Selfnock Wickeln+Kerbe oder ohne Kerbe

Alles zum Thema Pfeilbau.
Lord Helmchen
Jr. Member
Jr. Member
Beiträge: 56
Registriert: 16.05.2005, 14:04

Selfnock Wickeln+Kerbe oder ohne Kerbe

Beitrag von Lord Helmchen »

Servus Leute,

eine kleine Frage zum Thema Selfnock.
Einige Leuten machen kurz vor dem Selfnock eine Kerbe in den Schaft und verstärken diese mit einer Wicklung. Andere widerum machen die Kerbe nicht und wickeln zu Verstärkung des Nocks um den kompletten Schaft.

Was ist nun sinnvoller? Ich habe beide Arten von Pfeilen, beide Spine 50 für meinen Bogen, den ich mit ~45-47lbs ausziehe und von beiden Arten ist mir beim letzten Parcourbesuch bei jeweils einem Pfeil der Selfnock flöten gegangen, soll heißen: weggeplatzt.

Oder liegt es einfach nur daran, dass ich den Selfnock ziemlich weit reinsäge? So ca 5-7mm?

Grüße,
Peter
Benutzeravatar
Peter O. Stecher
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 2358
Registriert: 21.03.2005, 09:16

Beitrag von Peter O. Stecher »

Wozu sollte die Kerbe denn sein ?
Sollbruchstelle ??


Wegplatzen passiert normaler weise nicht - oder hast Du die Maserung falsch herum erwischt ?
https://classic-archer.com/
Matthias Herp
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 535
Registriert: 02.02.2005, 07:13

Eine Kerbe schwächt...

Beitrag von Matthias Herp »

Hallo Lord Helmchen!

Ich bin kein Experte, aber ich würde Kerben vermeiden, da sie den Schaft schwächen.

Ich kann mir nur vorstellen dass die Kerbe eine Sollbruchstelle darstellt, damit nicht der ganze Schaft bei einem Nocktreffer kaputtgeht.

Ich wickle immer direkt vor der Nocke. Bei Nocktreffern ist bisher nur die Nocke hinüber gewesen, die Wicklung hat gehalten., ich schiesse aber auch nur mit 39#.

Liebe Grüße,
Matthias
AZraEL
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 999
Registriert: 18.05.2004, 14:20

klemmnocks?

Beitrag von AZraEL »

wenn dir die die selfnocks wegplatzen beim abschuss, könnte dass auch daran liegen dass sie einfach zu eng sind. hast du sie so gesägt, dass sie die sehne einklemmen? weil dann könnte ich mir bei einer tiefe von 5 bis 7 mm gut vorstellen, dass das holz das nicht aushält.
...jedenfalls werfen sie keine sachen mehr nach mir, vielleicht, weil ich einen bogen mit mir rumtrage?
Benutzeravatar
Ravenheart
Forengott
Forengott
Beiträge: 22852
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 14 Mal
Hat Dank erhalten: 252 Mal

Beitrag von Ravenheart »

Kerbe für die Wicklung ist technisch gesehen Quatsch! Machen die Leute vmtl., weil sie Angst haben, die Wicklung könne sich, wenn sie nur aufliegt, durchreiben oder durch "Anecken" an der Auflage den Abschuss beeinträchtigen...

Die Gefahr aber besteht NICHT, wenn der Spine stimmt und die Wicklung gut gemacht (ungewachstes Leinen mit Holzleim!) ist! Mein Wort drauf!

Keine Kerbe machen!

Rabe
Lord Helmchen
Jr. Member
Jr. Member
Beiträge: 56
Registriert: 16.05.2005, 14:04

Beitrag von Lord Helmchen »

Nö, Maserung nicht falsch erwischt und nö, net zu eng gesägt. ist halt beides mal einfach abgeplatzt, aber nur auf Höhe des Nocks, nicht weiter rein, so dass ich einfach einen neuen Nock reinsägen konnte.

Ich denke mal, dass Spine 50 (gemessen) auf 45lbs Zuggewicht mehr als genug ist, kann ja auch einfach nur Materialschwäche gewesen sein, ist mir ja nun auch erst zweimal passiert bei 3 dutzend pfeilen, die ich habe.
Benutzeravatar
Peter O. Stecher
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 2358
Registriert: 21.03.2005, 09:16

Beitrag von Peter O. Stecher »

Schief gesägt, fällt mir noch ein.

8-| 8-|
https://classic-archer.com/
Lord Helmchen
Jr. Member
Jr. Member
Beiträge: 56
Registriert: 16.05.2005, 14:04

Beitrag von Lord Helmchen »

nö 8-)
Nighty
Sr. Member
Sr. Member
Beiträge: 405
Registriert: 14.12.2003, 10:12

Beitrag von Nighty »

Das ein Nock einfach weggeplatzt hab ich bisher so noch nicht gehabt. Kaputtgeschossen oder kaputtgeschossen bekommen ja. Ich säg sie 10mm weit ein und eine Wicklung vor den Nock.
Vieleicht schiess ich auch einfach nur zu selten und noch nicht lang genug. Was nicht ist kann ja noch werden.
Im Zweifelsfall ist das Holz schuld

8-)
...lerne auch aus den Fehlern anderer ,das Leben ist zu kurz um Alle selber zumachen...
Steinmann

Beitrag von Steinmann »

Bei den Holzpfeilen veringere ich meisten den Durchmesser des Schaftes bis kurz vor die Nocke. Die wird dadurch noch etwas betont. Eine Wicklung ist obligatorisch da ich etwas Angst habe das etwas passiert ( ist wohl noch nicht aber wer braucht schon sowas ). Bilder davon gibt es in meiner Galerie.
holsche
Jr. Member
Jr. Member
Beiträge: 95
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat Dank erhalten: 1 Mal

Selfnock kerben wickeln

Beitrag von holsche »

Habe meine Selfnocks mit QUER (Maserrichtung) eingelegtem Buchenplättchen verstärkt, - So schlägt die Sehne im Boden der Nockkerbe auf die Querseite des Buchen(hart)hoilzes... Wicklung hab ich dann nicht auf Höhe des Schlitzbodens, sondern weiter unten gemacht - verdeckt somit das Ende der Bucheneinlage... wenn man maßhaltig arbeitet - wie von anderen geschrieben: nicht schräg, und vor allem nicht zu eng (dann zerfetzt nämlich bereits der Abschuß den Nockschlitz) passiert eigentlich nichts -
Das Argument der Sollbruchstelle halte ich dennoch für unrichtig - Seit der zweiten Selfnockgeneration beim Eigenbau, sowie bei den inzwischen verwendeten V-eingespleißten Knochen-, Rinderhorn-, oder Geweihnocks verjünge ich den Schaft zwischen Feder und Nock teilweise extrem - greift sich besser, sieht besser aus, mir jefällts halt - optisch wirkt das in etwa wie ein Drumstick - vgl. auch mal das Nockende der getaperten Schäfte in H. Riesch's Pfeil u. Bogen zur Merowingerzeit... da sieht man die Variante der Selfnock auf voller Schaftstärke, da der taper VOR der Nock beendet wird...

Bruchgefahr:
m.E. KEINE!!!
bisher nicht ein einziger Bruch an der verjüngten Stelle... der Kegel muß natürlich ebenmäßig von allen Seiten gleich sein, damit nischt schlenkert...

Nach unseren Vereinsinternen Versuchen im Crashtestbereich der TU, wo wir entsprechende Hochgeschwindigkeitsaufnahmen von Handschock, Paradoxon, Pfeilflug, und AUFTREFFENDEM Pfeil machen konnten, geht meine Erkenntnis in die Richtung, das die Bruchgefahr im Moment des Auftreff-schocks nochmal stark ansteigt... der Schaft windet sich wie ein nasser Spagetti - und die höchste Belastung sehe ich hier im Bereich der beginnenden Befiederung, speziell bei großen Federn, undf noch mehr, wenn die auch noch gewickelt sind... man kann das Bruchrisiko durch eine über-feste Wicklung noch weiter verstärken... werden die Holzfasern hier durch straffe Wicklung komprimiert (ja, das geht) kann der schaft die Stopp-Belastung noch schlechter ausschwingen - und bricht...

Zerstörte Selfnocks entstehen bei mir in erster Linie, wenn entweder mehrere Schäfte dicht beieinander einschlagen, und (genannter Spagetti-Effekt) im Auftreffen Prügel an die schon steckenden austeilen.

Würde gern das beschriebene durch Pics illustzrieren, aber das dauert leider noch etwas...

Der Holsch
Brennende-Seele
Full Member
Full Member
Beiträge: 131
Registriert: 25.05.2005, 23:23

Beitrag von Brennende-Seele »

Meiner meinung nach gibt es aus historischer Sicht Einkerbungen eigentlich nur bei Armbrustbolzen,mal abgesehen von den Nydampfeilen.Armbrustbolzen mussten ja durch das hohe Zuggewicht doch eigentlich mehr aushalten können als Pfeile.Dazu muss man aber auch sagen,dass Bolzen meistens aus Eiche bestanden.Wie auch immer,Einkerbungen briingen bei Pfeilwicklungen eigentlich NIX außer erhöhter Bruchgefahr.

Gruss

Dominic
jaberwok

RE: Selfnock kerben wickeln

Beitrag von jaberwok »

Original geschrieben von holsche

…
Nach unseren Vereinsinternen Versuchen im Crashtestbereich der TU, wo wir entsprechende Hochgeschwindigkeitsaufnahmen von Handschock, Paradoxon, Pfeilflug, und AUFTREFFENDEM Pfeil machen konnten, –


Diese Aufnahmen würden mich interessieren! Würdest/könntest Du die evtl . der Allgemeinheit zur Verfügung stellen?

… man kann das Bruchrisiko durch eine über-feste Wicklung noch weiter verstärken... werden die Holzfasern hier durch straffe Wicklung komprimiert (ja, das geht) kann der schaft die Stopp-Belastung noch schlechter ausschwingen - und bricht...
Das kann ich bestätigen! Ich wickle immer mit Zahnseide - wenn man die richtig anwatzt knirscht das Holz! Mir sind auch schon verschiedentlich Pfeile direkt an der Wicklung abgebrochen.
holsche
Jr. Member
Jr. Member
Beiträge: 95
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat Dank erhalten: 1 Mal

Highspeed pics n' vids

Beitrag von holsche »

ich gehör ja zu den Leuten , deren an's perfekte grenzendes Unverständnis für Computertechnik bestens mit ihrer passend minderwertigen elektronischen hard- und softwareausstattung harmoniert... aber ich mach mich mal schlau, ob ich etwas entweder für den allgemeinen, oder den Zugriff Interessierter zusammengestellt kriege...
holsche
Jr. Member
Jr. Member
Beiträge: 95
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat Dank erhalten: 1 Mal

@brennende... Einkerbungen nur bei Armbrust...

Beitrag von holsche »

...im eigentlichen ist ja das wegnehmen von Material zu beiden Seiten der Sc haftmitte (barreltapern), so das ein "faßförmiger" Längsschnitt des Schaftes entsteht nichts anderes, als einkerben...
und dies ist wiederum nie exotisch gewesen...

Das kerben, nur um die "Höhe" einer Wicklung auszugleichen, ist sicher nicht wirklich nötig, um ein "abschraben" zu vermeiden, denn ein passender Pfeil schlägt mit der Nock eigentlich nicht an den Bogen.
Optische Gründe sind da eher vorstellbar- wen's "vorstehende" Fadenpaket stört, der soll's halt einsenken - im hinteren Bereich an der Nock hat das ja auch nicht die bruchfördernde Wirkung, wie die von mir genannte zu straffe Anfangswicklung VOR der Feder.

der holsch
Antworten

Zurück zu „Pfeilbau“