Holzdämpfen hexhex

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Michailovitsch
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Holzdämpfen hexhex

Beitrag von Michailovitsch »

Hallo liebe Bogenfreunde, seit meiner letzten Frage ist einiges an Zeit vergangen und auch einige meiner Bauprojekte haben sich zu Brennholz verwandelt. Dafür hat sich die Erfahrung etwas erweitert.
Jetzt habe ich eine Frage zum Holzdämpfen und biegen.
Ich habe leztes Jahr eine Robinie gefällt. Jetzt habe ich einen, ich würde sagen Flachbogen daraus erstellt der(noch) nicht gebrochen ist und gut schießt. Das Holz hatte von natur aus einen deflex und um dem etwas entgegen zu wirken, und die Bogenstärke etwas zu erhöhen, habe ich eine Form erstellt, die Enden über dem Herd gedämpft (ca 35min.) und in der Form auskühlen lassen.
Alles prima. Habe jetzt einen Recurve.
Mit diesem Erfolg habe ich einen angefangenen Eibe bogen, begradigen wollen. Am Anfang sah alles ganz gut aus, doch nach ca einem Tag ging das Holz in die uhrsprüngliche Form zurrück.
Beim Zweiten Versuch habe ich es Lange in der Form abkühlen und trocknen lassen. Das hielt 3 Tage, bis ich das Holz in die kalte Werkstatt gebracht habe. Dann ging es wieder in die uhrsprümgliche Form zurrück.

Jetzt zu meiner Frage:
1- Muss man das holz beim dämpfen etwas mehr dehnen als notwendig (leicht überbiegen?)
2- Verhält sich Eibe radikal anders als Robinie?


Danke im Voraus

Grüße
Peter
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Bowster
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Re: Holzdämpfen hexhex

Beitrag von Bowster »

So viele Holzsorten habe ich ja noch nicht gedämpft bisher, aber Eibe, Osage und Holler halten die Form bei mir gut.
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Roby-Nie
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Re: Holzdämpfen hexhex

Beitrag von Roby-Nie »

Bis auf Kirsche und Rattan muss man eigentlich alle Hölzer mehr oder weniger stark überbiegen.
Wichtig ist, dass man deutlich weniger als 30 Sekunden zwischen „runter vom Herd“ und dem Biegen braucht. Und besser Alufolie als Handtücher & Co. nehmen um den Dampf zu kanalisieren.
Eibe reagiert nach meinen Erfahrungen nicht viel anders als Robinie beim dämpfen. Eibe läßt sich eigentlich sehr gut dämpfen.

Nicht zu vergessen, dass die Dicke des Holzes eine entscheidenede Rolle beim dämpfen spielt. Recurves in die dünnen Enden zu biegen ist eine andere Hausnummer als den Bogen im Griff zu biegen. Immer vorher die Dicke soweit reduzieren, dass man so wenig wie möglich Material biegen muß, aber noch so viel wie nötig zum weiteren bearbeiten übrig hat. Über 2 Zentimeter dickes Holz zu biegen wird schwierig.
Zuletzt geändert von Roby-Nie am 14.02.2017, 11:35, insgesamt 1-mal geändert.
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fatz
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Re: Holzdämpfen hexhex

Beitrag von fatz »

Vielleicht war sie innen noch zu kalt oder aussen schon wieder zu kalt.
Haben ist besser als brauchen.
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Neumi
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Re: Holzdämpfen hexhex

Beitrag von Neumi »

Tach, ich erzähl mal etwas:
Zur Zeit habe ich eine Eibe, aber brevifolia, in Arbeit. Falsch aus dem Stamm geschnitten (nämlich ein Seitenteil genommen) und beim biegen hatte ich ca. 45x40 mm. Lässt sich biegen wie Butter, nach 30 Min. dämpfen. Ob die Biegungen erhalten bleiben - weiss ich noch nicht, sieht aber gut aus.
Bei Eibe (baccata) ist der Ausgang einer Biegeaktion immer ungewiss - kommt aufs Holz, die Stelle an der man biegt, die Richtung gegen die Fasern und auf die Grösse der gedämpften Stelle an. Prinzipiell funktioniert das aber dauerhaft. Manchmal muss man 100% überbiegen, machmal aber auch 300% ...
Sog. Grundregeln, wie z.B. pro 1 cm Dicke eine halbe Std. zu dämpfen sind in das Reich der Märchen zu verweisen.
Was meisstens gut funktioniert: schauen wo die Bruchgrenze des stave liegt und darüber biegen.
Grüsse - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...
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