Scheiben-Panik
- Snake-Jo
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Scheiben-Panik
Das Thema ist sicher schon mal behandelt worden, ich möchte es jedoch nochmals aus der Sicht der Holzbogenschützen besprechen.
Wer kennt es nicht: Man steht vor dem Ziel, meist im Turnier und dann passiert es:
Man löst zu früh, der Bogen war noch nicht zur Ruhe gekommen, das Gehirn ebensowenig, der Pfeil zeigte noch 10 cm Restlänge und heraus kommt ein ziemlich misslungener ( meist auch tiefer) Schuss.
Ich arbeite seit mindestens 5 Jahren bei mir an diesem Dilemma. Als ich mir vor Kurzem ein allseits bekanntes Lernvideo zum Schiessen mit dem einfachen Bogen anschaute, stellt ich zu meinem Erstaunen fest: Ca 90 Prozent aller dargestellten Schüsse waren mies bis sehr mies und das in einem Lernvideo:
- zu kurzer Auszug
- zu kurz gehaltener Anker
- schlechter Stand
- gar kein Anker
- und immer wieder: viel zu schneller Ablass
Gut, sagen manche, ich habe halt einen fliegenden Anker wie FRED BEAR und ziele (instinktiv etc.) beim Ausziehen. Aber warum treffen sie dann nicht? Weil es sehr schwer ist, mit einem fliegenden Anker klarzukommen und eigentlich nur eines zeigt: Scheiben-Panik. Die Scheiben-Panik ist kaum jemandem bewußt und weit verbreitet. Es gibt ganze Bücher darüber.
Wer einen englischen LB oder vergleichbar langen LB schießt, sollte sich im Klaren sein: Dieser Bogentyp ist für den langen Auszug gebaut und ein langer Auszug läßt sich durch nichts ersetzen, als.... durch noch längeren Auszug. Warum fehlen dann aber immer noch 10 cm Pfeillänge beim Ablass?
Wer kennt es nicht: Man steht vor dem Ziel, meist im Turnier und dann passiert es:
Man löst zu früh, der Bogen war noch nicht zur Ruhe gekommen, das Gehirn ebensowenig, der Pfeil zeigte noch 10 cm Restlänge und heraus kommt ein ziemlich misslungener ( meist auch tiefer) Schuss.
Ich arbeite seit mindestens 5 Jahren bei mir an diesem Dilemma. Als ich mir vor Kurzem ein allseits bekanntes Lernvideo zum Schiessen mit dem einfachen Bogen anschaute, stellt ich zu meinem Erstaunen fest: Ca 90 Prozent aller dargestellten Schüsse waren mies bis sehr mies und das in einem Lernvideo:
- zu kurzer Auszug
- zu kurz gehaltener Anker
- schlechter Stand
- gar kein Anker
- und immer wieder: viel zu schneller Ablass
Gut, sagen manche, ich habe halt einen fliegenden Anker wie FRED BEAR und ziele (instinktiv etc.) beim Ausziehen. Aber warum treffen sie dann nicht? Weil es sehr schwer ist, mit einem fliegenden Anker klarzukommen und eigentlich nur eines zeigt: Scheiben-Panik. Die Scheiben-Panik ist kaum jemandem bewußt und weit verbreitet. Es gibt ganze Bücher darüber.
Wer einen englischen LB oder vergleichbar langen LB schießt, sollte sich im Klaren sein: Dieser Bogentyp ist für den langen Auszug gebaut und ein langer Auszug läßt sich durch nichts ersetzen, als.... durch noch längeren Auszug. Warum fehlen dann aber immer noch 10 cm Pfeillänge beim Ablass?
- Ravenheart
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hmmmm.... da würde ich nun aber 2 Dinge trennen wollen:
1. Scheibenpanik, also die Unfähigkeit, OHNE Erfolgsdruck ruhig und konzentriert mit dem Blick auf dem Zielpunkt zu verharren, also die 1 Sekunde des "Versinkens" im Zielpunkt, und
2. eingeschliffene Auszug / Ablassfehler!
ICH würde versuchen, die Phänomene GETRENNT anzugehen! Und zwar:
Zuerst den Auszug/Ablass "neu erlernen", also die Bewegungsabläufe und der Rhythmus SO lange bewusst korrekt ausführen, bis es auch unbewusst wieder klappt. Dabei UNBEDINGT eben gerade NICHT zielen, also vor einen Hang stellen, und nur in den Sand OHNE Zielpunkt schießen.
Klappt das wieder, dann auf einen Zielpunkt gehen, und zwar am besten bei Dämmerung/Dunkelheit, wo man die Pfeile im Ziel NICHT mehr sehen kann! Das so lange, bis sie dennoch akzeptabel im Ziel stecken!
Rabe
1. Scheibenpanik, also die Unfähigkeit, OHNE Erfolgsdruck ruhig und konzentriert mit dem Blick auf dem Zielpunkt zu verharren, also die 1 Sekunde des "Versinkens" im Zielpunkt, und
2. eingeschliffene Auszug / Ablassfehler!
ICH würde versuchen, die Phänomene GETRENNT anzugehen! Und zwar:
Zuerst den Auszug/Ablass "neu erlernen", also die Bewegungsabläufe und der Rhythmus SO lange bewusst korrekt ausführen, bis es auch unbewusst wieder klappt. Dabei UNBEDINGT eben gerade NICHT zielen, also vor einen Hang stellen, und nur in den Sand OHNE Zielpunkt schießen.
Klappt das wieder, dann auf einen Zielpunkt gehen, und zwar am besten bei Dämmerung/Dunkelheit, wo man die Pfeile im Ziel NICHT mehr sehen kann! Das so lange, bis sie dennoch akzeptabel im Ziel stecken!
Rabe
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Taran
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Stress und Leichtsinnsfehler
Zwei Dinge helfen mir (meist merke ich leider erst nach drei, vier Schüssen, dass ich angefangen habe zu schlampern):
1. Den Schuss mental durchgehen (in Gedanken sich vorstellen, wie man zieht, ankert, löst, sich vorstellen, wie der Pfeil in den Kill geht - zack!) und dann wirklich auf den kleinsten erkennbaren Fleck konzentrieren (NIE das ganze Tier - am besten den Kill, am allerbesten ein Loch im Kill oder die Federn des guten Schützen, der vor dir dran war, zerstören wollen
)
2. Mit geschlossenen Augen in die Ankerposition gehen. So kann ich mich auf das Körpergefühl konzentrieren und baue die Rückenspannung etc. auf, ohne durch den Blick auf das Ziele und den Gedanken "was ist, wenn..." oder "Mann, ist das weit..." abgelenkt zu sein.
1. Den Schuss mental durchgehen (in Gedanken sich vorstellen, wie man zieht, ankert, löst, sich vorstellen, wie der Pfeil in den Kill geht - zack!) und dann wirklich auf den kleinsten erkennbaren Fleck konzentrieren (NIE das ganze Tier - am besten den Kill, am allerbesten ein Loch im Kill oder die Federn des guten Schützen, der vor dir dran war, zerstören wollen
2. Mit geschlossenen Augen in die Ankerposition gehen. So kann ich mich auf das Körpergefühl konzentrieren und baue die Rückenspannung etc. auf, ohne durch den Blick auf das Ziele und den Gedanken "was ist, wenn..." oder "Mann, ist das weit..." abgelenkt zu sein.
Taran von Caer Dallben
[size=2] [color=blue][b]... και δÌξα ÄÉ ΘεÃŽ ![/b][/color][/size]
[size=2] [color=blue][b]... και δÌξα ÄÉ ΘεÃŽ ![/b][/color][/size]
Auch ich plage mich mit diesem Dilemma bereits mehr als 5 Jahre herum.
Wenn ich den Bogen ohne Pfeil ausziehe, kann ich ihn ohne weiteres ziehen und zwar auch bis hinter die Ohren.
Mit Pfeil (obwohl ausreichende Länge) schaffe ich es nicht; mein Gehirn sagt mir dann immer zu früh: lösen
Dann bin ich meist nicht in Ruhe, habe noch mindestens 10cm Pfeil überstehen und der Schuss geht ins Leere.
Ich nenne es daher nicht unbedingt Scheibenpanik, sondern eher Pfeilpanik.
Das gilt sowohl mit als auch ohne Ziel (Scheibe direkt 2-3m vor mir - der Pfeil KANN also nicht daneben gehen).
Das einzige was zumindest im Ansatz geholfen hatte, war tägliches konzentriertes Schießen (also kein Spaßschießen oder schon garkeinen kleinen Wettkampf) - das bekomme ich aus Zeitgründen aber nicht hin. Nein, noch nicht einmal im Monat komme ich im Moment dazu. An mir arbeiten kann ich also jetzt nicht. Vielleicht wird es im nächsten Jahr besser, wenn ich nicht mehr den Stress mit der Uni habe und doch mal öfters zum Trainieren komme.
Wenn ich den Bogen ohne Pfeil ausziehe, kann ich ihn ohne weiteres ziehen und zwar auch bis hinter die Ohren.
Mit Pfeil (obwohl ausreichende Länge) schaffe ich es nicht; mein Gehirn sagt mir dann immer zu früh: lösen
Dann bin ich meist nicht in Ruhe, habe noch mindestens 10cm Pfeil überstehen und der Schuss geht ins Leere.
Ich nenne es daher nicht unbedingt Scheibenpanik, sondern eher Pfeilpanik.
Das gilt sowohl mit als auch ohne Ziel (Scheibe direkt 2-3m vor mir - der Pfeil KANN also nicht daneben gehen).
Das einzige was zumindest im Ansatz geholfen hatte, war tägliches konzentriertes Schießen (also kein Spaßschießen oder schon garkeinen kleinen Wettkampf) - das bekomme ich aus Zeitgründen aber nicht hin. Nein, noch nicht einmal im Monat komme ich im Moment dazu. An mir arbeiten kann ich also jetzt nicht. Vielleicht wird es im nächsten Jahr besser, wenn ich nicht mehr den Stress mit der Uni habe und doch mal öfters zum Trainieren komme.
"Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann was er will, sondern dass er nicht tun muss was er nicht will" (Jean-Jacques Rousseau)
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Zentaur (✝)
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was ich ab und zu immer mal wieder mache (und auch dringend mal wieder tun sollte) ist mich ca. 3-5 mtr. vor eine grooooosse ethafoamscheibe auf unserer einschiesswiese stellen, augen zu und dann mit geschlossenen augen nur auf den ganzen ablauf achten: pull-and push, rückenspannung, druck auf der bogenhand, druck gleichmässig auf den fingern der zughand, ankerpunkt, dann "ein-und-zwan-zig...." und lösen.
kurz schauen wo der pfeil steckt und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal..........
und irgendwann ist der ablauf wieder drin.
kurz schauen wo der pfeil steckt und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal, und nochmal..........
und irgendwann ist der ablauf wieder drin.
was interessiert mich mein dummes geschwätz von gestern. :)
(K. Adenauer)
(K. Adenauer)
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Karl-Heinz
Hallo zusammen,
ich habe noch nicht sooo viel Erfahrung im schießen, kann aber sagen das ich vorletztes Wochenede auf dem Parcour in Siegburg begnadenswert schlecht geschossen habe. Der Grund ist auch recht einfach nachzuvolziehen, ich habe bis vor 2 Wochen immer täglich meine Übung, wie von Zentaur beschrieben, genacht also rund 100 Schuß am Tag. Bei o.g. Runde fing ich auf einmal an mir Gedanken zu machen ob der Ablauf stimmt usw. Ich weis nicht ob das jetzt unbedingt Scheibenpanik ist, aber als mir dann ob der schlechten Ergebnisse alles egal war hab ich einen Wisent o.ä. aus ca. 50 m ins Kill getroffen, Zufall oder nicht mag dahin gestellt sein. Ich "trainiere" jetzt wieder das einfach "so" schießen.
K-H
ich habe noch nicht sooo viel Erfahrung im schießen, kann aber sagen das ich vorletztes Wochenede auf dem Parcour in Siegburg begnadenswert schlecht geschossen habe. Der Grund ist auch recht einfach nachzuvolziehen, ich habe bis vor 2 Wochen immer täglich meine Übung, wie von Zentaur beschrieben, genacht also rund 100 Schuß am Tag. Bei o.g. Runde fing ich auf einmal an mir Gedanken zu machen ob der Ablauf stimmt usw. Ich weis nicht ob das jetzt unbedingt Scheibenpanik ist, aber als mir dann ob der schlechten Ergebnisse alles egal war hab ich einen Wisent o.ä. aus ca. 50 m ins Kill getroffen, Zufall oder nicht mag dahin gestellt sein. Ich "trainiere" jetzt wieder das einfach "so" schießen.
K-H
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Juergen Becht
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Naja, zuviel ist auch nicht gut.ich habe bis vor 2 Wochen immer täglich meine Übung, wie von Zentaur beschrieben, genacht also rund 100 Schuß am Tag
Ich hab mir angewöhnt, in dem Moment mit dem 'Trainieren' aufzuhören, wenn ich merke, es wird schlechter.
Dann gehts auf den Parcour, und es wird nur noch zum entspannen geschossen.
So kann es passieren, das ich mal 1 Stunde 'Trainiere', oder mal nur 10 Minuten.
Denn wenn man verzweifelt versucht seine Anzahl Schüsse abzugeben, bringt das alles durcheinander.
Das Gehirn soll ja lernen, sich schüsse einzuprägen, und da ist Stress nicht unbedingt förderlich.
- kra
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Scheibenpanik und intuitives Schießen. Ich bin mir Unsicher, wie das zusammen geht.
Am WE konnte ich bei mir beobachten, das typisch 2 Arten von Fehlern auftraten:
1. ich war mir während dem Schußverlauf unsicher über das anhalten. I.d.Regel habe ich dann darüber geschossen. Ich habe beobachtet, das der Pfeil beim Spannen im Ziel war, ich aber beim Abschuß etwas höher gegangen bin. Das war verstärkt zu Beginn der Fall, als ich mich noch nicht auf den Bogen "eingeschossen" hatte. Trat aber immer wieder über den ganzen Tag hin auf, später jedoch mit geringeren Abweichungen von der "Ideal-lage".
2. Die Schüsse, die einfach "schei..." waren. Nicht für die Entfernung passend ausgezogen, Bogenarm nicht in Ruhe, Hand nicht sauber/zu langsam/ zu schnell geöffnet, gerupft oder was der klassischen fehler noch sind - also unkonzentriert geschossen
2. sind einfach Konzentrationsmängel, die erste gruppe kann aber, wenn die innere Ruhe fehlt, durchaus zu so etwas, sie es die Fiat's mit Scheibenpanik bezeichnen, führen.
Abhilfe? Für mich? Immer entspannter schießen, kein Schuß muß unbedingt treffen und auf die intuitiven Abläufe vertrauen?? ich weiß nicht wirklich, ob es da Patentrezepte gibt?
P.S: ich gehöre zu denen, die mit "Luftanker" schießen und nicht immer voll ausziehen. Mein "Ankerpunkt" für lange Schüsse liegt im Schultergürtel, wenn es sich da "richtig" anfühlt liegt auch die Pfeilspitze am Bogen. Und wenn jetzt noch der Bogenarm in Spannung bleibt kommt der Pfeil i.d.R. sauber raus.
Am WE konnte ich bei mir beobachten, das typisch 2 Arten von Fehlern auftraten:
1. ich war mir während dem Schußverlauf unsicher über das anhalten. I.d.Regel habe ich dann darüber geschossen. Ich habe beobachtet, das der Pfeil beim Spannen im Ziel war, ich aber beim Abschuß etwas höher gegangen bin. Das war verstärkt zu Beginn der Fall, als ich mich noch nicht auf den Bogen "eingeschossen" hatte. Trat aber immer wieder über den ganzen Tag hin auf, später jedoch mit geringeren Abweichungen von der "Ideal-lage".
2. Die Schüsse, die einfach "schei..." waren. Nicht für die Entfernung passend ausgezogen, Bogenarm nicht in Ruhe, Hand nicht sauber/zu langsam/ zu schnell geöffnet, gerupft oder was der klassischen fehler noch sind - also unkonzentriert geschossen
2. sind einfach Konzentrationsmängel, die erste gruppe kann aber, wenn die innere Ruhe fehlt, durchaus zu so etwas, sie es die Fiat's mit Scheibenpanik bezeichnen, führen.
Abhilfe? Für mich? Immer entspannter schießen, kein Schuß muß unbedingt treffen und auf die intuitiven Abläufe vertrauen?? ich weiß nicht wirklich, ob es da Patentrezepte gibt?
P.S: ich gehöre zu denen, die mit "Luftanker" schießen und nicht immer voll ausziehen. Mein "Ankerpunkt" für lange Schüsse liegt im Schultergürtel, wenn es sich da "richtig" anfühlt liegt auch die Pfeilspitze am Bogen. Und wenn jetzt noch der Bogenarm in Spannung bleibt kommt der Pfeil i.d.R. sauber raus.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
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Karl-Heinz
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Juergen Becht
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RE:
Hallo,
nach dem gestrigen Tag kann ich auch etwas zu der Panik sagen.
Das war nach meinem Empfinden nicht das Problem eines schlechteren Ankerns sondern ein mentaler Druck, den ich mir aufgebaut habe. Mit den Gedanken "Das Krokodil, der Hase, der Bär muss jetzt im ersten Schuss getroffen werden, der Kollege hat jetzt 10 Punkte Vorsprung..." habe ich mich unter Druck gesetzt, so dass ich eine Jahreskarte der DB "gewonnen" habe (so viele Fahrkarten...).
Nach der Dopingstation, der Hunger war gestillt und ich hatte mich mit meinem Ergebnis abgefunden, lief es. Ohne Druck einfach das Tier gesehen, Pfeil auf die Sehne, Auszug, Lösen, gut wars.
Für mich steht fest: Scheibenpanik ist mentaler Druck, treffen zu müssen.
Viele Grüße
Christian
nach dem gestrigen Tag kann ich auch etwas zu der Panik sagen.
Das war nach meinem Empfinden nicht das Problem eines schlechteren Ankerns sondern ein mentaler Druck, den ich mir aufgebaut habe. Mit den Gedanken "Das Krokodil, der Hase, der Bär muss jetzt im ersten Schuss getroffen werden, der Kollege hat jetzt 10 Punkte Vorsprung..." habe ich mich unter Druck gesetzt, so dass ich eine Jahreskarte der DB "gewonnen" habe (so viele Fahrkarten...).
Nach der Dopingstation, der Hunger war gestillt und ich hatte mich mit meinem Ergebnis abgefunden, lief es. Ohne Druck einfach das Tier gesehen, Pfeil auf die Sehne, Auszug, Lösen, gut wars.
Für mich steht fest: Scheibenpanik ist mentaler Druck, treffen zu müssen.
Viele Grüße
Christian
-
Karl-Heinz
@ trollmann
das mit dem treffen müssen beschreibt es ziemlich gut. Als ich permanent daneben gehalten habe war ich mit 3 anderen auf dem Parcour wobei einer Comp. blank und ein Zweiter einen Jagdrecurve mit Schußfenster hatte. Ich glaube es war dann bei mir wohl das "mithaltenwollen" was alles versaut hat.
K-H
das mit dem treffen müssen beschreibt es ziemlich gut. Als ich permanent daneben gehalten habe war ich mit 3 anderen auf dem Parcour wobei einer Comp. blank und ein Zweiter einen Jagdrecurve mit Schußfenster hatte. Ich glaube es war dann bei mir wohl das "mithaltenwollen" was alles versaut hat.
K-H
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Scheiben-Panik
für mich ist es der Punkt 1, den Rabe nannte:
Das Versinken, Verharren für eine Sekunde (= 10 Zehntelsekunden) im Ziel bzw. das mentale Ausrichten des inneren Visiers beim instinktiven Schießen auf den Zielpunkt und damit auch das Ausrichten des Bogens in der Ruhe.
Ich wollte nicht alle möglichen Fehler hier besprechen, sondern tatsächlich das zu schnelle Lösen OHNE den o.g. Aspekt des Verharrens, Ausrichtens.
Ich habe gerade die Vereinsmeisterschaft in der Halle geschossen ( FITA Halle 18 m) mit einem für mich normalen Ergebnis. Es war eine Mischung aus Fred Bear Stil und echten Ankerschüssen mit Einordnen des Ziels. Die "Fred Bear-Schüsse" kann ich auch; es sind nicht unbedingt schlechte Schüsse. Aber: So richtig wohl fühlen tu ich mich, wenn ich wirklich die Körperspannung aufbaue, den Bogen für eine Sekunde lang ausrichte und dann im Ziel löse und auf den Punkt treffe.
@Netzwanze: So ähnlich geht es mir wie dir, nur dass schon richtig ankere, nur leider zu schnell löse.
@Taran: Ja, die Techniken zum Abbau sind gut und richtig. Nur leider schleicht sich immer wieder dieses schnelle Lösen ein.
Tatsächlich gibt es nur ganz wenige "gute" Schützen, die mit dem "Blitzanker" herausragende Ergebnisse schießen. Mit Luftanker ist mir kein einziger bekannt, jedenfalls niemand, der kostant seine Treffer macht auf allen Entfernungen. Dagegen habe ich einige sshr gute Schützen beobachtet, die voll ausziehen, Schulterspannung aufbauen und dann für eine gewisse Zeit (1-2 sec) im Zielen verharren und dann treffen. Es sind jedoch sehr oft LB-glass-Schützen.
Das Versinken, Verharren für eine Sekunde (= 10 Zehntelsekunden) im Ziel bzw. das mentale Ausrichten des inneren Visiers beim instinktiven Schießen auf den Zielpunkt und damit auch das Ausrichten des Bogens in der Ruhe.
Ich wollte nicht alle möglichen Fehler hier besprechen, sondern tatsächlich das zu schnelle Lösen OHNE den o.g. Aspekt des Verharrens, Ausrichtens.
Ich habe gerade die Vereinsmeisterschaft in der Halle geschossen ( FITA Halle 18 m) mit einem für mich normalen Ergebnis. Es war eine Mischung aus Fred Bear Stil und echten Ankerschüssen mit Einordnen des Ziels. Die "Fred Bear-Schüsse" kann ich auch; es sind nicht unbedingt schlechte Schüsse. Aber: So richtig wohl fühlen tu ich mich, wenn ich wirklich die Körperspannung aufbaue, den Bogen für eine Sekunde lang ausrichte und dann im Ziel löse und auf den Punkt treffe.
@Netzwanze: So ähnlich geht es mir wie dir, nur dass schon richtig ankere, nur leider zu schnell löse.
@Taran: Ja, die Techniken zum Abbau sind gut und richtig. Nur leider schleicht sich immer wieder dieses schnelle Lösen ein.
Tatsächlich gibt es nur ganz wenige "gute" Schützen, die mit dem "Blitzanker" herausragende Ergebnisse schießen. Mit Luftanker ist mir kein einziger bekannt, jedenfalls niemand, der kostant seine Treffer macht auf allen Entfernungen. Dagegen habe ich einige sshr gute Schützen beobachtet, die voll ausziehen, Schulterspannung aufbauen und dann für eine gewisse Zeit (1-2 sec) im Zielen verharren und dann treffen. Es sind jedoch sehr oft LB-glass-Schützen.
Atem kann ein Schlüssel sein
All die angesprochen Dinge und Abläufe sind sicher wichtig und richtig. Die Frage die sich jedoch stellt ist, wo entsteht die "Panik" - ich für mich kann da nur sagen, eine Sache des Kopfes und eine typische Versagensangst - weil ich etwas haben will, nämlich unbedingt einen guten Schuß bzw. den Pfeil im Kill, anstatt genau in diesem Augenblick zu sein. Diesen Zustand erreiche ich jedoch nicht mit meinem Denken, sondern auschließlich mit dem Erspüren des Augenblicks, der momentanen Situation und das funktioniert bei mir über meinen Atemrhythmus.
Wenn ich mit dem Kopf an den Schuß ran gehe gehts meistens in die Hose. Also - raus aus der Birne, rein in den Bauch, auf guten Stand und Erdnung achten und den gesamten Schußablauf in einem Atemzyklus durchführen - ihn vom Atem kontrollieren lassen. Einatmen - Bogen anheben und Konzentration auf den kleinstmöglichen Zielpunkt, mit Beginn der Ausatmung beginnt auch der Auszug. Der Ablass geschieht quasi von selbst, wenn die Ausatmung beendet ist.
Mehr auf die Atmung zu achten und mit, anstatt "gegen" sie zu schießen ist sicher eine Überlegung und Übung wert. Häufig stockt in "Paniksituationen" der Atem und genau in diesem Moment verkrampft auch der ganze Körper - Atem im Fluß alles im Fluß.
Wenn ich mit dem Kopf an den Schuß ran gehe gehts meistens in die Hose. Also - raus aus der Birne, rein in den Bauch, auf guten Stand und Erdnung achten und den gesamten Schußablauf in einem Atemzyklus durchführen - ihn vom Atem kontrollieren lassen. Einatmen - Bogen anheben und Konzentration auf den kleinstmöglichen Zielpunkt, mit Beginn der Ausatmung beginnt auch der Auszug. Der Ablass geschieht quasi von selbst, wenn die Ausatmung beendet ist.
Mehr auf die Atmung zu achten und mit, anstatt "gegen" sie zu schießen ist sicher eine Überlegung und Übung wert. Häufig stockt in "Paniksituationen" der Atem und genau in diesem Moment verkrampft auch der ganze Körper - Atem im Fluß alles im Fluß.
Hallo zusammen,
da ich fast immer mit ähnlichen Problemen kämpfe hier meine Gedanken dazu:
- der verkürzte Auszug hat sich bei mir eingeschlichen, als ich meinen ersten Selfbow gebaut hatte
- das waren mehrere Punkte denke ich:
-- die Angst daß er bricht
-- das Auszugsdiagramm, das eben doch hinten mit größeren Auszug stärker ansteigt
-- aber für mich ganz wesentlich:
es ist am Anfang viel schwieriger sauber zu lösen bei vollem Auszug!
Dazu kommt:
Ich bin der Ansicht, daß es fast unmöglich ist mit einem Selfbow gute Ergebnisse zu schiessen, wenn man 1 oder 2 Sekunden im Anker verharrt. Ich kenne im süddeutschen Raum nur einen der dies kann! Bei allen anderen liegt der Punkt des Verharrens deutlich unter 1 Sekunde oder findet praktisch nicht statt.
Ich weiß nicht genau woran das liegt. Ich denke da spielen viele Faktoren zusammen: kein Schussfenster, kein schweres Griffstück, meisten kein genau definierter Druckpunkt. Aber das sind nur Vermutungen.
Für mich ist Fakt, wenn ich versuche mit einem Selfbow 1 oder gar 2 Sekunden zu ankern, fängt mein Pfeil zu 90% an am Bogen zu schlagen und fliegt zwar schnell, aber von gerade kann keine Rede sein.
Und weil mein Unterbewußtsein genau das schon immer wußte und ich im Turnier natürlich treffen will, verkürzt sich dort der Auszug und die Ankerzeit fast wieder automatisch. Die Trefferquote ist damit gut, aber eben nicht sehr gut.
liebe Grüße benzi
PS @munindra
das mit der Atmung ist wirklich sehr entscheidend, das merkt man besonders auf dem Pferderücken, denn das Pferd reagiert auf den angehaltenen Atem meist verspannt bis panisch
da ich fast immer mit ähnlichen Problemen kämpfe hier meine Gedanken dazu:
- der verkürzte Auszug hat sich bei mir eingeschlichen, als ich meinen ersten Selfbow gebaut hatte
- das waren mehrere Punkte denke ich:
-- die Angst daß er bricht
-- das Auszugsdiagramm, das eben doch hinten mit größeren Auszug stärker ansteigt
-- aber für mich ganz wesentlich:
es ist am Anfang viel schwieriger sauber zu lösen bei vollem Auszug!
Dazu kommt:
Ich bin der Ansicht, daß es fast unmöglich ist mit einem Selfbow gute Ergebnisse zu schiessen, wenn man 1 oder 2 Sekunden im Anker verharrt. Ich kenne im süddeutschen Raum nur einen der dies kann! Bei allen anderen liegt der Punkt des Verharrens deutlich unter 1 Sekunde oder findet praktisch nicht statt.
Ich weiß nicht genau woran das liegt. Ich denke da spielen viele Faktoren zusammen: kein Schussfenster, kein schweres Griffstück, meisten kein genau definierter Druckpunkt. Aber das sind nur Vermutungen.
Für mich ist Fakt, wenn ich versuche mit einem Selfbow 1 oder gar 2 Sekunden zu ankern, fängt mein Pfeil zu 90% an am Bogen zu schlagen und fliegt zwar schnell, aber von gerade kann keine Rede sein.
Und weil mein Unterbewußtsein genau das schon immer wußte und ich im Turnier natürlich treffen will, verkürzt sich dort der Auszug und die Ankerzeit fast wieder automatisch. Die Trefferquote ist damit gut, aber eben nicht sehr gut.
liebe Grüße benzi
PS @munindra
das mit der Atmung ist wirklich sehr entscheidend, das merkt man besonders auf dem Pferderücken, denn das Pferd reagiert auf den angehaltenen Atem meist verspannt bis panisch