Raspel aus alten Bandsägeblättern

Selbstgebaute Befiederungsgeräte, Spinetester, etc.
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klaus1962
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Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von klaus1962 »

… oder die Geschichte :
„Wie man abgerissene Bandsägeblätter, von denen man sich nicht trennen kann,
platzsparender aufhebt“


Die, die mich kennen, wissen, daß ich fast nichts wegwerfen kann, worin ich noch irgend einen Nutzen vermute. So war es auch mit einigen Bandsägeblättern, die ich schon seit einigen Jahren bei jedem Werkstattputz mal von da nach dort legte.
Ich hatte mehrmals überlegt, ob ich sie reparieren hätte sollen. Aber selber hartlöten oder extern Schweißen lassen empfand ich in Hinblick auf die Kosten eines neuen Bandes doch etwas zu aufwendig. Abgesehen davon habe ich immer genug Reservebänder zu Hause.
Aber wegwerfen zum Alteisen ??? …. Nö , niemals … ;)

Neulich kam mir dann die Idee, was ich nützliches daraus bauen könnte.
Eine Recycling-Raspel.

Das war das Ausgangsmaterial:
3 verschieden gezahnte BS-Blätter mit je ca. 2,20m Länge. Die Zähne waren noch alle vorhanden und insgesamt noch ziemlich scharf.
Ein Stück Latte aus einem Rest von einem Nußbaum-Splint-Holz 35x16x800mm
Rasp_001.jpg
Zuerst habe ich die BS-Blätter in Stücke von ca. 30cm zurecht geschnitten. Mir schien diese Länge für die neue Raspel gerade recht um damit zügig arbeiten zu können. So entstanden aus den 3 BS-Blättern insgesamt 3x7 = 21 Kurzstücke.
Rasp_002.jpg
…. Zügig damit arbeiten ??? ::) ::) ::)
Jetzt werden wahrscheinlich diejenigen lachen, welche mich kennen und sagen :
„Der Klaus, der arbeitet doch nie mit der Hand, sondern immer mit Maschinen !“
…. Ja stimmt, aber was soll’s. Man kann ja nie zuviel Werkzeug haben. >:)

Der nächste Schritt war etwas fummelig. Da die 3 Sägeblätter unterschiedliche Dimensionen (Blatthöhen) hatten, mußte ich sie so zusammenfügen, daß alle Zähne auf gleicher Höhe waren. Sie wurden mittels eines doppelseitigen Klebebandes (Montageklebeband ca.0,5mm dick) aneinander gereiht. Das hat auch den Effekt, daß zwischen den Blättern ein geringer Abstand entstand. Dadurch kommen sich die geschränkten Zähne nicht in die Quere und das Epoxy kann später schön in die Zwischenräume einziehen.
Wenn jemand lauter gleiche Blätter zu verarbeiten gedenkt , hat es zwar leichter, sollte dabei aber trotzdem darauf achten die Stück so zusammen zu kleben, daß die Zähne „auf Lücke“ und nicht in einer Reihen stehen.
Rasp_003.jpg
Als nächstes habe ich den Holzkorpus „zurechtgeschnitzt“.
Klar, daß ich dazu eine meiner Oberfräsen benutzt habe. ;) ;D
Es ginge aber auch mit einfacheren Werkzeugen (Stechbeitel, Ziehmesser, Schleifpapier etc.)
Die Wanne für das Sägeblattpacket soll so tief sein, daß die Zähne noch vollständig über das Holz herausstehen.
Länge und Breite wird einfach von dem Packet abgemessen und diese Eingießwanne dann ca. 1mm größer ausgelegt.
Rasp_004.jpg
Jetzt wird der Holzkorpus genau waagrecht ausgerichtet aufgelegt und das Harz angemischt (ich verwende jenes von R&G Type L). Für meine Wanne habe ich ca. 85g fertig gemischtes Harz gebraucht. Die erforderliche Menge hängt natürlich von der Größe des BS-Pakets ab.
Zuerst etwa die Hälfte des Harzes in die Wanne gießen (damit nichts überläuft, wenn man das Paket einlegt).
Dann da Sägepaket einlegen und mit kleinen Holzstückchen (z.B. Zahnstocher) ausrichten und leicht verkeilen. Dann empfiehlt es sich das Ganze mit der Heißluftpistole etwas anzuwärmen, damit das Harz leichter zwischen die einzelnen Sägeblätter einziehen kann. Anschließend den Rest des Harzes vor und hinter dem Paket immer wieder auffüllen bis der Harzspiegel nicht mehr absinkt.
Rasp_005.jpg
Rasp_006.jpg
Rasp_007.jpg
…. Und dann …. Waaaaaaarten , bis das Harz durchgehärtet ist .

fortsetzung im nächsten Post -
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klaus1962
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von klaus1962 »

Spätestens am nächsten Tag steht einem dann die einsatzbereite Recycling-Raspel zur Verfügung .
Wer will kann nach Wunsch noch die Holzoberflächen versiegeln.
Rasp_008.jpg
Also steht dem ersten Test nichts mehr im Weg.
Es wird zwar nicht mein Lieblingswerkzeug,
(ich hab glaube ich schon mal erwähnt, daß ich mehr auf Maschinen stehe ;) :D ),
aber ich freu mich trotzdem, eine Verwendung für meine abgerissenen Bandsägeblätter gefunden zu haben.
Leute die gerne per Hand raspeln (und sei es nur Süßholz) würden verblüfft sein, wie gut dieses Recycling-Werkzeug funktioniert.
Und wie man vielleicht erkennen kann, raspelt das Ding tadellos. ;D
Großbild 2048x1536
Großbild 2048x1536
Viel Spaß beim Nachbau

Euer Klaus.

Für alle, die solche Anleitungen sammeln, gibts das Ganze hier nochmal als PDF zum runterladen.
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MoeM
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von MoeM »

Sehr schön! Und auch, dass du dem Gerät eine schönes Holzheft/Gestell gegeben hast! Als Maschinenfreak hätte ich eigentlich einen Metallrahmen und verschraubte/vernietete/geschweißte Sägeblätter getippt...
D.h. sollte ich mir je eine große BS leisten können werd ich erstmal Blätter ohne Ende Abreißen müssen- ich steh auch auf recycling Produkte^^
Grüße Moe
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von acker »

Fein , die neue Maus vom Klaus :)
UND auch schon im How To board :)
Der junge Mensch lernt, was die Erwachsenen wissen und verlernt was er als Kind gewusst hat.
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arcus (✝)
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von arcus (✝) »

@ klaus

hast Du sehr schön gemacht !

Ich lass es aber lieber. Habe nähmlich einen Surformhobel mit halbrundem Blatt -- und der nimmt ebenfalls unheimlich viel Holz weg.

Gruß Arcus
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klaus1962
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von klaus1962 »

MoeM hat geschrieben:Als Maschinenfreak hätte ich eigentlich einen Metallrahmen und verschraubte/vernietete/geschweißte Sägeblätter getippt...
Tja ... daran habe ich zuerst auch gedacht, aber dann auf "für jedermann einfach nachbaubar" umgeschwenkt.
Ein Schweißgerät hat vielleicht nicht jeder in seinem Haushalt ;D ;D ;D (was eigentlich unverzichtbare Grundausstattung wäre) ;)
arcus hat geschrieben:Ich lass es aber lieber. Habe nähmlich einen Surformhobel mit halbrundem Blatt -- und der nimmt ebenfalls unheimlich viel Holz weg.
Gruß Arcus
Ist ja auch kein Muß. Einen Surform hab ich auch und nehm für's Grobe trotzdem lieber die Flex (so wie Dirk) oder die Schleifwalze der Tischfräse. ;D

Gruß
Klaus
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tscho
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von tscho »

Daumen Hoch :)
Klaus ein tip zur Automatisierung :) , du wirsts kennen vielleicht, aber es gab vor langer Zeit in der Metallbearbeitung mal sog. Feilmaschinen.
Wenn du da an eine alte kommst kannst deine Raspel einspannen.


Gruß
tscho
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von shokunin »

Schöne Anleitung :D
Als ich Dein Teaser-Bild sah, hatte mich auch gefragt wie die Dinger wohl befestigt wurden und mir kam spontan auch bloss die Schweissmaschine in den Sinn.
Das hier ist aber sehr simpel und elegant - cool!

Gruss,
Mark
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von eddytwobows »

Einfach nur Bild...

Ich hätte jetzt allerdings auch etwas mit Silber-Hartlot erwartet, aber das mit dem Epoxy ist da wohl die wesentlich bessere (weil schneller und kostengünstigere... ;D ) Lösung. :)

Man gut, daß ich meine abgerissenen Bandsägeblätter auch aufbewahre, mal schauen, ob die schon für eine Raspel reichen (selbst wenns nur eine kleine / kurze wird... ;) :D :D )

Danke fürs Posten... :)

LG
etb
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Alles was schiefgehen kann wird auch zwangslaeufig schiefgehen. Larry Niven
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von klaus1962 »

tscho hat geschrieben:Wenn du da an eine alte kommst kannst deine Raspel einspannen.
... und dann ordentlich Süßholz raspeln, gell . :D :D :D

Gruß
Klaus

PS: Klar kenn ich die Feilmaschinen auch. Ist mir aber immer noch ein Rätsel, wozu die früher mal gebraucht wurden. Wahrscheinlich hatte man sich früher für alles mehr Zeit genommen.
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von shokunin »

@eddie
ja, bloss nieeee was wegschmeissen... ;D

...gehört jetzt vielleicht in den Werkzeugfetischisten Thread... aber hier kam der Gedanke her...

Vorgestern ging ich am Alteisen-Container vorbei und sah da was rauspitzen... "bwoahh! des kann man doch noch brauchen!" :o
Als ich das Teil dann in der Hand hatte sah ich es war etwas das ich vor nicht einer Woche weggeworfen hatte :-[
Ich hab's dann doch liegen lassen, aber ich weiss ich werde ich es bereuhen... :-\
Zuletzt geändert von shokunin am 04.09.2012, 12:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von Trainer »

Ich bau mir mal einen [gefällt mir] Knopf und drück da mal drauf!
Super Idee und so simpel und effektiv umgesetzt.
Daumen Hoch!
Nicht alles was ich gut mache, mache ich auch gerne.
Nicht alles was ich gerne mache, mache ich auch gut.
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von Arry »

Spitzenmäßig!
Wenn ich groß bin, will ich ne richtige Werkstatt.
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bowa
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von bowa »

Super Idee und Supoer Anleitung!
Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen ich bin nicht verrückt.
Die zehnte summt die Melodie von Tetris.
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eddytwobows
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Re: Raspel aus alten Bandsägeblättern

Beitrag von eddytwobows »

Vorgestern frei nach Klaus´scher Bauanleitung entstanden... :)

Die Sägeblätter waren zwar nicht mehr ganz so scharf, daher wohl nur etwas für die Ausführung der, naja, sagen wir mal "etwas feineren Grobarbeiten"... ;) :D :D

Es wurden die Reste von 3 verschiedenen Sägeblättern (eigentlich nur zwei mit unterschiedlicher Zahnung, aber 3 unterschiedliche Höhen...), also insgesamt 18 dreißig cm lange Teilstücke benutzt, was das Zusammenkleben mit dem beidseitigem Klebeband etwas fummelig machte...

Als Korpus mußte ein zurechtgesägtes altes Stück 40 x 40 Fichtenkantholz (jetzt nur noch etwa 25 x 25 mm) herhalten, daß mit Mahagoni gebeizt und mit rotbrauner Wachslasur gefinished wurde.
Der / die Griff(e), so man ihn / sie den so nennen will, wurde bewußt einfach gehalten, dafür aber an beiden Seiten...

Die Idee von Klaus mit dem beidseitigen Klebeband und dem Einguß in Epoxy ist super und absolut easy umzusetzen... :) :)

LG
etb
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