Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Hölzer, Kleber, etc.
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killerkarpfen
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von killerkarpfen »

Ich vermute bei der Bruchstelle, dass die Faserrichtung völlig schräg, entsprechend der Bruchrichtung aus dem Stave läuft. Das kann durch die Knaste noch verstärkt worden sein. Die helle Verfärbung gefällt mir auch nicht besonders. Ich schätze diese Verfärbung kann von einer Verletzung der Rinde oder einer Erkrankung herrühren. Jedenfalls sehe ich diese beiden Faktoren als Grund des Bruchs.

Prüfe einmal den Splint an der Bruchstelle. Ist das Holz dort gleich zu bearbeiten wie der restliche Splint. Ich meine ist er trocken, wie lässt er sich schnitzen, schaben und raspeln. Fühlt er sich leichter an als das Holz daneben? Ich denke da an einen Pilz der das Holz zersetzt.

Bei einem weiteren Versuch rate ich den Bogen wenn möglich mit der Drehung in den Stave zu legen. den Propeller kannst Du am Rücken über die Seite etwas abschwächen. Wie ich das hier gemacht habe.
Bild
Das sind die darunter liegenden Jahrringe. So eine Art decrowning an der Seite. ;)
So dass die Fasern möglichst längs zum Wurfarm laufen.
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Gornarak
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von Gornarak »

Sieht für mich aus, als wärst du dem Faserverlauf um den Ast nicht richtig gefolgt.
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Blacksmith77K
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von Blacksmith77K »

Jetzt mal ernsthaft und ohne seltsame 'Vermutungen':

1. am Tiller lag es nicht, der ist super!

2. der Bogen ist auf dem Auszugsbild an seinem Maximum der Effizienz (gut gemacht), jedes weitere Zoll wäre/war unsinnig.

3. nicht jedes Eibe-Holz verträgt einen Overdraw. Streckgrenze überschritten...

4. zu deinem Bruch und woher der kam:

Spekulationen über Faserverlauf etc. sind unnötig, weil Eibe bidirektional, zudem in sich spiralförmig verdreht, wächst. Heißt, dass alle 2-3 Jahre die Richtung gewechselt wird... sieht in etwa so aus:
...also Bogen schräg in den Stamm legen macht nix, man bekommt bestenfalls einen Propeller, aber keinen Bruch.
...also Bogen schräg in den Stamm legen macht nix, man bekommt bestenfalls einen Propeller, aber keinen Bruch.
Schuld ist fehlendes Material an der aussenseite des Astes. Dass der Bogen dort den Splint heben wird, war abzusehen. Selbst wenn Äste diagonal 'unter' dem Splint liegen, wird es zu einem Bruch kommen, wenn der Bogen scharf auf Kante gebaut wurde. (...Material am Limit)

Moment, ich kram mal in der Mottenkiste:
Hart an der Grenze gebauter Wettkampfbogen. Hält 25 Pfeile oder so...
Hart an der Grenze gebauter Wettkampfbogen. Hält 25 Pfeile oder so...
Gleiches Bruchbild bei perfektem Faserverlauf. Eibe wächst wie oben in der Abbildung gezeigt nunmal so. ;)
...du biegst nicht den Bogen, der Bogen biegt Dich!

76" Yew Warbow (ELB) 135#@32"
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killerkarpfen
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von killerkarpfen »

Blacksmith77K hat geschrieben:Jetzt mal ernsthaft und ohne seltsame 'Vermutungen':
Spekulationen über Faserverlauf etc. sind unnötig, weil Eibe bidirektional, zudem in sich spiralförmig verdreht, wächst. Heißt, dass alle 2-3 Jahre die Richtung gewechselt wird... sieht in etwa so aus:
Bild

Das ist mir sehr neu.. , dass die Tracheiden Dinger da seitlich untereinander verbunden sind ja, und dass sich die Drehrichtung mit der Zeit verändern kann, mit der Zeit! auch ja. Doch dass der Faserverlauf bei Eibe keine Rolle spielt, das glaube ich nicht.
Bei solch einem Faseraufbau könnte man das Holz ja gar nicht mehr kontrolliert spalten, geschweige denn einen Drehwuchs erkennen.
Und wenn doch, dann können die Winkel oder Windungen höchstens ein wenig aus der Parallelen abweichen aber sicher nicht so stark wie auf der Grafik.

Hast Du da irgend mehr Informationen dazu?
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Blacksmith77K
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von Blacksmith77K »

Ich sage ja nicht, dass die Faserrichtung GAR keine Rolle spielt, aber es ist bei Stammdurchmessern von bis zu 25cm Eibe nahezu unmöglich, einen mannshohen Bogen SO schräg ins Holz zu legen, dass eine Eibe mit den 'schrägen' Fasern nicht klar käme.

Du selbst hattest einen enormen Propeller gebaut, 'diagonaler' als Propeller kannste die Fasern garnicht haben... ::)

btw. die Skizze zum Eibewuchs ist der Verständlichkeit wegen überspitzt.
killerkarpfen hat geschrieben:
Hast Du da irgend mehr Informationen dazu?
Nur das, was ich aktuell zweckdienlich preisgeben möchte. ;)
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Ösi
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von Ösi »

Nur mal so `ne Frage:
Das heißt also: Lieber ein Stämmchen mit der Säge auftrennen als zu Spalten?
Besser den Bogen gerade ins Holz zu legen anstatt dem Faserverlauf (Drehwuchs) zu folgen?
Wenn ja, wo liegen da die Grenzen?

Grüsse Ösi
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Blacksmith77K
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von Blacksmith77K »

Wer soll diese Frage beantworten können? Jedes Stück Holz ist anders?!
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von Baeumchenbieger »

Danke für eure Analyse.

Gerade Blackys Darstellung macht mir Mut, dass aus dem Nachbarstave ein tauglicher ELB werden könnte.

Ich habe beim Zurechschneiden des Staves bemerkt, dass die Schnittflächen glänzen, als wären sie bereits poliert. In Blackys ELB-Anleitung wird das als gutes Zeichen beschrieben - eine weitere Tatsache, die mich bestärkt.

Alles weitere dann, wenn ich Zeit habe mich dem Holz mit der entsprechenden Aufmerksamkeit zu widmen.

@Ösi: ich glaub damit war gemeint, dass man tatsächlich den Drehwuchs bis zu einem bestimmten Grad ignorieren könnte, wenn das Zuggewicht, die Grundmaße und diverse andere Parameter soweit stimmen, allerdings brauchts da sicherlich noch etwas mehr Erfahrung meinerseits um das alles zu sehen. Ich werde bei meinem ernsthaften Bogenbau aus dem Holz hier versuchen dem Faserverlauf weitestgehend zu folgen.

der Xaver wars
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Bogenhannes
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von Bogenhannes »

Ich würde beim größeren Stamm auf jeden Fall den Splint reduzieren. Mach ich bei meinem nächsten Eibenbogen auch.
Ich denke, da haben am Ende ein paar Millimeter Kernholz gefehlt, um ein höheres Zuggewicht zu halten.
Nach einigen Vollauszügen hat das Zuggewicht um bald 10 lbs nachgelassen, von 90 auf 80 runter ...Ich denke der Splint sollte besser 6mm habe als 1cm ;) , auch wenns Mühe macht...
Die Ringanzahl ist doch ganz passabel für Flachlandeibe. Da habe ich bei meinem langen stave weniger glaube ich
Wieviel hast du da auf einem Zoll? ca 15 Ringe pro Zoll?

Lg
Johannes
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von Blacksmith77K »

Kurzer Einwand.

Die Annahme, dass reduzierter Splint und höherer Kernholzanteil zu höherem Zuggewicht führen, ist falsch.

Mein eigener Bogen hat etwas nachgezogen und liegt bei 145#@32".

Zum Vergleich einige fixe Maße des Bogens

Länge Kerbe zu Kerbe: 194cm (76,3 inches)

Breite am Druckpunkt (Bogenmitte): 38mm

Tiefe am Druckpunkt (Bogenmitte): 28mm

Splintdicke 'durchgehend': 11mm

Durchmesser Wurfarm-enden 'rund': 13mm
nock.jpg
Was allerdings nicht falsch ist, ist die Annahme, dass weniger Splint und mehr Kernholz die 'Rückstellkraft' erhöhen kann. Man läuft dann aber Gefahr, zuviel Energie in das Kernholz zu pumpen und forciert Set und/oder Stauchrisse.
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von schnabelkanne »

Hi, dachte bisher auch, dass mehr Kernholz mehr Zugkraft bedeutet.
Hatte bisher aber immer große Probleme beim reduzieren des Splintes vor allem bei Eibe.

@all wie nehmt Ihr Jahresringe vom EibenSplint ab - mit Ziehmesser, Ziehlinge?
Gruß Thomas
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Blacksmith77K
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von Blacksmith77K »

Mit 'nem Ziehmesser runter schneiden. Dann bestehende Reste mit einem Blech wegkratzen.
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Bogenhannes
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Re: Eure Meinung zu diesen Stämmchen Eibe

Beitrag von Bogenhannes »

Ja dann liegts am Holz. Ich habe nämlich genau das gleiche Verhältnis Splint zu Kern ...
Oder es liegt an der Ringanzahl, wahrscheinlich beides.
Vergleich mal mit deinem Bild ;)
Mindestens die Hälfte weniger, oder? (Foto aus der Bauphase)
Mindestens die Hälfte weniger, oder? (Foto aus der Bauphase)
Bei meinem Bögelchen habe ich noch immer 30mm Dicke am Druckpunktbereich.
Er hat sich etwas über 80@30 eingependelt.

Dann würde sich eine Splintabnahme tatsächlich nur bedingt lohnen.
Müsste halt bombiges Kernholz sein, was auch den Druck aushält.
Ich dachte immer es hängt mit der Ringanzahl zusammen.
Geschont hat der dicke Splint den Bogen tatsächlich: Hat nur 1cm Set...
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