna
124 Gramm Kleber herausgeschwitzt
124 Gramm Kleber herausgeschwitzt
Nach dem Abkühlen (ca. 30 Minuten im Freien) Entfernen des Hosengummis, schöne glatte Oberfläche!
Nach dem Abkühlen (ca. 30 Minuten im Freien) Entfernen des Hosengummis, schöne glatte Oberfläche!
IMG_5245.jpeg
IMG_5247.jpeg
Wenige Lángsrisse am nächsten Tag, diese werden mit Sehnenstückchen aufgefüllt
Wenige Lángsrisse am nächsten Tag, diese werden mit Sehnenstückchen aufgefüllt
Pfeilauflage rechts und links!
Pfeilauflage rechts und links!
Mit 16cm Reflex rückwärts aufgespannt
Mit 16cm Reflex rückwärts aufgespannt
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Bogenbas »

Ich find das total spannend, das mit mir gleich mehrere Interesse am Flightschießen entwickelt haben 😊
Das macht die Sache noch viel spannender. Ich hatte auch schon über einen Hybriden zwischen dem "Mölle auf Steroiden in kurz" und einem Osmanen nachgedacht. Aber unterm Strich wäre ich dabei bei einem Osmanen mit deflex im Griff gelandet. Weil man den Bogen durch den reflexen Knick im Siyah wesentlich kürzer bauen könnte. Wobei man sich auch fragen muss wie kurz es denn noch werden soll ::)
Ein Osmane mit nur 41" kann ja auch schon 28" weit gezogen werden...
Da bekommt man dann wohl schon eher ein Problem damit, dass es dir die einzelnen stark reflexen Schichten in der Hauptbiegezone auseinander reißt.
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Neumi
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Neumi »

Chirurg hat geschrieben: 23.03.2026, 14:37 Bei 28 Zoll, Pfeilauflage beidseits für beide Schießstile, geplante Pfeillänge 26 Zoll
Das wird dieses Jahr wieder sehr spannend, beim flight 👍
Ist 28" dein max. Auszug?
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Chirurg »

Neumi!
Dann bräuchte ich längere Pfeile oder einen Siper. Mit längeren Pfeilen kriege ich ein Spineproblem und um den Siper möchte ich mich lieber drücken.
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Neumi
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Neumi »

Du könntest den Bogen mit tieferem Griff und entsprechend längerer Pfeilauflage bauen, eben so dass du den Bogen noch gut greifen kannst. Bei der Bogenklasse "Primitive Complex Composite" darfst du bis 4" Pfeilauflage nutzen.
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Chirurg
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Chirurg »

habe ich nicht gewusst, 4" Pfeilauflage klingt gut, werde ich verlängern und den Griff anpasssen!
Chirurg
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Chirurg »

Frage: hat jemand ein Bild von einer gut ausgeführten 4 Zoll langen Pfeilauflage, welche in dieser Bogenklasse erlaubt ist. LG Stephan
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Bowster
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Bowster »

Neumi hat geschrieben: 25.03.2026, 08:38 Du könntest den Bogen mit tieferem Griff und entsprechend längerer Pfeilauflage bauen, eben so dass du den Bogen noch gut greifen kannst. Bei der Bogenklasse "Primitive Complex Composite" darfst du bis 4" Pfeilauflage nutzen.
4" von der Vorderseite des Bogens bis zur Pfeilauflage?
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Neumi
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Neumi »

Vom Bogenrücken gemessen.
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...
Chirurg
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Chirurg »

Heute habe ich die kleinen Längsrisse im Sehnenbacking mit Sehnenstückchen aufgefüllt und den Sehnenbelag dünn mit Hautleim eingestrichen. Reflex derzeit 19cm, Gewicht derzeit 643 Gramm, eigentlich viel zu schwer, aber bei den Tips kriege ich noch mindestens 100 Gramm weg. Durchs Trocknen und Schleifen auch noch ein paar Gramm und vielleicht kürze ich den Bogen auch noch.

Einen Pfeilprototyp habe ich auch gebaut. 65,5cm lang, Kiefer, aus 4 Leisten zusammengesetzt, innen hohl, mit Superklebergel verklebt. Am Bandschleifer in 8 Eck Form gebracht, dann gehobelt und zuletzt in die Bohrmaschine eingespannt und am Bandschleifer in die endgültige Form gebracht, Schwerpunkt liegt jetzt 1cm vor der Mitte (federnlastig), die Spitze habe ich aus Horn gefertigt, alles wiegt zusammen derzeit 13 Gramm, Spine 30 Pfund!!, 3,5 Grain pro Pfund habe ich derzeit leicht erreicht, wenn ich von einem 60m Pfund Bogen ausgehe.

Die Frage die sich für mich jetzt stellt: Spitze rund oder spitz?, was bringt weniger Frontal- und Reibungswiderstand, runde Spitze? Durch Verwirbelungen weniger Widerstand? Wer hat Erfahrung damit gesammelt?
Dateianhänge
Die aufgefüllten Längsrisse
Die aufgefüllten Längsrisse
Derzeit 19cm Reflex vom Griffrücken aus gemessen
Derzeit 19cm Reflex vom Griffrücken aus gemessen
Kiefernleisten
Kiefernleisten
Abstandhalter für die beiden gebogenen Mittelleisten
Abstandhalter für die beiden gebogenen Mittelleisten
Aufgeklebt und auf eine flache Unterfläche gespannt
Aufgeklebt und auf eine flache Unterfläche gespannt
IMG_5269.jpeg
Dann die Deckleiste aufgeklebt, geschliffen und gehobelt und in die Bohrmaschine eingespannt und am Bandschleifer in die endgültige Form gebracht
Dann die Deckleiste aufgeklebt, geschliffen und gehobelt und in die Bohrmaschine eingespannt und am Bandschleifer in die endgültige Form gebracht
Das vorläufige Resultat mit Hornspitze
Das vorläufige Resultat mit Hornspitze
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Ravenheart »

Die Form der Spitze dürfte ziemlich egal sein, der Unterschied ist geschätzt unterhalb der Messgenauigkeit, aber spitz bricht leichter ab, und das hätte Wirkung, daher würde ich sagen: abgerundet.

Meine sehen so aus:
download/file.php?id=41556&mode=view

Rabe
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Chirurg »

Laut KI ist der niedrigste cw Wert bei einer abgerundeten Spitze die sich federnwärts tropfenförmig verjüngt (Pottwal). Um den Schwerpunkt federnwärts vor die Mitte zu bringen, muss in diesem Fall die dickere Schafthälfte in Richtung Pfeilspitze hohl sein um mit dem Gewicht herunter zu kommen. Das ließe sich mit der gleichen Bauweise wie bei meinem Prototypen bewerkstelligen. Werde ich testweise ausprobieren.
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fatz
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von fatz »

Ich hab zwar keine Ahnung, von Flightpfeilen, aber was hauptsaechlich den Windwiderstand macht, ist die Querschnittsflaeche. Ich weiss nicht, ob hohl da so guenstig ist. Und der leichtere Pfeil fliegt erfahrungsgemaess auch nicht zwingend am weitesten.
Der cw-Wert ist glaub ich nicht so grob unterschiedlich. Sauberes Finish macht nach meinem Bauchgefuehl mehr aus, als die Form der Spitze.
Nur so Gedanken eines Physikers....
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Bearbow »

Hallo, zum Schwerpunkt; beim Speer (olympisch) wurde der Schwerpunkt ca 1988 weiter nach vorne verlegt um die ---Wurfweite--- zu begrenzen.Mein Wissen?? bei Flightpfeilen ist: der Schwerpunkt unmittelbar vor oder nach dem Schwerpunkt. Grüße Hans
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Chirurg »

Entscheidend sind Frontalwiderstand (probiere diesmal runde Spitzen und Tropfenform), Reibungswiderstand (probiere es mit einer rauhen Oberfläche), Gewicht (beim letzten mal habe ich mit 7 Gramm Pfeilen geschossen, die waren viel zu leicht, baue heuer 10 bis 13 Gramm Pfeile), rasche Pfeilstabilisierung (darum Taper und möglichst hoher Spine), Schwerpunkt 0,5 bis 1cm vor der Mitte, Federngröße und Nockform. Da kann man jetzt herum experimentieren ……….. oder man hält sich beim Bau an die osmanische Flightpfeile. Das wäre aber zu einfach. Ein bisschen was muss man schon ausprobieren.
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