Selfnock oder Normale?

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Ravenheart
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Selfnock oder Normale?

Beitrag von Ravenheart »

Hier spricht der Ingenieur, howgh:
Martin liegt völlig richtig, die Kraft, die auf die Nocke wirkt, ist die Zugkraft abzüglich der Beschleunigung der Wurfarm(+Sehnen-)masse. Spannend wird es aber erst jetzt: Die Kraft überträgt sich nun vom Nockenboden auf den Pfeilschaft.
Bei der Plastiknocke verteilt sie sich (im Idealfall) ringförmig auf die Hülse, die die Nocke ja ist, und von da auf den Kegel des Schafts. Dabei wird die Hülse sozusagen geweitet, also quer zur Schussrichtung auf Zug belastet, und zwar um so mehr, je elastischer der Kleber ist. Das kann zum Platzen der Nocke führen.
Beim Selfnock wird der Mittelbereich des Schafts direkt auf Druck belastet und überträgt die Kraft in Längsrichtung (über sog. Scherkraft) auf den restlichen Schaftdurchmesser. Im Idealfall kann da nix platzen.
ABER....
Bei allen Bogen ohne Centershot, wo also die Sehne seitlich versetzt zur Pfeilauflage liegt, wirkt gleichzeitig eine Querkraft in Richtung Bogenachse, biegt also die Nocke zum Bogen hin. Die Nocken werden also "zur Seite gerissen". Dies belastet die Nocke auf der Bogenseite stärker, und kann den Selfnock abspalten oder die Plastiknocke ab- oder einreissen.
Beim Selfnock hält da die Wicklung entgegen, bei der Plastiknocke wieder der Kleber (und die Zähigkeit des Materials).
Fazit: Für starke Bogen, besonders mit Centershot, ist der Selfnock das Ideal. Bei Bogen ohne Centershot ist es "Geschmackssache", aber von der Qualität des Klebers und des Nockenmaterials abhängig.

Noch Fragen ;-))

Rabe


• Nachricht wurde von ravenheart am 09.04.2003-11:19 nachbearbeitet!
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