Nüsse knacken

Armbrust-Themen - wie Technik, Material, Eigenbauten, Versuche
Theudebald2
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von Theudebald2 »

@baschdler
Ein gezieltes Bremsen der Nuss währe ja nur denkbar wenn die Bohrung in der Nuss ebenfalls exzentrisch angeordnet wäre, und zwar sehr geringfügig nach unten und vorne aus dem Zentrum versetzt
genau das meine ich !
@Baumi
In Glasgow existiert zB unter der InvNr E1939.65.sn eine Armbrust mit Holzbogen
woher hast Du denn das alles?
@baschdler
Die Sache is echt interessant...bin mal gespannt auf weitere Meinungen...oder besser noch auf historisch
belegte Quellen...die den Faden erklären
Es freut mich an Euch genau so verbissene Hinterfrager wie ich einer bin, gefunden zu haben !
@hunter
ich könnte zwar mal versuchen die Fadenspannung zu erhöhen...da hab ich Reserven
wie geht das mit dem Faden-wie knoten -wo liegt nacher die Trennstelle-noch nie gesehen !

Gruß Werner

der Fadenlose
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hunter
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von hunter »

@ theudebald

ich nehme einen nicht zu dicken Faden...etwas dickeren Bindfaden..wachse ihn vorher..und fädele ihn mit
einer art Nadel...die ich mir selbst gemacht habe...so oft es geht durch die Nuss.
Dabei spanne ich schon bei ersten durchziehen den Faden. Meine Erfahrung zeigt..das es gut ist den Faden so oft wie möglich
durch die Nuss zu ziehen. Man kann sehr gut spüren das es zum Schluss hin schon schwerer wird die Nuss von Hand zu drehen
dH..beim reinen Anschubsen dreht sie sich garnicht.

Den Knoten lege ich ganz nah an die Bohrung in der Säule. Dazu mach ich eine Schlaufe und führe das freie Ende
mehrfach durch die Schlaufe und ziehe dann fest...und sichere das Ganze mit einem Tropfen Kleber. Wo der Knoten
liegt..und wie du ihn knotest ist eigentlich egal.

Bin überzeugt das es nicht ein orginal Knoten ist..aber wie der damals gemacht wurde konnte ich niergends finden.
Ich füge mal ein Bild bei.

Gruss hunter

http://www.fotos-hochladen.net/51975b01yrh59x.jpg[/img][/url]
Theudebald2
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von Theudebald2 »

@hunter
Danke für die Beschreibung !
tolles Bild - wieder mit den tiefer liegenden Säulenbohrungen,die Fäden gehen knapp am Vorreiber (Sicherung)
vorbei und natürlich durch die Ornamente.
Sowas macht man nicht, wenns auch schöner (Ächschen) geht ,sonder weil es für die Funktion taugt.

Gruß Werner
Baumkirchner
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von Baumkirchner »

@ Werner
Theudebald2 hat geschrieben: @Baumi
In Glasgow existiert zB unter der InvNr E1939.65.sn eine Armbrust mit Holzbogen
woher hast Du denn das alles?
na ja ca 10 Jahre Beschäftigung mit dem Thema, wobei das Hauptaugenmerk auf Stücken bis max. Ende des 15 Jh. liegt.

Gruß

Baumi
baschdler
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von baschdler »

Theudebald2 hat geschrieben: ...Sowas macht man nicht, wenns auch schöner (Ächschen) geht ,sonder weil es für die Funktion taugt.
Gruß Werner
Ein kleines aha Erlebniss in Hinsicht auf die Verwendung des Nussfadens war für mich auch der Hinweiss (ich glaube von baumgartner), daß das Knochenmaterial mit schwankender Luftfeuchtigkeit arbeitet, so daß man bei Verwendung dieses Materials gezwungen ist mit relativ viel Spiel zu bauen. Da ist die Lösung mit dem Faden doch sehr ideal. Der ist etwas elastisch und kompensiert zum Teil sogar das Quellen von Nuss, Brunnen und Säule, da er bei steigender Feuchtigkeit ebenfall länger wird.

Gegebenenfalls kann man die Spannung des Fadens vieleicht sogar durch simples Verschieben des Bündels unten an der Säule nach vorne oder hinten nachjustieren, wenn die Fadenspannung im Laufe der Zeit nachlässt ? Ist aber nur so ne Idee.

Die Nuss auf der Abbildung bei Hunter scheint verkehrt herum eingesetzt zu sein, oder täusche ich mich ?

Gruß Martin
Theudebald2
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von Theudebald2 »

Knochenmaterial mit schwankender Luftfeuchtigkeit arbeitet
Viel arbeitet da nicht sonst würden sich auf meiner mit Knochen belegten Armbrust
nach 5 Jahren Fugen gebildet haben.

Gruß Werner
Baumkirchner
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von Baumkirchner »

Theudebald2 hat geschrieben:
Knochenmaterial mit schwankender Luftfeuchtigkeit arbeitet
Viel arbeitet da nicht sonst würden sich auf meiner mit Knochen belegten Armbrust
nach 5 Jahren Fugen gebildet haben.
Also Hirschgeweih arbeitet definitiv und reagiert auf (Luft) Feuchtigkeit - was wie bereits beschrieben schon zur klemmenden Geweihnuss in Geweihlagerblock geführt hat. Mit Knochen arbeite ich hingegen kaum.

Gruß

Baumi
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von Theudebald2 »

@Baumi

Also mein HiGe hängt seit 25 Jahren nur faul herum und arbeitet nichts !

Spass beiseite,meine Rinderknochen -das sind Röhrenknochen -arbeiten im Zeitraum von
5 Jahren nicht !
Daß sie im Laufe der Jahrhunterte arbeiten ,sieht man ja an den hist.Armbrusten -da gibt es
zuweilen ganz ordentliche Spalte.
Um viewiel Deine Geweihnuss arbeitet -von feucht zu trocken -lässt sich ja messen !

Gruß Werner
Baumkirchner
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von Baumkirchner »

@ Werner

Wenn ich meine Sachen nur im Haus aufbewahre hab ich auch kaum ein Problem damit. Auf einer Veranstaltung bei schwül, feuchtem Wetter sah die Sache dann schon anders aus - die Nuss klemmte und auch der Hornbogen hatte spürbar an Leistung verloren)- nach eingen Tagen im Trockenen war wieder alles in Ordnung.
Aus Erfahrung würde ich Knochen nicht 1:1 mit Hirschgeweih vergleichen - Knochen ist um eines spröder (vermutl vom Auskochen) als das Geweih, dass sich "fettiger" anfühlt. und daher auch formen lässt (zwar nicht so schön wie Horn aber immer hin).

Klar lässt sich das messen - die Werte schwanken im Zehntel mm Bereich, daher versuche ich beim Einpassen der Nuss in den Brunnen dieses Spiel entsprechend zu berücksichtigen ;)

Gruß

Baumi
baschdler
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von baschdler »

Gemeint hatte ich natürlich das Geweihmaterial - ich habe Knochen geschrieben , weil es sich bei Geweih m.W.n. per Definiton um Knochen handelt, und nicht etwa um Horn. Inwiefern die Material-Eigenschaften von Geweih und Knochen unterschiedlich sind weiss ich nicht.
Der Prozess des "Arbeitens" bei wechselnder Umgebungs-Feuchtigkeit ist allerdings kein Prozess der Jahre oder Jahrzente bräuchte, sondern folgt mit einer Verzögerung von wenigen Stunden/Tagen dem Wert der Umgebungsfeuchte. Mag sein das es bei jahrhunderte alten Armbrusten augenscheinlicher wird, weil die verwendeten Leime verspröden. Aber ansonsten ist das Resultat dieses Prozesses eher zu Messen als zu sehen.
Bei dem Knochen-Belag auf der Säulen-Oberseite kann es auch sein, daß das Holz und die Knochenplatten etwa im selben Maß "Arbeiten" und deswegen Kein Spalt sichtbar wird.

Gruß Martin
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von Theudebald2 »

@Baumi
die Werte schwanken im Zehntel mm Bereich
das ist gewaltig viel !
@baschdler
Bei dem Knochen-Belag auf der Säulen-Oberseite kann es auch sein, daß das Holz und die Knochenplatten etwa im selben Maß "Arbeiten" und deswegen kein Spalt sichtbar wird.
ja, vielleicht !
Ich habe noch Knochen und Geweihreste - und mach da am besten gelegtlich zwei
im 0,01mm-Bereich gleich große Proben .

Gruß Werner
Baumkirchner
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von Baumkirchner »

[quote="baschdler
Die Nuss auf der Abbildung bei Hunter scheint verkehrt herum eingesetzt zu sein, oder täusche ich mich ?

Gruß Martin[/quote]

Die sitzt schon richtig - interessant ist aber die ausgebrochene? Stelle an der hinteren Kante der Nuss sowie die beiden Bolzen in den Nussfingern.....

Ich bin mir nicht sicher ob die Bremstehmatik mittlerweile nicht überbewertet wird. Die Literatur spricht nur vom sichernden Faden und der Gefahr des Nussklemmers bzw der zu lockern Nuss. Harmuth schreibt sogar, dass die Nuss mit Hirschtalg zu schmieren sei, damit sie schön im Brunnen gleitet. Die Reibung so in die Höhe zu schrauben, dass die Nuss sich kaum mehr bewegen läßt könnte auch zu einem Sehnenüberschlag führen - was böse enden kann.
Wozu soll die im Faden laufende Nuss im Vergleich zur Stahlachse gebremst werden, während die andere frei rotieren kann? Das einzig auftretende Problem dabei wäre ja, dass die Nuss gegen die Abzugstange schlägt und das lässt sich durch längeres Gedrückthalten leichter lösen.

Gruß

Baumi
baschdler
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von baschdler »

@ Baumkirchner
- stimmt, da hinten sitzt der Metallniet für die Rast. Ich dachte das wäre die Aussparung für den Bolzen. Ich hab allerdings immernoch den Eindruck, daß die weit hinten liegende Sehnen-Kerbe die Sehne anheben könnte. Lässt sich natürlich anhand eines Fotos schlecht beurteilen, sie reicht ja auch noch ein gutes Stück unter die Oberkante der Säule. ???

Gruß Martin
Theudebald2
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von Theudebald2 »

Das einzig auftretende Problem dabei wäre ja, dass die Nuss gegen die Abzugstange schlägt und das lässt sich durch längeres Gedrückthalten leichter lösen.
Einmal nicht voll durchgedrückt sondern nur gerade so ausgerastet ,könnte z.B.bei der Jagd wo sich der Schütze
voll auf das Wild konzentriert-quasi im Jagdfieber steckt- schon zur Beschädigung der Nuss führen ,wenn sie
durch nichts gebremst ,gegen die vielleicht nur um einen zehntel mm zurückragende Rast schlägt.
Im Eifer des Gefechts passieren Fehler welche beim Übungsschiessen nie auftreten würden.

Bei Knochen mußte der Schlag selbst bei eingelegtem Stahlkeil unbedingt vermieden werden.

Auch das Fetten der Nuss führt zur Bremsung (ausprobiert)

Ich bremse weiter bis zum Aha-Effekt !

Werner
baschdler
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Re: Nüsse knacken

Beitrag von baschdler »

Bei meiner Armbrust mit Stahl-Nuss auf Achse, und mit einfachem Einachs-Schloss, hat die Nuss die Abzug-Stange gegen Ende des Lösevorgangs immer regelrecht beschleunigt.
Dabei schlug die Stange so heftig von unten gegen den hinteren Schafteil, daß es schmerzhaft war die Wange zum Zielen auf den Schaft zu legen. Ich hab dann einen Lappen als Anschlag und Dämpfer um den hinteren Schaft gewickelt. :D

Also ich hatte keine Chance den Abzug zu gering zu bewegen. Aber das hängt natürlich mit der Schloss-Geometrie zusammen. Ich glaube die Achse der Abzug-Stange lag ein klein wenig zu hoch.

Gruß Martin
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