Hainbuche mit Bambus/Esche

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zwirn
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Hainbuche mit Bambus/Esche

Beitrag von zwirn » 13.04.2014, 15:46

Hi,
ich trage mich seit einigen Tagen damit, einen laminierten Bogen zu basteln.
Er soll ca. 160cm lang werden und einen Auszug von 29" haben.
Das Zuggewicht soll bei moderaten 40# liegen.
Für den Rücken habe ich eine Bambusleiste von 4 auf 2mm getapert.
Auf den Bauch möchte ich Hainbuche kleben.
Die Hainbuche hat im Moment eine Breite von 4cm und eine Dicke von 2cm.
Der Griff soll steif bleiben.

Nun stellen sich mir folgende Fragen:
1. Wie stark neigt Hainbuche in dieser Kombination zum Knittern, also ELB oder "etwas flacherer ELB"? Hat da jemand Erfahrungswerte?
2. Bevor ich klebe, möchte ich die Hainbuche noch Tapern. Ich hab aber noch keine rechte Vorstellung von den Maßen des Breiten-/Höhentapers.

LG Zwirn
Zuletzt geändert von zwirn am 13.04.2014, 23:29, insgesamt 1-mal geändert.
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!

Wenn einer, der mit Mühe kaum, gekrochen ist auf einen Baum,
schon meint, daß er ein Vogel wär, so irrt sich der.

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Squid
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Re: Bambus mit Hainbuche

Beitrag von Squid » 13.04.2014, 16:58

Ganz aus eigener Erfahrung: Extrem tödliche Kombo.
Entweder ein tödlich schneller Bogen oder der superschnelle Bogentod.

Der Bambus sollte auf keinen Fall dicker als 3 mm in der Mitte sein und am besten auf 1 mm zu den Tips heruntertapern.

Hainbuche ist zwar knüppelhart, aber nicht wirklich kompressionsfreudig. Will sagen: Der Belly muss perfekt sein, sonst knickt er sofort an jeder Schwachstelle ein. (Stichworte: Drucktolerant (z. B. Eibenkern) und druckresistent (Hainbuche))

Der Belly sollte möglichst flach bzw. nur gaaanz leicht gerundet sein.

In der Breite kannst du auf 3,5 cm runtergehen, wenn der Taper des Bambus das vorgibt.

Da es bei 160 Länge und 29" Auszug schon recht enge Biegeradien gibt, solltest du den Griff und die Fades so kurz wie möglich machen.

Warum willst du die Hainbuche tapern? Das kommt doch beim Tillern von ganz allein und die Breite gibt das getaperte Bambusbacking vor.

Ach ja: Ein ganz klein wenig Reflex beim Verleimen kann nicht schaden. ABer nur 2 oder 3 cm, so dass nach dem Tillern ein gerader Bogen übrig bleibt.
Zuletzt geändert von Squid am 13.04.2014, 21:33, insgesamt 1-mal geändert.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: Bambus mit Hainbuche

Beitrag von Haitha » 13.04.2014, 17:37

Hat der Vielfüßler treffend beschrieben. Chapeau!
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Re: Bambus mit Hainbuche

Beitrag von Blacksmith77K » 13.04.2014, 18:49

zwirn hat geschrieben:1. Wie stark neigt Hainbuche in dieser Kombination zum Knittern, also ELB oder "etwas flacherer ELB"? Hat da jemand Erfahrungswerte?

LG Zwirn


Es wurde schon einiges gesagt, ich halte mal eben volles Rohr dagegen. Einer isses ja immer... ;D

http://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=16&t=17557&sid=ac3b1888f0b39bc194b7b970406c9b62
...du biegst nicht den Bogen, der Bogen biegt Dich!

76" Yew Warbow (ELB) 135#@32"
74" Yew Warbow (ELB) 105#@32"



...and several yew warbows...

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Re: Bambus mit Hainbuche

Beitrag von Squid » 13.04.2014, 21:35

Einer muss es ja immer besser wissen... ;)

Nee, ernsthaft, das ist wohl eher ein Ausnahmefall und nicht die Regel, oder?
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
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Re: Bambus mit Hainbuche

Beitrag von zwirn » 13.04.2014, 22:07

Erstmal Dank an Euch!
Der Bogen von Blacky hat keinen Bambus sondern Esche im Rücken.
Ich vermute, dass Bambus mehr Druck auf den Bauch ausübt als Esche??

LG Zwirn
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Re: Bambus mit Hainbuche

Beitrag von Squid » 13.04.2014, 22:12

Jupp.
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Re: Hainbuche mit Bambus/Esche

Beitrag von newie » 13.04.2014, 23:39

Hi Zwirn!
Zur Inspiration:
viewtopic.php?f=16&t=15518
Ein Reflex-Deflexbogen vom "Botjer"in entsprechender Bauweise ..ein schönes Teil..
Gruss-Newie
Gefahr des Tätigen: Irrtum. Die des Trägen: ihn übernehmen

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