Armbrustbolzenspitze als Ackerfund

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osman.herberger
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Armbrustbolzenspitze als Ackerfund

Beitrag von osman.herberger »

Hallo zusammen,
ich habe mich heute hier im Forum neu registriert, in der Hoffnung, Ihr könnt mir weiterhelfen!
Ich bin in meiner Heimat (Bayern, Nähe Regensburg) auf den Äckern und Feldern unterwegs auf der Suche nach alten Siedlungsspuren, hauptsächlich aus der Steinzeit. Diese Lesefunde (überwiegend Feuersteinwerkzeuge und Keramik) melde ich natürlich, wie es sich gehört, beim zuständigen Landesamt für Denkmalschutz.
Vorgestern habe ich auf einem Acker dieses Metallteil gefunden. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass es sich hierbei wohl um eine Armbrustbolzenspitze handelt. Jemand hat mir gesagt, dass das Teil aus dem 13./14. Jahrhundert stammen müsste.
Das Fundstück ist ca. 9 cm lang, an der breitesten Stelle ca. 1,5 cm breit und wiegt 35 Gramm.

Hier im Forum bin ich auf diesen Beitrag gestoßen. Diese Spitze schaut meiner doch sehr ähnlich oder?
http://www.fletchers-corner.de/viewtopi ... 34&t=18417

Was mich interessieren würde: Ich kann bei meinem Fundstück keine Tülle erkennen. Am Ende ist da dieser kleine Fortsatz, aber eben keine Öffnung. Was hat das für eine Bewandnis?
Würdet Ihr von der Zeitstellung her ebenfalls 13./14. Jahrhundert sagen?
Und würde mein Fundstück auch eher zu einer Wallarmbrust passen?

Vielen Dank schon mal im Voraus für alle sachdienlichen Hinweise!

Liebe Grüße

Stefan
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Heidjer
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Re: Armbrustbolzenspitze als Ackerfund

Beitrag von Heidjer »

Das ist eine Schaftdornspitze und wenn für eine Armbrust, dann nur für eine große Wallarmbrust. Möglich ist nach meinen dafürhalten auch, dass es eine Spitze für Wurfspeere oder für Scorpionartige Geschütze ist, wurde sie in Römergebiet gefunden? Ähnliche Spitzen sind auch in dänischen Opfermooren gefunden worden und als germanische Pfeilspitzen aus der späten römischen Kaiserzeit datiert.


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.
osman.herberger
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Re: Armbrustbolzenspitze als Ackerfund

Beitrag von osman.herberger »

Heidjer hat geschrieben:Das ist eine Schaftdornspitze und wenn für eine Armbrust, dann nur für eine große Wallarmbrust. Möglich ist nach meinen dafürhalten auch, dass es eine Spitze für Wurfspeere oder für Scorpionartige Geschütze ist, wurde sie in Römergebiet gefunden? Ähnliche Spitzen sind auch in dänischen Opfermooren gefunden worden und als germanische Pfeilspitzen aus der späten römischen Kaiserzeit datiert.


Gruß Dirk
Hallo Dirk,
erstmal Danke für Deine Antwort!
Das ist sehr interessant, was Du schreibst, weil der Fundort der Spitze nämlich wirklich auf einer ehemaligen Siedlungsstelle aus der römischen Kaiserzeit liegt. Dort gab es eine römische Villa Rustica sowie einen Begräbnisplatz aus der Römerzeit. Ich hatte ja zunächst auch an einen Fund aus der Römerzeit gedacht, aber im Sucherforum wurde mir gesagt, dass es eben keine römische Spitze ist, sondern eindeutig aus der Zeit des 13./14. Jhd. Angeblich hätten die römischen Spitzen durchgehend einen quadratischen Querschnitt und waren nicht tailliert.
Hattest Du an eine Pilum-Spitze gedacht?
Wenn das Teil von einer Wallarmbrust "versendet" wurde, dann müsste in der Nähe eine Befestigung gewesen sein oder? Wie weit können denn diese Teile fliegen?

Danke und liebe Grüße

Stefan
YeomanArcher
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Re: Armbrustbolzenspitze als Ackerfund

Beitrag von YeomanArcher »

Hallo Stefan,

Ich bin zwar kein Armbrust Spezialist, aber laut Netz sind 350m ungefähr die Grenze, aber nur Anhaltswert,
weil eher Halbwissen ist... ;D
MA Spezialist bin ich auch nicht, aber Schlachten wurden auch auf freiem Feld ausgeführt... ;)

Grüße, Yeo
"I couldn't be a royal. It's like living in a supersonic goldfish bowl" Ozzy Osbourne
osman.herberger
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Re: Armbrustbolzenspitze als Ackerfund

Beitrag von osman.herberger »

YeomanArcher hat geschrieben: MA Spezialist bin ich auch nicht, aber Schlachten wurden auch auf freiem Feld ausgeführt... ;)
Hallo Yeo,
das ist mir schon klar, aber es war ja hier die Rede von einer Wallarmbrust, und ich war der Meinung, dass diese von befestigten Anlagen aus verwendet wurden. Kann mich aber auch täuschen.
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Heidjer
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Re: Armbrustbolzenspitze als Ackerfund

Beitrag von Heidjer »

Sagen wir mal so, eine Wallarmbrust die diesen Namen verdient, kann kein Mensch Freihand schiessen. ;D Meist waren sogar zwei Personen zur Bedienung vorgesehen, natürlich ist es denkbar das man Wallarmbrüste von einen Karren aus benutzte, aber mir ist davon nichts bekannt.
Wenn ich es mir aber Richtig überlege könnte die Spitze aber auch zu einen Zain von einer Armbrust in der Größe einer Ganzrüstung passen. Jetzt 35g, im Original ca 50g die Spitze sollte wenigstens ein drittel besser etwa das halbe Gewicht des Bolzen ausmachen, das macht Bolzen von wenigstens 100g , die passen zu Armbrüsten bis ca. 300 oder 400kg Zugkraft. Die Spitzenform ist eindeutig gegen gepanzerte Ziele ausgelegt, jedenfalls ist es keine Jagdspitze und gegen Kettenhemden auch noch überdimensioniert. Also gegen Römerpanzer oder gegen die Vollrüstung eines Ritters und damit hast Du auch die Zeitstellung, entweder 200 - 550 oder 1100 - bis knapp 1700.


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.
osman.herberger
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Re: Armbrustbolzenspitze als Ackerfund

Beitrag von osman.herberger »

Man hat mich auf folgende Seite aufmerksam gemacht, auf welcher spätmittelalterliche Armbrustbolzen gezeigt werden. Die kommen meinem Fundstück schon sehr sehr nahe, muss ich sagen.
http://www.mittelalter.it/images_burgen ... eppan.html

Und dann hab ich noch diese Seite gefunden, auch ganz interessant:
http://www.explorate.de/schatzsuche/armbrustbolzen.htm
Versteh nur nicht ganz, warum der Verfasser schreibt, dass es die Tülle erst ab 1350 gab. Die hatten doch die Römer auch schon...
lonbow
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Re: Armbrustbolzenspitze als Ackerfund

Beitrag von lonbow »

Der Schaftdorn spricht meines Wissens für eine Datierung ins 13.jh. Die späteren Spitzen (z.B. aus dem 15.jh) haben vorwiegend Tüllen.
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