Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Themen zum Bogenbau
Johnny Bravo
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Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von Johnny Bravo »

Hallo!

Ich habe bisher einen Rattan Manau Recurve und einen Langbogen (Englisches design) aus Hickory gebaut.

Mein Bogen Interesse kommt so alle paar Jahre wieder und nun würde ich gerne aus einem Hickory Stave einen Langbogen mit flachem Desgin bauen.

Beim Aufzeichnen dieses Designs (https://t.ly/Dxs2O)
bin ich aber drauf gekommen das mein Stave auf keinen Seiten 5cm aufweist.

Die Maße des Rohlings sind 3,3x3,9cm Nun die Frage: ist das zu wenig oder kann ich da ein flaches Design realisieren?

Und weil ich das jetzt schon so oft gesehn habe: soll der Griff, von der Seite aus betrachtet, immer dicker sein als die Wurfarmbreite kurz nach den fades? Gibts da eine Faustregel?

Vielleicht hat ja wer sogar eine Anleitung für schmälere Flachbogen. :D??

Danke für eure Bemühungen und verzeiht den ein oder anderen Fehler in der Formulierung oder fehlende Infos. Ich bin dahingehend ein Anfänger :)

Euer Johnny
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kra
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von kra »

Erste Frage - welches Zuggewicht willste denn erreichen?
Zweite Frage - wie lang soll das Ding denn werden?

3,9cm Breite reicht schon mal sicher für einen brauchbaren Bogen. Such mal hier nach dreieckigen Wurfarmen (also ein seeehr langgestrecktes Dreieck ;-) ), das bietet gerade bei Hickory, wo es nicht so sehr auf den unverletzten Jahresring ankommt, seine Vorteile.

Zum Griff - Nö da gibt es keine "Faustregel", wenn der Griff sich nicht mitbiegen soll muß er halt entsprechend dick genug sein. Wieviel das ist ist ne Holz- und Designfrage. So dick wie der Bogen breit ist höre ich das erste mal.
Als echte Faustregel kannst du aber nehmen: Doppelte Dicke gibt 8-fache Steifigkeit, doppelte Breite doppelte Steifigkeit.

PS. Willkommen bei FC. Schreib mal was über dich und deine Bogenerfahrungen.
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schnabelkanne
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von schnabelkanne »

Servus und herzlich willkommen.
Wie schon vom Kollegen gesagt, zuerst mal wie stark soll der Bogen werden, wieviel Auszug brauchst du und dann ein paar Bilder mit genauen Daten des Rohlings und ja, welches Design soll es werden?

a) steifer Griff (D-förmige Biegung) oder
b) mitbiegender Griff (C-förmige Biegung)
Lg Thomas
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Johnny Bravo
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von Johnny Bravo »

Hallo zusammen,

Zumindest bleibe ich mir Treu. Das Interesse kommt tatsächlich alle paar Jahre haha. Der Hickory Stave hat nun 3 Jahre im Heizkeller gelegen und ich möchte nun endlich anfangen.

Dennoch vielen Dank für eure Antworten Ich habe versucht sie zu beantworten. Mein größtes Problem ist das Design und die Maße mal auszuarbeiten damit ich auch anfangen kann. Dabei habe ich einfach keinen plan wie man da vorgeht oder wie man erlennt welche Seite der Rücken der Bauch wird.

Ich hatte schonmal ein Design aufgezeichnet(sieht man mit Bleistift am Bogen) mich aber dann entschieden die andere Seite zu nehmen da ich fand die Jahresringe ergänzen sich nicht positiv mit dem Design siehe Foto Nr. 10. Deswegen hatte ich das Holz um 90 Grad gedreht und den ring versucht anzuzeichnen bei Nr.9.


Einig bin ich mir selbst bei den mit rot markierten Bereichen ich ich wegschneiden möchte. Sonst bin ich sehr verwirrt was jetzt eine gute Seite wäre und welche gar nicht. Ich habe den Stave von Yousakka Webshop und der äußert nette Verkäufer meinte eigentlich lässt hickory jedes Design halbwegs zu und ich soll nicht so viel über Jahresringe nachdenken. Was meint ihr?

Zu euren Fragen: ich habe keine Ahnung wie Stark. Ich habe mich bis jetzt eher für den Bau und wenig für das Schießen interessiert und wüsste auch nicht wieviel lbs ein starker oder schwacher Bogen ist oder was ich ziehen kann. Ich wiege 60kg und bin 1,76 groß falls das weiter hilft ;)

Der Stave hat wie gesagt die Maße 200x3,9x3,3cm. Beim Griff bin ich überfragt. Meine beiden Bögen haben ein D Profil. Der eine aus Rattan Manau der andere auch aus Hickory. Für Beide hatte ich eine Anleitung die alles vorgegeben hat. Der aus Manau wurde ein Recurve. Der andere ein klassischer Langbogen.

Der Langbogen ist mir leider eingerissen als ich ihn zu früh bespannt habe. Musste ich leider schleifen bis nachdem Riss und jz ist es eher ein schöner Kinderbogen.

Soviel dazu. Wenn eich noch was abgeht gebt gerne Bescheid.

Glg und herzlichen Dank und alles gute Kra im Nachhinein wie ich gelesen habe.

LG,
Johnny
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von Bogenbas »

Ich würde diese Seite als Bogenrücken nehmen.
IMG_3413.jpeg
Über die Jahresringe musst du dir für den Anfang keine weiteren Gedanken machen. Einfach auf der von mir markierten Seite nochmal aufzeichnen was du auf der anderen gezeichnet hast. Nur mach die Enden ein wenig schmäler. 12-15mm sind da genug. Wenn du schon einen Bogen hast, kannst du ja anhand dessen ca schätzen ob er etwas stärker oder schwächer werden soll.
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von schnabelkanne »

Hickory geht gut mit stehenden Ringen, da brauchst du keinen durchgehenden Ring.
Wichtig ist, Totäste oder sonstige Fehlstellen im Holz nicht in der Hauptbiegezone, auch Verfärbungen und Wirbel im Holz meiden.
Ich hab schon einen kurzen Bogen aus Hickory gebaut, wo die Ringe alle 20 cm schräg vom Rücken zum Bauch rauslaufen und der hält noch immer.
Lg Thomas
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von Ravenheart »

Hmmja, doof ist allerdings, wenn eine Seitenhälfte aus Kernholz, die andere Hälfte aus Splintholz besteht, dann könnte er schief ziehen...

Leider sieht.man auf keinem Foto den Maserungsverlauf über die ganze Länge... aber falls machbar, würde ich hier zu liegenden Ringen tendieren..

Rabe
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von Johnny Bravo »

Hallo!

Vielen Dank fürs Zeit nehmen eich allen.

Ich habe alle Seiten abfotografiert und sortiert in diesem Ordner abgelegt:
https://www.dropbox.com/scl/fo/rcfq2ght ... 3dzq6&dl=0

Seite A ist die Seite die Bogenbas schon erwähnt hatte. Das mit dem Kern und Splintholz hatte ich mir auch schon gedacht. Eigentlich müsste ich den Rücken entlang des Splintholzes anlegen. Nur dafür ist der Schnitt des Staves zu schräg.Um Es komplett neu zu Hobeln ist zu wenig Material da denke ich.

Danke und schönen Dienstag Abend,
Johnny
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von Ravenheart »

Danke erst mal für die fleißigen Fotos!
Leider frisst der grüne Hintergrund viel Kontrast.
Ja, der Maserungsverlauf sieht leider nicht so aus, als könne man einen durchgehenden Ring finden (und noch genug Dicke behalten)...
Vielleicht gibt es ja 2 Ringe in verschiedenen Lagen, die sich dann im Griff überlappen?
Auf den ersten Blick allerdings nicht, weil die größten Wellen eher an ungünstigen Stellen sitzen...
Trotzdem bleibe ich dabei: am besten wäre, man hätte einen Splintrücken und einen Kernbauch... auch wenn die Ringe dann im Verlauf wechseln.

Gelingt das gar nicht, gibt es immer noch eine ganz andere Lösung:
Arbeite einen Stab heraus, der so gut es geht dem Faserverlauf folgt, und an jeder Stelle einen kreisrunden Querschnitt hat, zu den Enden hin dünner wird und sich ein wenig biegt.

Dann bringe eine Sehne an und ziehe ein wenig aus.

Dabei dreht sich der Stab von selber in eine Position, die ausgewogen ist.

Nun markiere auf der Oberseite auf ganzer Länge den höchsten Punkt der Wölbung. Das ist dann Deine Rücken-Mittellinie.

Dann versuche den Rücken so zu bearbeiten, dass seine Ringe möglichst lang durchlaufen. Ich sag mal als Daumenwert: 4, max 5 Ringwechsel über die ganze Länge.

Dann bearbeite den Bauch, so dass Du einen gleichmäßig verlaufenden Dickentaper hast.

Jetzt noch mal etwas ausziehen und checken, ob die Rückenlinie immer noch oben ist. Falls nicht, neue Rückenlinie definieren. Du musst dem Holz folgen, nicht es zwingen.

Hast Du die Rückenlinie bestätigt oder nachjustiert, beginne mit dem Tillern.

Rabe
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von Ravenheart »

PS:
So was geht gar nicht, das würde selbst das tolerante Hickory überfordern!
Screenshot_20260603_073522_Chrome.jpg
Rabe
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von Johnny Bravo »

Guten Morgen!

Danke Rabe. Das Design am Bogen des Fotos hatte ich schon zu Beginn verworfen. Hätte diese Seite an der das Design aufgezeichnet ist, als Bauch verwendet damit das Kernholz sich nicht strecken muss.

Somit kommt nur Seite A in Frage.

Was hältst du davon mit dem E-hobel bei rot eine Linie zu ziehen und dann dort das Design aufzutragen. Dann könnt ich versuchen dem Jahresring bzw. den Rücken dort anzulegen wo die natürlich Rundung des Baumes/Rinde war.
Ohne Titel.jpeg
Meine Zweite Idee wäre, einfach den Bogen kürzer zu machen und Seite A an der Lila Linie zu trennen. Dann lasse ich die Windung fast außen vor und habe nur in den Tips die letzten Ausreißer - dafür im Wurfarm gerade fasern.

Wie würdet ihr eigentlich den Stave beurteilen ;)? Ich habe so das Gefühl als sind die Vergleiche die ich in Büchern oder Blogeinträgen sehe wesentlich besser.

lieben Gruß,
Johnny
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von Ravenheart »

Der Faserverlauf an der Sägekante sieht ja etwa so aus:
Screenshot_20260603_110208_Chrome.jpg
Elektrohobel wäre da die falsche Wahl...
Du könntest mit dem Zeihmesser an der linken Kante, also an der Ecke beginnend Ring für Ring abtragen. Immer einen Ring zur Zeit, bis zum Griffbereich, also bis zur halben Stablänge, aber vmtl werden die vorher enden.
Nach den ersten 2 - 3 Rngen kannst Du dann den Verlauf und die Lage schon besser erkennen. Dann neues Bild machen.

Rabe
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von Bogenbas »

Johnny Bravo hat geschrieben: 03.06.2026, 10:20 Wie würdet ihr eigentlich den Stave beurteilen ;)? Ich habe so das Gefühl als sind die Vergleiche die ich in Büchern oder Blogeinträgen sehe wesentlich besser.
Ich muss dir ehrlich sagen, ich hab noch nie so einen schlechten Faserverlauf bei einer Hickorykantel gesehen. Ich hatte schon mal eine, wo die Fasern so schräg drin lagen, das über die ganze Länge ca 20 Ringe am Rücken rausgelaufen sind, aber solche Wirbel waren nicht drin. Der Bogen hällt trotzdem 80# aus, also Hickory macht schon einiges mit, aber das ist schon extrem. Sowas sollte mMn eigentlich nicht mehr als Bogenrohling verkauft werden. Wie lange würde er denn bleiben wenn du bis zu deiner Linie kürzt?
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von Bogenbas »

Achso, geschätzt an dem Maßband bleiben dann noch 170cm? Das müsste bei deiner Körpergröße reichen, wenn du keinen allzu langen Auszug hast.
Anasazi
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Re: Hickory Stave, Langbogen mit flachem Design

Beitrag von Anasazi »

Ich würde den Holzkantel auf ca. 1,70m kürzen - da sind dann Bögen bis 28" Auszug problemlos möglich.

Dann den Kantel mittig längs halbieren (sägen) - zwei Latten mit ca.1,8 cm Dicke bei 3,3cm Breite oder ca. 1,5cm Dicke bei 3,9cm Breite entstehen -

Den zuerst abgesägten Block auch längs halbieren und jede Hälfte mittig auf je einen der Rohlinge als zukünftigen Griffbereich kleben.

Dann auf jede Latte ein Backing aus Hickory, Bambus, etc... kleben.

So entstehen dann aus dem Hickorykantel mit der interessanten Maserung + zwei Backings zwei Bogenrohlinge, mit denen dann gebaut werden kann, ohne dass allzuviel Rücksicht auf den Maserungsverlauf genommen werden muss.

Ich habe Kanteln bisher immer als Kanteln ohne Rücksicht auf den Maserungsverlauf verarbeitet, denn um den Faserverlauf zu folgen und einen snaky Bow aus einer Kantel herauszuschälen, reicht die Kantel i.d.R. nicht!
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