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Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 16:27
von zwirn
@ Eddy

;) ;D ;D ;D ;)

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 17:09
von Ravenheart
Rechts kannst Du die Biegung ruhig näher an den Griff heran laufen lassen. Dadurch wird er insgesamt auch harmonischer.
Ansonsten bis hierher o.k...

Rabe

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 18:25
von Drako292
Mal eine bescheidene Frage eines Anfängers. Ich dachte beim tillern würde die Kraft nachlassen und
Nicht steigen kann mir das jemand erklären?
Also beispiel 15 auszug und 20 #.
20 auszug 32 #.
Ich dachte 15 20
20 18
Oder so. Hoffe es ist verständlich.

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 18:31
von zwirn
Je weiter die Sehne ausgezogen wird, desto höher das Zuggewicht. Beim Tillern verringert man das Zuggewicht wieder auf den gewünschten Wert und sorgt für eine harmonische Krümmung.

LG Zwirn

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 18:40
von Drako292
Ok. Jetzt habe ich es glaube ich verstanden.

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 18:51
von zwirn
Ich habe den Bogen nun auf Standhöhe(15cm) gebracht.
Zuggewicht: 19#
Auszug: immer noch 18"
Tiller3_Auszug18.jpg
@Rabe
Ich habe Griffnah Material abgenommen, aber im Moment tut sich da nix.
Ich fühle mich nicht gerade wohl dabei so griffnah zu arbeiten, da ich nich abschätzen kann wieviel da noch runter muss.
Ich schätze, dass die Konsequenzen an den Fades größer sind als Richtung Tips?!

LG Zwirn

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 19:25
von Gornarak
Sieht doch schon gut aus. da du nen halbpyramidialen Breitentaper hast, könnten die Tips für mich noch etwas weiter rumkommen.

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 19:32
von zwirn
Sollen sich denn die Tips in den letzten 10cm biegen oder meinst du davor?

LG Zwirn

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 19:43
von Ravenheart
Nee, er meint vmtl. die Biegung insgesamt mehr Richtung Mitte verlagern!

Im PRINZIP richtig, aber in DIESEM speziellen Fall (starker Deflex links griffnah) würde ich es so lassen. Nur noch auf weiteren Auszug tillern, wenn bis zur Ziel-Auszugweite keine Fehler- oder Schwachstellen mehr auftauchen, so lassen...

Rabe

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 20:19
von zwirn
Das heißt für mich also fleißig weiter pumpen und hoffen, dass die Wurfarme nichts Dummes machen!

LG Zwirn

Ah ja das ist mein 100.'er ;D

Nochmals Dank euch allen!!!

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 22:21
von zwirn
Auszug: 24"
Zuggewicht: 24,2#

Tiller:
Tiller3_Auszug24.jpg
LG Zwirn

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 22:59
von Ravenheart
AAAAAaaaaauuuufpassen jetzte! Links in WA-Mitte zeichnet sich ne Schwachstelle ab! NICHT weiter ziehen, erst links die Schwachstelle ausgleichen, dann rechts angleichen!

Rabe
zwirn1.jpg

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 28.01.2013, 23:23
von zwirn
Wie sind eure Vorschläge, von wo bis wo geschwächt werden soll? (Unter Beachtung des Deflexes)

LG Zwirn

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 29.01.2013, 08:36
von Gornarak
Ich bin auch ein bischen unsicher, hab dir aber mal aufgemalt, wie ich schwächen würde (gelb=schwächen).
Analyse
Analyse

Re: Erster Bogen: Haselnuss Flachbogen Holmegaard

Verfasst: 29.01.2013, 19:54
von Ravenheart
zwirn, per PM, hat geschrieben:ich wäre dir sehr dankbar, wenn du mir in dem Beitrag schreibst wie du die Schwachstelle erkennst.
Taucht die Schwachstelle so gerade eben auf oder bin ich deutlich übers Ziel hinausgeschossen?
Nee, nee, hast keinen fehler gemacht! Genau DAS ist nur der Grund, warum ich schrieb
"wenn bis zur Ziel-Auszugweite keine Fehler- oder Schwachstellen mehr auftauchen"...

Holz ist 1. kein homogener Werkstoff, selbst ein scheinbar gleichmäßig gewachsenes Stück kann stärkere und schwächere Abschnitte haben, und
2. zeigen sich kleine Unterschiede manchmal eben erst, wenn die Belastung steigt. Das ist normal, aber eben auch der Grund, warum man einen Bogen immer bis zum Vollauszug LANGSAM und SCHRITTWEISE zu Ende tillern sollte!
Die meisten Staves, die bei mir NIX geworden sind, versagten erst auf den letzten 2 " Auszug...

Wenn man z.B. 24" erreicht hat, und der Bogen biegt sich perfekt, verspürt man vielleicht die Versuchung, nun einfach auf 28" zu ziehen. Das geht dann oft schief! Daher immer nur EINE Kerbe weiter und das 30 - 40 mal, DANN prüfen und NUR wenn er dann immer noch perfekt ist, auf die nächste gehen.

Gornarak hat es schon ganz gut skizziert, eine Schwachstelle wird an den angrenzenden Bereichen entlastet, so lange, bis sie verschwunden und die Biegung wieder gleichmäßig ist. Nur wenn eine angrenzende Stelle aus irgend einem Grund nicht mehr bearbeitet werden darf, muss man es woanders machen.

Etwas Theorie:
Das Grundprinzip ist ja: Schwäche ich eine Stelle, nimmt DORT die Biegung zu, und dafür im Rest - übrigens: im GANZEN Rest des gesamten Bogens! - ab...

Überlastungsfehler - also Kompressionsbrüche oder Rückenriss - entstehen durch ZWEI Faktoren:
Biegemoment (also Spannung) und Krümmungs-Radius.

Das Biegemoment wiederum ergibt sich aus Zugkraft x Hebel-Länge. An der Sehnenkerbe ist es 0. Hier wird der WA nicht gekrümmt, die Sehne möchte lediglich durch das Holz schneiden (="Scherkraft").
Mit zunehmendem Abstand von der Sehnenkerbe steigt es linear an. Dieses Biegemoment "will" das Holz krümmen.
Egal, ob ein Stück sich zum Kreis krümmt, oder so dick ist, dass es sich GAR NICHT (sichtbar) krümmt, das Biegemoment ist gleich.

Ein Rohling aber, der sich noch gar nicht krümmt, nimmt auch bei 100# Zugkraft keinen Schaden. Das selbe Stück - getillert - kann aber schon bei 40# versagen - WEIL es sich krümmt.
Erst durch die Krümmung lassen wir zu, dass der Bauch gestaucht, der Rücken gedehnt wird.
Und damit entsteht das Problem. Jedes EINZELNE Stück Holz hat seine eigene Grenze der Belastbarkeit.

Weil erst aber die Kombination den Schaden macht, ist Tiller immer ein "Zirkeltanz". Mache ich den Bogen dünner, krümmt er sich mehr, aber das Biegemoment nimmt ab (weil die Zugkraft abnimmt!), wodurch er sich wieder weniger krümmt. Es gilt also, Biegemoment und Krümmung in ein harmonisches Gleichgewicht zu bringen. Und zwar an jeder Stelle.

Das gelingt, indem Du eine gleichmäßige Krümmung erzeugst. Die Krümmung ist der "Anzeiger".
Klar, feine Unterschieder zu sehen erfordert Erfahrung. Das kommt mit der Zeit...
Darum gucken wir ja mit drauf! :)

Bei der Kringelstelle ist der Bogen also entweder einen HAUCH dünner ODER das Holz schwächer.
"Dünner" ist dabei allerding RELATIV, (er ist sicher immer noch dicker als weiter außen), aber weil sich Hebel-Länge und Kraft nun mal multiplizieren, gibt es für jede Stelle eine ideale Dicke RELATIV zum Wert der Belastung.

Und noch was kommt erschwerend hinzu:
Wenn du an einer Stelle, wo der WA 20 mm dick ist, einen mm weg nimmst, hast Du ihn um 5% geschwächt.
Nimmst Du an einer Stelle, wo er 10 mm dick ist einen mm weg, hast Du ihn DA um 10% geschwächt! D.h.. Je dünner, desto vorsichtiger muss man ran gehen...

Nun zu Deinem Bogen:
Die Schwachstelle, die gerade BEGINNT sich zu zeigen muss korrigiert werden. Wenn nix, was ich hier nicht sehen kann, dagegen spricht, etwa da, wo Gornarak es angezeichnet hat, davor und dahinter. ABER zum Ende hin etwas zaghafter, denn dort ist er ja dünner!
Und lieber 3x hintereinander zu wenig, als gleich 1x zu viel! ;)

Ist die Krümmung wieder gleichmäßig, gehst Du zur nächsten Kerbe im Auszug. Vorher nicht!

Rabe