Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnlich!

Themen zum Bogenbau
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keinuvaan
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Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnlich!

Beitrag von keinuvaan »

Hallo zusammen, :)

ich bin Matthias, und ich möchte meinen ersten Bogen bauen. Schon seit längerem lese ich mich intensiv in das Thema ein. - Da es für mich bald ein paar Tage zum Camping geht, dachte ich mir, da wäre der Bogenbau eine ideale Nebenbeschäftigung. - Also habe ich mir im Garten einen - hoffentlich - einigermaßen geeigneten Hasel-Stamm abgesägt, grob abgelängt, entrindet und die Enden mit Holzleim versiegelt. - Maße: 190cm lang, ca. 4-5 cm durchmesser (nach Entfernung der Rinde)

Jaja, das Naturmaterial hat auf jeden Fall so seine Unregelmäßigkeiten (vgl. Foto): zum Einen ab der Mitte aufwärts einige Äste, zum anderen eine etwas wellige Form im oberen Bereich (Auf dem Foto rechts). Wenn mein Laien-Auge das richtig sieht, ist eventuell auch leichter Drehwuchs vorhanden. Aber hey, man soll sich ja nach dem Holz richten, lese ich hier immer wieder.
Gern würde ich die Grobe Bogenform schon zeitnah rausarbeiten und während des angesprochenen Campingurlaubs in ein paar Wochen dann die Feinarbeiten machen. Ich weiß, der Fällzeitpunkt war ungünstig und die Trocknungszeit ist vielleicht auch zu kurz, aber eventuell passt es ja. - Falls die Trocknungszeit nicht reicht, werde ich mich natürlich in Geduld üben und die Feinarbeit dann später angehen.

Also suche ich jetzt zunächst den Bogen im Holz und würde mich freuen, die Meinung einiger erfahrener Bogenbauer zu hören.
Mein erster Gedanke war, den Bogenrücken an der Unterseite (vgl. Foto) des Stamms anzusiedeln, spricht da was gegen?
Wegen der Bogenform bin ich noch unentschlossen, ich würde am liebsten das Bauen, was am besten zum Holz passt. Aber hier fehlt mir ja die Erfahrung...
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Viele Grüße, Matthias
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Mandos
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Mandos »

Hallo Matthias,

willkommen hier bei FC.

Könntest du noch mehr Bilder vom Stämmchen einstellen?
Möglichst von mehreren Seiten.
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Lord Hurny
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Lord Hurny »

Hallo Matthias,
dem Foto nach zu urteilen hast du dir mit diesem Stück schon eine echte Herausforderung für einen Erstling ausgesucht.
Vielleicht kannst du uns noch mehr Fotos aus anderen Winkeln zeigen und noch kurz dein gewünschtes Ziel mitteilen (Bogenstärke, Einsatzzweck, etc...)

Mein Tipp zur Bogenform: für einen Erstbogen so breite und so lange Wurfarme wie möglich, Holz wegnehmen kannst du anschließend immer noch.
Wenn du jetzt noch die Wurfarme verjüngst, sollte in ein paar Wochen der Stave trocken genug für die Feinarbeiten sein.
(Verjüngen von ca. 2cm auf 1,5cm)

lg
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keinuvaan
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von keinuvaan »

@Mandos:
Fotos folgen heute nachmittag!

@Lord Hurny:
Dass es nicht ganz einfach wird ist mir auch klar geworden, als ich den Stamm geschält habe. - In Natura sah das Stämmchen nicht so schlimm aus. Aber gut, falls es in die Hose geht hat es mich aber ja nichts außer etwas Zeit gekostet und ich bin dennoch reicher an Erfahrung, daher sehe ich das recht gelassen. - Anders wäre es natürlich, wenn ich mir gleich einen Edel-Stave für einige Euros bestellt hätte!

Ich möchte einen Einsteigerbogen, Länge etwa wie Körpergröße (ca. 180cm), bauen, mit ca. 30-40# Zuggewicht. - Habe gelesen, dass das für "kräftige" Bogenschützen-Einsteiger geeignet wäre. - Um dann selbstverständlich ein paar Pfeile zu einem festgelegten Ziel befördern!
Wenn ich dich richtig verstehe, sollte ich also lediglich die Wurfarmdicke und den Übergang zum Griff grob richten, und das von ca. 2cm ab dem Griffübergang bis runter zu 1,5cm an den Wurfarmenden?
Viele Grüße, Matthias
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Lord Hurny
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Lord Hurny »

richtig,
mit dieser Stärke sollten 30-40# kein Problem sein bei einer Bogenlänge von ca. 180cm.
Was die Breite angeht: bis zur Hälfte der Wurfarme würde ich die volle Breite lassen und dann gleichmäßig bis zu den Tips auf 2cm verschmälern.
Bei diesen groben Abmessungen trocknet der Stave in wenigen Wochen gut durch hat noch Spielraum für Ausbesserungen.

Noch ein Tip:
vielleicht hast du ja die Möglichkeit den jetzt noch recht feuchten Stave bei der Trocknung in Form zu bringen, damit meine ich nicht den Reflex sondern eventuellen Drehwuchs und seitliche Verkrümmungen. In feuchtem Zustand lässt ein Hasel noch Einiges zu.

lg
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Lord Hurny

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Firestormmd
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Firestormmd »

Hallo Matthias,

herzlich willkommen im FC. Wenn du jetzt noch aussteigst, hast du eine Chance vom Bogenbauvirus verschont zu bleiben! ;)

Ich würde so vorgehen, unabhängig von deinem Bild, da man relativ wenig erkennen kann:

Such dir die Seite aus, die keine Äste hat und idealerweise reflex duchgebogen ist. Ausserdem sollten die Enden und die Mitte des Stabes durch eine imaginäre Gerade verbunden werden können. Diese Seite wird der Bogenrücken und soll fortan von Werkzeugen verschont bleiben. Die gegenüberliegende Seite wird der Bauch. Diese Seite kannst du mit einem Zugmesser, einer kleinen Axt, einer Bandsäge oder ähnlichen Werkzeugen komplett bis auf die Mitte des Stämmchens wegarbeiten. Den Markkanal entfernen und die groben Umrisse des Bogens aufzeichnen. Die Wurfarme sollten so breit wie möglich werden und 30cm vor den Tips, sollte sich der Bogen dann auf etwa 2cm breite verschmälern. Den Griff würde ich mittig anlegen und 12cm lang machen. Dieser Griffbereich kann auf 3cm verschmälert werden. Natürlich müssen die Fadeouts beachtet werden. Wenn die Umrisse herausgearbeitet sind, wird noch die Dicke grob vorgearbeitet. Nach den Fadeouts würde ich bei 2-2,5cm anfangen, je nach dem, was der Stamm hergibt und sie auf 1,5cm an den Tips gleichmäßig verjüngen. Der Griff bleibt so dick wie möglich. Noch schnell alle Kanten brechen und die Enden versiegeln. Diesen Rohling kannst du dann schnelltrocknen. Jetzt im Sommer dürfte das in 2-3 Wochen machbar sein. Jeden Tag ein wenig in die Hände nehmen und fummeln, damit der Bogenvirus sich entwickeln kann und täglich mit der Küchenwaage wiegen. Wenn der Rohling kein Gewicht mehr verliert, kannst du anfangen mit dem Bodentiller. Bis dahin solltest du alle Beiträge zu den 3 Saplingturnieren lesen, da lernt man recht viel über Haselbögen. Oder du schaust dir Gordons Hazel-Buildalong.

Das ist alles ohne Gewähr, weil ich den Stamm nicht kenne. Wenn er zu viele Äste hat oder ungünstig gebogen ist, wird alles etwas komplizierter. Für den ersten Bogen würde ich mir die Ziele auch nicht zu hoch stecken. 40# mit einem halmwegs ordetlichen Tiller ist für einen Anfänger utopisch. Aber ein schießbarer Bogen, bei dem du viel gelernt hast, ist bestimmt machbar.

Grüße, Marc
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Mandos
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Mandos »

40# mit einem halmwegs ordetlichen Tiller ist für einen Anfänger utopisch.
Naja, zimlich pauschal. Mein erster hatte 54# und lebt noch. Man muss nur genug Holz stehen lassen und gemütlich an die Sache rangehen.
Aber natürlich ist es viel schwerer aus diesem Haselstamm was anständiges zu bauen, alös aut einer Hickory-Bohle...
Natürlich müssen die Fadeouts beachtet werden.
Hm, wenn man den Stamm auf die Hälfte reduziert bleiben bei 4,5cm Stammdurchmesser nur noch gute 2cm über. Ohne eine Griffholz aufzukleben, wird das dann auf jeden Fall ein Bogen mit mitbiegendem Griff.
Alternativ könnte man den Griff 3 cm dick lassen und den Markkanal in den Fadeouts, die dann vorhanden wären, auslaufen lassen.
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Firestormmd
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Firestormmd »

Mandos hat geschrieben:Naja, zimlich pauschal.[...]
Tatsächlich! Ich kenne meine ersten Bögen und viele Erstlinge hier aus dem FC. Es gibt aber natürlich Ausnahmen, Naturtalente oder sehr gewissenhafte Anfänger, die langsam vorgehen. Diese Erstlinge sind aber recht selten. Ich würde deshalb trotzdem sagen, dass das Vorhaben schwierig ist, wohlgemerkt nicht unmöglich, damit er sich hinterher nicht ärgert. Zumal er nebenbei beim Campen einen Bogen ohne Erfahrung bauen will. Dort gibt es vielleicht keine Werkbank, Schitzhund oder Tillerstock. Ich möchte ja keine Illusionen zerstören, aber realistisch sollte man schon an die Sache herangehen.

Zur Dicke des Griffes hat Mandos aber recht. Bei 5cm Stammdurchmesser wird der Griff nicht viel dicker als 2-2,5cm. Wenn die Jahreringe zu einer Seite hin versetzt sind hat man vielleicht Glück. Ich würde mich trotzdem bis an den Markkanal heranarbeiten und mit einem Geißfuss den Kanal herausschnitzen. Links und rechts bleibt dann noch Material stehen. Man könnte auch, mit einer Japansäge einen feinen Führungsschnitt längs zum Griff machen und den Markkanal stehen lassen. Dann wir er dort kontrolliert reißen.

Das ist aber alles recht schwierig ohne genaue Betrachtung den Stammes vorrauszusagen. Das Ziel ist aber erstmal klar. Bereite die grobe Bogenform vor und lasse den Stecken erstmal trocknen. Design sollte ein standard Flachbogen werden.

Grüße, Marc
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keinuvaan
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von keinuvaan »

Anbei die versprochenen Bilder. Ich habe etwas gebastelt, so stimmt es in etwa. Ich hoffe man erkennt jetzt mehr!

Bild 1: Seitenansicht, Stave "liegt".
Bild 2: Stave 180 Grad gedreht gegenüber Bild 1
Bild 3: Stave "steht" (wie auf dem ersten bild auf der Werkbank, diesmal nur von Oben), Beide Enden berühren den Boden, mitte ist gewölbt.
Bild 4: 180Grad zu Bild 3, Mitte liegt am Boden, Enden stehen in der Luft.

Nach meinem Auge gäbe Bild 3 den Besten Rücken ab... Die Äste erschweren allerdings den Wurfarmverlauf, gerade oben. Vermutlich hilft da nur kürzen, dann bekommen aber die Äste im Griffbereich das Problem...

Wie gesagt, mir fehlt da die Erfahrung. Wenns Brennholz ist, dann sagt das auch ruhig. ;D
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Viele Grüße, Matthias
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Mandos
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Mandos »

Ich denke, Bild 3 zeigt den Rücken, ja. Habe es an Bild 2 noch mal aufgezeichnet.
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Lord Hurny
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Lord Hurny »

Ehrlich gesagt,
für einen Anfänger ist der Stave eher ungeeignet, zu viele "Herausforderungen". Ich würde den Stave bei Seite legen und irgendwann, wenn du schon eine Gewisse Erfahrung und Sicherheit beim Bauen hast, verwenden.

Wenn du die Möglichkeit hast, rasch und "legal" ein gerades und astfreies Stück Holz zu schneiden, tu es!
Arbeite den Rohling wie oben beschrieben auf die grobe Bogenform herunter und lass ihn mind. 4 Wochen liegen - dann erst Tillern/Feinarbeit.
In 4 Wochen unterstützen wir dich gerne weiter bei deinen nächsten Schritten und werden grinsenden Gesichts miterleben wie du dem Bogenbauer-Virus von Kopf bis Fuss verfallen wirst.... ;D

lg
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von keinuvaan »

Danke für Eure Einschätzungen - Ich lag ja erstmal ja gar nicht so falsch mit dem Bogenrücken. Einen Geeigneten Stamm werde ich mir kurzfristig aber leider nicht mehr suchen können.
So gern ich gleich anfangen möchte, so verstehe ich auch die Einwände. Ich werde nochmal drüber schlafen.

@Lord Hurny:
Ich würde mich freuen, wenn du die angesprochenen Herausforderungen kurz näher beschreiben könntest. Wird es schwierig, so einen eher "krummen" Kandidaten zu tillern? Oder siehst du bestimmte Äste, die bei den Wurfarmen Schwierigkeiten machen würden?
Viele Grüße, Matthias
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von Lord Hurny »

Hallo Matthias,
ok, pack'mas - wir werdn das Kind schon schaukeln:
Ich möchte dir hier eine sehr einfache Anleitung geben, mit der du ohne am Anfang eher verwirrendes Fachwissen und Fachausdrücke trotzdem zum Erfolg kommen solltest.
Ziel: ein schiessbarer, verlässlicher erster Bogen mit dem du auf 20-25m triffst und mindesten 60-70m weit wirft.

Als Basis nehmen wir Bild 3, auf dem wir von oben auf den Bogenrücken schauen.
1) Rechts wird der obere Wurfarm, und hier kürzen wir den Stave auf 180cm. Dann ist der größte Ast vom Stecken im nicht biegenden Bereich am Ende des oberen Wurfarms.
2) Die erste Herausforderung: Wie bekommen wir das Ding ohne aufwändiges Dämpfen/Tempern geradn. Mit ein paar Schraubzwingen oder Seilen solltest du versuchen den Stave so auf ein ausreichend starkes Brett zu spannen, dass er eine gerade Form bekommt. Das sollte bei noch hoher Feuchtigkeit des Holzes kein Problem sein.
Die Zwingen oder Seile zuerst an der Krümmung auf der rechten Seite ansetzen und den Stave in diesem Bereich so aufs Brett zwingen das kein Abstand mehr zwischen Brett und Stave ist. Danach alle anderen Bereiche die sich jetzt noch deutlich vom Brett abheben ebenfalls auf das Brett niederspannen. Den so fixierten Stave dann mind. 2 Wochen liegen lassen.
3) Wenn du jetzt die Zwingen/Seile entfernst sollte der Stave fast gerade sein und die weitern Arbeitsschritte wesentlich erleichtern. Jetzt kannst du den Stave auf die grobe Bogenform runterarbeiten. Da die Äste relativ klein sind, musst du jetzt noch nicht bei der Holzabnahme am Bauch Rücksicht nehmen. Wenn der Bogen sein grobe Form hat, wieder 2 Wochen zum Trocknen liegen lassen.
4) Die zweite Herausforderung: das Tillern - dieser Vorgang ist hier schon in einigen Beiträgen hervorragend beschrieben (hat jemand den Link zu Ravenhearts Anleitung? sonst mal in der Sufu eingeben) Hier gebe ich dir zusätzlich folgenden Tipp: überall dort wo dir im Wurfarm so ein Ästchen unterkommt, dort lass am Bauch am Anfang des Tillerns eine kleine Erhöhung stehen, so ca. im 2cm Radius. SOllten sich diese "Sicherheitshubel" später beim Tillern als steife Zonen erweisen, kann man Sie immer noch abtragen.

So, dass waren sehr einfache und hoffentlich verständliche Anregungen, die ich alle schon mit Erfolg bei feuchtem Hasel ausprobiert habe.
An alle Experten hier: ich glaube keinuvaan ist euch dankbar wenn ihr mich dort und da verbessern könnt oder korrigieren müsst (ich übrigens auch).

Also dann - viel Erfolg!

LH
lg,
Lord Hurny

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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von keinuvaan »

Gesagt, getan. - Ich habe das Teil in die Hobelbank eingespannt. Die Zwingen kommen aber schon an ihre Grenzen. (sieht man besonders bei der Zwinge hinten. Baumarktqualität... ::) )
Allerdings habe ich hier und da immer noch ca. 1cm Abstand, die Zwingen lassen nicht mehr Druck zu. Aber gerade im oberen Bereich, wo ich mit der Zange der Hobelbank gearbeitet habe ist es doch deutlich gerader geworden. - habe allerdings das obere Ende noch drangelassen.
Der geplante Bogenrücken liegt beim Foto auf der linken Seite.
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Viele Grüße, Matthias
tomtux
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Re: Mir juckt der Hasel zwischen den Fingern... oder so ähnl

Beitrag von tomtux »

ich weiss nicht was ihr wollt leute, der stecken ist doch fast gerade.
keinuvaan hat sich auch einen rücken ausgesucht auf dem die mittenlinie durch den griff geht, da muss man nicht wirklich gerade richten.

die einspannung kann man auch so lassen, das holz wird aber beim weiteren trocknen noch nacharbeiten. also nach dem ausspannen mindestens eine woche ruhen lassen, dann wird schon eine erste tendenz sichtbar. im ersten schritt dann den griffbereich anzeichnen und mit schnur oder laser eine lage für den stave suchen in der die über die enden laufende linie durch die griffmitte geht. wenn die linie feststeht ist die position von rücken und bauch klar und das erste holz kann abgenommen werden. dann sehen wir weiter.

ungeduld ist ein garant für misserfolg. sollte der gedanke nach zügigerem fortschritt aufkommen: kopf unter wasser und sich hören, solange die ungeduld noch vorhanden ist bleibt der kopf unter wasser. bei zwischenzeitlicher bewusstlossigkeit durch atemnot die übung bis zum erreichen eines geduldigen zustands wiederholen.
dann mit dem bogen weitermachen.
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