Einen passenden Eschenstave hab ich hier auch noch rumstehen, ich versuch den mal paralell zu so 50-60# zu bringen, um ein wenig die Grenzen dieser Hypothese auszutesten
Noch ein kleines Selbstzitat aus einem meiner Beiträge, um meinen Gedankengang hinter allem noch mal etwas zusammengefasst darzustellen:
Der Gedanke dahinter [~der Hitzebehandlung]: Wird zwar weniger drucktolerant, aber dafür druckfester. Gepaart mit starkem Trapping sollte das hoooooffentlich ausreichen, dass der Bauch quasi nur noch wie ein Scharnier funktioniert, über das der Rücken gestreckt wird. Irgendwie so.
Viele unserer heimischen Hölzer sind ja weitaus besser auf Zug als auf Druck, sowohl hinsichtlich der Toleranz als auch der Festigkeit (Begriffserklärungen siehe
hier).
Bei einem rechteckigen Querschnitt führt das dann oftmals dazu, dass die komplette Arbeit vom Bauch geleistet wird, während der Rücken, der eigentlich toll auf Zug performt, nicht viel macht, außer einem eben den Bauch zu zerquetschen.
Das Ergebnis: Set, eventuell sogar Knitter und ein so lala schießender Bogen. Man stelle sich ein 7mm Bambusbacking auf Robinie vor. Deswegen auch meine Arbeitshypothese, dass ein zu dicker Rückenring bei den Hölzern, die besser auf Zug als auf Druck sind, gar nicht mal soooo geil ist.
Die Hitzebehandlung führt zwar dazu, dass die Drucktoleranz sinkt, aber dafür steigt die Festigkeit.
Gepaart mit dem Trapping reicht das dann aus, dass der Bauch auch gar nicht drucktolerant sein muss, da er genug Druckfestigkeit bekommt, um nicht mehr stark komprimiert zu werden, sondern das Holz am Rücken dazu bringt, über seine Zugtoleranz und -festigkeit die Arbeit zu leisten.
Daher den Vergleich mit einem Schanrnier, den ich da oben gezogen habe.
Ein penibles Freilegen des Rückenrings ohne jegliche Verletzung des selbigen ist hier natürlich unabdingbar, da die Belastung steigt und durchtrennte Fasern viel leichter zur Spanabhebung und Bruch führen könnten. (Is mir aber noch nich passiert. Halt net pfuschen

)
Soweit ist zumindest der Gedanke dahinter. Messbar ist das, zumindest mit meinen Mitteln, nicht wirklich, insofern hilft nur Bogen bauen und schauen, wie es performt. Und da bin ich bisher von allen Experimenten sehr positiv überrascht hinisichtlich ihrer Leistung im Vergleich zu zu ungetemperten Bögen mit rechteckigem Querschnitt, die ich früher gebaut habe
