Frustration

Themen zum Bogenbau
Isugath
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Frustration

Beitrag von Isugath »

So... haltet mich jetzt bitte davon ab, alles hinzuschmeißen und mit dem Bogenbauen aufzuhören! Ich bin nämlich gerade kurz davor.
Zur Erlärung: Mein erster Bogen war ein ziemlich funktionaler und robuster Bogen aus Esche. Tja... und dann ist er nach einem Missgeschick gebrochen. Ein Freund war zu Besuch und fragte mich ob er in spannen darf. Ich: „Ja,ja...“ Gut... er spannt in... zack, fliegen ihm die letzten 20cm des oberen Wurfarms um die Ohren. Gut... ich dachte mir: „Ist nicht so tragisch, ich baue sowieso lieber, als ich schieße, und ändern kann mans jetzt eh nicht mehr.“ Es war meine Schuld, weil ich nicht daran gedacht habe, dass er 2 Meter groß ist, und einen dementsprechend längeren Auszug hat.
So... und jetzt habe ich mir vor einer Woche neues Holz gekauft (Ahron, Esche, Buche, Mahagoni) und angefangen, einen zweiten Bogen zu bauen. Natürlich voller Zuversicht, dass es diesmal genauso gut wird, wie das letzte mal, nur ohne dass er bricht. Ich habe erstmal das Griffstück bearbeitet und es wurde wirklich sehr schön. Als nächstes wurde dann das eine Ende desEschenlaminats gedampft. Das ging dann aber nicht besonders zu biegen, und so hab ich es mit heißen Wasser gemacht, so wie beim ersten Bogen. Gut, Ich hab ihn dann ich die Form gespannt und 24h trocknen lassen. Heute, vor ungefähr 15 Minuten hab ich ihn dann herausgenommen, und die andere Seite mit heißem Wasser „weich“ gemacht und wollte es in die Form geben. Tja... und beim Biegen des Recurves brach er bei der stärksten Biegung ab.
So und jetzt bin ich zu tiefst deprimiert und sauer... ;D

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
:motz :motz :motz :motz :motz :motz :motz :motz

Isugath
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Netzwanze
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Beitrag von Netzwanze »

Gaaaaanz ruhig.

Es ist zwar frustrierend, aber ganz normal. So hat jeder angefangen. Ich habe mal irgendwo gelesen, daß die ersten 10 Bögen immer brechen. Erst danach hast Du genug Erfahrung, damit nur noch jeder zweite Bogen bricht. Naja, so schlimm ist es auch nicht.

Ich würde Dir vorschlagen, erstmal einige ganz einfache Bögen aus billigem Holz zu bauen. Esche ist dafür sicherlich gut geeignet. Wenn Du dir sicher bist, kannst Du ja mit einigen anderen Hölzern experimentieren. Rechne aber auch dabei mit Fehlschlägen.

Bogenbau sieht vielleicht recht einfach aus, ist es aber nicht. Man braucht schon sehr viel Erfahrung, daß der Bogenbruch nur noch sehr selten auftritt. Diese Erfahrung kann Dir leider auch keiner beibringen; die mußt Du schon selber machen.

Gib es also nicht auf. Mach weiter.
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Archiv
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Beitrag von Archiv »

Hallihallo
Las den Kopf nicht hängen Isu. Ich bin auch Anfänger und hab schon einen Bogen "gekillt"
Aber der 2te der schiesst wenigstens schonmal:-) Ich denke auch man sollte mit etwas einfachen anfangen .Bei mir sind das im konkreten Falle 2 Bögen aus Haselnuss für die Kids und ein einfacher flacher Bogen aus Esche.Ich bin schon zufrieden für das Erste wenn die halbwegs gut schiessen am Ende und das ich Routine in der Arbeit bekomme .
Isugath
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hm...

Beitrag von Isugath »

...tja... das ist es ja gerade... der erste Bogen schoss bei 26" etwa 115 Meter weit geschossen. Naja... Ich werde mal wieder neues Holz auftreiben und weiter machen... es ist einfach zu schön, um es bleiben zu lassen. :o

Isugath
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Sowas gehört halt dazu

Beitrag von Archiv »

Lass den kopf nicht hängen und mach weiter. Sei doch einerseits froh das er gleich gebrochen ist und nicht erst wenn er fertig war, so hat es nicht so viel Arbeit und Energie gekostet.
Aber frag mal andere Bogenbauer vieviele Bögen sie schon zerschrottet haben. wenn sie alle ehrlich sind wirst du dich wundern was die so alles kaputt machen:) :) mich eingeschloßen :D
Also nicht verzagen und weiter gehts.
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Ravenheart
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Bruch macht schlau!

Beitrag von Ravenheart »

..mensch Isulein!

Von meinen ersten 20 Bogen haben 2 überlebt: einer mit 25#, (Flachbogen, Ahorn) vmtl. weil er so wenig Zuggewicht hat, der andere (Black Cherry) geht jetzt in Ruhestand, weil er bei den vielen Kompressionsbrüchen keinen Platz mehr für weitere Wicklungen hat, hihi...

Bogenbau lernt niemand in 3 Tagen! Und Fehlschläge gibt es IMMER WIEDER, weil man in's Holz nun mal nicht reinschauen kann!

Das mit dem Brechen beim Biegen hab ich auch schon hinter mir. Eigentlich fällt mir kein Fehler ein, den ich noch nicht gemacht habe!

Willst Du es lernen? Dann mach weiter! Als ich anfing, und etwa an dem Punkt war, wie Du jetzt, habe ich mir gesagt: Ich gestehe mir zu, dass die ersten 30 (!) Bogen nix werden; wenn ich's dann nicht kann, gebe ich auf. Na, wie Du siehst, bin ich noch dabei... Und ich habe die "Lehrzeit" nie bereuht! Sieh Dir jeden Fehler genau an. Versuche zu verstehen, was da passiert ist! SO lernt man es. Nur so!

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Mathias
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Keep cool

Beitrag von Mathias »

Du darfst beim Bogenbau nichts erzwingen.

Mit deinen 16 Jahren hat man natürlich kaum die nötige Geduld und möchte morgens anfangen, um am Mittag schießen.

Bau den Bogen Schritt für Schritt und sei auch mit deinen Gedanken nicht schon viel weiter. Obwohl du bei jedem Arbeitsschritt die Folgen für den nächsten bedenken musst.

Ich würde auch nicht gerade mit dämpfen oder ähnlichem anfangen, wie Netzwanze schon gesagt hat, fang mit einem ganz einfachen Flachbogen an, ich empfehle Esche, und stelle den anderen Hölzer zur Seite, die werden nicht schlecht.

Also mach weiter!
Steinmann

Beitrag von Steinmann »

@ Isugath

der Tipp von Mathias ist gerade bei Sehnenbelegten Bögen sehr wichtig. Die Dinger brauchen Geduld, Ruhe und viel Zeit.
Versuche deinen erstes Seh´nen Backing mit Beinsehnen von Rindern, die gibt´s beim Schlachter meistens kostenlos. Manch einer verfüttert die Dinger an seinen Hund ! Trocknen lassen und dann sauber auffasern. Viel Spaß dabei ;-)
Isugath
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Morgen!

Beitrag von Isugath »

So... nach einer Erhohlsamen Nacht ist wieder Ruhe in mich eingekehrt, und so bin ich wieder guter Dinge.
Das einzigen was mich jetzt noch sauer mact, ist dass ich jetzt wieder eine Woche nichts machen kann, weil das Ahornholz noch nicht geschnitten ist...:o

So... zu dem Bruch hab ich aber eine Frage: Wie macht ihr das? Wie weit lassen sich Holzbögen eigentlich biegen (beim Recurve)? Macht ihr das Holt über Dampf "weich"? Hab gehört, dass das so gut funktionieren soll... ging bei mir aber auch nicht besonders... Ich bitte quasie um eien Biegeanleitung mit der ihr gute Erfahrungen gemacht habt...

;D :-| ;( :( ;-) :-) :p :o :D :)


dankeschön... Isugath
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Hab da was gehört...

Beitrag von Isugath »

Ich hab von einem fassbinder gehört, wie der die Bretter biegt. Und zwar macht der ein Feuerchen im Fass und biegt das dann. Heißt das also, es geht beim dampfen auch nur darum, dass das Holz warm/heiß wird? Wenn ja, ginge es dann nicht besser, wenn mach das Holz zum biegen der Recurves mit einem heißen Heizstrahler heiß macht, und dann in die Form biegt? Natärlich ohne es anzukokeln...
was meint ihr dazu... ich mein, ich versuchs sowieso und berichte dann, aber ich will auch wissen, was ihr davon haltet...

danke

Isugath
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In der Hitze liegt die Kraft

Beitrag von Taran »

Du hast recht, es geht nur um die Hitze. Mit der Heißluftpistole habe ich schon einiges gebogen. Das Problem ist, wie du richtig sagst, das Verkokeln. Man kann das Holz mit Fett /Öl einreiben, das schützt ein bisschen.
Taran von Caer Dallben

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Archiv
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trockene Hitze

Beitrag von Archiv »

ist schon nicht schlecht. Die einzelnen Hölzer reagieren aber zum Teil sehr unterschiedlich auf die Hitze. Bei mir ist es so gewesen das sich Robinie, Eibe, Bambus und Ahorn recht gut damit biegen lassen. Mann kann viel genauer biegen weil mann immer nur einen kleinen Bereich bearbeiten muß und man spart sich das spätere trocknen. Bei Ulme und Esche habe ich allerdings sehr schnell Risse im Holz gehabt, da war dann wieder das Dämpfen besser.
Zum Heißluftbiegen nimmst du am besten eine stufenlos regelbare Heizpistole damit dir das Holz nicht verkokelt.
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Nacanina
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Safety first?

Beitrag von Nacanina »

Du kannst einen Bogen sicher und einfach bauen.
Er muß nur sehr lang, sehr breit, oder beides auf einmal sein.
Je sicherer er ist, desto langsamer wirft er.
Später kannst du welche bauen, die kurz vor dem brechen sind- ud deshalb "rattenschnell".
;-)
Viel Spaß dabei!
Es ist sinnlos, von den G?ttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag. Epikur
Isugath
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na dann...

Beitrag von Isugath »

... werd ich das erhitzen mal an Holzresten ausprobieren und ´so mal raus finden, wie welches Holz auf die Hitze reagieren... danke für die großartigen Tips... naja.. eigentlich kam das ja von mir... :D ... aber danke für die Bestätigung meiner Gedankengänge...:o

Isugath
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gervase
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Heissdampf

Beitrag von gervase »

Hallo Isugath,
wenn du nur punktuell mit Dampf biegen willst., st ein elektrischer Wasserkocher ganz gut.
Das Holz im Schraubstock einspannen, Wasserkocher drunter und mit einem Stück Leder oder Handtuch abdecken.Je nach Dicke 15-20 min warten, evtl. Wasser nachfüllen.Dann vorsichtig in die gewünschte Richtung biegen.Wenn du sehr viel Kraft aufwenden musst, lieber stoppen und noch etwas länger dämpfen.
Viel Spass beim Probieren
Verstehen kann man das Leben nur rueckw?aerts, aber leben muss man es vorwaerts....
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