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Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 25.07.2008, 14:38
von acker
Hallo,
Also bevor er mir wieder um die Ohren haut........ >:(
Bitte ich euch um Tillerhilfe.
Der Bogen ist aus Masaranduba mit bislang folgenden Werten:
184cm Nocke zu Nocke
etwa mittig 3,5 cm breit , Nocke 1 cm
Zuggewicht bei überlanger Tillersehne 40#@28"

(Bilder sind leider verloren. Rabe)

Danke Acker

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 25.07.2008, 15:42
von jerryhill
Bei der Länge könnte wohl das äussere Drittel mehr biegen. An welcher Stelle war der vorherige Bogen gebrochen?
lg, jerryhill

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 25.07.2008, 16:59
von Anglia
Sieht gut aus, bist auf dem Weg zu einer fast kreisförmigen Ellipse.
Das Bild sollte einen Anhaltspunkt geben.Du könntest die Tips noch ein wenig mehr rannehmen, was bei leichten Pfeilen wohl noch etwas mehr Leistung bringen würde, ist imho aber nicht unbedingt nötig.

Anglia


P.S. Ich bin jetzt "Full Member", krieg ich jetzt nen Keks??

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 25.07.2008, 18:04
von Christopher
ich würd sagen der biegt im Griff und an den Fades etwas zu stark...zumal er ja immer weiter weiter zum Griff biegt, je weiter er ausgezogen wird.

@anglia: ne du kriegst keinen Keks, ich hab auch kein gekriegt... :D

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 25.07.2008, 18:36
von Squid (✝)
Der Weg von Anglia ist schon gut gewählt.
Ich würde noch nen Tick weiter gehen.
Ein "echter" Elb darf sich auch bis in die Enden hinein biegen - das was man bei anderen Bögen einen Peitschentiller nennen würde.
Denn die üblichen starren Enden von etwa 10 cm sollen ja hauptsächlich Stacking vorbeugen. Bei 184 cm länge und 28" Auszug tut das aber nicht zwingend Not.
Je mehr Holz man für die Biegung zur Verfügung stellt, desto weniger Belastung trifft den ganzen Bogen und desto weniger Set stellt sich ein.
Aus dieser Perspektive heraus ist ein ein "echter" ELB mit seinem mitbiegenden Griff natürlich ein optimales Design.
Aber wichtig ist: Die Biegung nimmt nach aussen hin ZU. In der Mitte soll er sich wenig, an den Enden stark biegen. Denn dünnes Holz kann mehr ab, als dickes.
Die Nocken dürfen gerne auch unter 1 cm landen. Ggf. musste dann Wickelnocken machen...

Ach ja: Die überlange Tillersehne darf nur bis etwa 1/3 des Auszugs verwendet werden. Danach muss die Sehnenlänge halbwegs stimmen. Denn sonst verändert sich der Winkel der Sehne an den Tips und damit auch die Wirkung auf den Bogen: Damit kann man ganz schönen Murks zurechttillern und dann guckstu wie Auto, wenn mache richtige Sehne auf Bogen...  ;D 

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 25.07.2008, 21:11
von Anglia
@Squid: "echter" ELB ? Welcher ist denn nun der echte? ;)

Also die Victorianischen hatten einen Peitschentiller, ideal für leichtere Pfeile (die da ja auch zu den Zuggewichten passen). Die hatten aber einen steifen Griff. Also ein Ellipsentiller (abgesehen vom Griff).

Die von der Mary Rose hatten, so sind sich die Experten zumindest erstaunlich einig, einen Kreistiller bis zur Nocke ("keinen" steifen Zentimeter im Bogen). Der Kreistiller scheint bei schweren Pfeilen effizienter als ein Peitschentiller.

Irgentwie hab ich immer noch nicht verstanden welches nun die Echten sind ??? ;) ;D

@Acker: Da Du mit dem Bogen wohl kaum 100g Raketen durch die Luft schleudern möchtest, kann ich Squid nur voll zustimmen.

Anglia

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 25.07.2008, 21:34
von Squid (✝)
Ein "echter Englischer LangBogen" ist ein Eibenbogen (Splint und Kernholz!) von ungefähr 100 - 150 lbs Zuggewicht. Der Querschnitt ist auf ganzer Länge höher als breit. Die Biegung veräuft über den gesamten Bogen, es gibt kein erkennbar herausgearbeitetes Griffstück. Der Bogen ist 180 bis 200 cm lang und hat Horntips. Der Tiller ist kreisförmig, aber auch mit mit Peitschentiller-Anleihen. Nach diversen Studien sind sogar leichte Recurves im Rahmen des Möglichen (zeitgenössische Darstellungen zeigen derartiges).

Da aber mit so einem Monstrum kaum jemand umgehen kann, geschweige denn, es bezahlen, gibt es da natürlich Einschränkungen.

Ich meinte mit "echter ELB" insbesondere die Form, also ein "glattes", " griffreies" Stück Holz mit gleichmäßig zu den Enden hin zunehmender Biegung.

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 25.07.2008, 22:04
von acker
Hallo,
Also allen erstmal ein dickes Danke!
@Jerryhill: der andere ist 35cm unterhalb der Bogenmitte gebrochen.
@Squid:
Ok, Hab mal neue Photos gemacht mit kürzerer Tillersehene. Nun auf etwa 1/3 Standhöhe Auszug 28"
Eigentlich hab ich 30" aber aufgrund der desolalaten Lage meines Elb-bestandes trau ich mich grad noch nicht weiter.... :-\

@Anglia: Tolle Sache mit der unterlegten Graphik-Linie!

Hm eigentlich sollten da Hornnocken an den Bogen, aber aufgrund des Gewichtes des Holzes ist es glaub ich eher nicht so sinnvoll oder...besser wären bestimmt, dünne Zarte Enden mit Wicklung wie Squid es vorgeschlagen hat?

So die Photos: Bild

Bild

Danke Acker

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 25.07.2008, 22:23
von Bernhard Langbogen
geschweige denn, es bezahlen
Darum baue ich mir meine ELB´s selber.

@acker

Sieht sehr gut aus mit der Tillersehne, aber erst richtig beurteilen kann man es nur mit der Bogensehne. Wichtig ist der Kreistiller im Vollauszug.

Bernhard

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 25.07.2008, 22:30
von Squid (✝)
Sieht gut aus!
A touch too much Biegung in der Mitte, aber das passt so scho und is eher mein Geschmack.

Das liesse sich anpassen, indem du die Enden noch einen Tick weiter bzw. stärker biegen lässt... Damit reduzierst du auch die Gefahr von besonders schädlichem Stringfollow in der Mitte.

Aber alles in allem: fein!
Meine Tiller sehen oftmals schlimmer aus....

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 25.07.2008, 22:50
von acker
Hallo,
Ja Danke.
Hm dann hoffe ich mal das der Bogen den Rest des Weges auch noch schaffen wird und am leben bleibt.
@Bernhard Langbogen:
Ansonsten muss ich im Winter mal von Ba... nach Lü... fahren und nem Eibenlangbogenbauer über die Schulter schauen ;)

Gruss Acker

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 26.07.2008, 07:55
von Anglia
Sieht gut aus.
Würde aber machen, was Squid vorgeschlagen hat.
Begründung: Wenn Du die beiden Grafiken vergleichst, wirst Du sehen, dass durch die kürzere Sehne der mittlere Bereich stärker belastet wird.
Wäre das der Tiller bei voller Standhöhe, würde ich ihn so lassen, aber 2/3 fehlen noch. An Deiner Stelle würde ich die äußere Hälfte bis 1/3 der WA nochmal etwas stärker biegen lassen.
Zur Info: Die Blaue Linie ist jetzt ganz nah an einem Kreissegment, kaum noch elliptisch.

Mir fällt auch gerade noch auf, links ist er ungefähr in der Mitte noch einen Hauch steif.

Anglia

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 26.07.2008, 08:42
von Squid (✝)
Zu den Tips: Jo, nach den Erfahrungen von Arcus (siehe Massaranduba-Test-Thread) ist das Holz so schwer, dass alles andere als superschlanke Enden einem die Augen aus den Höhlen haut...

Daher: Wickelnocken, ggf. mit nem kleinen Hölzchen oder Lederstück unterfüttert.

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 26.07.2008, 14:03
von acker
Hallo,
Ja dann werd ich das mal genau so machen, die Enden noch ein wenig mehr biegen lassen , schmaler machen und Wickelnocken anbringen.
Dann kommen die Hornnocken auf die lausige Garteneibe, die wird sie besser gebrauchen können-die hatte noch keinen wirklichen Kern ausgebildet und ist fast komplett helles Splintholz-bin mal gespannt ob das überhaupt ein Bogen wird.

Gruss Acker

Re: Elb Tillerbeihilfe

Verfasst: 28.07.2008, 13:09
von Edradour
Squid hat geschrieben: Ein "echter Englischer LangBogen" ist ein Eibenbogen (Splint und Kernholz!) von ungefähr 100 - 150 lbs Zuggewicht...
Jain... die Zeitgenossen selber haben ihre Bögen nicht als Langbogen, oder gar englischen Langbogen bezeichnet, sondern als bow, bowe oder war bow.

Der Begriff englischer Langbogen kommt erst auf, als der Bogen als Kriegswaffe schon ausgedient hatte. Dann war aber auch der Tiller anders, wie schon angemerkt.