Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte 3

Bogenschiessen in der Praxis, mediterran, Daumentechnik u.a.
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Markus
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Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte 3

Beitrag von Markus » 14.04.2016, 08:32

Hallo zusammen,

da der thread Nr. 2 die 30-Seiten Schallmauer durchbrochen hat, wurde er geschlossen und es geht nun hier weiter.
Viel Spaß, gute Diskussionen und immer ein Blick auf die Netiquette werfen. :)

Link zu Teil 1: http://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=7&t=17197
Link zu Teil 2: http://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=7&t=23532

Markus

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Joris B
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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Joris B » 05.04.2017, 09:12

Hallo, ich habe eine Frage, aber nicht leicht zu erklären für mich;
Die Hand die an die Sehne zieht, dreht ihr diese Hand auch beim lösen ( mit oder ohne Vordruck am Pfeil)?
Also, meine Linke Hand had ein bisschen druck nach ausen für die drehbewegung...
Nun, die Rechte, löst ihr nun Einfach oder gibt es da schon auch ein bisschen 'drehbewegungsdruck'?
entschuldige furs deutsch...
Gruss JB

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Eberesche
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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Eberesche » 06.04.2017, 07:03

Hallo,
Es gibt Menschen, die die Zughand (rechte Hand beim RH-Schützen) eindrehen, so dass der Handrücken nicht mehr nach oben zeigt sondern mehr zum Gesicht des Schützen. Unter dem Stichwort "Twist" findest du dazu im Forum Erfahrungsberichte. Je nach der Form des Daumenring hilft diese Technik, die Sehne sicherer festzuhalten.

Auch im koreanischen Bogenschießen kennt man diese Haltung. Im Spielfilm "War of the Arrows" wird sie dargestellt, davon findest du Videoausschnitte auch auf YouTube. So extrem kann es aber nur mit einem sehr schwachen Bogen funktionieren. Achte bei Fotos von koreanischen Bogenschützen auf die rechte Hand. Zusätzlich zum Daumenring ist ein Lederschutz für den Zeigefinger sehr sinnvoll, wenn man damit immer gegen die Sehne drückt.

Ich persönlich mache das nicht (mehr). Durch das Greifen mit Daumen und Zeigefinger mit dem koreanischen Ring kann ich die Sehne sicher halten. Zum Lösen mache ich die Finger auf und bewege die Hand ein paar Zentimeter entgegen der Pfeilrichtung. Das passiert automatisch, wenn die Rückenmuskeln richtig arbeiten. Ein Twist hat mir keine Vorteile gebracht und ist nur eine mögliche Fehlerquelle.

Gruß Anna

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Janitschar
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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Janitschar » 06.04.2017, 09:13

Der Twist, oder im marmelukischen Farka genannt, ist so ein Sache.

Ich selbst praktiziere den Twist, aber nur auf Basis der adäquaten Rückspannung bzw der korrekten Positionierung der Schultern und der Schulterblätter, die nur unter einer korrekten Muskelspannung im Rücken umzusetzen ist.

Der Twist als solches beinhaltet, so wie Anna beschrieben hat, dass die Zughand sich auf horizontaler Achse gegen den Uhrzeigersinn im Vollauszug dreht (RH-Schütze). Ein Druck gegen den Pfeil soll dabei gänzlich vermieden werden bzw führt diese Bewegung im Kern, dass ein Druck gegen den Pfeil verhindert wird.

Nun git es zu verstehen wie genau diese Dreheung mechnanisch funktioniert. Da gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder durch Elle und Speiche des ZUgarms oder über die Schulterrotation des Zugarms. Erstere Möglichkeit ist einfacher umzusetzen, ist aber auch schwer regulierbar und daher fehleranfällig. Wie stark drehe ich ein etc. pp.?
Erfolgt die Drehung über die Schulterrotation ist sie absolut reproduzierbar und erfolgt passiv und ich muss mir keine Gedanken machen sie zu tun.
Wie ja Anna beschrieben hat, folgt die Bewegung des Zugarms nach dem Lösen, der Rückenmuskulaturkontraktion. Sprich, der Zugarm rückt etwas nach hinten. In Verbindung mit dem Twist, ausgelöst durch die Schulterrotation, passiert dies regelrecht und die Zughand kommt über der rechten Schulter zum stehen. Der Handrücken zeigt dann nach hinten und die Handinnenfläche nach vorne.

Unterm Strich, verhindert der Twist über die Schulterrotation ein Verreißen des Schußes fast gänzlich. Der einzige bewusste Vorgang ist: "Lösen". Zudem kann ich durch die Endposition des Zugarms prüfen wie man Schußablauf in dieser Hinsicht war.
Es ermöglicht mir also eine gute Analysemöglichkeit.

In jedem Fall ist der Twist kein "must have". Für mich und meine Schießtechnik ist es aber ein "must have" ;)

Gruß
Stephan
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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von benzi » 06.04.2017, 11:28

der twist aus dem Handgelenk bzw dem Unterarm des Zugarmes, verhindert bei mir ein ungewolltes Pressen des Pfeiles gegen den Bogen (beim Reiten kann dieser Druck gewollt sein um ein Wegrutschen des Pfeiles im Galopp zu verhindern)

liebe Grüße benzi
"Du hast den Verstand verloren, weißt Du das?" "Dafür hab ich ein Leben lang üben müssen"
(Peaceful Warrior, Film)

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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Joris B » 06.04.2017, 12:24

Hmmm, also, ein wenig Twist sollte von selbst passieren wenn die Schulter ihre arbeit gut machen? @Stephan und @Anna
Danke an Alle!
Gr JB

Ralph
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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Ralph » 06.04.2017, 14:15

"Timur spricht:
Was ? Ihr missbilliget den kräftigen Sturm
Des Übermuts, verlogne Pfaffen!
Hätt' Allah mich bestimmt zum Wurm,
So hätt' er mich als Wurm geschaffen." - Goethe, West-östlicher Diwan, Buch Timur

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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Krumm » 06.04.2017, 14:42

Das die untere Schulterblattspitze "abhebt" ist wohl eine sehr eigenwillige Interpretation von Rückenspannung.

Krumm

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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Ralph » 06.04.2017, 16:50

@ Krumm

Danke, dass Du darauf hingewiesen hast, dass es keine Rueckenspannung gibt ;D und dass der, welcher den gesamten Kontext Lesen kann und will, klar im Vorteil ist. 8)
"Timur spricht:
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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Janitschar » 06.04.2017, 22:53

Hierbei ist die „Abbiegebewegung“ des flügelartig zum Rücken hin herausgetretenen Zugarmschulterblattes besonders zu forcieren zu versuchen: Es muss sich sozusagen im Halbkreis von der Flügelstellung nach schräg unten zur Wirbelsäule und zum Torso hin heranziehend einklappen.


Quelle:https://www.chinese-archery.de/technik-und-training/spezifika/processabschnitte-und-aspekte/expansion-und-loesen


?? Wie kann die untere Schulterblattspitze dann abheben? Ich bin ernsthaft und nichts boshaft an dem Widerspruch interessiert. Eventuell ist ja das Foto ungünstig..

@Joris
Ja, aus meiner Sicht heraus passiert der adäquate Twist über die Schulterrotation von alleine, allerdings gilt es diese Bewegung auch zuzulassen.
Durch ihre saubere Technik beweist mir Anna aber auch immer wieder, dass ein twist eben nicht zwingend notwendig ist.

Gruß
Stephan
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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Joris B » 07.04.2017, 08:14

Danke an Alle!
Also, ich glaub ich bleib ohne 'aktieve' Twist schiessen, ich schiesse auch mit nockbegrenzer weil ich gerne 'schnell' schiesse. Ich meine damitt das ich nicht meine Zeit nimm. Für mich ist es so das ich so mehr Felhler 'lesen' kann. Nicht deine Zeit nemen trainiert die 'muscle memory' mehr, mMn. Und mein Ablass ist, glaub ich, besser ohne 'aktiever' Twist.
Nochmahl Danke für die Info's!!
Gr JB
Zuletzt geändert von Joris B am 07.04.2017, 08:31, insgesamt 1-mal geändert.

Krumm
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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Krumm » 07.04.2017, 08:26

Danke, dass Du darauf hingewiesen hast, dass es keine Rueckenspannung gibt ;D und dass der, welcher den gesamten Kontext Lesen kann und will, klar im Vorteil ist.


Das lesen ist eines...... Ich habe bei 2 Turnieren gesehen wie Du schießt, Rückenspannung, Trefferbild und Ergebnis sprechen da für sich, sorry.

Ralph
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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Ralph » 07.04.2017, 09:31

@ Krumm

Hachja... das stört mich überhaupt nicht.

Denn ich habe, im Gegensatz zu anderen, nicht behauptet, perfect zu sein. ;D

Du bist es - mit "Rückenspannung" und Reflexbogen - aber bestimmt... und deshalb sicher immer vorn dran. :-*
"Timur spricht:
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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Markus » 07.04.2017, 11:40

Sacht ma - könnt Ihr eigentlich nicht mal eine einzige Diskussion über 10 Beiträge hinweg ohne Streitereien auskommen?

@ Ralph - Mir gehen Deine Sticheleien auf den Geist. Offensichtlich hast Du den letzten Schuss vor den Bug nicht verstanden.

>:( >:( >:(


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Re: Daumentechnik, Techniken, Veränderungen und Fortschritte

Beitrag von Goldfieber » 22.06.2017, 20:44

Guten Abend,

ich bin zwar schon etwas länger hier angemeldet, war aber leider einige Zeit bzgl. des Bogenschießens inaktiv :( . Seit einigen Wochen bin ich wieder aktiv und zwar als traditioneller Schütze. Nicht wie damals angedacht mit dem Elb sondern als Däumling mit einem Kaya Firefox. Aktuell bin ich dabei, möglichst viele Infos aus erster Hand zu bekommen. Dank Eberesche habe ich schon eine Einführung in das Thema bekommen, die mir sehr weitergeholfen hat. Für mich ergeben sich aber noch einige Fragen, die ich hier stellen möchte, da ich gesehen habe, dass dieses Forum beim Thema Daumentechnik recht aktiv ist.

Momentan habe ich wie bereits genannt einen Firefox mit #45. Den Bogen kann ich zwar ziehen und das auch bestimmt 50mal, allerdings ist mein Schiessstil sehr unsauber. Ich kann nicht lange im Anker stehen oder löse zu früh. Sprich ich werde mir einen weiteren Bogen kaufen (müssen). Zur Debatte steht nun der Windfighter mit #30. Meine Überlegung ist ein Zuggewicht zu wählen, dass ich besser halten kann, aber nicht soweit von den #45 entfernt ist. Ziel ist es natürlich auch irgendwann Parcour zu schiessen, da würden einem #30 schon etwas entgegen kommen. Leider habe ich keine Möglichkeit verschiedene Kaya Bogen bei einem Händler zu testen, sprich ich werde mir den Bogen blind im Inet bestellen. Den #20 Bogen von Eberesche könnte ich sehr gut zielen und gefühlt ewig im Anker stehen bleiben. Was soll ich machen? Windfighter mit #30 oder mit #25 oder gar #20 kaufen? Oder den KTB mit #20/25 der wohl eine besser Wurfleistung haben soll?

Dann würde ich gerne mit Nockpunkt schießen, da ich den Verdacht habe, dass ich den Pfeil beim Auszug verschiebe. Ich habe irgendwo gelesen, dass der Pfeil nicht senkrecht auf der Sehne sitzt, sondern etwas von der Mitte verschoben ist; und zwar nach oben. Da ein Papiertest vermutlich bei einem Anfänger wie mir nicht erfolgversprechend sein wird, gibt es einen Faustregel um wie viel der Nockpunkt aus der Mitte verschoben sein muss?

Danke und Grüße

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