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Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 10:32
von Dirk S
Hallo Zusammen,

ich würde mir gerne einen neuen Bogen bauen und habe gewisse Vorstellungen und Erwartungen und würde Euch gerne dazu um Rat fragen.
Mit meinem Englischen Langbogen aus Eibe Nr.1 bin ich zwar nach wie vor noch relativ zufrieden, bin aber der Meinung, dass er ziemlich suboptimal ist. Deshalb habe ich auch beschlossen, ELB Nr.2 nicht weiter zu verfolgen.

Meine Gründe und Gedanken sind folgende:
Ich denke die Form des ELB ist nun mal so wie sie ist, weil es ein Bogen ist, der mit extrem hohem Zuggewicht schwere Pfeile auf große Distanzen schießen soll.
Wenn man nun (so wie ich) einen ELB mit nur 32 Pfund baut, der genau so aussieht wie ein „Richtiger“ mit Hornnocken, dann holt man sich auch alle Nachteile ins Haus, oder vor die Scheibe.

Mir schwebt ein Selfbow vor, der in „technischer“ Hinsicht möglichst optimal ist, um mit einem angestrebten Zuggewicht um 40 Pfund, einer Auszugslänge von etwa 28 Zoll auf Entfernungen von 20 bis 40 Metern möglichst sicher und Fehler verzeihend schießt und dabei möglichst nicht so arg kompliziert zu bauen ist.

Ich vermute mein ELB ist „fast“ das Gegenteil davon. Er ist ziemlich langsam, was extrem unterschiedliche Flugbahnen bedeutet bei Schüssen zwischen 20 oder 40 Metern. Selbst 10 Meter Unterschied sind spürbar zu merken. Sicherlich ist der Bogen auch nicht super perfekt gebaut, aber ich denke, dass ein anderes Design von Vorteil wäre?

Ich schieße rein Intuitiv und würde das auch gerne beibehalten.
Könnt Ihr mir Ratschläge geben, was das Bogendesign und die dazu passende Holzauswahl angeht?
Liebe Grüße
Dirk

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 10:44
von fatz
Ein Stabbogen (ELB) funktioniert durch aus gut mit geringeren Zuggewichten, ABER man darf dabei nicht die
Abmessungen wie bei einem Warbow beibehalten, sonst wird's eine Nudel. In deinem Fall max 1.6m lang und
schoen schmal (max 25mm). Griff noch ein bissl steifer lassen und dann fluppt das schon. Die Hornnocken tun
da keinen Abbruch, wenn man sie schoen schlank macht und nicht einen halben Stier dranbappst.

Waere uebrigens interessant, was dein Erster fuer Holz ist und wie die Abmessungen sind

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 10:47
von Dirk S
Der Erste ist aus Eibe. Und ja - ich hatte mich an Warbow Abmessungen gehalten - und ja, Nudel triffts vermutlich :-)

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 10:52
von Benedikt
Irgendwo hat Blacky mal geschrieben, dass ELB erst ab 50-60# wirklich Sinn ergibt, da darunter die Vorteile des Designs eher zu Nachteilen werden, find nur gerade den Beitrag nicht.

Dirk S hat geschrieben: 15.01.2026, 10:32
Mir schwebt ein Selfbow vor, der in „technischer“ Hinsicht möglichst optimal ist, um mit einem angestrebten Zuggewicht um 40 Pfund, einer Auszugslänge von etwa 28 Zoll auf Entfernungen von 20 bis 40 Metern möglichst sicher und Fehler verzeihend schießt und dabei möglichst nicht so arg kompliziert zu bauen ist.
Hängt ein bisschen von deinem Holzvorrat und deiner Experimentierfreudigkeit ab. Schmaler Osage oder Eibenbogen mit geflippten Enden wäre da zB Premium, aber auch n Flachbogen aus Hasel/ Robinie/ Esche/ you name it ergeben in dem Bereich ganz wunderbare Bögen. Ich würde die Sehnenlage außermittig anlegen, um einen Centershot zu bekommen, das hilft bei Fehlerverzeihen und so. Stabbogen geht auch, wie Franz schreibt nur halt entsprechend kurz und schmal, kann im Griff etwas dünn werden, wenn der mitbiegen soll. So einen hab ich aus nem 136cm Stück Osage vor Jahren beim Q&D geschnitzt, der ist im Griff in etwa so dick wie mein Daumen am letzten Gelenk bei knapp 40#@28" :D

@Fatz: Eibe is dat, schreibt er ;)

P.s.: Wir haben hier im Forum etabliert, dass Profilbilder, insofern vorhanden, den User zeigen sollten ;) :) Außer du bist ein Hivemind, das in Pfeilen wohnt, dann will ich nix gesagt haben ;D

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 10:54
von Hieronymus
Osage Orange bei 28'' Auszug würde ich ihn 163cm max. Lang machen mit leicht gepflippten Enden und den Bauch tempern. Dann hast du einen schnellen Bogen, der lange haltbar ist. Wurfarme 3- max.3,5 breit.

LG Markus

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 10:56
von Benedikt
Hieronymus hat geschrieben: 15.01.2026, 10:54 Osage Orange bei 28'' Auszug würde ich ihn 163cm max. Lang machen mit leicht gepflippten Enden und den Bauch tempern. Dann hast du einen schnellen Bogen, der lange haltbar ist. Wurfarme 3- max.3,5 breit.

LG Markus
2,5cm tuns auch bei meinem 58#@28" Parcourosage, 60" nTn ;D Würd net breiter als 3cm bei dem Zuggewicht bauen mit Osage.

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 11:05
von Ravenheart
Eine gute Alternative zu Osage wäre Hickory als schmaler Flachbogen mit leicht gerundetem Bauch, geflippten Enden, und dickerem, aber schmalerem Griffbereich.
170 cm.

Rabe

PS: von Tempern halte ich bekanntlich nix, aber falls es sein muss, geht es auch mit Hickory.

PPS: Userbild bitte entfernen oder austauschen...
viewtopic.php?t=30843 sh Punkt 12..

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 11:17
von Dirk S
Hallo,

Danke für Eure Antworten!

Bild habe ich entfernt. Ich habe wohl übersehen, dass das nicht in Ordnung ist.

Rabes Vorschlag gefällt mir denke ich gut. Vermutlich ist das ein Bogen in der Art, wie ich Ihn vor über 25 Jahren bei einem Bogenbauseminar gebaut habe (sehr stümperhaft) allerdings ohne gerundeten Bauch und ohne geflippte Enden.
Hängt ein bisschen von deinem Holzvorrat und deiner Experimentierfreudigkeit ab. Schmaler Osage oder Eibenbogen mit geflippten Enden wäre da zB Premium, aber auch n Flachbogen aus Hasel/ Robinie/ Esche/ you name it ergeben in dem Bereich ganz wunderbare Bögen.
Holzvorräte habe ich nicht, außer den begonnenen ELB aus Eibe. Vielleicht könnte ja daraus doch was werden, wenn ich das "Warbowdesign" mal komplett ausblende!

Gruß
Dirk

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 11:18
von Benedikt
Wenn der als ELB begonnen hat, sollte der ja genug Fleisch haben. Zeig doch gerne mal n paar Bilder :)

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 11:37
von fatz
Dirk S hat geschrieben: 15.01.2026, 10:47 Der Erste ist aus Eibe. Und ja - ich hatte mich an Warbow Abmessungen gehalten - und ja, Nudel triffts vermutlich :-)
Ein 30-Pfuender mit Warbow Abmessungen ist kein Bogen, was ist grober Murks und schad ums Holz. Sowas kann nicht schiessen.
Kannst ihn ja nach den Abmessung die ich oben geschrieben hab ueberarbeiten.
Benedikt hat geschrieben: 15.01.2026, 10:52 Irgendwo hat Blacky mal geschrieben, dass ELB erst ab 50-60# wirklich Sinn ergibt, da darunter die Vorteile des Designs eher zu Nachteilen werden, find nur gerade den Beitrag nicht.
Bin ich bedingt anderer Meinung. Ich hab schon ein paar leichte Boegen so gebaut und das haut soweit schon hin.
Allerdings sind Holzboegen in dem Zuggewichtsbereich halt generell keine Leistungswunder.

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 11:44
von Dirk S
Benedikt hat geschrieben: 15.01.2026, 11:18 Wenn der als ELB begonnen hat, sollte der ja genug Fleisch haben. Zeig doch gerne mal n paar Bilder :)
Hier sind Bilder:
viewtopic.php?t=33622

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 11:46
von fatz
Dirk S hat geschrieben: 15.01.2026, 11:17 Vielleicht könnte ja daraus doch was werden, wenn ich das "Warbowdesign" mal komplett ausblende!
Da brauchst nix Ausblenden. Du darfst halt die Abmessungen ned 1:1 uebernehmen. Ein Warbow ist so wie er ist,
damit er nicht bricht und glaub mir die Dinger sind verdammt nah dran. Wenn du nur die Dicke runterschrubbst
bis du auf 30# bist unterforderst du das Holz und es kommt eine Nudel raus. Wenn du Laenge und Breite reduzierst
bist du wieder naeher am Bruch und es haut wieder hin. Das Dicke/Breite Verhaeltnis darf nicht wesentlich anders
werden als beim Warbow. Eher ein bissl extremer, weil die Belastung durch die kleinere Dicke weniger ist.

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 12:26
von Hieronymus
Benedikt hat geschrieben: 15.01.2026, 10:56 2,5cm tuns auch bei meinem 58#@28" Parcourosage, 60" nTn
Klar tut es das, aber so dicker der Bogen wird , umso mehr wird das Holz belastet. Dann lieber etwas Breiter und er ist dafür etwas Verwindungsteifer und schön den Bauch getempert. Vollpyramidial und ziemlich schmale Nocken. Der Bogen bleibt dir lange treu ohne Set , Stringfollow oder sonst was zu bekommen und du hast einen ruhigen Schuss ;), sowie ein sehr schneller Bogen

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 12:31
von Indie12
fatz hat geschrieben: 15.01.2026, 11:37 Ein 30-Pfuender mit Warbow Abmessungen ist kein Bogen, was ist grober Murks und schad ums Holz. Sowas kann nicht schiessen.
Kannst ihn ja nach den Abmessung die ich oben geschrieben hab ueberarbeiten.
Das ist mMn der beste Tipp. Du bist unzufrieden mit deinem viel zu langen viel zu laschen 30#-Bogen, willst aber nicht wirklich mehr Zuggewicht sondern einfach mehr Zoing. Was soll der rumliegen und Staub ansetzen während du einen anderen Stave uU verhunzt. Nimm deinen Eibenbogen. Wenn der in der Breite noch Warbowmaße hat kannste da sogar noch entscheiden, ob du n Flachbogen oder nochmal n Stabbogen draus machst. Hornnocken kannste recyclen und Schmaler machen.

Und wenn dir dann das Zuggewicht zu gering wird, weil du Kraft aufgebaut hast, nimmste dir deinen zweiten her und baust einen mit mehr Bumms.

Re: Frage um Rat für neuen Bogen

Verfasst: 15.01.2026, 13:06
von Benedikt
fatz hat geschrieben: 15.01.2026, 11:37
Benedikt hat geschrieben: 15.01.2026, 10:52 Irgendwo hat Blacky mal geschrieben, dass ELB erst ab 50-60# wirklich Sinn ergibt, da darunter die Vorteile des Designs eher zu Nachteilen werden, find nur gerade den Beitrag nicht.
Bin ich bedingt anderer Meinung. Ich hab schon ein paar leichte Boegen so gebaut und das haut soweit schon hin.
Allerdings sind Holzboegen in dem Zuggewichtsbereich halt generell keine Leistungswunder.
Wenn ich das recht in Erinnerung hab, bezog sich das auf den Begriff ELB, also auch eine vorgegebene Mindestlänge.

Und auch 35#er können voll abgehn, das is die hohe Kunst :P :D. Grds. selbes Prinzip, gerad so nahe an die Belastungsgrenze dass er noch hält, aber nich unterfordert is. Und halt passend leichte Pfeile.