falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Fragen zu Boegen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Bogenbau.
Alwin.K

falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von Alwin.K »

Hallo in die Runde,

ich habe eine Frage, die mich nicht direkt betrifft, die ich aber weiterleite, weil sie aufgetaucht ist und ich sie interessant finde - und selbst nur bedingt Antwort geben konne:

In der Regel ist die Angabe der korrekten Standhöhe eine Herstellerangabe des Bogenbauers - egal ob Firma oder Einzelbogenbau. Daß eine falsche Standhöhe Einfluß auf die Pfeilfreigabe und damit das Wurfverhalten des Bogens sowie auf die Entfaltung des Zuggewichtes hat, ist mir klar.
Daß eine falsche Standhöhe den Bogen auch falsch belastet, dürfte auch erklärbar sein.

Aber kann eine falsche Standhöhe so falsch sein, daß sie die Ursache für einen Bogenbruch oder eine De-Laminierung sein kann?
Und wenn ja - in welche Richtung: zu hohe Standhöhe oder zu niedrige Standhöhe?

Und was ist, wenn der Bogenbesitzer keine Herstellerangabe zur Standhöhe hat und/oder der Bogenbauer meint, er solle dies mal selbst rausfinden, was am besten geht?

Es gibt zwar "Faustregeln", aber das sind nun mal nur Anhaltswerte, Richtwerte.......
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Neumi
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Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von Neumi »

Einem ordentlich gebauten Bogen ist es vollkommen egal ob die Standhöhe 10 mm größer oder kleiner ist - der darf deswegen nicht brechen. Ich beziehe mich auf laminierte Holzbogen und Selfbows, weil ich nur damit Erfahrung habe.
Grüße - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...
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Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von benzi »

So wie Du Deine Frage stellst, muss man die klar mit, ja beantworten, und zwar zu hoch, 10mm sind dabei sicher kein Problem...

Angaben sind fast immer irgendwie zu bekommen, evtl über vergleichbare Modelle...
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
Alwin.K

Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von Alwin.K »

@ Neumi
Neumi hat geschrieben: 16.08.2024, 11:49 Einem ordentlich gebauten Bogen ist es vollkommen egal ob die Standhöhe 10 mm größer oder kleiner ist
Das denke ich auch, 10 mm rauf oder runter sollten kein Problem darstellen - zumal die meisten Angaben ohnehin auch "von ... bis-Angaben" sind. Und viel mehr Differenz geben die meisten Sehnen - sofern sie industrieell explizit für diesen Bogen gebaut sind - sowieso nicht her
Alwin.K

Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von Alwin.K »

@ benzi
benzi hat geschrieben: 16.08.2024, 12:14 So wie Du Deine Frage stellst, muss man die klar mit, ja beantworten, und zwar zu hoch, 10mm sind dabei sicher kein Problem...
Angaben sind fast immer irgendwie zu bekommen, evtl über vergleichbare Modelle...
zu 1.) Standhöhe zu hoch heißt, a.) die Sehne ist ggf. zu weit eingedreht. b.) Der Bogen befindet sich in Ruhe dennoch über Gebühr im Spannungszustand, und c.) die freigesetzte Energie beim Lösen kann der Pfeil nicht in dem Maße mitnehmen wie bei annähernd korrekter Standhöhe - weil: der Pfeil verlässt die Sehne zeitiger als bei annähernd korrekter (niedrigerer) Standhöhe. Oder habe ich bei Punkt "c" einen Denkfehler?

zu 2.) Ich habe dem Bogensportfreund auch zu Vergleichen mit Bauart und Werkstoff ähnlichen Modellen geraten. Das ging auch gut mit der zugehörigen Sehne. Sie war weder zu weit noch zu wenig eingedreht.
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Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von benzi »

Wenn es einen konkreten Anlass gibt, Bogen kaputt? Was für ein Bogen? Welche Standhöhe? 🤔
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Alwin.K

Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von Alwin.K »

@ benzi

--> ich schreibe dir mal
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Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von kra »

Für Lang- oder Primitivbögen gibt es ja das altenglische Maß der Fistmele. Also Faust machen und Daumen ausstrecken. Das sollte als Maß des Abstands zwischen Griff und Sehne ein guter Anhaltspunkt sein. Variantionsbreite: -10mm (unschön für den Unterarm) bis +15mm.
Damit sollte eigentlich jeder der genannten Bögen zurecht kommen. Wenn das vom Bogenbauer vorgegebenen Maß sich damit nicht deckt würde ich misstrauisch werden.

Zur Sehnenlänge - die sollte halt zum Bogen passen und nicht umgekehrt ::)
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
Alwin.K

Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von Alwin.K »

@ kra
kra hat geschrieben: 16.08.2024, 16:19 1.) Für Lang- oder Primitivbögen gibt es ja das altenglische Maß der Fistmele. Also Faust machen und Daumen ausstrecken.
2.) Zur Sehnenlänge - die sollte halt zum Bogen passen und nicht umgekehrt ::)
1.) Ja, die Regel - in diesem Fall im wahrsten Wortsinn eine Faustregel :D - die kenne ich auch
2.) Ja, unbedingt, das sehe ich auch so

Es geht um einen Reflexbogen, Holz-Glaslaminat, 45 lbs, 33 Zoll Auszug (bei ca 30 in der Daumenschießtechnik), FF-tauglich und auch FF bespannt.
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Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von fatz »

Alwin.K hat geschrieben: 16.08.2024, 17:13 33 Zoll Auszug (bei ca 30 in der Daumenschießtechnik)
??? ??? ??? Auszug ist Auszug, egal mit was du ziehst und wenns die Zehennaegel sind
Wenn die Klügeren nachgeben, bestimmen die Idioten
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Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von benzi »

Wenn Daumentechnik mit einer seitwärts Drehung des Bogens praktiziert wird, dann entstehen deutlich andere Belastung für den Bogen als das z. B. bei mediterraner Technik der Fall ist, in Kombination mit der FF Sehne kann das mMn durchaus zum Bruch führen und zwar am Übergang Griff oberer WA....
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Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von Anasazi »

Ich verstehe die Angaben von Alwin.K so, dass der Bogen mit Daumentechnik bis ca. 30 Zoll ausgezogen wird. Die Angaben auf dem Bogen sind: 45lbs@33".
Je nach Auszugstechnik und dem dazu passenden Ankerpunkt kann Mensch schon unterschiedlich lange Auszüge haben.....

Das hat aber jetzt nicht wirklich was mit der Standhöhe zu tun, oder habe ich was verpasst?
Alwin.K

Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von Alwin.K »

@ fatz
fatz hat geschrieben: 17.08.2024, 08:19
Alwin.K hat geschrieben: 16.08.2024, 17:13 33 Zoll Auszug (bei ca 30 in der Daumenschießtechnik)
??? ??? ??? Auszug ist Auszug, egal mit was du ziehst und wenns die Zehennaegel sind
Ich wollte damit nur andeuten, daß die Auszugslänge höher ist als im mediterranen Dreifingergriff - und daß der Bogen mit 33" das auch aushalten sollte
Alwin.K

Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von Alwin.K »

@ Anazi
Anasazi hat geschrieben: 17.08.2024, 10:02 Ich verstehe die Angaben von Alwin.K so, dass der Bogen mit Daumentechnik bis ca. 30 Zoll ausgezogen wird. Die Angaben auf dem Bogen sind: 45lbs@33".
Je nach Auszugstechnik und dem dazu passenden Ankerpunkt kann Mensch schon unterschiedlich lange Auszüge haben.....

Das hat aber jetzt nicht wirklich was mit der Standhöhe zu tun, oder habe ich was verpasst?
Das ist korrekt.

Wir haben nur die (evtl. falsche??) Standhöhe in die Ursachenforschung mit einbezogen, weil es die einzige Angabe war, die wir nicht hatten und von vergleichbaren Reflexbögen als Anhaltspunkt übernommen haben. Deshalb meine Frage, ob eine falsche Standhöhe ursächlich zu einem Bogenbruch führen kann. Auf eventuell ungeignetes Material oder ungeeignete Materialzusammensetzung, wie der (eigentlich sehr erfahrene) Bogenbauer jetzt selbst vermutet, hätten wir nicht getippt.
Alwin.K

Re: falsche Standhöhe --> Schäden am Bogen?

Beitrag von Alwin.K »

@ benzi
benzi hat geschrieben: 17.08.2024, 09:37 Wenn Daumentechnik mit einer seitwärts Drehung des Bogens praktiziert wird, dann entstehen deutlich andere Belastung für den Bogen als das z. B. bei mediterraner Technik der Fall ist, in Kombination mit der FF Sehne kann das mMn durchaus zum Bruch führen und zwar am Übergang Griff oberer WA....
Diese eventuelle Seitwärtsdrehung, die durchaus eine Torsion in den Bogen bringen kann, vermutet der Bogenbauer auch als Ursache und will das Material im neuen Bogen (Garantiefall) dementsprechend anpassen
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