Schweizer Pistolenarmbrust aus dem frühen 19. Jahrhundert

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Powderburner
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Schweizer Pistolenarmbrust aus dem frühen 19. Jahrhundert

Beitrag von Powderburner »

Liebes Forum,

ich beschäftige mich mit der Entwicklung der Schusswaffen im 19. Jahrhundert. Dabei bin ich auf eine Waffe des schweizer Büchsenmachers Frédéric Siber aus Morges bei Lausanne gestossen, dessen Lebenswerk die Herstellung präziser, pulverbetriebener Scheibenwaffen war. Meine Fragen beziehen sich auf eine Pistolen'armbrust'. Darf ich euer Schwarmwissen anzapfen und um einen Blick in die Glaskugel bitten?
In dem angefügten Bild seht ihr eine Pistole, die folgende Fragen aufwirft:
-Wurden damit Bolzen oder Kugeln verschossen? Womit wäre die Eigenpräzision besser?
-Was ist ein möglicher Einsatzzweck, welche Entfernungen und welche Präzision ist realistisch?
-Steht die sehr aufwendige Visierung im Kontrast zur kurzen Visierlinie?
-Gibt es andere Beispiele für solche Konstruktionen?

Vielen Dank und herzliche Grüße
Powderburner
Frédéric Sieber, Morges
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apaloosa
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Re: Sch.weizer Pistolenarmbrust aus dem frühen 19. Jahrhundert

Beitrag von apaloosa »

Hallo,
ich sehe da keine Vorrichtung (Piston, Zündhütchen....) zur Zündung von Schwanzpulver. Der Lauf soll da wohl den Bolzen (Pfeil) "stabilisieren".

VG Harald
Indie12
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Re: Schweizer Pistolenarmbrust aus dem frühen 19. Jahrhundert

Beitrag von Indie12 »

Mal frei phantasiert: der Herr Siber hatte sich auf die Herstellung von Scheibenwaffen spezialisiert schreibst du. Also Waffen für Sportschützen? Könnte die Armbrust vllt dem Training gedient haben? Und um Schwarzpulver zu sparen, wurden hier Kugeln mit Bogenkraft auf kurze Distanz geschossen?
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Re: Schweizer Pistolenarmbrust aus dem frühen 19. Jahrhundert

Beitrag von MrCanister123 »

Indie12 hat geschrieben: ↑01.10.2026, 10:22 Mal frei phantasiert: der Herr Siber hatte sich auf die Herstellung von Scheibenwaffen spezialisiert schreibst du. Also Waffen für Sportschützen? Könnte die Armbrust vllt dem Training gedient haben? Und um Schwarzpulver zu sparen, wurden hier Kugeln mit Bogenkraft auf kurze Distanz geschossen?
Das war tatsächlich auch meine Idee dazu, ein Pfeil bekommt man ja da auch fast ned rein..
Aber im gespannten Zustand bekommst vorne gut die Kugel rein
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Hieronymus
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Re: Schweizer Pistolenarmbrust aus dem frühen 19. Jahrhundert

Beitrag von Hieronymus »

Screenshot_2026-10-01-12-05-19-293_com.android.chrome.jpg
Diese Art Büchsenarmbrust wurden bei Turnieren im Innenraum verwendet. Ich gehe davon aus , um auf Schwarzpulver verzichten zu können, würden sie mir einem Bogen versehen...

LG Markus
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Re: Schweizer Pistolenarmbrust aus dem frühen 19. Jahrhundert

Beitrag von Ravenheart »

-Wurden damit Bolzen oder Kugeln verschossen?
Ich tippe auf Kugeln.

Womit wäre die Eigenpräzision besser?
Bolzen.

-Was ist ein möglicher Einsatzzweck, welche Entfernungen und welche Präzision ist realistisch?
15 - 30 m, auf 15 m Bieruntersetzer, auf 30 m Teller.

-Steht die sehr aufwendige Visierung im Kontrast zur kurzen Visierlinie?
Klar, is ja aber bei jeder Pistole so.

-Gibt es andere Beispiele für solche Konstruktionen?
Sicher, ich hab aber keine parat...
Such bei Wikipedia mal "Balester"

Rabe
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Re: Schweizer Pistolenarmbrust aus dem frühen 19. Jahrhundert

Beitrag von kyudodetmold »

Wenn ich den Bereich näher betrachte, in dem die Sehne bei gespanntem Zustand liegt, wird vor dem Rohr ein Freiraum erkennbar.
Dort ist eine kleine Mulde zu sehen. Eine lose in das Rohr von vorne eingeführte Kugel würde vermutlich hin und her rollen.
Daher meine Vermutung: bolzenähnliches Projektil, das von vorne durch den Lauf bis in die Position der gespannten Sehne geführt wurde.
Ein Stückchen Werg am Ende des Bolzens könnte zum einen für den geraden Flug einen sauberen/dichten/stabilen Kontakt zum Innenrohr herstellen - und vielleicht noch als Mini-Stabilisierung dienen.
So würde ich das vermutlich bauen. -
Am Rande: Schon mit 13 Jahren habe ich einen funktionsfähigen Vorderlader aus einem Eisenrohr gebastelt, so wie ich es in einem Abenteuerkrimi im Fernsehen gesehen habe. Streichholzköpfe als Treibladung, Nägel als Geschosse und ein Lötkolben als „Auslöser". Später eine Öffnung für einen Streichholzkopf im Rohr, der mit der Reibefläche in Brand gesetzt werden konnte. Das Ganze wurde an einem entsprechend langen Holzstück mit Draht befestigt. Heute vermutlich eine „verbotene" Waffe.
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Re: Schweizer Pistolenarmbrust aus dem frühen 19. Jahrhundert

Beitrag von Hieronymus »

Ich habe nochmal Tante Gockel gefragt und die hat gesagt es wurden Stahlkugeln oder Steine verschossen...
Screenshot_2026-10-01-17-41-17-071_com.android.chrome.jpg
Also Pfeile mit sowas zu verschießen macht für mich keinen Sinn, da kann ich gleich mit einer normalen Armbrust schießen.
In den Innenräumen wird die Distanz auch nicht so groß gewesen sein
LG Markus
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Re: Schweizer Pistolenarmbrust aus dem frühen 19. Jahrhundert

Beitrag von Powderburner »

Vielen Dank euch allen für die Denkanstöße! Konsens scheint zu sein, dass damit in Räumen geschossen wurde. Zum 'Warum' könnte ich beisteuern, dass vl. im Winter trainiert wurde und ein Raum nach wenigen Schüssen mit Schießpulver vernebelt gewesen wäre. Ich füge noch ein Bild an, das ich im Museum Grand Curtius in Liége aufgenommen habe. Die Waffe ist eine voll 'ausgewachsene' Armbrust mit Lauf. Haltet ihr das ebenfalls für ein Trainingsgerät oder sollte damit Wirkung erzielt werden?
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sog. "Laufarmbrust", Grand Curtius, Liége
sog. "Laufarmbrust", Grand Curtius, Liége
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