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Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 16.03.2008, 17:26
von Squid (✝)
Man lernt nie aus.  :o
Bisher hatte ich die Info hinsichtlich der Position der Nodien beim Bambusbacking noch nirgends gelesen oder hier im Forum aufgeschnappt.

Dazu stellen sich für mich aber 2 Fragen: Wie eng ist diese Bauweise zu sehen? Sollte man gegebenenfalls das Backing sogar in der Mitte teilen um die richtige Nodienpositionen zu erreichen?

Zum anderen habe ich aber Zweifel, ob das der Stabilität des Bogens wirklich zugute kommt. Wenn ein Bambusbacking bricht, so tut es dies - nach meinem bisherigen Informationsstand - bevorzugt an den Nodien. Legt man diese nun extra auf die am stärksten belasteten Stellen der Wurfarme, provoziert man damit eine erhöhte Bruchgefahr... Oder?


Zum Backing
Annersrum machen. Will sagen: nicht das Backing festklemmen, sondern den Bandschleifer... und dann das Backing drüberführen.
Das der Streifen schief is, macht nix. Denn da der Bogen sich zu den Enden hin ja verjüngt, sollte der Streifen trotzdem passen...

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 16.03.2008, 17:38
von Snake-Jo
@Squid: Nein! Zum einen habe ich noch nicht erlebt, das ein Bambusbacking bricht, meistens knittert erst der Bauch, zum anderen ist das Nodium ja nur ein punktförmiger Bereich am Wurfarm, der durch seine Dicke wie ein Astknubbel diese Stelle steifer macht.
Mit anderen Worten: Wir brauchen diesen Knubbel an einer Stelle, die sich sonst beim normalen Internodium zu stark durchbiegen würde. Wenn jedoch die Internodien sehr lang sind, kann man die Nodien auch irgendwo am Wurfarm verlegen, wo sie nicht stören, z.B. weiter oben zu den Tipps hin.
Beispiel: Griff, dann Fadeout (ist stark), dann kommt eine Strecke mit Internodium (also normal bis dünner) und dann der Knubbel (Nodium). Da ist es klar, das sich im ungünstigen Fall dann direkt hinter dem Fadeout ein Knick ergibt, weil vorher (zum Griff hin) und später geht das nicht.

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 16.03.2008, 17:53
von Squid (✝)
Jo Maistää!  ;)

Ich nehme an, dass das insbesondere bei "grenzwertigen" weil kurzen oder stark recurven Bögen gilt, während bei langen Bögen genügend Toleranzen vorhanden sind?

Nicht, dass ich jetzt um mein Schmuckstück zittern muss  :o  :o

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 16.03.2008, 18:00
von Mordrag
Bei meiner geplanten Länge von 195 Zentimeter, habe ich dann wohl nicht so einen "gestressten" Bogen. Ich werde aber trotzdem versuchen die Nodien so anzulegen. Danke nochmal für den Tipp Snake-Jo.

Ich berichte dann weiter sobald ich den Belly fertig geleimt habe.

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 18.03.2008, 12:54
von Kadano
Hallo, ich habe hier in der Nähe von Horn (Österreich) in einem Lagerhaus einige Bambusrohre mit etwa 11 cm Durchmesser und etwa 1,2 cm Dicke gesehen. Leider haben die ziemlich viele Risse, von denen jeder etwa 10 cm lang ist und meist an den Nodien liegt.
Können diese Risse gefährlich werden oder sind sie egal?

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 18.03.2008, 14:38
von Mordrag
Sind diese Risse komplett rund um das Rohr? Wenn nur ein langer Riss über die gesamte Strecke ist, dann ist er verträglich.

Wenn die Risse allerdings einmal rund um das Rohr sind, würde ich es nicht verwenden.

Die Risse können durch falsche Trocknung und/oder durch die eventuelle Begradigung mit Hitze entstehen.

Ein Foto wäre sehr hilfreich.

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 19.03.2008, 11:07
von Kadano
Die Risse sind "normale" Trocknungsrisse, wie sie bei normalem Holz auch oft entstehen, undgehen daher über die Längsseite.
Die Risse sind also entlang derFasern und nicht schräg oder quer zu diesen. Es sind aber wie gesagt ziemlich viele, wenn ich 4 cm breite Streifen rausspalten würde, hätte mindestens die Hälfte davon in der Mitte ein, zwei etwa 10-20 cm lange Risse. Bei Holz kann man sowas ja meist vernachlässige, solange die Risse von den Wurfarmkanten fernbleiben, aber verhält sich Bamus hier genauso oder wird sich der Riss bei Zugbelastung sofort "vergrößern"?
Photo ist schwer, schließlich ist das Bambusrohr noch im Geschäft, aber ich denk, so ist es verständlich...

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 19.03.2008, 12:06
von kra
Es gibt zwar schöneres, aber solche Risse stellen (bei sauberem Arbeiten) keine besondere Gefahr dar.

Vorsicht mein Abschleifen des Laminates, damit es an den Rissen keine Probleme gibt.
Verkleben und darauf achten, das die Risse möglichst dünn bleiben/werden.
Dann evtl. nochmal mit Epoxy auffüllen
Nach dem Tillern genau beobachten und evtl. weiterlaufende Risse mit eiernWicklung stoppen.

Risse im Bambus können auch später noch auftreten - wie gesagt, generell keine besondere Gefahr.

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 28.03.2008, 11:25
von Mordrag
Habe jetzt mein Belly soweit fertig, allerdings gibt es ein kleines Problem. Die Breite des Bellys beträgt nur ca. 2,8cm dafür ist es aber noch 1,5cm dick.

Komm ich da letztendlich noch auf ca. 40#, oder muss ich da noch irgendwie nachhelfen?

Er wird ungefähr 190-195cm lang und mit Perry Reflex verleimt.

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 31.03.2008, 16:05
von Squid (✝)
Hmja, weiss auch nicht...
Die Leistung des stabverleimten Bambus kann ich nicht einschätzen. Aber ich hab nen Bambusbackingbogen, der ist 180 lang, 3,5 cm breit und die Bellylage ist am Griff nur etwas mehr als 1 cm stark. Der hat 50#.
Spricht dafür, dass das bei deinem Bogen noch hinhauen sollte.

Möglicherweise bekommt er letztlich mehr Set, aber das kompensiert ja der Perry. Is ja schon recht schmal, der Gute...

Aber nach der üblichen Regel "doppelte Breite = doppelte Stärke, doppelte Dicke - achtfache Stärke" sollte da eigentlich noch genügend Spielraum voranden sein.

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 31.03.2008, 21:42
von Mordrag
Danke Squid, du machst mir wieder Hoffnung  :)

Habe heute das Bogenprofil auf den Belly übertragen und die Enden verjüngt auf 1,2cm (ersteinmal).

Allerdings ergibt sich jetzt ein kleines Problem (was auch vorher schon zu sehen war). Das Belly biegt sich auf den unteren 40cm ungefähr 1-2 Zentimeter nach links. Reicht es wenn ich es unter Druck an das Backing anpasse (weil das ist ja steif), oder muss ich den Belly in Form pressen und dämpfen bzw. heißfönen?

Wenn ich den Belly richten muss, Wasserdampf oder Heißluftfön?


Ansonsten läuft alles gut  ;D

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 31.03.2008, 22:23
von Squid (✝)
Hmmmmmmmm.
Vertüdelst du grad Backing und Belly?
Vorher war ja dein etwas aus der Spur laufendes Backing zu sehen... die Bambusplanke.
Wieso sollte sich ein stabverleimter Belly plötzlich verziehen? Oder haste beim Verjüngen Murks fabriziert?

Also, wenn dein Belly schief is, is das dooof. Denn das stabverleimte Zeugs würde sich beim Dämpfen oder Erhitzen schlicht entleiben... verzeihung...  entleimen  ;D
Da hättste beim Verjüngen drauf achten müssen.

Wenn das Backing schief ist, macht das erst mal nix: Schieb es so hin, dass es passt, ohne dass die höchste Stelle der Wölbung des Backings all zu sehr aus der Mittellinie des Bogens läuft. Sonst verzieht sich nämlich u. U. der Bogen beim Auszug.

Wenn das Backing immer noch nicht will, wie es soll, denk über ein wenig Kürzen (des Belly) nach. Manchmal sinds nur 3 oder 4 cm, dann liegt das Backing richtig und nix schaut mehr seitlich raus.

Wenn das auch nicht geht, wirds etwas schwieriger. Denn es is ja sehr flach und soll nun in der Breite - seitlich - gebogen werden. Möglich ist das wohl, aber es is voll der HeckMeck, weil der gedämpfte Bambusstreifen gleichzeitig kräftig plattgedrückt werden muss, damit er sich tatsächlich seitlich biegt und nich umschlägt um sich "den leichten Weg" zu biegen. Ich hab sowas noch nie ausprobiert, und stelle mir das sehr kompliziert vor...

PS: Wenn er trotz der Bellystärke von 1,5 cm zu schwach werden sollte, kannst du ihn später immer noch kürzen. Bei 195 cm ist da noch mindestens 10 cm Spiel drin.

PS2: Nach Meiner Erfahrung ist es besser, vor dem Verleimen mit mehr Toleranzen zu arbeiten. Das Verjüngen des Bellyholzes auf 1,2 cm an den Tips ist zwar an sich nicht schädlich, aber gerade diese dünnen Stellen sind doch sehr anfällig für Bruch und Fehler, die man später mangels Material nicht mehr korrigieren kann. 

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 01.04.2008, 07:01
von Mordrag
Nein ich meine wirklich das Belly das sich an einem Ende ein paar Zentimeter nach Links verzieht. Das sind auf den ganzen Bogen verteilt von der Mitte ca. 1-2 Zentimeter. Die Bogensehne würde also ca. 1cm aus der Mitte laufen.


Das Backing musste ich nocheinmal neu machen, da mir das andere eingerissen ist. Grund: Mein Bruder hat es irgendwie geschafft es ordentlich in die falsche Richtung zu biegen.

Da das Backing (Rücken) seitlich sehr starr ist, habe ich folgendes getestet.

Ich habe das Backing mit Leimzwingen auf das Belly gelegt und das letzte Ende des Bellys durch leichtes drücken geradegerückt. Das hat ganz gut geklappt. Ist nur die Frage ob es auch die Form nach dem Leimen beibehält.

PS: Nein ich verwechsel Backing (Rücken) und Belly (Kern) nicht  ;)

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 01.04.2008, 10:32
von Squid (✝)
Ah, OK.
Das sollte eigentlich klappen, da kommt dir zu gute, dass es schon so schmal ist. Hat also auch Vorteile, mit wenig Toleranz vor dem Verkleben zu arbeiten  ;)

Re: Langbogen aus Bambus?

Verfasst: 01.04.2008, 12:38
von Mordrag
Sooooo, das Backing und das Belly sind vorbereitet für das verleimen mit Perry Reflex.

Jetzt stellt sich mir nur noch eine Frage:

Wird das Griffstück vor dem verleimen (Backing & Belly) angebracht, dabei oder danach?

3 Entscheidungsmöglichkeiten die ich zur Auswahl habe. Wie macht ihr es?

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Diverse Fragen zum Griffstück
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Das Griffstück soll auch aus Bambus bestehen, doch stellt sich mir die Frage der Maße.

Aus dem Bauch heraus würde ich so beginnen.

Gesamtlänge: 55cm
Länge des eigentlichen Griffstücks: 15cm
Länge der Fadouts: je 20cm
Stärke des Griffstücks: 2,5cm

Die Fadeouts würde ich dann wie folgt gestalten: