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Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 07.05.2014, 12:06
von Phalax
eddytwobows hat geschrieben:Oder einfach einen alten, massiven Holzschraubstock von einer ausgedienten Hobelbank liegend auf die Auflagefläche montieren...
Das wäre noch einfacher und praktischer...
Damit der Stave dann nicht in der Auflageachse / zwischen den Backen anfängt zu kippeln,
kann man ja noch einen klappbaren Sperrriegel montieren, falls das überhaupt notwendig sein sollte...
LG
etb
Ist dann nicht die Spindel zu sehr im weg?
Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 07.05.2014, 12:17
von eddytwobows
@Phalax...
Nicht zwangsläufig, bei einem an einer Hobel-/ Werkbank befestigten Schraubstock ist das ja auch nicht der Fall...
Und Ansonsten gibt es dafür meherere Lösungsansätze, wie z.B. eine ordentlich dicke / massive Auflagefläche,
in der man die Spindel und die Führungen versenken / einbetten oder direkt hindurchführen kann...
LG
etb
Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 07.05.2014, 12:53
von Phalax
klingt vernünftig. hätte ich nix gegen einzuwenden außer das es doch viel arbeit ist oder?
Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 07.05.2014, 13:50
von Gornarak
Mann könnte die Klemmeinrichtung auch so gestalten, dass man sich mit dem Oberkörper gegen einen Hebel oder eine Platte lehnen muss. Kommt dann halt drauf an, wie viel Kontrolle man genau noch über seinen Körper hat.
Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 07.05.2014, 15:01
von eddytwobows
Gornarak hat geschrieben:Mann könnte die Klemmeinrichtung auch so gestalten, dass man sich mit dem Oberkörper gegen einen Hebel oder eine Platte lehnen muss. Kommt dann halt drauf an, wie viel Kontrolle man genau noch über seinen Körper hat.
Hm, ist von technischer Seite her nichts gegen einzuwenden...
Problem ist allerdings, daß man dann als Gehbehinderter aufgrund der fehlenden Abstützung der Beine seinen Oberkörper braucht, um die Kraft an das Werkzeug und damit auf den Stave zu bringen...
Mit dem Oberkörper die Klemmvorrichtung halten UND gleichzeitig noch das Werkzeug effektiv zu bedienen, halte ich für kompliziert bis suboptimal...
Phalax hat geschrieben:klingt vernünftig. hätte ich nix gegen einzuwenden außer das es doch viel arbeit ist oder?
Natürlich, aber, da es gerade so schön paßt, deute ich mal ganz zart u. unauffällig auf die von shokunin gerade präsentierten Edelschnitzbänke hin...
Andererseits sollten sich die dafür notwendigen Nuten / Schwalbenschwanzführungen problemlos mit einer Oberfräse
bewerkstelligen lassen...
Standardtisiert läßt sich sowas ohnhin nicht unbedingt bauen, da müßen dann schon teilweise recht individuelle
Anpassungen vorgenommen werden...
Stützen / Ablagen für die Beine oder nicht, klappbar oder nicht, Höhe der Auflagefläche, Rückenstütze, verschieb- und
feststellbare Sitzfläche, an der die o.g. Beinstützen / Ablagen integriert sind, z.B. etc...

- ...Skizze II...
LG
etb
Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 07.05.2014, 15:19
von Phalax
Ic hwürde erstmal von jedem unnötigen schnickschnack absehen wie klappbar und so. Da sowas ja ein komlizierters unterfangen ist würde ich es erstmal so simple wie möglich bauen. Dennnoch finde ich deine Idee auch ausgeklügelt. Auch wenn nicht jeder eine schwalbenschwanzfräse oder eine einfache oberfräse zu Hause hat.

Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 07.05.2014, 16:05
von eddytwobows
Naja, das wäre wohl eher eine Frage der Notwendigkeit denn des komplizierten Schnickschnacks...
Wenn, bzw. für den Fall, daß der Gehapparat voll funktionsunfähig ist, muß er ja wohl irgendwo-/ wie gesichert werden,
alleine schon aus Gleichgewichts- und Bequemlichkeitsgründen, halt wie bei einem Rollstuhl...
LG
etb
Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 07.05.2014, 17:52
von shortRec
Solche ergonomischen Anpssungen müssen im Einzelfall auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Benutzers abgestimmt werden. Das kann z.B. auch eine Klemmvorichtung sein, mit der man den Rolli an der Schnitzbank fixiert.
Entscheident war ja zunächst, welche Möglichkeiten es gibt, von Fuß- auf Handklemmung umzurüsten. Da sind - wie erwartbar - viele gute Ideen dabei.

Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 07.05.2014, 19:16
von Squid (✝)
Wäre es nicht sinnvoll, zunächst einmal fest zu legen, um welche Art der Behinderung es geht?
Da gibts den (z. B. nach Bruch) versteiften Fuß, da gibt es das defekte Knie, da gibt es die versaute Hüfte, dann kommt noch der Querschnittsgelähmte dazu, außerdem noch Geschichten wie MS und Amputationen.
Die KANN man NICHT einfach in einen Pott werfen, die brauchen individuelle Lösungen.
Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 07.05.2014, 19:28
von Phalax
Squid hat geschrieben:Wäre es nicht sinnvoll, zunächst einmal fest zu legen, um welche Art der Behinderung es geht?
Da gibts den (z. B. nach Bruch) versteiften Fuß, da gibt es das defekte Knie, da gibt es die versaute Hüfte, dann kommt noch der Querschnittsgelähmte dazu, außerdem noch Geschichten wie MS und Amputationen.
Die KANN man NICHT einfach in einen Pott werfen, die brauchen individuelle Lösungen.
Da hast du voll kommen recht. Mein Freund zum Beispiel hat sich nach einem Motorradunfall die unteren 3 Lendenwirbel gebrochen und ist Querschnittsgelähmt. Für ihn wäre eine Halterung nur um stabilisiert zu sein perfekt. Gleichgewicht kann er ja noch ziemlich gut halten. Aber wie der Gründer des Threat schon sagt und shortRec jetzt wiederholt hat geht es in erster Linie erstmal darum wie man von Fuß auf Handbetrieb umstellen kann.
Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 08.05.2014, 11:05
von the_Toaster (✝)
Squid hat geschrieben:Wäre es nicht sinnvoll, zunächst einmal fest zu legen, um welche Art der Behinderung es geht?
Alsoooo...
Es geht ganz einfach darum, eine Möglichkeit für Leute zu finden, die aus welchen Gründen auch immer das Fußpedal einer Schnitzbank entweder gar nicht oder mit nicht genügend Druck bedienen können. WARUM das so ist, halte ich für erstmal unwichtig.
Richtig ist natürlich, dass noch eine gewisse Kontrolle des Oberkörpers und Arme und Hände bestehen sollte um das Werkzeug bedienen zu können.
Für Leute, die im Rollstuhl sitzen und aus praktischen Gründen drin sitzen bleiben sollten, wäre es möglich eine >halbe< Schnitzbank zu machen, die am Rollstuhl verankert werden kann.
Für Leute, die aus dem Rollstuhl raus können, mit Krücken oder Rollator laufen können, wäre dann eine komplette Schnitzbank sinnig.
In beiden Fällen kommt es darauf an, dass die Bedienung der Bank per Hand erfolgen kann.
Bisher kamen schonmal viele gute Anregungen und Ideen, die man umsetzen könnte.
Die simpelste ist wohl diese Stavepress, obwohl die recht merkwürdig aussieht.
Wegen der ambientigen Anmutung wäre zu überlegen so ein Ding aus Holz zu bauen.
Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 08.05.2014, 11:29
von Firestormmd
Wie wäre es denn, den Bogen durch das eigene Körpergewicht festzuklemmen? Ich stelle mir eine Schnitzbank vor, auf der ein zusätzliches Brett liegt, dass hinter dem Bogner durch einen Scharnier befestigt wird. Das vordere Ende des Brettes ist dann über einen Strick oder ähnliches mit einem Hebel verbunden, der an der Klemmvorrichtung befestigt ist. Setzt sich der Bogner mit seinem Gewicht auf das Brett, drückt er es hinunter und zieht mit dem Strick an Hebel der Klemmvorrichtung. Der Bogen sitzt fest. Will er den Bogen bewegen, muss er das Brett irgendwie entlasten. Entweder er hüpft leicht hoch (keine Ahnung, ob das bei gehbehinderten geht) oder er rutscht nach hinten, um das Gewicht auf dem Brett zu verringern. Ist das so verständlich, ansonsten bau ich mal eine Skizze. Die Arme sind so frei und man kann den Bogen relativ schnell festklemme und entlasten.
Nachtrag:

- Schnitzbank.jpg (8.54 KiB) 2827 mal betrachtet
Grüße, Marc
Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 08.05.2014, 11:42
von Phalax
Firestormmd hat geschrieben:Wie wäre es denn, den Bogen durch das eigene Körpergewicht festzuklemmen? Ich stelle mir eine Schnitzbank vor, auf der ein zusätzliches Brett liegt, dass hinter dem Bogner durch einen Scharnier befestigt wird. Das vordere Ende des Brettes ist dann über einen Strick oder ähnliches mit einem Hebel verbunden, der an der Klemmvorrichtung befestigt ist. Setzt sich der Bogner mit seinem Gewicht auf das Brett, drückt er es hinunter und zieht mit dem Strick an Hebel der Klemmvorrichtung. Der Bogen sitzt fest. Will er den Bogen bewegen, muss er das Brett irgendwie entlasten. Entweder er hüpft leicht hoch (keine Ahnung, ob das bei gehbehinderten geht) oder er rutscht nach hinten, um das Gewicht auf dem Brett zu verringern. Ist das so verständlich, ansonsten bau ich mal eine Skizze. Die Arme sind so frei und man kann den Bogen relativ schnell festklemme und entlasten.
Nachtrag:
Schnitzbank.jpg
Grüße, Marc
Thumbs Up
so bleibt das Design der eigentlichen Schnitzbank erhalten. Das finde ich sehr cool

Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 08.05.2014, 13:03
von shokunin
Elegante Lösung
...kommt aber wieder mal drauf an ob die Gehbehinderung ein Aufstehen zulässt. Man muss ja oft mal umklemmen können.
Ich denke irgendwie das Offensichtlich ist evtl das beste...
Ein Behinderter kann eine "normale" Schnitzbank nicht nutzen...
...dann baut man sie halt um.
Mittels Kabel oder Gestänge und einer Feststellbremse sollte man eine Schnitzbank sicher umbauen können, so dass man sie händisch klemmen und öffnen kann.
http://www.agro-center.de/fahrzeugbau/b ... seile.html
Viel Kraft braucht die Klemmung ja nicht wenn der Hebel stimmt. Und hier hätte man ja 2-mal Hebel: in der Bremse und im Klemmarm...
Den zieht man einfach mittels Gestänge hinter und zum Öffnen entriegelt man die Bremse und schiebt ihn wieder vor.
Eine weitere Variante, die mir im Kopf umherschwirrt, ist Klemmung mittels Metallbügel und Keil... sieht man in Japan bei Metallhandwerkern, ist aber noch nicht spruchreif als Idee...
Gruss,
Mark
Re: Schnitzpferd für Gehbehinderte?
Verfasst: 08.05.2014, 13:52
von corto
wenn man an Firestorms Idee noch nen Handlauf oder sowas dranmacht, kann derjenige sich doch mit dem arm kurz anlupfen, das werkstück versetzen und sich wieder auf die Bank herunterlassen.