Reihenfolge Kompositbogenbau

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coryn
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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von coryn » 20.05.2019, 11:02

Griff.jpg
Das ist die Fuge. Der Kern ist mit 5mm nicht stark, vermutlich würde auch ein eingespleißter Griff nicht halten.
Ach das ist schon ätzend mit der Verfügbarkeit von Material. Vielleicht sollt ich den Rahmen einfach aus Hasel machen, die wächst hier überall...

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Tom Tom
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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von Tom Tom » 20.05.2019, 11:48

Die Klebefuge ist schlicht und einfach Käse :o
Die Hölzer müssen plan aufeinanderliegen. Bei dir sehe ich n guten mm Spalt dazwischen.
Epoxy is zwar Spaltfüllend aber das is dann doch zu viel.

lg Tom Tom
Zeit ist eine durchaus relative Angelegenheit

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Hieronymus
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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von Hieronymus » 20.05.2019, 12:18

Ja ,die Fuge ist relativ groß! 2. Niemals die Latte ohne Taper biegen und ohne das der Griff grob ausgearbeitet ist, da die Latte in diesem Zustand immer über die Mitte biegen wird und somit das Griffholz absprengt! 3. Verwende bitte nicht Kiefernlatten als Rahmenholz, das geht gar nicht. Wenn du mir deine Adresse per PN schickst , dann kann ich dir Rahmenholz aus Spitzahorn schicken, allerdings sind dies vorbereitet für einen 5 Teiligen Rahmen(also für Griffspleiße und Siyahs-Spleiße).
Alles was du am Hornkomposit verbaust sollte von guter-sehr guter Qualität sein, denn hier gibt es keine Kompromisse.
Gerade am Anfang sollte man da keine Experimente machen ;)

Gruß Markus
«Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.»
Salvador Dalí

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coryn
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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von coryn » 20.05.2019, 12:47

@Tom Tom
stimmt, die wäre Käse. Das Holz liegt aber nur noch lose drauf, deshalb der Spalt. Hätte ich wohl erwähnen müssen ;D
@ Hieronymus
ich nehme keine Kiefer für den Rahmen, der Rahmen ist aus Ahorn. Kiefer wollte ich nur für die Siyahs nehmen, da es aber so viele Erfahrungswerte dagegen gibt, mache ich das wohl nicht. Muss ja nicht für den Mülleimer arbeiten...
Vielen Dank für das Angebot, ich melde mich...

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Snake-Jo
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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von Snake-Jo » 20.05.2019, 17:39

0ri9ine11 hat geschrieben:
18.05.2019, 14:44
@Snake-Jo
Das hab ich schonmal von dir gelesen und ich bekomm das immernoch nicht in meinen Kopf. Das ganze Konzept von nem Komposit ist doch dass man das Zugfestesteste material auf dem Rücken und das Druckfesteste Material auf dem Bauch hat (,das man damals in ausreichenden Mengen verarbeiten konnte). Wenn jetzt der Bogen seine Ganze Sehnenschicht und seine endgültige Länge (kürze) hat, dann wirken doch beim Ausziehen mit der Sehne aufm Rücken (besonders beim Vollauszug) Kompressionskräfte auf den Bauch, die nur für Horn bestimmt sind, während der Bauch zu diesem Zeitpunkt noch aus dem Holzkern besteht. Wie soll man da erwarten dass der Kern nicht unter der Kompression nachgibt, wie soll das funktionieren?! Mal abgesehen davon dass der Stabilisierende Faktor bei Spleißen und Klebungen des Horn"facings" auchnoch wegfällt.
Ja, das ist das Problem: Nicht lesen...machen! Ich habe schon einige Bögen auf meine Art gebaut, eigentlich nur ... ::)
Anders rum kann ich auch. ;D Fand ich aber nicht so gut. Schau dir mal den Römerbogen auf dem Titelbild vom "Römerbuch" (Autor: Holger Riesch) an, der ist so gebaut und hatte ein paar Pfunde und auch Spleißungen.

Nun zerpflück ich dir mal deine Gedanken:
Man hat nicht nur das zugfesteste Material und das beste Druckmaterial, auch der Rahmen sollte m.M. nach aus dem besten Holz sein, dass man nur kriegen kann. Ich nehme dazu Pflaumenholz, Eibe und auch Bambus, jeweils nur ausgewählte beste Stücke. Gutes Holz gibt unter dem Sehnendruck nicht nach. Kiefer schon! ;D
Der Rahmen hat bei den meisten Komposits so um die 4-5 mm Stärke. Der Rahmen wird wie ein eigenständiger Bogen gebaut: er wird getillert und biegt sich bis zum Vollauszug. Das muss das Holz aushalten. Nur: der Rahmen hat dann nur 15 lb Zuggewicht.
Darauf dann rund 3 mm Sehnenmaterial, welches den Bogen rückwärts zieht. Das macht der locker mit. Nun kann ich den sehnenbelegten Bogen spannen, tillern und schießen. Er hat dann ca. 25 lb. Dies entspricht einem leichten Indianerbogen, die ja oft nur aus Holz und Sehne bestanden. Wo ist da das Problem?
Ich habe immer noch einen schießbaren Skythenbogen, nur mit Holz und Sehne, der darauf wartet, endlich sein Horn zu erhalten.

So, wir haben nun einen durch die Sehne reflex gezogenen Rahmen, auf den das Hornmaterial in der perfekten Krümmung aufgeleimt wird - ein Zugewinn an Wurfkraft, was viele Komposits nicht haben. Der Bogen hat nun rund 50 lb. Wenn du sowas auf dem Pferderücken im Turnier schießen kannst, bist du gut.
Mmmh, der Römerbogen hatte ein bischen mehr. ::) :o

Ach ja: Stabilisierende Wirkung auf Spleißungen: Brauch ich nicht. Muss so halten. (bei Kiefer wird es natürlich dramatisch)
Bild2_BPM2351.jpg

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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von 0ri9ine11 » 20.05.2019, 18:19

@snake-jo
Ahhh okay.
aber würde das nicht bedeuten, dass man als Rahmen nur leisten mit einem intakten durchgehenden Rückenring nehmen kann?

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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von Snake-Jo » 24.05.2019, 13:56

@0ri9ine11
Weitestgehend , ja! Aber bei 4 mm bin ich meist in einem einzigen Jahresring ! ;)
Bei Bambus trift das natürlich nicht zu. Stehende Ringe sind bei einigen Hölzern auch möglich.

LG,
Jo

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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von coryn » 29.05.2019, 08:55

Ich habe nun auf einen Ahornrahmen (5mmx40mm) die erste Sehnenschicht aufgebracht (es ist noch kein Horn am Bauch) und den Rahmen leicht Reflex gebunden aufgehängt.
Nach einigen Tagen zeigt sich am Rahmen der Poisson-Effekt. Wie mache ich jetzt am besten weiter?
Ich würde das überschüssige Material auf der Bauchseite entfernen, bevor ich die Hornstreifen aufklebe. Damit ändert sich die Form des Holzkerns.
Das würde ich aber erst machen, nachdem ich mit dem Sehnenbelag fertig bin. Wäre das so machbar?
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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von Elbenberger » 29.05.2019, 14:41

Das wird sich beim trocknen umkehren,also erst mal abwarten.
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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von Elbenberger » 30.05.2019, 06:52

Um es nochmal zu verdeutlichen der Bogenrücken nimmt das Wasser des Sehnenbelags auf dehnt sich aus und drückt den Bauch konkav, der Prozess kehrt sich beim trocknen um, die Sehne schrumpft und der Bauch wird konvex gezogen. Das ist der Grund für mich zuerst das Horn zu kleben.
Zuletzt geändert von Elbenberger am 30.05.2019, 13:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von Snake-Jo » 30.05.2019, 12:44

In der Tat, so ist das. Der Effekt wird jedoch geringer, wenn man die Sehnen gut abstreift, der Leim etwas dicker ist und man den Sehnenbelag Schicht um Schicht aufträgt, wobei die vorhergehende schon fast trocken ist. Bei einem Bogenrahmen von 4 cm Breite und 4-5 mm Dicke wirkt sich 1mm Sehne (1 Schicht von dreien) nicht so heftig aus. Beim Bau des Khotan (80 mm Breite) war es jedoch sehr offensichtlich.

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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von coryn » 31.05.2019, 07:46

Puh, das sind gute Nachrichten, Danke. Die Unerfahrenheit des ersten Versuchs kann schon nervös machen.
Allerdings habe ich im ersten Schritt direkt mehr als 1mm draufgebadscht. Ich habe mich hier an Jim Hamm orientiert, der sinngemäß gesagt hat, mehrere Schichten auf einmal sind kein Nachteil (zumindest ist das bei mir angekommen).
Hab gestern die zweite Runde gemacht und bin vor dem Trocknen bei ca. 5-6mm Belag.
Tragt Ihr eigentlich Handschuhe bei der Arbeit mit Hautleim? Ich mache das ohne, leider ist der Geruch an den Händen auch nach Tagen noch wahrnehmbar. Die Hunde in der Nachbarschaft sehen mich dann so eigenartig an...
Jetzt heißt es warten. Wahrscheinlich ist es beim nächsten Mal sinnvoller, gleich mehrere Bogen zu machen. Falls etwas nicht so läuft, steht man nach dieser Warterei wenigstens nicht mit leeren Händen da.

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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von coryn » 31.05.2019, 08:19

Noch was vergessen.
Ich nutze beim Belegen so einen Wickeltisch-Heizer, der ca. 30 cm über dem fixierten Bogen hängt. Damit kann ich das Gelieren deutlich hinauszögern und habe auch bei vielen Strängen kein Zeitproblem.
Den Vorteil gegenüber einem Industriefön sehe ich im Fehlen des warmen Luftstroms. Dieser sorgt ja schon für eine beschleunigte Trocknung.

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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von Elbenberger » 31.05.2019, 13:08

Welchen Leim benutzt du? Latexhandschuhe sind ganz brauchbar,ich arbeite lieber ohne und nach gründlichen waschen habe ich keine Stinkefinger bemerkt.
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Re: Reihenfolge Kompositbogenbau

Beitrag von coryn » 31.05.2019, 14:33

Ich benutze Hautleim von Dick.Nach meiner laienhaften Einschätzung ist der toll, macht alles, was ich über Hautleim gelesen habe.
Nur leider macht er mich auch zum potentiellen Leckerli, trotz waschen, waschen, waschen. Welchen nimmst du?
Wenn ich den Leim verarbeite, riecht er eigentlich auch nicht übertrieben stark. Vieleicht bin ich einfach zu empfindlich oder habe mich daran noch nicht gewöhnt.

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