Echter Esche ELB-Scheibenbogen 51#@28" (Danke Blacky)

Hier kann man seine selbstgebauten Sachen zeigen. Nicht für Händler zum Vorstellen neuer Artikel gedacht.
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Baeumchenbieger
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Echter Esche ELB-Scheibenbogen 51#@28" (Danke Blacky)

Beitrag von Baeumchenbieger »

Servus,

Ich möchte euch gern meinen Eschebogen, der Ende letzten Jahres begonnen wurde zeigen. Ihr sollt natürlich eure Meinung und vor allem Verbesserungsvorschläge kund tun.
Das ist mein zweiter Eschebogen und der 4te Bogen überhaupt (mein erster war aus Esche, der zweite aus Rattan - Siehe hier:
www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f ... 18#p474518
der dritte - leider gebrochene - aus Holunder siehe hier:
www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=15&t=26507

Nun also wieder Esche.
Maße:
51#@28” (Sehne 14Strang Fastflight)
Länge NtN 184cm (abgespannt) und 179cm (auf Standhöhe = 15,5cm)
Breite:Griffbereich 30mm Dicke: Griffbereich 24m
Breite:Nockenbereich 14mm Dicke: Nockenbereich 12mm
Querschnitt ist ein flaches D bis zu den Nocken ( sollte man dort auch die letzten 10cm völlig rund schleifen? )

Hier ein paar Bilder:
CIMG2084 klein.JPG
Bogen mit Leder und dann mit Schmuckfaden zusätzlich aufgehübscht
Bogen mit Leder und dann mit Schmuckfaden zusätzlich aufgehübscht
Vielleicht noch etwas klobig, da könnt die Pfeile sicher nochmal ran
Vielleicht noch etwas klobig, da könnt die Pfeile sicher nochmal ran
Oberer Wurfarm.JPG
unterer Wurfarm.JPG
Sehnenverlauf.JPG
Nicht ganz 2", 4,5cm direkt nach dem Abspannen
Nicht ganz 2", 4,5cm direkt nach dem Abspannen
Rücken Ausschnitt.JPG
Auszug klein.JPG
Ich präsentiere ihn erst jetzt, weil ich erst sicher gehen wollte, dass er hält. Bisher hat er knapp 600Pfeile verschossen.
Er zieht sich gleichmässig bis zu 28", getillert ist er bis 30" (macht man das so um Sicher zu gehen? Ich dachte wenn er bei 30" noch sauber biegt, dann bricht er beim schiessen vielleicht nicht so schnell. In der "Bibel des Traditionellen Bogenbaus" Glaub Band 1 steht ja, man sollte nie über das angestrebte Zugewicht hinaus ziehen beim Tillern. Aber was macht man wenn man erstmal nur einen sicheren Bogen bauen will ohne bestimmtes Zuggewicht?

Viel Spass beim Betrachten

Der Xaver wars

Ps: sowas kommt demnächst auch noch in Ulme...ich bleib dran ;D
Zuletzt geändert von Baeumchenbieger am 19.03.2015, 19:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Rotzeklotz
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Re: Esche-Scheibenbogen im ELB-Design 51#@28"

Beitrag von Rotzeklotz »

Sehr hübsch, für mich passt alles! Einzig die Hornnocken sind etwas zu überdimensioniert für meinen Geschmack, wobei mir die ungewöhnliche Form durchaus gefällt!
Ich bin erstaunt, wie wenig Set deine Esche angenommen hat bei dem Profil - ich hab selbst mal einen halbherzigen Esche-Elb-Versuch unternommen, der mit massig Set geendet und eine extrem schlechte Performance abgeliefert hat - was ist dein Geheimnis? ::)
Bin gespannt auf deinen nächsten Bogen!
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Re: Esche-Scheibenbogen im ELB-Design 51#@28"

Beitrag von Blacksmith77K »

...Scheibenbogen im ELB-Design?! Bild

Ich packs net... jetzt wird ein echter ELB mit adäquatem Zuggwicht gezeigt, (+72" Länge, +5/8tel Wurfarmquerschnitt, 6" Standhöhe, Druckpunkt geometrische Mitte des Bogens) und als Scheibenbogen im ELB-Design verkasematuckelt?! ???

Änder das mal in Esche-ELB um. ;D

Zum Bogen selbst: Prima, passt so zusammen. Die Länge und der Wurfarmquerschnitt sollten dir auf alle Fälle 30" Auszug erlauben. :)
...du biegst nicht den Bogen, der Bogen biegt Dich!

76" Yew Warbow (ELB) 135#@32"
74" Yew Warbow (ELB) 105#@32"



...and several yew warbows...
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Re: Echter Esche ELB-Scheibenbogen 51#@28" (Danke Blacky)

Beitrag von schnabelkanne »

Hi, bravo toller Bogen, da sieht man was eine gute Esche alles kann. Die Jahresringe sind aber auch wirklisch schön breit.
Der Tiller ist m.E. wirklich gut. Einzig die Kanten würde ich etwas runder gestalten.
lg Thomas
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Re: Echter Esche ELB-Scheibenbogen 51#@28" (Danke Blacky)

Beitrag von Hetzer »

Stimmt, das isn echter elb - die haben Esche, Ulme, Eiche und Hasel und weißichwassonstnoch damals wohl tatsächlich in rechteckigem Querschnitt verbaut, einfach weil sie wußten was sie taten und diese Hölzer in dem Design besser funktionieren.

Einzig die Kanten im griffnahen Bereich würd ich vllt. noch etwas brechen, allein der Optik wegen.
Ist aber ein sehr schöner und sauber gearbeiteter Bogen - gefällt mir.


@Blacksmith - "verkasematuckelt" ?! Bild
Noch nie gehört, das...^^


Gruß,

Hetzer
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Re: Echter Esche ELB-Scheibenbogen 51#@28" (Danke Blacky)

Beitrag von Wilfrid (✝) »

Ein schöner Bogen ....
Und neben bei, auch ein schöner viktorianischer Scheibenbogen ist ein Longbow (englischer Langbogen)
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Bogenhannes
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Re: Echter Esche ELB-Scheibenbogen 51#@28" (Danke Blacky)

Beitrag von Bogenhannes »

Saugeiles Teil, ich bin begeistert!
Auf die Ulem bin ich auch gespannt.
Die Richtung eines Pfeils wie auch eines Wortes lässt sich nicht mehr ändern
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stefan kaletsch
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Re: Echter Esche ELB-Scheibenbogen 51#@28" (Danke Blacky)

Beitrag von stefan kaletsch »

...ein schöner, puristischer Bogen mit viel Eleganz! Bei der nächsten Hornnocke solltest Du darauf achten, etwas mehr "Fleisch" unterhalb und neben/ hinter der Sehnenkerbe zu belassen. Ein Bogen mit mehr Dampf sprengt Dir so ein" Fitzelchen" locker ab ! (Habe selber gerade einen furchtbaren Nockenkiller am Start )
LG Stefan
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Baeumchenbieger
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Re: Echter Esche ELB-Scheibenbogen 51#@28" (Danke Blacky)

Beitrag von Baeumchenbieger »

Danke erstmal für das Feedback und die Tipps.
Der Bogen ist abgerundeter als es scheinbar auf den Bildern den Eindruck macht. Der Bauch beschreibt tatsächlich ein flaches D-Profil bis hin zu den Nocken. Am Rücken hätte ich vielleicht tatsächlich noch mehr Kante abtragen können, das stimmt wohl.
Hier nochmal ein Bild vom Bauch, vielleicht sieht man am Griff die Rundung hier besser.
Rundungen.JPG
Ja mit den Nocken dachte ich mir schon. Hab mich schon geärgert, warum ich nich einfach einen halben cm weiter oben eingefeilt habe, da wäre genug "Fleisch" ringsrum stehen geblieben. Aber bisher hält er durch und ich werds auf alle fälle beim Nächsten beachten.
Mal schauen, wann ich mal wieder zum Basteln und Schiessen komme, momentan ist wieder viel zu tun.

Achja, das Geheimnis des Sets ist vielleicht der verheimlichte Reflex von knapp 1cm, den die Kernbohle aus dem der Bogen ist, hatte. Also genau genommen sind es 5,5cm Set dann. Ansonsten hab ich einfach drauf geachtet, dass das Holz richtig trocken ist (Lagerung in der Wohnung vor dem Tillern). Das Holz hatte im Griff etwa 10% Feuchte und an den Nocken etwas 9% noch, also im Schnitt dann wohl eher 10%, als ich angefangen habe zu Tillern. Fürs Tillern selbst hab ich mir allein 1 Abend (etwa 2h, allerdings mit Teetrinken und genauem Betrachten) Zeit gelassen um ihn auf Standhöhe bzw. etwas drüber zu bekommen. Der Rest bis 30" hat dann nochmal 2 Abende entspannter Schaberei gekostet. ;D O0
Ich bin mir manchmal noch recht unsicher, gerade weil mir erst ein Bogen um die Ohren geflogen ist, von dem ich eigentlich überzeugt war.

Der Xaver wars
Hetzer
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Re: Echter Esche ELB-Scheibenbogen 51#@28" (Danke Blacky)

Beitrag von Hetzer »

Baeumchenbieger hat geschrieben:Der Bauch beschreibt tatsächlich ein flaches D-Profil bis hin zu den Nocken.
Ja, mag sein und ich war mir aufgrund deiner Beschreibung wohl auch bewußt, daß der ein flaches 'D'-Profil haben würde.
Das kann auch ruhig so beibehalten werden. Wichtig oder eben vorteilhaft bei den o.g. Hölzern ist, daß der Profilrahmen ein Rechteck beschreibt, innerhalb dessen du z.B. auch einen linsenförmigen/elliptischen Querschnitt wählen kannst.
Mir ging es hier mehr darum klarzustellen, daß diese 5/8 Einteilung ein viktorianisches Ding ist - für die mittelalterlichen Longbows - egal ob nun fürs Militär, zur Jagd, Hirten- oder Freizeitbögen gab es keinerlei Vorschrift und da die Bogenbauer dieser Zeit auch nicht gerade auf den Kopf gefallen waren, werden die ziemlich sicher keine Ulme, Esche etc. zum deep-D bow verwurschtet haben, wenn ein flaches, breiteres Profil weit mehr Vorteile und Haltbarkeit bot.
Wenn man sich mal die Profile der Fundbögen aus dieser Zeit ansieht, wird man feststellen, daß da von quadratisch über rund, rechteckig, dreieckig, elliptisch und allen möglichen Mischformen aus diesen so ziemlich alles vertreten war.

Ich denke, die haben es immer auf die jeweilige Sorte und Güte des Holzes ankommen lassen und dann so gebaut, wies für den jeweiligen stave am besten paßte, statt sich an irgend eine starre Vorgabe zu halten die eh nie vorhanden war. :)


Gruß,

Hetzer
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