Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnlich!

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keinuvaan
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von keinuvaan »

Oha, ich hätte die Fadeouts jetzt deutlich kleiner/Steiler gemacht, aber ich glaube das kommt mir sogar entgegen.

Stört der Ast seitlich im Fadeout-Bereich auch nicht? (vgl. Bild) - Sind alles ca. Maße!

Bilder vom ganzen Stave findest du in folgedem Post: http://fletchers-corner.de/viewtopic.ph ... 68#p292364, Bild 3. Zeigt den Rücken. Rechts gibt es mittig einen Ast im hinteren Bereich, der lt. Lord Hurny nicht mehr auf dem WA liegen sollte, bis dahin würde ich den Stave dann kürzen. (ca. 15cm weg) - Aber erstmal lasse ich den Teil noch dran, abschnibbeln geht ja immer :)
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Griff/Fadeout unten
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Mandos
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Mandos »

Fadeout sollte so oder so ähnlich aussehen: download/file.php?id=22036&mode=view

Niemals eine Kante oder ein Absatz zwischen Fadeout und WA. Das soll sanft ineinander übergehen!

Und das Fadout sollte auch erst hinter der breitesten Stelle des WAs auslaufen, wie im Bild eingezeichnet.

Ein Ast im Fadeout sollte nichts ausmachen. Dort ist die Biegung idealerweise nahe Null.
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eddytwobows
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von eddytwobows »

Hmm, also wenn ich das auf den Fotos richtig erkenne, liegt der Astknubbel genau seitlich am Ende des Fadeoutbereiches... da laß man lieber etwas mehr Holz stehen, statt den Knubbel völlig Plan zu hobeln...
Mandos hat zwar recht, daß sich in dem Bereich nichts mehr biegen soll, trotzdem muß die Stelle eine Last aushalten können. Sprich, sie würde also beim Auszug unter Spannung / bzw. Drucklast stehen... nicht, daß er Dir dort dann aufreißt...

LG
etb
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Mandos »

Ja, stimmt. Besser das Fadout erst 1 cm hinter dem Ast auslaufen lassen und Sicherheitsreserven stehen lassen.
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Firestormmd
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Firestormmd »

Den Stecken muss du vielleicht garnicht kürzen, das sich die letzten 10-15cm eh nicht biegen sollten. Ein Ast in einem steifen Bereich macht nicht so große Probleme. Einfach etwas Material herum stehen lassen und das hält schon.

OK, mach jetzt mal von den 71cm bis zu den 81cm einen sanften Übergang. Und zwar von der vollen Stammdicke bei 81cm bis auf dein bereits abgearbeitetes Maß (2,7cm). Das ist dann der Fadeout. Die 12cm des Griffes dann von der Seite her schmaler machen. Auf ca 2,5cm. Der schmale Griff ist besser zu greifen und der Pfeil muss sich nicht so sehr um den Stamm herumwinden beim Schießen.
Dann noch die letzten 30cm bis zu den Tips gleichmäßig auf 1,5-2cm verschälern.

Dann den anderen Wurfarm genauso machen und du hast die grobe Bogenform herausgearbeitet. Dann heißt es erstmal abwarten und trocknen lassen.

Nochmal gesagt: Alle Übergänge an den Fadeouts laufen sanft, wie eine fließende Kurve. Keine scharfen Kanten. Schau dir mal die Bögen von Steilpassfänger an. Da siehst du wie die Kurven fließen können. Und wie Eddy geschrieben hat, um einen Ast lieber etwas Material stehen lassen, dann hält das schon.

Grüße, Marc
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keinuvaan
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von keinuvaan »

Firestormmd hat geschrieben:Den Stecken muss du vielleicht garnicht kürzen, das sich die letzten 10-15cm eh nicht biegen sollten. Ein Ast in einem steifen Bereich macht nicht so große Probleme. Einfach etwas Material herum stehen lassen und das hält schon.
Dann würden die Wurfarme aber nicht gleich lang. Naja ich schau mal wie ich es angehe, wie gesagt, abschneiden kann ich das obere ende ja immer noch. Den seitlichen Ast im Fadeout werde ich erstmal stehen lassen und vielleicht kann ich den ja sogar für die Optik einigermaßen in den Fadeout integrieren, habe da schon was vor meinem geistigen Auge. Im Zweifelsfall lasse ich das Holz erstmal stehen und frage denn nochmal nach.

Grundsätzlich war die sichtbare scharfe Kante am Wurfarm unten von mir mit der Japansäge "verbrochen", ich hatte ohnehin vor, das noch mit der Raspel anzugleichen.

Nachher gehe ich ein Ochsenkopf-Zugmesser kaufen und mache dann weiter. Das Küchenmesser hat... na sagen wir mal ... Spuren hinterlassen. so ist das, wenn man improvisiertes Werkzeug nutzt. 8)
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eddytwobows
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von eddytwobows »

keinuvaan hat geschrieben:.../...
Dann würden die Wurfarme aber nicht gleich lang. .../...
Das macht prinzipiell nichts, im Gegenteil...
Idealerweise sollte ein Bogen ohnehin so gebaut sein, daß der untere WA etwas stärker ist (eine Spur natürlich nur, nicht gleich 10# oder sowas... ;) :D :D ), als der obere, damit der Pfeil beim Abschuß sauber über den Handrücken gehoben wird...

Das kann man auf zweierlei Weise erreichen... indem man den unteren WA etwas kürzer baut oder ihn halt beim Tillern etwas stärker läßt...
Ich persönlich bevorzuge einen etwas kürzeren, unteren WA, weil ich finde, daß dadurch der Auszug symetrischer gestaltet wird, aber das ist wohl meistens Geschmacks- und Ansichtssache...
Wenn Dein (werdender) Bogen allerdings schon von vornherein die Vorrausetzungen, wie halt diesen Astknubbel, für einen kürzeren WA mitbringt, dann nutze das aus... :)

LG
etb
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keinuvaan
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von keinuvaan »

...und weiter geht die Fahrt. - Eben im Fachhandel das Zugmesser besorgt und... woah, was ein Unterschied zum Küchenmesser! Dann ging alles ganz Flux.

Erledigte Arbeiten:
- Griff grob geformt mit Raspel und Schweifhobel, den seitlichen Ast belassen. (Beule auf dem Foto)
- Wurfarm oben "halbiert"
- Wurfarm unten "angespitzt", erst mit dem Zugmesser, dann mit dem Schweifhobel.
das dauerte ca. 2 Stunden.

Jetzt lasse ich den Rohling erstmal trocknen und beobachte den Gewichtsverlauf. - Ein gescheites Einspannen zum begradigen ist nicht mehr so recht möglich, ich habe Sorge dass der obere Wurfarm dann eingedrückt wird. Also lasse ich den Wurfarm so geschwungen, gefällt mir auch sehr gut. Mal sehen ob mir das auch noch beim Tillern später auch noch gefällt ::)

Währenddessen plane ich weiter. Was kann ich am Bogenrücken noch anstellen? Ist es erlaubt, den etwas mit Schleifpapier zu glätten, oder ist das nicht zu empfehlen? Der Bogenrücken hat noch eine deutlich dunklere Farbe, oder liegt das nur an der Trocknung? Hatte ja nur die Rinde runter geschält.

Das Thema Wurfarmlänge habe ich auch erstmal verschoben, daher auch oben noch nicht angespitzt. Aktuelle Maße:
WA Unten bis Griff incl. Fadeout: 78cm, Fadeout ca. 7cm
WA Oben bis Griff incl. Fadeout: 100cm, Fadeout etwas mehr, ca. 9cm (könnte ja noch angepasst werden)
Griff: ca. 12cm
Für mich sieht das so aus, als sollte ich in jedem Fall den oberen WA kürzen. Habe in einem anderen Thread was von 5cm Unterschied gelesen, dann müsste ich also gut 17cm abschneiden. - Oder ist das etwas pauschal gedacht?

Zwischendurch möchte ich auch mal ein großes Lob aussprechen, wie nett man hier doch beraten und unterstützt wird. Dankeschön :)
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Grob geformter Griff mit Fadeouts
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Wurfarm oben grob vorbereitet
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Wurfarm Unten (30cm konisch zulaufend)
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Firestormmd »

Hast du fein gemacht! Bis jetzt sieht es sehr gut aus!

Was du aber noch machen solltest, ist den braunen Streifen, den Markkanal, entfernen. Da reißt es gern. Und noch die Enden mit Leim (zB. Holzleim) Versiegeln. Einfach ordentlich einschmieren, auch ein paar cm des Wurfarmes, damit der dort auch nicht reißt. Ich würde auch das andere Fadeout auf 7cm verkürzen.

Dann musst du geduldig sein. In 2-3 Wochen ist er dann bestimmt trocken.

Mit dem kürzen des oberen WA würde ich nicht warten (Ungeduld). Mach ihn 5cm länger als unten, dann hast du noch genügend Spielraum. Ich persönlich würde bei meinem ersten Bogen sogar beide WA gleich lang machen und genau mittig tillern. Bei den letzten paar Zoll dann nur noch den oberen WA bearbeiten, damit der untere WA etwas stärker bleibt. Der Bogen wird dann bestimmt nicht 100% perfekt schießen, aber der Tiller ist "einfacher", weil er links und recht gleich aussieht. Ein asymetrischer Tiller mit unterschiedlich langen WA's sieht für einen Anfänger etwas schief oder eiförmig aus. Da kommt man oft ins Zweifeln. Ein "Profi" hat damit sicher weniger Probleme. Beim ersten Bogen muss man es sich aber nicht unnötig schwer machen, oder?

Zeig mal bitte noch ein Foto von der Seite des Griffes, damit man die Fades sehen kann. Aber bis jetzt gibt es nicht zu meckern!

Grüße, Marc
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tomtux
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von tomtux »

ich plädiere für erstmal gleich lange wurfarme.
erstens leichter zu tillern, zweitens stellt sich vermutlich erst während des tillerns heraus, welcher wurfarm der obere sein will.
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Moormann
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Moormann »

Jaa sieht gar nich schlecht aus! Sauber gearbeitet bis jetzt, ich denke aber auch, dass ein symmetrischer Tiller besser ist ;)

OT: bin ich der einzige, der unten im Googlebanner etwas gegen "juckreiz am After" stehen hat? ??? :D ;D
LG
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Firestormmd »

OT: Tja, was man halt bei Google so in die Suche eingibt. ::)

Nee Spaß, bei mir wirbt es für Warzenentfernung. Keine Ahnung welche Worte die so assoziieren.

Grüße, Marc
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von keinuvaan »

Hier noch eine Seitenansicht des Griffbereichs mit dem Ast im Fadeout. Ich habe den Rohling jetzt auch gekürzt, den Markkanal noch entfernt und die obere Seite wie die untere angespitzt, auf gut 2x2cm.
Jetzt bin ich mal gespannt, wie viel der Bogen noch abnimmt beim trocknen und werde mich in der Zwischenzeit schonmal mit dem Bau einer Tiller-Hilfe ablenken. :D
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Mandos »

Die Fadeouts sehen technisch gut aus!
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keinuvaan
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von keinuvaan »

Hallo zusammen,

updates für meinen "juckenden" Hasel! ;)

Die Trocknungszeit ist vorüber, ich habe mir eine Tillerhilfe gebaut und heute ca. sechs Stunden getillert. Als Sehne habe ich eine Zeltschnur verwendet, die noch ein wenig dehnbar ist. bin jetzt bei ca. 12cm Standhöhe und habe auch ein Foto vom Vollauszug (ca. 76cm bzw. 30") beigefügt.
Das Zuggewicht habe ich nicht bestimmt, muss die Tage mal mit Körperwaage und Tillerstock hantieren, oder gibt es einfachere Wege, das Gewicht zu bestimmen?

Der obere WA gefällt mir nicht so gut, liegt aber auch daran, dass er ja von Natur aus leicht krumm und wellig war, den unteren finde ich hingegen ganz gut gelungen fürs erste Mal. Ich habe übrigens den unteren WA doch kürzer gelassen, um mehr Bogenhöhe zu gewinnen. Getillert habe ich nur nach Augenmaß.

Meine verbleibenden TODOs:
Der Griffbereich ist immer noch recht klobig/roh, da muss ich auch noch was dran tun. - Mit den Sehnenkerben bin ich auch noch nicht zufrieden. Ist die Sehnenschlaufe zu groß, rutscht die Sehne schonmal auf einer Seite leicht drüber, aber die sehne hält weiterhin. Zudem ist der Bogenbauch noch nicht perfekt geschliffen, hier und da gibts noch kleine Hubbel/Macken vom Schweifhobel, gerade in der nähe von kleineren Ästen.

Jetzt freue ich mich auf Eure Meinung und ggf. Verbesserungsvorschläge zum Tiller. Mangels Pfeilen/Scheibe konnte ich noch nicht schießen. Werde aber jetzt mal Material zum Sehnenbau ordern. Wie man Pfeile baut sollte ich mir denn wohl auch mal bald ansehen. 8)
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Vollauszug mit Tillersehne
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Bogen mit Tillersehne
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Viele Grüße, Matthias
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