bogen aus Ulme/red elm
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bogen aus Ulme/red elm
Hallo, nachdem ich nun schon sehr viele Staves versaut habe, habe ich mir gedacht, frage ich dieses Mal um Hilfe.
Bin gerade dabei mich auf einen Stave aus Ulme/red elm zu stürzen.
Welches Design würdet Ihr mir denn empfehlen. Mein Ziel ist ein möglichst effizienter Bogen mit einem Zuggewicht von 40#-50# bei einem Auszug von mindestens 29".
Der Stave ist 167cm lang und 50mm breit und gerade, die drei äusseren Jahresringe bilden den Splint mit ca 6mm pro Jahresring, wer kann mir ein Design empfehlen. Würde sehr gerne mal einen Bogen bauen der Spass macht, bis jetzt machen mir nur meine gekauften Bögen Spass.
Danke, mfG, Bowster
Bin gerade dabei mich auf einen Stave aus Ulme/red elm zu stürzen.
Welches Design würdet Ihr mir denn empfehlen. Mein Ziel ist ein möglichst effizienter Bogen mit einem Zuggewicht von 40#-50# bei einem Auszug von mindestens 29".
Der Stave ist 167cm lang und 50mm breit und gerade, die drei äusseren Jahresringe bilden den Splint mit ca 6mm pro Jahresring, wer kann mir ein Design empfehlen. Würde sehr gerne mal einen Bogen bauen der Spass macht, bis jetzt machen mir nur meine gekauften Bögen Spass.
Danke, mfG, Bowster
Re: bogen aus Ulme/red elm
167 cm sind für 29" ganz schön knapp (wenn ich mich nicht verrechnet habe). Da wirst einen mitbiegenden Griff bauen müssen.
Re: bogen aus Ulme/red elm
Mal zur Erläuterung: Auch Flachbögen sind Langbögen. Du möchtest unterscheiden zwischen gerundeter Form und flacher Form.
Hier: Flachbogen. Die ELB-Form bringt bei 167 cm und über 29" Auzug nu wirklich gar nix, der bricht einfach weg.
Zumindest ist der Plan grenzwertig und man muss wissen, was man tut. Rein rechnerisch ist die Länge auf 29" Auszug inkl. starrem Griff aber möglich: Auszug mal 2 = 29 mal 2 = 58 Zoll oder 148 cm. Dazu der starre Griff von 6 Zoll ergibt 64 Zoll oder 162,5 cm. Bleiben 5 cm Spielraum für Nocken, etwas längere Fades oder Fehlerkorrekturen.
Aber wie gesagt, das ist schon die höhere Schule.
Was mich etwas stört, ist die Herangehensweise: "Design für einen möglichst effizienten Bogen, da ich schon sehr viele Staves versaut habe".
Das wird nix. Das effizienteste Design wäre hier vermutlich eine Vollpyramide oder ein Mölle-ähnliches Design. Wenn du da einen einzigen relevanten Fehler machst, kannst du schlicht die Zahl der versauten Staves um einen erhöhen.
Ich würde mich eher nach einem machbaren Design umhören - ein vergurkter Bogen mit zu hohen Ansprüchen macht nämlich nie Spass, während ein machbarer / funktionierender Bogen durchaus Spass machen kann...
Hier: Flachbogen. Die ELB-Form bringt bei 167 cm und über 29" Auzug nu wirklich gar nix, der bricht einfach weg.
Zumindest ist der Plan grenzwertig und man muss wissen, was man tut. Rein rechnerisch ist die Länge auf 29" Auszug inkl. starrem Griff aber möglich: Auszug mal 2 = 29 mal 2 = 58 Zoll oder 148 cm. Dazu der starre Griff von 6 Zoll ergibt 64 Zoll oder 162,5 cm. Bleiben 5 cm Spielraum für Nocken, etwas längere Fades oder Fehlerkorrekturen.
Aber wie gesagt, das ist schon die höhere Schule.
Was mich etwas stört, ist die Herangehensweise: "Design für einen möglichst effizienten Bogen, da ich schon sehr viele Staves versaut habe".
Das wird nix. Das effizienteste Design wäre hier vermutlich eine Vollpyramide oder ein Mölle-ähnliches Design. Wenn du da einen einzigen relevanten Fehler machst, kannst du schlicht die Zahl der versauten Staves um einen erhöhen.
Ich würde mich eher nach einem machbaren Design umhören - ein vergurkter Bogen mit zu hohen Ansprüchen macht nämlich nie Spass, während ein machbarer / funktionierender Bogen durchaus Spass machen kann...
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
Re: bogen aus Ulme/red elm
Der gute alte Standard
Beginne mit knapp 5 cm an den Fades, bei Ulme dürfens auch 4,5 oder gar 4 sein, dann verringere die Breite bis zur Mitte des Wurfarms nur wenig (um max. 1 cm) und dann werde ab Miitte des Wurfarms gleichmäßig schmaler bis zu 8 (oder gar 6) mm breiten Tips.
Dabei soll aber in der Mitte des Wurfarms kein sichtbarer Absatz entstehen, das soll alles schön fließend ineinander verlaufen.
Der Mutige beginnt die Verjüngung schon bei 1/3 des Wurfarms, wenn das Holz es zulässt (was bei Ulme der Fall sein dürfte) der Vorsichtige wartet bis 2/3 der Länge.
Vollpyramiden und möllegabetähnliche Bögen nimmst du in Angriff, wenn du mind. 6 von den "Standards" gebaut hast.
Ferdinand Porsche hat ja auch nicht gleich mit dem 911er angefangen
EDIT: Vielleicht noch zur Info, um mit gewissen Leistungsmissverständnissen aufzuräumen: Der Unterschied zwischen dem vorgestellten Design und einem auf hohe Leistung bei angemessener Haltbarkeit optimierten Design ist nicht die Welt. Das mögen nur 5 oder 10 Fuß/Sec. an Geschwindigkeit sein.
Beginne mit knapp 5 cm an den Fades, bei Ulme dürfens auch 4,5 oder gar 4 sein, dann verringere die Breite bis zur Mitte des Wurfarms nur wenig (um max. 1 cm) und dann werde ab Miitte des Wurfarms gleichmäßig schmaler bis zu 8 (oder gar 6) mm breiten Tips.
Dabei soll aber in der Mitte des Wurfarms kein sichtbarer Absatz entstehen, das soll alles schön fließend ineinander verlaufen.
Der Mutige beginnt die Verjüngung schon bei 1/3 des Wurfarms, wenn das Holz es zulässt (was bei Ulme der Fall sein dürfte) der Vorsichtige wartet bis 2/3 der Länge.
Vollpyramiden und möllegabetähnliche Bögen nimmst du in Angriff, wenn du mind. 6 von den "Standards" gebaut hast.
Ferdinand Porsche hat ja auch nicht gleich mit dem 911er angefangen
EDIT: Vielleicht noch zur Info, um mit gewissen Leistungsmissverständnissen aufzuräumen: Der Unterschied zwischen dem vorgestellten Design und einem auf hohe Leistung bei angemessener Haltbarkeit optimierten Design ist nicht die Welt. Das mögen nur 5 oder 10 Fuß/Sec. an Geschwindigkeit sein.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Re: bogen aus Ulme/red elm
Na, bis sie anfangen, sich zu biegen...
Nee, ernsthaft: Ist kaum zu sagen. Der Griff mag eine Stärke von 3 cm haben und 2,5 cm breit sein. Dann folgen die Fades, die, während sie sich auf 4,5 cm verbreitern in der Stärke abnehmen. Wieviel dann am Ende nötig und richtig ist, vermag niemand genau zu sagen. Das Ganze wird aber irgendwo bei 1,2 bis 1,8 cm liegen. Die Wurfarme sind dann je nach Holz und Design an den Enden noch etwa 1 cm +/- 3 mm dick.
Nee, ernsthaft: Ist kaum zu sagen. Der Griff mag eine Stärke von 3 cm haben und 2,5 cm breit sein. Dann folgen die Fades, die, während sie sich auf 4,5 cm verbreitern in der Stärke abnehmen. Wieviel dann am Ende nötig und richtig ist, vermag niemand genau zu sagen. Das Ganze wird aber irgendwo bei 1,2 bis 1,8 cm liegen. Die Wurfarme sind dann je nach Holz und Design an den Enden noch etwa 1 cm +/- 3 mm dick.
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Re: bogen aus Ulme/red elm
Wenn dir bisher alle Staves kaputtgegangen sind, würd ich in der Tiefe ruhig um die 5mm draufschlagen. Dann hast du mehr Luft zum Tillern. Wenn er dir später zu stark ist, kannst du immer noch schwächen. Nur stärken ist schwierig...
- skinwalker
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Re: bogen aus Ulme/red elm
Hallo,Bowster hat geschrieben:Hallo, nachdem ich nun schon sehr viele Staves versaut habe, habe ich mir gedacht, frage ich dieses Mal um Hilfe.
frage mich gerade ob es vielleicht nicht am Material oder Disign ausschliesslich liegen kann, sondern auch am Einsatz der Werkzeuge ...
meistens (und diesen Fehler habe ich Anfangs auch gemacht
Dies hat zur Folge das an manchen schwierigen Stellen zuviel oder ungewünscht Material (Ast/Faserverlauf) abgetragen oder sogar ausgerissen wird.
Ich würde den Bogen SEHR grob herausarbeiten und dann nur noch mit einer groben und einer feinen Feile (im Wechsel) sowie mit einer Ziehklinge weitermachen.
Das dauert zwar länger (Geduld,Geduld und nochmal Geduld) aber ist um einiges sicherer als so ein tolles Holz wie Ulme der "termischen Verwertung" zuführen zu müssen...
Und dann immer wieder prüfen ... das Verhältnis Material abtragen/Bogen prüfen sollte mind 1:3 sein !
Also viel Spaß und Geduld
skinwalker
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(Tyler Durden)
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Re: bogen aus Ulme/red elm
Meiner (geringen) Erfahrung nach lässt sich Ulme eh blöd mit Ziehmesser oder Schweifhobel bearbeiten. Die Fasern sind dermaßen miteinander verschränkt, dass man sich fast unweigerlich Löcher ins Holz reißt.
Re: bogen aus Ulme/red elm
Nein! Geht, man muss (MUSS
) einfach nur immer in Faserrichtung arbeiten. Sonst funktionierts nicht, das stimmt 
Re: bogen aus Ulme/red elm
Hmm ich meine, ich hab es damals erfolglos in beide Richtungen versucht, bin mir aber nicht mehr sicher.
- skinwalker
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Re: bogen aus Ulme/red elm
meine Ausführung bezieht sich natürlich auf "Bogenbau-Neulinge" !Granjow hat geschrieben:Nein! Geht, man muss (MUSS) einfach nur immer in Faserrichtung arbeiten. Sonst funktionierts nicht, das stimmt
"Profis" können das natürlich mit "Schwerem Geschütz" ...
und noch was ... die Fasern von Ulme haben auch einen Vorteil :
die dürfen sogar seitlich auslaufen - das stört die Ulme nicht ...
gruß
skinwalker
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(Tyler Durden)
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