Idee: Drehzahlregelung für billigen Bandschleifer

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Aahz
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Idee: Drehzahlregelung für billigen Bandschleifer

Beitrag von Aahz »

Für ein ziemlich wenig benutztes Werkzeug ist es wohl manchmal vernünftiger, einfach erst mal das billigste zu nehmen. Das was allerdings wirklich nervt, ist das Fehlen einer Drehzahlregelung bei Billig-Geräten.

Eine Drehzahlregelung musste also her. Der simpelste Ansatz: ein Vorwiderstand. Hochlast-Widerstände gibts beim Elektronik-Versender. Dummerweise müssen die aufwendig gekühlt werden, wenn da 700 Watt durchjagen. Es gibt jedoch praktische, handliche ohmsche Lasten, die sich wunderbar als Vorwiderstand eignen und überall herumstehen: Lampen, Heizdecken oder Kochplatten.

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Ich habe also zwei Steckdosen in Serie geschaltet, statt wie üblich parallel. Steckt man in die eine eine Kochplatte von 700 Watt, bekommt der 700-Watt Bandschleifer nur noch halb soviel Saft wie vorher. Die Drehzahl reduziert sich allerdings überproportional, weil die Maschine eine ganze Menge Reibung im Gerät selbst überwinden muss. Dennoch ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu vorher.

Für den Vorwiderstand ist dessen Innenwiderstand von Interesse. Je mehr Watt der Verbraucher hat, desto geringer sein Innenwiderstand, und desto schneller läuft die Maschine. Ein 40 Watt-Glühobst wird dem Schleifer also nur ein leises Summen entlocken, weil dessen Widerstand einfach zuwenig für den Schleifer übrig lässt. Als Vorwiderstand eignen sich nur ohmsche Lasten wie Lampen oder Heizlüfter. Also keine weiteren Motor-getriebenen Maschinen. Der Grund liegt darin, dass Motoren über ihre Bürsten eine ungleichmäßige Last abfordern. Das würde wahrscheinlich zu einem unruhigen, vibrierenden Lauf beim Schleifer führen.

Wenn man keine geeigneten Verbraucher mit hohen Lasten zur Verfügung hat, kann man auch mehrere Glühbirnen parallel schalten, und diese Parallelschaltung dann in Reihe zum Bandschleifer. Der Innenwiderstand der Parallelschaltung errechnet sich (etwas vereinfacht) 1/Rgesamt = 1/R1 + 1/R2 + ... mit R1 etc. als Glühlampen. Man kann so auch mit etwas mehr Verkabelungsaufwand aus ein paar Glühbirnen passable 'Drehzahlregler' bauen.

Ok, wenn euch meine Lösung nicht überzeugt, habt ihr wenigstens etwas zu lachen :-)
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Frank
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Beitrag von Frank »

jaa, ok,
Da kann man ja auf der lauwarmen Platte gleich Leim warmhalten.
Könnte man nicht auch einfach zwei der Baumarkt Bandschleifer in Reihe schalten? Kosten ja nicht die Welt.
Einer mit 120'er und einer mit 400'er....
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Marty
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Beitrag von Marty »

Ich wollte mit meinem elektronischen Unwissen mal fragen, warum man zum Regeln der Wattzahl nicht einfach eine Dimmer-Steckdose nimmt?

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Amicus certus in re incerta cernitur
Aahz
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RE:

Beitrag von Aahz »

Original geschrieben von Marty

Ich wollte mit meinem elektronischen Unwissen mal fragen, warum man zum Regeln der Wattzahl nicht einfach eine Dimmer-Steckdose nimmt?
Ich kenne mich mit Elektronik ein bisschen aus (habe neben Bogenbau auch noch andere Hobbies ;-)

Dimmer für 12V-Leuchtkörper arbeiten mittels Pulslängenmodulation. Der Strom wird in sehr kurzen Abständen an- und ausgeschaltet. Üblicherweise mehr als 40kHz, sonst hört das menschliche Ohr ein Brummen in der Lampe. Je länger die Pause, desto dunkler die Lampe.

Für 230V Wechselstrom läuft das ähnlich, nur nimmt man hier die Wechselstrom-Sinuswelle (50 Hz), und schneidet von jedem Wellenberg ein Stückchen ab. Je mehr man abschneidet, desto dunkler das Licht.

Wenn man damit einen Motor regeln will, hat man nicht nur das Problem, überhaupt einen Dimmer zu finden, der >500 Watt aushält. Viel schlimmer ist, dass der Motor seinen Strom nicht wie eine Lampe gleichmäßig haben will. Vielmehr saugt er immer dann besonders viel Saft, wenn die Bürste im Motor die nächste Wicklung unter Strom setzt. Ist das Magnetfeld erst mal aufgebaut, wird wenig Strom verbraucht, bis der Rotor ein Stückchen weitergedreht hat. Verlässt die Bürste im Motor den Kontakt für diese Wicklung und kontaktiert eine neue, wird wieder abrupt mehr Strom verbraucht.

Hierbei wird nur im Mittel die auf der Maschine angegebene Leistung verbraucht, tatsächlich sind es aber stoßweise sehr viel mehr! Das machen nicht dafür ausgelegte elektronische Bauteile nicht lange mit.

Problem Nummer zwei: Interferenz. Die Modulationsfrequenz vom Dimmer ist nicht auf die Umdrehungsgeschwindigkeit vom Motor abgestimmt. Es kann also passieren, dass beispielsweise bei jedem dritten Puls der Motor grade Strom braucht, während der Dimmer grade abgeschaltet hat. Das führt zu einem unruhigen, vibrierenden Lauf. Möglicherweise merkt man das nicht mal stark, hat sich aber innerhalb kürzester Zeit die Lager im Motor ruiniert.

Genauso ist es auch, wenn man zwei Motore in Reihe schaltet. Der Takt ergibt sich dann aus der Umdrehung der Motoren, und ob sie grade viel Strom brauchen (Bürste ist auf 'neuem' Kontakt), oder wenig Strom (Bürste in der Mitte vom Rotor-Kontakt).

Das einzige, was wirklich funktioniert, sind ohmsche Lasten.
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