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Fragen zu Ausrüstungsgegenständen wie Armschutz, Köcher, etc. Keine Fragen zum Armschutzbau, etc.
LaCroix
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Beitrag von LaCroix »

Verwirrung pur...

Meine Stelle soll aus der "Tactica" von Leo VI (866-912) stammen.

Beide Bücher existieren, das Buch von "Maurice" wird aber allgemein nur als "Strategicon" bezeichnet, das von Leo als "Tactica".

Maurice beschreibt(warscheinlich, aufgrund des Zeitfensters) die Awaren/Avaren, Leo ziemlich sicher die Magyaren (Historiker gehen allgemein davon aus, er hatte schließlich alle Hände voll zu tun mit ihnen).

Der text ist aber identisch.

Die Frage ist nun, ist es einfach ein Fehlzitat oder steht da wirklich das selbe drin?

Und wenn ja - hat Leo VI nur eine aktuelle "neuauflage" des Strategicons geschrieben (in 300 jahren ädert sich alles ja doch ein wenig) und die Magyaren passen so genau da hinein, das er den Text beibehielt?

Das Leo etwas falsches hineinschrieb ist auszuschließen, schließlich war dies Buch als Handbuch für Offiziere gedacht, wäre ziemlich kontraproduktiv.

Das sind ne menge Fragezeichen. Werde meine Suche wohl weiter vertiefen müssen. :D


Edit:
Mist, die deutsche "Wiener" Ausgabe ist vergriffen und hat schon sammlerwert, werde wohl die englische holen müssen...
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Niels

Beitrag von Niels »

Falls es Dir gelingen sollte eine deutsch- oder englischsprachige Ausgabe zu ergattern, melde Dich bitte mal bei mir, denn da wäre ich auch sehr an Informationen interessiert.

Umgekehrt merke ich mir Dein Interesse vor, falls ich ein Exemplar erwischen sollte.

Unabhängig davon, welche Steppenreiter dort nun beschrieben werden, scheint es ja eine interessante Schriftquelle zu sein.

Grundsätzlich muss man aber wohl bei der Beschäftigung mit dem Frühmittelalter mit erheblichen Lücken leben und umzugehen lernen. Da wir aber immer noch möglichst vollständigen Lösungen suchen, tun wir uns damit natürlich schwer und versuchen uns dann häufig durch gewagte Thesen doch wieder ein vollständiges Bild zu zaubern. Aber eigentlich ist es doch auch ganz reizvoll, ein nur bruchstückhaftes Bild zu haben. Das lässt Raum für Interpretationen, was mE völlig o.k. ist, solange deutlich genug bleibt, dass es eine nur Vermutung oder These ist.

Ein Beispiel: Wenn im Text nur davon die Rede ist, dass die Lanze zeitweise an der Schulter getragen wurde, dann kann die konkrete Trageweise und Befestigung (mit dem Ergebnis, dass sie über die Schulter ragt) meiner Ansicht nach auch nur eine Vermutung und eben noch keine nachgewiesene Tatsache sein. Zweifellos gibt es da naheliegende Varianten, aber es kommt dann wohl sehr auf einen Praxistest an. Nur ein einfacher Riemen dürfte die Lanze auf dem Rücken insbesondere wegen des hohen Gewichts der Lanzenspitze instabil machen (eben das bekannte und vorliegend vielleicht noch gravierendere Problem mit den Rückenköchern)
LaCroix
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Beitrag von LaCroix »

Ich habe eine Quelle für das buch und ein exemplar von "de administrando imperio" von Konstantin Porphyrogenitus aufgetrieben, eventuell bekomme ich das noch vor dem Sommer :D

Interessante Lücken:
Finde ich auch. Die Jagd nach IN-PUT ist mittlerweile so spannend und interessant wie das Bogenschießen selber :D


Ich kenne 2 varianten der Tragweise:
Bild

Eine befestigt eine Schlaufe im oberen drittel der Lanze. (Ähnlich wie eine Hundeleine)
Man schlüpft einfach durch, und die Lanze hängt dann irgendwo an einem dran.

Vorteil:
Diese Schlaufe flattert nur vorne dran rum, sie kommt einem beim benutzen der Lanze nicht in den Weg, weil sie sich dann wie ein einfaches Seil an der Lanze verhält.

Nachteil:
Sie behindert beim Reiten & Schießen sicher enorm, kommt unters Pferd, etc.

Die 2. Variante sollte kaum stören, wenn der Riemen an den Träger angepasst ist.

Die Bulgaren sollen die Lanze angeblich genauso getragen haben, vielleicht findet man dort eine Abbildung.
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LaCroix
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Wieder was neues

Beitrag von LaCroix »

Habe gerade einen Ungarischen artikel erhalten, will ihn euch nicht vorenthalten.

Grob geht es um Ausrüstung der Avaren und Magyaren, insebsondere Bögen habs aber noch nicht übersetzt, nur kurz drübergelesen(was ich halt verstanden hab)..

Die Zeichungen zu den Bögen und die Bemassung sind aber sehr informativ.


Bild Bild Bild Bild Bild Bild Bild Bild Bild


EDIT:
Ich hab grad gemerkt, das die automatisch verkleinert wurden und kaum mehr lesbar sind, daher hab ich die links auf meine HP "umgebogen"...
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dschin
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da ich net

Beitrag von dschin »

ungarisch kann - wie seriös ist diese seite:
http://www.oskultura.hu/
LaCroix
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Beitrag von LaCroix »

So sehr wie jede andere Reenactment-Gruppe.

Wird also größtenteils stimmen, allerdings stellen sie nicht nur ALTE ungarn, sondern auch mittelalterliche Ungarn und auch Wikinger dar. Komm also nicht durcheinander mit den Bildquellen
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LaCroix
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Beitrag von LaCroix »

I hereby summon thee from thy graaaaaave....

Habe soeben eine Antwort auf meine Anfrage nach Hilfe zur Identifikation verschiedener angeblich byzantinischer Zitate zu den Magyaren an den für dieses Zeitraum zuständigen Professor der Wiener Fakultät erhalten (kein witz.. Byzantinistik teilen sich die Professoren scheinbar nach Epochen, weil es so viel ist. :D )

Wollte die leider kurze Mitteilung nicht vorenthalten. Sowie ich die weiteren Infos von ihm bekommen habe, poste ich sie natürlich.

Den Namen der Person habe ich aus Datenschutzgründen hier nicht öffentlich bekanntgegeben.
Sehr geehrter Herr Barany!

Werde versuchen Ihre Anfrage nächste Woche ausführlicher zu
beantworten. Befinde mich momentan schon auf dem Weg nach
Deutschland......
Wie ich aus Ihren Ausführungen entnehmen kann, sind Ihnen die
Textstellen der Tactica von Leo dem Weisen (Kap. XVIII) und die
Beschreibung des Arabers al-Masudi bekannt. Und viel mehr gibt es
nicht! Die ungarische Elite war nach türkischen Muster gerüstet.
Vermutlich wird die Mehrzahl der Panzer aus Leder, bzw. Stoff
bestanden haben. Daneben wurden sicher auch eiserne Ringpanzer (eher
des orientalischen Typs), und Rumpfpanzer nach der Art des
byzantinischen Thorax aus (Blech)-Lamellen/Schuppen verwendet. Wie im
Westen war es aber nicht üblich Rüstungsgüter ins Grab mitzugeben.

MfG E. S.
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