Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

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Neumi
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Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von Neumi » 22.07.2014, 20:32

Hallo Allerseits, ich hab eine (wahrscheinlich, mit ziemlicher Sicherheit auch ziemlich bescheuerte) Idee. Ich hab aus meinem Scheunenumbau ziemlich viel, weit über 100 Jahre altes Balkenholz (ich nehme an, dass es Kiefer ist, da hier hauptsächlich Kiefer wächst und man zu der Zeit ja oft das regionale Baumaterial genommen hat). Teilweise sieht das auch sehr gerade aus und hat dünne Ringe (die Stämme sind locker zwischen 50-80 Jahre alt gewesen). Ich hab mal versucht nen Balken zu spalten und der war verdammt zäh federt sehr. Und die bescheuerte Idee wäre die, Pfeile daraus zu machen. Zur Veränderung des Holzes im Lauf der Zeit finde ich aber keinerlei Infos gefunden (die Eiweissbestandteile sind sicherlich nicht mehr vorhanden). Ich scheue mich aber auch mit meinen bescheidenen Hilfsmitteln daraus ins blaue rein Pfeile zu basteln und dann zu sehen wie die Dinger bei jedem Treffer zerbrechen. Deswegen wäre es schön, wenn ein/e Holz Holzkundige/r sagen könnte: interessant, Du hast ne Chance auf leichte Pfeile (denn das Zeug ist leicht) oder lass das Du Blödie.
Danke schonmal - Grüsse Neumi
Ja und Infos zur Holzveränderung über diese Zeitspanne wären auch sehr schön.
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von Blacksmith77K » 22.07.2014, 20:45

Mach das. Schneide der Maserung nach 1 Meter lange Stäbchen von 13x13mm. Die machst du dann rund. ;)
...du biegst nicht den Bogen, der Bogen biegt Dich!

76" Yew Warbow (ELB) 135#@32"
74" Yew Warbow (ELB) 105#@32"



...and several yew warbows...

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Laurinus
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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von Laurinus » 22.07.2014, 20:56

Wenn das Holz noch einen guten Eindruck macht, spricht doch nichts dagegen.
Auf jeden Fall ist es gut abgelagert! :D

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walta
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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von walta » 23.07.2014, 07:14

Meine Lärchenpfeile hat mir der Klaus aus einem alten Türstock gedrechselt und die Ramin aus einer ehemaligen Deckenverkleidung. Es ist somit auf alle Fälle einen Versuch wert.

Walta

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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von Osboan » 23.07.2014, 10:22

Hallo Neumi,
mach doch mal einen Bogen draus. Ist wahrscheinlich weniger Arbeit und dürfte dir auch viel über die Eigenschaften des Holzes verraten. Danach kannst ja immer noch Pfeile fräsen ;)

LG Oscar

PS: Falls sich das Holz als gut bogentauglich herausstellen sollte, würd ich dir gerne einen Stave davon abtauschen *gg*
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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von shokunin » 23.07.2014, 11:02

Erm... das wäre dann die erste Kiefer die bogenbau-tauglich ist... ::)

Aber einfach mal 'ne 1cm Kantel draus zu schneiden, nicht gross rund machen, sondern nur die Kanten brechen und dann mal Biegetests machen ist sicher nicht schlecht. Dauert auch nicht arg lang...

Ich hab' über die Jahre viel Altholz verarbeitet und einiges ist ertaunlich gut - oft aber gerade die schweren, harzigen Hölzer, Pitch Pine usw, ...leichtes Material eher weniger. Gerade Nadelholz, das quasi im Freien gestanden hat, Dachbalken z.B., ist meist eher mürb... irgendwie filzig. Ich weiss nicht ob das Pilze sind, oder sonst was...
Als Pfeil hab' ich's nie probiert, aber als Möbel, Täfelungen, Fensterbänke usw... Ich hab' fest gestellt, oft lassen sich alte Nadelhölzer irgendwie nicht mehr sauber schneiden - auch mit scharfem Werkzeug. Das Holz ist irgendwie schwammig.
Ich weiss,... ich bin da auch etwas schwammig hier ... sorry... :-[
Ich kann's schlecht auf einen Punkt bringen, aber trenn' mal einen Balken mittig auf...
Wenn das Holz überhaupt farblich gut ist und ohne Wurmbefall, dann setzte einen breiten Beitel halbschräg an und hau' drauf. Dann siehst Du was ich meine...
Wenn er sauber sticht ist es einen Versuch wert weiter zu machen, denke ich. Wenn du das Gefühl hast, Du haust in Filz, der Beitel das Holz also eher eindrückt als schneidet, dann würde ich das Zeug nicht mehr für Pfeile nehmen.
Macht das Sinn...? :-\

Gruss,
Mark
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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von max2 » 23.07.2014, 13:44

Hallo,

ich habe mir mal einen Pfeilsatz aus alter Kieferndielung gemacht. Ich habe nur das Kernholz verwendet, denn der Splint war Wurmstichig.
Es waren super Pfeile, auf keinen Fall schlechter als aus frischer Kiefer, zerbrochen sind sie aber auch.
Hillary Greenland empfielt in ihrem Buch ja auch die Verwendung von Fussbodendielung aus viktorianischer Zeit, dadurch bin ich drauf gekommen.

Gruss, Max

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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von Markus » 23.07.2014, 13:50

shokunin hat geschrieben:...
Macht das Sinn...? :-\

Wenn man Holz in seinen verschiedenen Zerfallsstadien kennt, macht Deine Beschreibung Sinn.
Für einen Holzgefühllosen aber wohl weniger ;D

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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von Benedikt » 23.07.2014, 15:03

Ein holzgefühlloser Bogenbauer ??? ;D
Ich würds probieren. Mach mal nen Schaft und zerbrich ihn von Hand, dann siehst du schon, in wie weit das Holz noch flexibel ist.
Gruß von einem Hölzernen ;)
Benedikt
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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von Heidjer » 23.07.2014, 22:43

Zumindest Bögen aus Eschenbohlen habe ich schon mehrere gesehen die eine 60 jährige Vorgeschichte als Fussbodendiele hatten und dann als Bogen ihren (Un)Ruhestand bekammen.
Wenn das Holz geschützt war und einen guten Eindruck macht, warum nicht Kiefernpfeile daraus machen. ;)


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.

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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von Zoffti » 24.07.2014, 00:51

@Shokunin
Holz ist schon ein spezieller Stoff! Habe hier in meiner Uralt-Hütte auch alles mögliche an Holzbohlen gefunden und dabei das gleiche festgestellt wie du, dass weichere leichte Holzarten wie Fichte, Kiefer und co teilweise schnell verkorken, weil bei denen offenbar mit der Zeit das Lignin abgebaut wird und dann eben nur noch der pure Zellstoff stehen bleibt. Ich nehme an, dass das durch Sauerstoffkontakt passiert.??? ( Is aber nur schlussgefolgert, weil die Qualität zur Balkenmitte hin immer besser wird)(?)
Solches verkorktes Holz ist eklig zu sägen und zum Schnitzen der ultimative Horror... Und für einen Pfeil definitiv nicht das Wahre.
Das blöde dran ist nur, dass man nicht nach dem Alter gehen kann und sowieso jedes Stück einzeln testen muss. Hier bei mir war jeder Balken anders.
(60 - 100jährige Balken waren öfters mal totaler Mist, die ca. 500jährigen mächtigen Decken - und Dachbalken sahen (und sehen) dagegen frisch und gesund aus...) Weder das Holzgewicht noch das geschätzte Alter oder die Oberfläche boten sicheren Aufschluss über die eigentliche Qualität - Tät mich echt mal interessieren woran das liegt...
@Neumi
Kann dir nur empfehlen die Balken ein bisschen mit dem Hammer anzuschlagen, die die am schönsten klingen, (oder am wenigsten dumpf): aufsägen und ausprobieren.
LG.
Lena
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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von klaus1962 » 24.07.2014, 09:04

@Neumi
Das ist absulot KEINE bescheuerte Idee. Wenn das Holz von der Struktur her (dünne Ringe, keine Äste und gerade Fasern) passt, hast Du einen Goldgriff getan.
Wie walta schon geschrieben hat, habe ich schon viele Pfeile aus Holz, welches früher eine andere Verwendung hatte, gefräst.
Die letzten Stäbchen (für die Pfeile meiner Tochter) stammten aus einem alten Holz-Spind-Kasten der innen einen Stempel mit dem alten deutschen Reichsadler hatte. ;)

Gruß
Klaus

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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von Osboan » 27.07.2014, 12:50

Als unbedarfter Neuling wollte ich halt nur den Versuch eines Bogenbaus in den Raum werfen. Ich kann mich an Artikel in den TBBs erinnern, wonach Kiefer sehrwohl schon als Bogenholz verwendet wurde. Gibts jemanden mit konkreten Erfahrungen mit Kiefernbögen? Ich will das ganze nicht zu sehr ins Offtopic führen, nur wäre es vielleicht ein guter Test...
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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von Wilfrid » 27.07.2014, 12:59

Bogenbau aus feinringiger, sehr feinringiger alter Kiefer ist jetzt wirklich ein Versuch wert.
Das Zeug ist schon zugfest, aber leider delaminierts eben, wenn man Pech hat.

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Re: Pfeilbau aus über 100 Jahre altem Holz?

Beitrag von Osboan » 27.07.2014, 19:11

Jau danke für die Rückendeckung Wilfrid :) Wie sieht's denn mit stehenden Jahresringen aus? Ist dann die Gefahr der Delamination gebannt? Neumi, sag einfach, wenn's dir zu sehr von deinem Pfeilbauvorhaben ablenkt ;)
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