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Re: korrekter Ablass
Verfasst: 30.03.2012, 11:32
von Swissbow
Sateless hat geschrieben:ich weiß, dass
diese anleitung sehr gut funktioniert...
Kann ich nur bestätigen, das instinktive Schiessen gemäss Fred G. Asbell funktioniert sehr gut.
Peter O. Stecher hat geschrieben:Sog. insinktive Schützen sollten so ankern, dass der Pfeil möglichst (RH) unter dem rechten Auge liegt...

Dann müsstest Du aber den Bogen senkrecht halten, denn durch das Neigen des Bogens zur Seite kommt der Pfeil in die Mitte zwischen die Augen. Das macht auch durchaus Sinn, da ja beide Augen offen sind und die optische Achse mittig zwischen den Augen liegt. Sonst kannst Du ja gleich das linke Auge zukneifen und über den Pfeil das Ziel anvisieren und das hat dann mit instinktiven Schiessen nicht mehr allzu viel zu tun.
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Andy
Re: korrekter Ablass
Verfasst: 30.03.2012, 12:27
von Ravenheart
Frankster hat geschrieben:FITA hat doch den Ablass unter dem Kinn - ist dies wirklich sinnvoll für einen Selfbow der intuitiv geschossen wird?
Wenn man den REST der Technik AUCH übernimmt:
Klemmende Nocken
Nockpunkt von Klemmringen "eingerahmt"
Untergriff
Sehne liegt an Mund und Nase
Dann ja. Sonst nicht.
Rabe
Re: korrekter Ablass
Verfasst: 31.03.2012, 09:04
von Frankster
Danke Sateless für die Anleitung!
Es ist wie Du mal geschrieben hast, es kommt nicht auf das Treffen an. Bei mir hat es inzwischen Klick gemacht. Der Bewegungsablauf muss einfach viel konstanter werden, Ablassfehler sind nun auch weniger. Geholfen hat mir im fast Dunkeln auf die Scheibe zu schießen. Im Prinzip sieht man die Scheibe nur Schemenhaft. Keine Chance zu Zielen, oder den Pfeilflug zu beobachten. Dennoch kann man sehr gut auf den Bewegungsablauf achten und sieht anhand der Gruppierungen ob man es richtig gemacht hat
So, jetzt schau ich mir mal die Anleitung genauer an...
Re: korrekter Ablass
Verfasst: 31.03.2012, 09:13
von Frankster
Viele Schützen, die ich beobachtet habe, ziehen den Bogen aus bis zum Ankerpunkt, fangen dann an sich zu konzentrieren (oder zielen...), behalten den Druck auf den Bogen und den damit zusammenhängenden Zug an der Sehne aber nicht bei. Erkennbar ist dies daran, daß die Pfeilspitze sich ganz langsam nach vorne bewegt und die Schultern langsam nachgeben. Durch die nachgebende Schulter wird der Zug an der Sehne nach hinten nicht beibehalten und beim Lösen der Sehne wird meist die Hand nach der Seite vom Gesicht weggerissen. Dieses Wegreißen hat auch ein Verreißen des Bogenarms auf die entgegengesetzte Seite zur Folge, was das Problem des schlechten Lösens noch verschlimmert. Wer Probleme mit dem seitlichen Wegreißen der Zughand hat, sollte auf jeden Fall erst einmal versuchen den Druck auf den Bogen und den Zug an der Sehne aufrecht zu erhalten und in den Schultern nicht nachzugeben. Das Problem des schlechten Lösens wird oftmals damit schon behoben.
hier ist z.b. ein schönes Zitat aus der übrigens sehr guten Anleitung. Das Problem das sich die Pfeilspitze während des Zielens bewegt kenne ich aus eigener Erfahrung...
Re: korrekter Ablass
Verfasst: 31.03.2012, 10:27
von Wilfrid (✝)
Da kann ich nur den Kopf schütteln, zumindest was Selfbows angeht.
Erst "zielen" dann den Bogen heben und ziehen. Bei Erreichen des Ankers sollte alles passen, wenn nicht , gaaaaaanz kurz korrigieren und lösen, Treffer versenkt.
Bei guten Schüssen von mir ist mir bei mir auf Videos augefallen, kurz vor dem Lösen wird noch mal die Höhe und der Auszug korrigiert.
Re: korrekter Ablass
Verfasst: 31.03.2012, 14:10
von Frankster
Mit dem korrigieren stimme ich Dir zu. Ich glaube es geht in der Anleitung darum das der Auszug nicht mehr verändert werden sollte solange man zielt. Zumindest nicht in größeren Bereichen.
Re: korrekter Ablass
Verfasst: 11.04.2012, 12:13
von Frankster
Habe hier noch eine schöne Seite zum Thema gefunden:
http://web.utanet.at/flaschh2/wa_bogen.htm
Mit dem sogen. “mediterranen Auszug”, wie er jahrhundertlang im Mittelmeerraum geschossen wurde und auch im modernen Bogenschießen Verwendung findet, können jedoch auch extrem hohe Zuggewichte kontrolliert ausgezogen werden. Der Nachteil: Die Sehne muss beim Abschuss einen relativ großen Weg über die Fingerkuppen nehmen und wird dadurch seitlich abgelenkt (Sehenreflex) - der mitgeführte Pfeil wird S - förmig verbogen (Pfeilreflex). Früher glaubte man, die Sehne müsse, um ihren Weg über die Fingerkuppen möglichst klein zu halten, möglichst weit vorne auf die Kuppen gelegt werden - heute weiß man, dass dies grundlegend falsch ist: Die Hand gerät dabei im Auszug unter Spannung, und obwohl der Weg der Sehne kleiner geworden ist, wird die Ablenkung aufgrund der Versteifung der Zugfinger größer. Eine im Auszug entspannte Hand ergibt sich nur, wenn die Sehne, voll kontrolliert, in der ersten Rille von Zeige-, Mittel-, und Ringfinger liegt, und der Auszug, bei völlig entspanntem Unterarm, ausschließlich aus der Schulter- und Rückenmuskulatur erfolgt. (s. Zeichnung a : Beginnend mit dem Ringfinger wird die Sehne mit einer “saugenden” Bewegung umfasst - die Fingerspitzen zeigen zum Schützen - da die Fingerrille des längeren Mittelfingers vorsteht, wird dieser etwas ausgestellt - Daumen und kleiner Finger liegen locker geneigt zur Handfläche - der Handrücken ist vollkommen gestreckt und entspannt).
Ich dachte auch immer die Fingerhaltung muss möglichst gerade sein...
Re: korrekter Ablass
Verfasst: 11.04.2012, 12:26
von mbf
Fürs echte traditionelle Schießen mit dem Langbogen empfehle ich die dazu passende Literatur: Roger Ascham,
Toxophilus - die Schule des Bogenschießens, von 1544. Authentischer gehts nicht.

Re: korrekter Ablass
Verfasst: 11.04.2012, 13:03
von Ravenheart
Frankster hat geschrieben:Habe hier noch eine schöne Seite zum Thema gefunden:
....Früher glaubte man, die Sehne müsse, um ihren Weg über die Fingerkuppen möglichst klein zu halten, möglichst weit vorne auf die Kuppen gelegt werden - heute weiß man, dass dies grundlegend falsch ist: Die Hand gerät dabei im Auszug unter Spannung, und obwohl der Weg der Sehne kleiner geworden ist, wird die Ablenkung aufgrund der Versteifung der Zugfinger größer. Eine im Auszug entspannte Hand ergibt sich nur, wenn die Sehne, voll kontrolliert, in der ersten Rille von Zeige-, Mittel-, und Ringfinger liegt, ...
Ich dachte auch immer die Fingerhaltung muss möglichst gerade sein...
Also ich stimme da mit der Darstellung NICHT überein, weder dem Bild noch der Begründung!
Ich schieße so:
Und habe dabei KEINE "Verspannungen" und komme ausgezeichnet damit zurecht...
(Gebe allerdings zu: Als Gitarrenspieler seit dem 12. Lebensjahr habe ich auch relativ viel "Fingerkontrolle"...)
Rabe
Re: korrekter Ablass
Verfasst: 11.04.2012, 13:30
von pollux
Wenn man an jedem der Finger ein Fingerglied weniger hat, Rabe, dann geht das wie auf deinem unteren Bild bestimmt
Ich schiesse auch nicht mit so extrem eingekrallten Fingern, sondern eher so wie unten (ich allerdings habe 3 Fingerglieder

) aber nicht ganz so grade.
Was für mich am Anfang wichtig war, war das locker lassen des Handgelenks, so dass der Pfeil und mein Unterarm möglichst eine Linie gebildet haben. Als Zielhilfe für meinen Körper sozusagen, dass er lernt wie er sich "hinpendeln" muss. Auch MUSS man dann aus der Schulter heraus ziehen und in Rückenspannung gehen. Mehr habe ich nie erlernt...
Re: korrekter Ablass
Verfasst: 11.04.2012, 14:57
von Ravenheart
Hach je, FRAUEN.....
So, damit unser Pollymäuschen es AUCH versteht, hier noch mal das Bild MIT Skelett-Darstellung:
Rabe

Re: korrekter Ablass
Verfasst: 11.04.2012, 15:03
von pollux
Danke

Immer um Verständigung der Geschlechter bemüht, der liebe Rabe

Re: korrekter Ablass
Verfasst: 11.04.2012, 16:37
von Silberwolke
Ich bin es mir nicht sicher, ob das zu diesem Thread gehört oder soll man einen anderen aufmachen.
Im FC habe ich gelesen, lange Bögen, mit String follow (Deflex), Dacron usw. (bitte vervollständigen) seien toleranter gegenüber dem Ablassfehler.
Und umgekehrt kurze Bögen, Reflex, Fastflight usw. (bitte vervollständigen) seien weniger toleranter gegenüber dem Ablassfehler.
Woraus besteht der Ablassfehler? (Ich nehme an, es gebe mehrere Komponenten.) Was ist die Beziehung zwischen konstruktionsmerkmalen des Bogens und Komponenten des Ablassfehlers?
Ich fange mal an. Hier meine ungeprüfte theoretische Überlegungen (Bitte korrigieren):
Beim Rutschen über den Fingerkuppen geht die Sehne nach links (Rechtshändler). Nach dem Ablass zieht der Bogen die Sehne nach vorne und auseinander. Kürzere Bögen haben einen kleineren Winkel der Sehne am Pfeilnocken. Daher ist die Komponente „nach vorne“ stärker und die Komponente „auseinander“ schwächer als bei einem längeren Bogen. Da die Komponente „auseinander“ die Sehne schneller stabilisiert, sind die längere Bögen präziser. Macht das einen Sinn?
Re: korrekter Ablass
Verfasst: 11.04.2012, 17:24
von Ravenheart
...was meinst Du mit "auseinander"?? WAS geht da "auseinander"? Bei meinem Bogen geht nix auseiander...
Rabe
Re: korrekter Ablass
Verfasst: 11.04.2012, 17:56
von Heidjer
Was der Silberwolke so kompliziert ausdrücken wollte, war der Sehnenwinkel an der Zughand.
Ja, ein spitzer Winkel erhöht die Chance auf Ablassfehler ungemein, und bei einen langen und eher trägen Bogen bekommt man beim Lösen die Finger schneller bzw weiter von der Sehne weg, so das die Sehne einen nicht ganz so starken seitlichen touch mitbekommt.
Ich schiesse in Turnieren auch eher "lahme" Bögen, damit treffe ich besser.

Zudem was nützt mir eine sehr flache Pfeilflugbahn wenn ich dann die Pfeile 30m hinter dem Ziel aus dem Rasen kratzen muß?
Wobei ich aber mittlerweile die Pfeilgeschwindigkeit eher durch das Pfeilgewicht ausbremse, mit 13gpp ist der Pfeil auch nicht mehr schnell, er enthält aber mehr Potentielle Energie, so läßt er sich nicht mehr so leicht aus der Flugbahn kicken oder ablenken, und er schlägt schön satt ins Ziel ein.
Gruß Dirk