einige Bogenbauer bauen, wie man immer wieder sehen kann, die tollsten Werkzeuge selbst (Neuschöpfungen wie Holzstammspalter oder Ziehklingenschieber, Nachbauten herkömmlicher Werkzeuge wie Dechseln oder Ziehmesser usw.).
Sägen scheint hier - soweit ich sehen konnte - bisher keiner selbst zu bauen.
Nachdem ich einige japanische Sägen erworben hatte, die ich mit der Zeit mit neuen Sägeblättern ausrüsten musste, weil die alten Sägeblätter krumm oder verschlissen waren, lagen hier bald ein paar alte Sägeblätter rum. Empfohlen wird ja immer, daraus Ziehklingen zu bauen, aber dafür erschienen mir Ryoba- oder Katabablätter zu dünn zu sein.
Dann kam mir, inspiriert durch Messerklingen, die zum Fertigbauen angeboten werden, die Idee, aus den alten Sägeblättern neue Sägen selbst zu bauen, genauer: die Sägeblätter mit selbstgemachten Holzgriffen zu kombinieren. Siehe dazu das folgende Bild
(das Taschenmesser dient hier zum Größenvergleich)
Das Blatt der kleinsten Säge links war mal Teil eines krummen Ryoba-Blatts, das ich mit einer Blechschere zerschnitten habe; verwendet habe ich dann ein Stück aus dem noch graden Bereich. Die so gebaute kleine Säge ist 100 % einsatztauglich, kann etwa als Dübelsäge verwendet werden, sägt aber auch dickere Äste in Nullkommanix durch und trägt unterwegs nicht auf.
Für die 2. Säge von links habe ich das krumme Blatt einer Baumsäge (Silky Big Boy, für jeden Bogenbauer, der heimlich in Feld und Wald auf der Suche nach Holz ist, sicher ein Muss) gekürzt.
Für die beiden Sägen rechts habe ich neue Ersatzblätter verwendet.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Sägeblätter kosten bei Dick nach grober Durchsicht des Katalogs ungefähr halbsoviel wie eine komplette Säge mit Griff. Das Geld für den Griff kann man also sparen. Holzreste, mit denen man schöne Griffe bauen kann, hat sicher jeder mit der Zeit mehr als genug übrig (hier von links nach rechts: Eiche, Fichte, Zwetschge, Birne). Besonderes Geschick braucht man auch nicht, es ist vielmehr eine ganz schöne Arbeit, und wer einen Bogen bauen kann, kann auch in ein geeignetes Stück Holz in der Stirnseite einen graden Schnitt zum Versenken des Sägeblatts machen und den Griff je nach Geschmack per Ziehmesser, Raspel, Ziehklinge etc. formen.
Das Fixieren des Sägeblatts im Griff ist ebenfalls weiter kein Problem: zuerst habe ich noch das Blatt mit dem Holzgriff verschraubt. Einfacher und ausreichend ist aber das Verkleben mit einem Zweikomponentenkleber.
Schöner sägen mit selbstgemachten Sägen !
Gruß
Christian

