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Buchenholz

Verfasst: 25.02.2004, 08:22
von The real Legolas
Hallo zusammen, ich habe kürzlich einen
2.5 m langen und 15 cm dicken Buchenholz Stamm
bekommen. Nun stellt sich mir die Frage: Wie gut eignet sich Buchenholz zum Bogenbau?

Buchenholz

Verfasst: 25.02.2004, 09:16
von breitkopf
Hallo, Buchenholz ist super um Holzmöbel (gebogen) herzustellen, hat man früher auch Bugholz genannt.:o

Radio Eriwan antwortet

Verfasst: 25.02.2004, 09:19
von Ravenheart
"Im Prinzip ja, aber..."

Mein allererster Flachbogen (1,30 m, ca. 10#) war aus Buche (Schichtholz).

Buche ist DAS Holz für Verformungen unter Dampf. Daher wird es auch oft im Möbelbau verwendet. Die Fähigkeit, Krümmungen anzunehmen und zu halten, machen es aber zu einem weniger geeigneten Bogenholz, denn es nimmt eben auch da die Krümmung mit der Zeit dauerhaft an (viel Stringfollow).

Einen Versuch ist es immer wert, und man kann zum Ausgleich des Stringfollows ja gut Recurves und einen Reflex im Mittelteil reinbiegen. Zum Üben ist es auf jeden Fall geeignet :D

Man lernt mit JEDEM gebauten Bogen... ;-)

Rabe

By the way: Ich rede natürlich über Rotbuche! Weißbuche (Hainbuche) ist keine Buche, sondern ein Birkengewächs und angeblich gut geeignet!

Gute Frage...

Verfasst: 25.02.2004, 09:25
von Archiv
Hab gerade auch ein Stück Buche abgestaubt und schon mal prophylaktisch auf die Seite gelegt.

Aber das es so Möbelgeeignet ist, wusste ich gar nicht, ist ja spannend. Also trocknen lassen und dann verbiegen unter Dampf...

Werd ich definitiv mal ausprobieren!
Mein Büro-Zimmer wird wohl eh bald zu einem Tischlerzimmer...
8-| :D

Thx

Verfasst: 25.02.2004, 21:47
von The real Legolas
OK, danke für die Tipps, ich werde mal einen Bogen daraus bauen und mal schauen ob was daraus wird.

Verfasst: 29.02.2004, 19:26
von Nacanina
Wollt ihr nicht lieber etwas Einfacheres nehmen? Buche ist sehr kurzfaserig und schwer.
OK. Die Thonet Stühle sind aus Buchen-Bugholz.
Das ist aber eine Spezialverwendung. Sonst wird es geschält (für Multiplexplatten) oder gemessert (für hochwertige Furniere) oder als Brettware vertischlert.
Oder als Schwellen von der Bundesbahn verlegt, oder als Parkett von vielen Leuten auf ihren Fußboden verlegt.
Oder zu Küchenutensilien geschnitzt.
Oder zu Papier gekocht.
Oder zu Holzkohle gebrannt.
Oder....

buchenbogen

Verfasst: 22.04.2005, 08:49
von gian-luca
hallo bogenbauer,
meine vier versuche mit 'handelsüblicher' buche waren nicht befriedigend. ein flachbogen ist mir gelungen und schiesst ganz akzeptabel, die anderen drei splitterten am rücken. die dimensionen dieser flachbogen waren sehr grosszügig dimensioniert, d.h. mit robinie oder esche hätte es sicher gut geklappt.
das holz ist sehr stauchfest aber leider nicht elastisch. kürzlich habe ich buche als bauchholz mit bambusbacking getestet und es bewährte sich sehr gut.
hat jemand von euch mehr erfolg mit buche gehabt?

gruss,gian-luca

RE: buchenbogen

Verfasst: 22.04.2005, 09:02
von tomtux
Original geschrieben von gian-luca

kürzlich habe ich buche als bauchholz mit bambusbacking getestet und es bewährte sich sehr gut.
das hab ich mir auch schon überlegt, aber (noch) nicht realisiert.
könntest du als anhaltspunkt die abmessungen deines bogens posten? auf meinem bevorzugten schiessgelände fallen immer wieder mal buchenstämme an, die zum verrotten im wald liegengelassen werden und die ich mitnehmen könnte.
mit einwilligung des betreibers natürlich!

masse bambus/buche

Verfasst: 22.04.2005, 11:47
von gian-luca
hallo tomtux,

die masse waren nix wildes: circa 178cm lang, 30cm steifer griffbereich, von beginn bis wurfarmmitte 4cm breit und sich dann auf 1,4cm verjüngend. die letzten 15cm des wurfarms sind auch 1,4cm breit und steif.
es war mein erster versuch mit epoxy verleimten backings und ich habe viel zu viel reflex reingeleimt, über 10cm, wobei ich zusätzlich den belly viel zu dick belassen habe. dazu war die bambusschicht etwas zu dick. nach einer horrortillersession, bei der ich vor ärger fast die inneneinrichtung zertrümmert hätte, hatte ich dann noch einen 25-pfünder! anfänger und ungeduldsfehler halt.
aber was wichtig ist, dass die buche alles ohne kompressionsbrüche oder zuviel stringfollow mitgemacht hat.
der nächste bogen ist schon in produktion und es soll ein anständiger 50-55 pfünder werden... eigentlich mache ich diese versuche nicht für mich, da ich viel lieber selfbows baue, aber ein paar kollegen von mir wollten mich das mit dem bambusbackings versuchen lassen. das ist gut, denn so machen sie die 'drecksarbeit' und ich beschränke mich weitgehend aufs tillern :-)

gruss,
gian-luca

Verfasst: 22.04.2005, 11:51
von Peter O. Stecher
Ich kann mir das mit dem Buchenholz nicht gut vorstellen, es ist sehr kurzfasrig, ohne Backing ist das sicher nichts Gescheites ?

Verfasst: 22.04.2005, 12:12
von tomtux
ich würds auch nur unter bambus probieren.
vor allem ob die buche auch für eine engländer ausreichend druckstabil ist, würde bei gleicher länge das gewicht deutlich reduzieren.
ausserdem lässt sich buche gut dämpfen, das würde meine chancen endlich funktionierende recurves hinzukriegen drastisch steigern:o

das wäre dann zwar kein engländer mehr, aber sie italiener haben glaub ich bogen mit d-profil und recurves gebaut.

@gian-luca:
danke, bitte um bericht wie das bei höherem zuggewicht funktioniert hat und wieviel set dabei rauskommt.

Verfasst: 22.04.2005, 12:23
von Peter O. Stecher
Genau !! Möchte mir das Sringfollow eines Buchenbogens lieber nicht vorstellen, das Holz hat sicher kein großes "Power-Speicher-Potential", meine ich.

Verfasst: 22.04.2005, 13:02
von Haebbie
Buchenholz ist eines der druckstabilsten, wenn nicht sogar DAS druckstabilste heimische Holz. mit Ahorn als Stützholz und mit Hickory oder Bambus auf dem Rücken müsste das sehr leistungsfähige Bögen geben (eines meiner nächsten Projekte). Buche im Druckbereich, da dürfte Stringfollow keine Rolle spielen.

Müsste doch gut gehen?

Verfasst: 22.04.2005, 14:49
von LaCroix
Nur so eine Idee, aber wenn Buche so gut zu dämpfen ist und so druckstabil, wieso nicht einen guten Reflex/Recurves reindämpfen und dann noch Sehne mit Vorspannung draufmachen?

Eventuell sogar ein Reiterbogenprofil?

Buche im Stauchbereich

Verfasst: 10.01.2008, 13:26
von joachim777
Haebbie hat geschrieben: Buchenholz ist eines der druckstabilsten, wenn nicht sogar DAS druckstabilste heimische Holz. mit Ahorn als Stützholz und mit Hickory oder Bambus auf dem Rücken müsste das sehr leistungsfähige Bögen geben (eines meiner nächsten Projekte). Buche im Druckbereich, da dürfte Stringfollow keine Rolle spielen.
Tschuldigung wenn ich diesen alten thread wieder aufnehme. Aber die Aussage von Haebbie steht hier wirklich in krassem Gegensatz zu den anderen Kommentaren hier im Forum die Buchenholz als Bogenholz abqualifizieren.
Ich nehme an es ist von Rotbuche die Rede.
Hat in der Zwischenzeit jemand Erfahrungen gesammelt mit Buche im Druckbereich, also als Bogenbauch?
Ich habe jedenfalls eine kleine Serie von Bögen in Bau, allesamt mit Flachs oder Hanfbacking

Bild


Ein weiteres Ding das ich nicht verstehen sind die physikalischen Kennwerte zu Rotbuche die in http://www.matbase.com/material/wood/class5-5-years/european-beech/properties aufgelistet sind. Neben der beträchtlichen Streuung der Werte sind die oberen angegebenen Grenzen geradezu fantastisch. Danach würde Buche sogar Hickory, Esche , Robinie usw. vom Tisch fegen ?!?!

Grüsse
Joachim