Befiederungsarten und Befiederungsgerät

Alles zum Thema Pfeilbau.
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Mable
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Befiederungsarten und Befiederungsgerät

Beitrag von Mable »

und noch eine Frage zum Pfeilbau von mir:

nach der Lektüre der "Trueflight fletching guide" (http://www.trueflightfeathers.com/guide.htm) bin ich ziemlich verwirrt (dachte hätte das mit der Befiederung schon verstanden).

Es gibt laut denen ja grob 3 Arten
1. gerade Befiederung
2. Befiederung mit Versatz
3. helische Befiederung

1. und 2. sind mir noch einigermaßen klar. Aber wo liegt der Unterschied zwischen der gezeigten helischen Befiederung und der mit Versatz?

Wenn ich nu ein Befiederungsgerät habe, welches gerade Befiedert, kann ich dann auch mit Versatz befiedern?
Wenn ich eines mit gewundener Klammer habe, befiedert das dann helisch, oder doch mit Versatz (vorausgesetzt, zwischen Versatz und helisch gibt es einen Unterschied)
Bedeutet Drallbefiederung dann mit Versatz oder helisch??

in diesem thread habe ich einen Link reingestellt, der einen Flu mit helischer Befiederung zeigt. Aber so kann man doch keinen normalen Pfeil befiedern (oder nur mit einer Umdreheung vielleicht??)

Viele Fragen, hoffe da kann mir jemand die Erleuchtung bringen....
shortRec
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Re: Befiederungsarten und Befiederungsgerät

Beitrag von shortRec »

Gerade Befiederung ist klar, Feder parallel zum Schaft.
Mit Versatz: Gerade Feder wird schräg auf den Schaft geklebt.
Helikale Befiederung: die Feder selbst ist gewunden. Hat den Vorteil, dass die Enden stärker versetzt sein können und trotzdem sauber am Schaft anliegen, ohne dass die Grannen der Feder auseinander gezogen werden.

Drall: Alles, was nicht gerade ist.

Du kannst mit einer geraden Klammer am Befiederungsgerät die Feder schräg auf den Schaft kleben. Die Halterung der Klammer muss entsprechend verstellt werden.
Eine gewundene Klammer kann nur helikal befiedern. Du kannst aber auch mit einer solchen Klammer die Feder mehr oder weniger schräg aufkleben, um eben mehr oder weniger Rotation in den Pfeilflug zu bekommen.
Recke Chaust

Re: Befiederungsarten und Befiederungsgerät

Beitrag von Recke Chaust »

Ich hätt zu dem thema auch noch ein paar Fragen:
Kann man ohne Befiederungsgerät helisch befiedern?
Wenn ja: Wie?
Wenn nein:Kann man ein Gerät mit Windung selbst bauen/wo gäbe es günstige Geräte dafür?
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Atheos
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Re: Befiederungsarten und Befiederungsgerät

Beitrag von Atheos »

Ja aber sicher!

http://www.primitiveways.com/fletching_jig.html

Ein wenig Englisch ist da aber hilfreich!
Hier wird die Eigenbiegung der federn ausgenutzt.


LG, A.
Das Bogenschießen war so einfach, bevor wir alle anfingen nachzulesen, wie wir es tun sollen.

frei nach Ben Wyld
Mable
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Re: Befiederungsarten und Befiederungsgerät

Beitrag von Mable »

shortRec hat geschrieben: Gerade Befiederung ist klar, Feder parallel zum Schaft.
Mit Versatz: Gerade Feder wird schräg auf den Schaft geklebt.
Helikale Befiederung: die Feder selbst ist gewunden. Hat den Vorteil, dass die Enden stärker versetzt sein können und trotzdem sauber am Schaft anliegen, ohne dass die Grannen der Feder auseinander gezogen werden.

Drall: Alles, was nicht gerade ist.

Du kannst mit einer geraden Klammer am Befiederungsgerät die Feder schräg auf den Schaft kleben. Die Halterung der Klammer muss entsprechend verstellt werden.
Eine gewundene Klammer kann nur helikal befiedern. Du kannst aber auch mit einer solchen Klammer die Feder mehr oder weniger schräg aufkleben, um eben mehr oder weniger Rotation in den Pfeilflug zu bekommen.
In den meisten Shops die ich so gesehen habe (Inernet, bei uns in der Nähe gibt es glaub ich nix, des Ahnung von Bögen hat), werden immer rechtsgewundene Federn verkauft. Heißt das, dass man mit denen sowohl helical als auch gerade Befiedern kann?

Sorry, aber wenn man sich erst seit kurzem mit sowas Beschäftigt und spontan niemanden zum fragen hat, ist das ziemlich schwierig zu kapieren (oder ich bin einfach zu doof dafür...)
shortRec
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Re: Befiederungsarten und Befiederungsgerät

Beitrag von shortRec »

Rechtsgewunden heißt nur, dass sich die Feder nach rechts windet und den Pfeil nach rechts rotieren lässt. Das haben alle Naturfedern, weil sie nicht symmetrisch wachsen. Linke Federn natürlich entsprechend andersrum.
Daher kannst du selbstverständlich rechstgewundene Federn gerade, schräg oder helikal aufkleben. Du musst bei der Drallbefiederung nur aufpassen, dass du der natürlichen Richtung der Feder folgst, den sonst wirken natürliche Rotation und der Drall gegeneinander. Das ist nicht im Sinne des Erfinders.

Kannst bei Gelegenheit auch mal hier lesen:  http://www.traditionelles-bogenschiessen.at/
Recke Chaust

Re: Befiederungsarten und Befiederungsgerät

Beitrag von Recke Chaust »

Atheos hat geschrieben:
Ja aber sicher!

http://www.primitiveways.com/fletching_jig.html

Ein wenig Englisch ist da aber hilfreich!
Hier wird die Eigenbiegung der federn ausgenutzt.


LG, A.
Vielen Dank, ich hätts vermutlich früher oder später auch so probiert, aber jetzt weiß ich, dass es funktioniert  ;)
Werds beim nächsten Satz Pfeile mal ausprobiern!
Dominic Hopp
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Re: Befiederungsarten und Befiederungsgerät

Beitrag von Dominic Hopp »

Also, ich wollte demnächst diesen "fletching jig" mal ausprobiern und dabei stellt sich jetzt eine neue Frage:
Die Hahnfeder muss ja senkrecht zur Nocke stehen, das ist allerdings bei helischer Befiederung schwer möglich, da die Feder nicht genau am Schaft entlang läuft. Welches Ende sollte ich dann Senkrecht zur Nocke befestigen, das, das zur Nocke zeigt, oder das, das zur Bogenhand zeigt?
Um ein Meistersch?tze zu werden, musst du aufh?ren einer sein zu wollen.
AZraEL
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Re: Befiederungsarten und Befiederungsgerät

Beitrag von AZraEL »

wenn ich mit meinem befiederungsgerät helisch befiedere, ist das vordere ende der feder, welches zur hand zeigt, senkrecht zum nockschlitz angebracht.
...jedenfalls werfen sie keine sachen mehr nach mir, vielleicht, weil ich einen bogen mit mir rumtrage?
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Re: Befiederungsarten und Befiederungsgerät

Beitrag von Ravenheart »

Die Antwort klärt sich doch ganz einfach aus der Frage: Was soll das?
Warum rechtwinklig zur Nocke?

Antwort:
Steht die Cockfeder senkrecht zur Nocke, haben die BEIDEN anderen Federn den flachsten möglichen Winkel zur seitlichen Pfeilanlage, gleiten also am besten am Bogen vorbei!
Wäre die Cockfeder NICHT senkrecht, wäre zwar EINE der anderen Federn weiter weg, die ANDERE aber entsprechend stärker HIN zum Bogen gedreht - und wäre damit stärkerem Abrieb ausgesetzt (und würde das Vorbeigleiten verschlechtern, die Feder würde den Schaft ja plötzlich seitlich wegdrücken, und zwar da, wo die Feder beginnt, also vorne, an der Feder mit einem plötzlichen "Seitenruck".

Dreht sich eine Feder später, WÄHREND des Vorbeigleitens weiter zum Bogen hin, ist der Effekt NICHT so stark, denn der Winkel ändert sich "fließend".

Fazit: Es kommt auf den (in Schussrichtung) VORDEREN Teil der Federn an.

Rabe
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