Knochen für Nock

Hölzer, Kleber, etc.
gervase
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Knochen für Nock

Beitrag von gervase »

Bild
und ein bisschen besteck
Verstehen kann man das Leben nur rueckw?aerts, aber leben muss man es vorwaerts....
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Knochen für Nock

Beitrag von Archiv »

@sbartels
@gervase
Mit den Bildern krieg ich so richtig das "reissen" was schöneres aus Knochen zu machen als nur die Plättchen für einen Nock.

@John Turtle
Meine Knochen habe ich grob zugesägt (mit einer Decoupiersäge, Dremel oder Bandsäge geht auch) und anschliessend mit einer normalen Schleifscheibe (an der Säulenbohrmaschine) plan geschliffen. Die Pfeilspiztze habe ich mit einer Proxon Kleinstbohrmaschine mit verschiedenen Fräsaufsätzen bearbeitet.
Das alles ginge auch mit Handsäge, Raspel, Feile oder sogar mit einem Feuersteinkeil wenn ich aber schon Maschinen zur Hand habe, so bin ich meistens zu "faul" um alles von Hand zu machen.

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Harbardr
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Knochen für Nock

Beitrag von Harbardr »

einfach :-)) die Knochen in Streifen sägen (hier hat sich ein grobes Metallsägeblatt bestens bewährt) die Streifen schleif ich auf der Bandschleifmaschine zu Platten, die ich nach Belieben weiterverarbeite.

Die "Gravierungen" ritze ich mit einer alten, etwas umgeschliffenen Reissnadel ein u. füll das Angeritzte mit einem Gemisch aus Holzkohle u. einem Tropfen Leinöl (man kann aber auch schwarze Dispersionsfarbe nehmen, wenn's denn nicht authentisch sein muss). Nach kurzem Antrocknen wird die Oberfläche abgewischt. Uuuun fertig ist das Dingens.
Lediglich, wenn der Knochen stark porös ist kann's zu Schwierigkeiten kommen, da, je dünnflüssiger das schwarze Zeugs ist, es sich leichter in den Poren u. Rissen verteilt. Kann aber auch recht gut aussehen, einfach probieren.
Die tieferen Muster zeichne ich auf u. steche sie mit einem Stichel aus.
Die Kreisaugen ritze ich mit einem umgefeilten Schraubendreher (ein, oder zwei Kreise um das Zentrum).

• Nachricht wurde von Harbardr am 20.03.2003-19:27 nachbearbeitet!
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offene Fragen zu Knochen?

Beitrag von Archiv »

Was für knochen bestelle ich den am besten beim Metzger? Meine Idee wäre jetzt auf anhieb Unterkeule?

Spielt das alter von dem Vieh eine Rolle? (je älter desto poröser)?

Wie sieht es bei der bearbeitung aus? Ein satz Feilen fürs Holz, und noch einen fürs Geweih / Horn hab ich schon. Brauche ich einen dritten satz Werkzeug für die Knochen oder kann ich die Holzfeilen benutzen?

Bedanke mich schon mal auf die Resonanz meiner vielen Fragen! :-)

Nice WE
Harbardr
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"Bein" v. Rind...

Beitrag von Harbardr »

...genauer gesagt die Schienbeine von den Viehchern geben neist die stärksten Knochenplatten her. Aber vorher mal anschauen tät ich's trozdem, wegen des Auschußes.
Und das Alter der Tiere? Geschlachtet werden eh keine "Veteranen", also hab ich mir dazu noch keine Gedanken gemacht.
Zur Bearbeitung reicht Dein Feilenzeuchs, ich nehm die ganz normalen Metallfeilen (Hieb 1+2).
Holzfeilen (Raspeln) sind'n bisschen zu grob u. hinterlassen gerne unerwünschte Rillen u. Kerben.
Zum Glätten dann Schleifleinen (Körnung 120-400) u. Stahlwolle (000 + 00).
Die Politur (bei Bedarf) wird mit'm Dremel u. einem Filz nebst Polierpaste gemacht.

Die Knochen-Platten schleif ich auf'ner Bandschleifmaschine (60ger Körnung) m. Absaugung vor, eh ich sie dann händisch weiterverarbeite.
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Danke für die Auskunft

Beitrag von Archiv »

@ Harbardr,

ich denke dann bestell ich mal zum Osterlamm 2 Rinderschienbeine, bei meinem Ökometzger :)

[Nachtrag]
Eventuell könnte man ja mal diese grundsätzlichen informationen mit verweis auf (inlays; pfeilspitzen) im Lexikon aufnehmen. ;-)
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Ravenheart
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RE: Danke für die Auskunft

Beitrag von Ravenheart »

Original geschrieben von Caemalin

Eventuell könnte man ja mal diese grundsätzlichen informationen mit verweis auf (inlays; pfeilspitzen) im Lexikon aufnehmen. ;-)
...gern! Magst Du mir nen Textvorschlag per IM schicken? Warum soll ich immer alles alleine machen :D

Rabe
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Beitrag von Archiv »

eigentlich kann man Harbardr sein Posting so übernehmen, ich arbeite aber mal ein wohlfein Formulierung aus, (Lektorat übernimmst aber Du!) :D
komme ich aber erst am Montag zu! Bin morgen als Gastschütze unterwegs :-)
Steinmann

Beitrag von Steinmann »

Beim Metzger gibt es sogenannte Markknochen für Suppen etc. die haben für Nocken die richtige Länge ( ca. 4 cm ) und sind sehr günstig zu bekommen ( mein Vater bekommt die meist zum Einkauf dazugeschenkt )
komposti
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Beitrag von komposti »

moin, mir ist eine indianische entfettungsmethode für holz bekannt(vorbereitung zum sehnenbelag): holzasche in wasser gelöst und damit auswaschen.unsere altvorderen sollen sogar ihre wäsche so gewaschen haben. das kann ich mir auch bei knochen vorstellen, da alkalische wirkung (greift knochen nicht an). selbst , wenn die wirkung nur oberflächig ist, reicht wahrscheinlich die fettfreie fläche aus, um gut zu benetzen und den "welchen-auch-immer- leim aushärten zu lassen bis das restfett sich wieder gleichmäßig verteilt. ps: habe es leider noch nicht ausprobiert und qellen für diese dinge kann ich nicht angeben(gespräche mit gleichinterressierten?)
jeder vorteil wird mit einem nachteil erkauft.
Harbardr
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Knochen entfetten...

Beitrag von Harbardr »

...auf die einfache Art, wär, sie in einer leichten Sodalauge kurze Zeit (ca. 1-2 Std) zu kochen. Aber überwachen, da kochendes Sodawasser gerne überschäumt, ähnlich dem Wasser beim Nudelnkochen (nur müffelt's etwas ekeliger). :)

Soda gibt's z.B. in Pulver-, wie auch in Tablettenform im Drogeriemarkt zu kaufen.

Vorher sollte aber das Mark u. auch das Knochengewebe weitgehendst entfernt werden, da sonst zu lange gekocht werden muß u. so die Gefahr bestet, daß der Knochen an den freien Stellen zu schnell entfettet u. damit brüchig wird.

Rückfetten tu ich's nach dem Polieren mit Leinöl.
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Nacanina
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Beitrag von Nacanina »

Ich benutze nur Geweih und Horn.
Und das Zeug koche ich nicht, sondern werfe es nur vor dem Kleben kurz in Azeton.
Das langt.
Es ist sinnlos, von den G?ttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag. Epikur
Moonshadow
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Knochen

Beitrag von Moonshadow »

Hallo Leute,

hier wurde ja nun schon einiges über Knochen geschrieben und ich geb auch mal meinen Senf dazu.

Kleinteile aus Knochen:
Gut geeignet für Kleinteile aus Knochen ist das Zeugs aus den Beinscheiben (Rind). Vor dem Braten herausschneiden, das Mark heraus kratzen, den Knochenring (oder besser gleich mehrere) in einem kleinen Kochtopf ca. eine halbe Stunde in Wasser kochen um ein Großteil vom Fett und sonstigem herauszubekommen. Danach abspülen und ein paar Stunden trocknen lassen. Anschließend den / die Knochenring(e) in ein geeignetes Glas mit Schraubverschluss (Marmeladenglas, Apfelmusglas -sauber natürlich-) legen. Das Glas mit Spiritus auffüllen (oder zumindest bis die Knochen gut bedeckt sind) und das Ganze dann rund drei Wochen stehen lassen. Am Besten drei Gläser nehmen und die Knochen jede Woche ein Glas weiter schicken. Gebrauchten Spiritus in den Gläsern lassen, lässt sich mehrfach verwenden. Dadurch wird das restliche Fett aus den Knochen gelöst und sie bekommen ohne Chemie und Bleichmittel eine schöne Farbe und werden nicht so brüchig. Bearbeitung wie Metall oder sehr hartes Holz (Laubsäge. Feile, Bohrer etc.) Nach dem Bearbeiten fein Schleifen und polieren. Danischoil macht sich auch gut bei der Endbearbeitung.

Braucht man größere Teile, kann man sich auch ein ganzes Schienbein beschaffen. Das passt dann aber nicht mehr in ein Glas
Der Narr ist nicht nur Gaukler und Possenreißer, oft versüßt er mit seinem Schabernack die bittere Wahrheit.
Erbschenk
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Knochen

Beitrag von Erbschenk »

Rinderknochen auskochen, nur nicht so lange 1 Stunde, Fleisch lösen, lecker Suppe
Danach lasse ich die Knochen in einem Ameisenhaufen liegen, 1Woche, sauberer bekommst man "Sie"selber nicht.
Wegen dem vieleicht noch anhaftenden Geruch
2 - 3 Spülmaschine.

Kochen lässt sich sehr gut mit Säge und Feile dann bearbeiten.
Ich baue aus Knochen Klingen Zwingen für Messer sowie Nocken für Bögen.
Verklebung mit Epoxid.

mfg. Erbschenk
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