Frage zum Dämpfen von Holz

Themen zum Bogenbau
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Robinie Jörg
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Re: Frage zum Dämpfen von Holz

Beitrag von Robinie Jörg »

Ich habe bisher nur mit Dampf und ohne Blech gearbeitet.

Ich achte aber immer auf einen duchlaufenden Jahresring. Ich für mich lasse die Enden auch immer etwas überdimensoniert. ca. 20mm Breite und ca. 15mm Stärke. Bei solchen Abmessungen dämpfe ich so 30min. Auch habe ich für mich feststellen müssen das es ein unterschied ist ob der Wasser nur so leicht kocht oder so richtig heftig kocht. Lezteres geht deutlich besser.
Was auch manchmal hilft das Holz erst mal ganz leicht "pumpen" um es an die Biegung zu gewöhnen und nicht gleich auf einmal herumziehen.

Mit dieser Technik hatte ich noch kein Knacksgeräusch.
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killerkarpfen
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Re: Frage zum Dämpfen von Holz

Beitrag von killerkarpfen »

Der Blechstreifen stützt eigentlich nicht das Holz an. Er legt sich durch den sich normalerweise vergrössernden Radius, in Zugrichtung an und verhindert das Dehnen der Zugseite.
Ergo wird beim Biegen, möglichst das Holz auf der späteren Oberseite gestaucht.

Der Blechstreifen muss aber sehr gut an den Aussenpunkten haften und darf nicht rutschen. Sonst reissen die Fasern.

Die Fasern spalten nicht ab.
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stefan kaletsch
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Re: Frage zum Dämpfen von Holz

Beitrag von stefan kaletsch »

...da muss ich mal widersprechen! Ein wie auch immer gearteter Unterlegstreifen ist eindeutig dazu da,einen Spanabhub und damit ein tiefes Einreissen und Brechen der Biegung zu verhindern.Es wird ja nicht nur beim Bogenbau sondern auch im Möbelnbau zB dampfgebogen und ein kurzer,scharfer Radius wird auch dort mit (Blech)-Streifen geschützt. Meine Erfahrungen mit dem Dampfbiegen decken sich mit einigen der bereits genannten... Dampfbiegen erlaubt stärkere Biegungen als die HLP und ist mMn auch holzschonender.Manche Hölzer wie Eibe oder Nussbaum gehen aber gerne wieder auf,andere halten die Biegung.Man kann da mit Überstrecken gegensteuern(also einfach über die gewünschte Krümmung hinaus biegen).Unter 40 min in gut köchelndem Wasserdampf biege ich garnix! Über Nacht in der Form trocknen lassen ist obligat,allerdings verhindern dann sowohl Blechstreifen wie auch Schablone ein rasches Durchtrocknen, also runter damit und bis zur Belastung noch 2 Tage warten(ist immer querschnitts- und holzabhängig).
Dampfgebogenes Holz lässt sich nach dem Trocknen auch zusätzlich noch tempern! Das steift die Biegung noch aus. Wer eh nur ne leichte Biegung will,sollte zur HLP greifen,die so erzeugte ist mMn stabiler!
Grüße Stefan
Cortigiano

Re: Frage zum Dämpfen von Holz

Beitrag von Cortigiano »

By the way : ist das Dünsten eines ELB ratsam im Allgemeinen? Ich möchte zwar keinen Recurve aber ich will eine Welle aus einem Wurfarm rausbekommmen, damit mein neuer ELB sich nicht immer eindreht...... kann ich da die "Holzkeil-Reintreib-Schnur-Abbindetechnik" nehmen, wie beim Bau eines Yumi?

Lg
C.
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Benedikt
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Re: Frage zum Dämpfen von Holz

Beitrag von Benedikt »

Biegen im arbeitenden Bereich ist meist nicht von langer Dauer.
Und ich bezweifle, dass die Keil-Methode genug Druck zum Biegen aufbringt.
Gruß
Benedikt
Either all days are holy or none are. (Terry Pratchett)
Cortigiano

Re: Frage zum Dämpfen von Holz

Beitrag von Cortigiano »

Die Frage wäre, wie lange man das Holz denn dünstet, bzw. wie flexibel es wird. ;-)
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