Uralte Bogen mit Xcel-Sehne, ein Selbstversuch!

Fragen zu Ausrüstungsgegenständen wie Armschutz, Köcher, etc. Keine Fragen zum Armschutzbau, etc.
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Freerk
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Uralte Bogen mit Xcel-Sehne, ein Selbstversuch!

Beitrag von Freerk »

Hallo zusammen,

die Sehnenfrage kommt ja immer wieder auf und damit meist auch die Frage,- welcher Bogen kann FF/Xcel o.ä. und welcher nicht.
Ich habe einiges dazu gelesen und eigentlich kann keiner klar sagen, dass überhaupt irgend ein Bogen kein FF ab kann. Alle vermuten das immer nur.

Ich hab also mal folgenden Versuch gestartet:

Hergenommen hab ich einen alten (k.A. wie alt genau,- vermutlich 60er oder 70er Jahre) Matthews Conqest Gladiator Recurve (52" mit 48# auf 28").
Das Ding hat sehr kleine dünne Tips, die absolut sicher nicht verstärkt sind und wirft mit Dacron eher so Lala.
Hab dann ne flämische Xcel-Sehne geklöppelt und, - weil bin ja lieb zu meinen Bogen, hab die Öhrchen noch extra umwickelt um sie etwas dicker zu machen (hatte ja dann doch etwas Angst um die Tips  ::))

Ergebins nach ersten Schiessen:

Gute Schussleistung, mehr Handschock als vorher (geht aber noch) und leise ist er auch.

Zur Zeit kann ich nur sagen:

Ich hatte nen alten Bogen, der nicht echt gut geworfen hat und daher eher rumlag.
Nun hab ich nen feinen Werfer, der mir echt wieder Spaß macht. Wenn der das ein paar Jahre durchhält ist mir echt egal, ob er mit Dacron noch nen Jahr länger rumgelegen hätte.

Ich halte euch mal auf dem Laufenden, ob der Bogen jemals Probleme damit bekommt.
Martini6
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Re: Uralte Bogen mit Xcel-Sehne, ein Selbstversuch!

Beitrag von Martini6 »

Interessant !

Meinen Fita-Recurve-Bogen hab ich auch 2/3 seines Lebens mit FF-Sehne (12 Strang) geschossen, ohne das der Hersteller ihn dazu freigegeben hätte.
Der Bogen ist ein Ragim Victory mit 38lbs@32". Waren viele tausend Schuss.

Nun ist er ausgemustert (wechsel zur Langbogenklasse). Ich folgere mal daraus, dass man es nicht zu ernst nehmen sollte, mit dem "FF-tauglich" oder nicht. Ich habe auh noch von keinem gehört, dem deswegen der Bogen um die Ohren geflogen ist.

Über weitere Berichte zum XCEL-Material wäre ich dankbar!

Grüße
Freerk
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Re: Uralte Bogen mit Xcel-Sehne, ein Selbstversuch!

Beitrag von Freerk »

Also zum Xcel kann ich schon einiges sagen, da ich das schon seit Februar etwa schieße auf verschiedenen Bogen.

Xcel hat von der Geschwindigkeit (gefühlt, nicht gemessen) etwa FF Niveau (schieße auch FF). Das tut sich keinesfalls viel!
Dies Aussage meines Lieferanten, dass Xcel den Bogen dabei aber etwas mehr schonen soll kann ich in sofern nachvollziehen, dass sich Xcel definitiv weicher anfühlt beim Ausziehen (Fingerschmeichler im Gegensatz zu FF). Die Dehnung ist wohl vergleichbar, da von warmer zur kalten Sehne etwa die Gleiche Dehnung wie bei FF vorliegt.
Angeblich soll es leiser sein als FF, - naja...ich kann das nicht bestätigen. Das Zeug knallt auf meinem Samick Volcano (55#) genau so laut rum wie das FF auf meinem Samick Singray (50#). Auf dem Matthew (48#) ist es allerdings schön leise...ist ja auch kein Chinabogen  ;D.

Alles in allem ist das Xcel nicht übel. Nen echten Handfesten Grund die FF-Sehne auf Xcel zu wechseln seh ich allerdings nicht...umgekehrt allerdings auch nicht! Wenn Dir FF zu hart auf den Fingern ist, dann ist Xcel nen Versuch wert.
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kra
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Re: Uralte Bogen mit Xcel-Sehne, ein Selbstversuch!

Beitrag von kra »

Freerk hat geschrieben: ...
Dies Aussage meines Lieferanten, dass Xcel den Bogen dabei aber etwas mehr schonen soll kann ich in sofern nachvollziehen, dass sich Xcel definitiv weicher anfühlt beim Ausziehen (Fingerschmeichler im Gegensatz zu FF). Die Dehnung ist wohl vergleichbar, da von warmer zur kalten Sehne etwa die Gleiche Dehnung wie bei FF vorliegt.
...
Ich kann nicht ganz nachvollziehen, wo der Zusammenhang zwischen "weicherem anfühlen" und "schonender für den Bogen" herkommen soll.

Außerdem hast du beim Ziehen ja kein FF oder Xsonstwas auf den Fingern sondern die Mittenwicklung...
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Martini6
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Re: Uralte Bogen mit Xcel-Sehne, ein Selbstversuch!

Beitrag von Martini6 »

@Kra - ich habe zwar keine eigenen Vergleichserfahrungen; aber ich habe schon von jemandem gehört, dass er FF-Sehnen ablehnt (im gegensatz zu Dacron), weil der Bogen sich "härter" anfühlen würde.

Ich werf das nur ma in die Diskussion ein...ich glaub ich muss auchmal Materialientests machen  ;D
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kra
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Re: Uralte Bogen mit Xcel-Sehne, ein Selbstversuch!

Beitrag von kra »

Wenn sich derselbe Bogen beim Ausziehen härter anfühlt als ... - woher kann das denn kommen?
1. der Bogen ist stärker - klar, aber warum sollte er plötzlich stärker werden?
2. der Bogen stackt ein wenig mehr - klar, aber warum sollte er denn mehr stacken?
3. ????
--> Der Verlauf der Weg-Kraft Kurve wird imho _nur_ vom Design des Bogens und in 3. Näherung von den verwendeten arbeitenden, Materialien (nämlich denen des Bogens selber) bestimmt.

Ich bin nur ein Freund von Berichten aus 3. Hand, wenn es einen klaren logischen Grund hierfür geben kann, der nachvollziehbar und auf physikalischen Grundlagen beruht (zumindest für den Bogenbau). Nur weil jemand von jemandem gehört hat, der vielleicht in eienr Bogenbildzeitung von 1975 gelesen hat, das... und deshalb das Gefühl hat, es müsse sich auch somanfühlen - sorry, das ist für mich erst mal "Mythologie oder Mytholyrik  ;D".

Sorry für die etwas spitze Formulierung, wenn mir nachvollziehbare Gründe genannt werden, bin ich der erste, der sie akzeptiert. Bis dahin... s.o.
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shantam

Re: Uralte Bogen mit Xcel-Sehne, ein Selbstversuch!

Beitrag von shantam »

old wife talking.......
so schön sie in die runde zu schmeissen.....

shantam
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Re: Uralte Bogen mit Xcel-Sehne, ein Selbstversuch!

Beitrag von Martini6 »

ok, hätten wir das auchmal besprochen  ;D
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