Bogensehne aus Rohhaut

Selbstgebaute Ausrüstungsgegenstände wie Armschutz, Köcher, etc.
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Galighenna
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Galighenna »

Ja das sieht doch gut aus :) Wie kommt es das man die Haut so "breit" (10mm) schneidet? Ich hätte jetzt gedacht, wenn die Haut 2mm dick ist, macht man einen 2mm Streifen daraus...
Wenn das später zu dünn ist, würde man dann mehrere Streifen zusammen drillen, so als würde man ne Brennnesselsehne oder Ähnliches herstellen.
Aber das scheint hier anders zu sein... Ich bin gespannt wie es weitergeht!
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acker
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von acker »

Ja, unser Jo baut uns immer tolle Sachen, ich laß mich überraschen wie es weitergeht und harre der inge die da kommen

Gruß acker
Der junge Mensch lernt, was die Erwachsenen wissen und verlernt was er als Kind gewusst hat.
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Quercus
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Quercus »

Hi Jo,
ich verfolge auch mit Spannung deinen Sehnenbau aus Rohhaut.
In der TBB habe ich von Eichhörnchenhaut als Bogensehne gelesen. Nun bekommt man ja aus einem durchschnittlichen Eichhörnchen kein Stück Haut von 40 mal 50cm. Also jedenfalls nicht aus denen, die ich kenne. ;D Meinst du das so eine Eichhörnchenhaut reichen könnte? Ich habe nämlich in den letzten Jahren ein paar gesammelt.

QS
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Galighenna
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Galighenna »

Also Jo hatte ja geschrieben, wenn man etwa 40x50cm nimmt, erhält man ca. 7m, was für mehrere Bogen reicht.
Der Typ in dem Video macht seine Sehne aus einer etwa Handgroßen Scheibe von ca 20-25cm Durchmesser und das auch noch freihändig... Das ist aber in nem Eichhörnchen wohl drin, oder nicht? Wenn man ein bischen schmaler (vll 8mmoder so?) und exakter schneidet geht das sicher auf...
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Snake-Jo
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Snake-Jo »

3. Streifen zur Sehne eindrehen

Bevor man die Sehne herstellt, wird ein Streifen von rund 4 m Länge einen Tag in Wasser eingeweicht. Danach den Streifen einmal doppelt legen und am oberen Ende eine Schlaufe für den Bogentipp herstellen. Dazu wird das Ende erst eingedreht und dann der Rest durch die Schlaufe durchgezogen. Damit sich das Ganze nicht zuzieht, wird ein Stück Holz o.ä. eingesteckt.
Schlaufe1.jpg
Schlaufe2.jpg
Schlaufe3.jpg
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Snake-Jo »

3b Weiter eindrehen

Ich habe den Holzpflock mittig aufgebohrt und stecke ihn so direkt auf eine Schraube an einem Dachbalken in rund 3 m Höhe über dem Boden, denn die Sehne dehnt sich anfangs noch enorm.
Holz an Nagel.jpg
Nun werden die zwei Streifen am unteren Ende unter leichter Spannung eingedreht. Oder aber man hängt gleich einen Eimer mit 10 Liter Wasser unten dran und läßt diesen rotieren.
Die beiden Streifen werden dadurch stark gedehnt und dadurch dünner, schmaler und länger. Sie legen sich durch das Eindrehen fest aufeinander, sodass eine drehrunde Sehne entsteht.
Eimer dran.jpg
Nach dem Eindrehen läßt man den Eimer an der Sehne hängen und sichert ihn gegen das Aufdrehen.
Eimer sichern.jpg
Man kann natürlich auch den Eimer solange festhalte, bis die Sehne getrocknet ist, was im Zimmer ungefähr 2 Tage dauert. ::)
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Galighenna »

Total einfach bis jetzt... Coole Sache!

Aber 2 Tage? Da wär ich in der Zeit verhungert... verdurstet nicht, da könnt ich ja das Wasser aus dem Eimer trinken *gg* :D
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Quercus
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Quercus »

Galighenna hat geschrieben:Also Jo hatte ja geschrieben, wenn man etwa 40x50cm nimmt, erhält man ca. 7m, was für mehrere Bogen reicht.
Der Typ in dem Video macht seine Sehne aus einer etwa Handgroßen Scheibe von ca 20-25cm Durchmesser und das auch noch freihändig... Das ist aber in nem Eichhörnchen wohl drin, oder nicht? Wenn man ein bischen schmaler (vll 8mmoder so?) und exakter schneidet geht das sicher auf...
Ja, ich Dussel hätte das Viedeo ja auch erst mal ansehen können. :D
Wenn ich die Bilder so sehe, dann werde ich das mit der Eichhörnchenhaut wohl mal testen.

Danke Jo

QS
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Snake-Jo
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Snake-Jo »

Die Herstellung einer Sehne aus Rohhaut geht relativ schnell, wenn man fertige Rohhaut zur Verfügung hat und nur die reine Arbeitszeit rechnet:
- Schneiden der Streifen und Einweichen: 10 min
- Schlaufe und Eindrehen: 5 min
- Montage mit Eimer etc. sofern man alles parat hat: 5-10 min.
- eingedrehte Sehne schleifen und wachsen: 5-10 min.
- Wicklungen anbringen: 20 min

Also kommt man mit rund 1 h hin.
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Quercus
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Quercus »

Hey Jo,
mich würde mal interessieren, welchen Durchmesser deine abgebildeten Sehne hat. Die sieht auf den Fotos doch recht dick aus.
Und hast Du mal getestet wieviel Zug sie verträgt?

QS
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Ravenheart »

Na ja, das weiß man ja erst, wenn sie gerissen ist...

Bei dem ersten Versuch gehört schon viel äähhmm.. Forschergeist dazu, das so weit zu treiben...
Wie ich den Jo kenne, wird er der Frage beizeiten nachgehen... ;)

Rabe
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captainplanet
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von captainplanet »

Ich schätze mal, daß Eichhörnchenhaut einfach zu dünn ist um einen Bogen mit mehr als 30# zu bespannen.

Was so eine Sehne hält, hängt wohl auch stark von der Qualität der Rohhaut ab. Mal schauen, was meine Hundeknochen Marke Billigsdorfer so drauf haben... :P
ravenheart hat geschrieben:Na ja, das weiß man ja erst, wenn sie gerissen ist...
Ich kann doch auch wissen, was sie aushält ohne zu wissen, was sie nicht mehr aushält? Wenn sie mein Zuggewicht mal vier hält, muß ich sie ja nicht mit Gewalt zerstören?

Beim Auszug wird die Sehne ja in der Mitte mehr oder weniger geknickt. Ich frage mich ob die Rohhaut, die ja relativ steif ist, dadurch auf die Dauer in Mitleidenschaft gezogen wird so wie ein Stück Stahl bricht wenn man es nur oft genug hin und her biegt?

Mfg Georg
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Firestormmd »

captainplanet hat geschrieben:Beim Auszug wird die Sehne ja in der Mitte mehr oder weniger geknickt. Ich frage mich ob die Rohhaut, die ja relativ steif ist, dadurch auf die Dauer in Mitleidenschaft gezogen wird so wie ein Stück Stahl bricht wenn man es nur oft genug hin und her biegt?
Ich denke, man muss den Bereich nur irgendwie umwickeln. Wenn du eine Zigarette in einen Geldschein wickelst, kannst du einen Knoten in die Kippe machen, ohne dass sie bricht. Versuch das mal ohne Geldschein. Das wird nicht gehen.

Grüße, Marc
der noch mehr verblüffende Tricks drauf hat ;)
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Snake-Jo »

ravenheart hat geschrieben:1. Na ja, das weiß man ja erst, wenn sie gerissen ist...

2. Bei dem ersten Versuch gehört schon viel äähhmm.. Forschergeist dazu, das so weit zu treiben...
3. Wie ich den Jo kenne, wird er der Frage beizeiten nachgehen... ;)

Rabe
Zu 1.: Die Frage ist doch: Wie und bei welchem Zuggewicht reißt sie!
Zu 2.: Das äääähm kannst du wieder wegnehmen, ich bin ja schon älter und erfahrener und nicht mit dem tolldreisten Leichtsinn gesegnet. ::)
Zu 3: Jau, ich bin ja noch nicht fertig. Sowas kommt zum Schluss unter "Ergebnisse" ;)
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Snake-Jo
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Re: Bogensehne aus Rohhaut

Beitrag von Snake-Jo »

4. Endbehandlung und Sehnenöhrchen

Sobald die Sehne trocken ist, wird sie mit feinem Sandpapier der Körnung 180 leicht überschliffen, damit eventuelle harte Kanten gebrochen werden. Auch vergessene Fellhaare werden dadurch entfernt. Danach wachse ich die Sehne mit Bienenwachs, reibe alles Wachs tüchtig unter Reibungswärme ein und entferne erst dann den Gewichtseimer. Man kann die Sehne noch ein wenig weiter auf der Heizung trocknen lassen, sie wird dadurch immer steifer.
Sehne aufgerolt.jpg
Wenn man sich bei solch einer Sehne die einzelnen Stränge genau anschaut, erkennt man, ob es sich um einen Doppel-, Dreifach- oder Einfach-Strang handelt. Hier mein Doppelstrang.
einzelne Stränge.jpg
Vor und nach dem Trockenen wurde der Durchmesser der Sehne gemessen. Hier sieht man an der feuchten Sehne den Wert 3,8 mm.
Dicke messen.jpg
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