Ich möchte das Ergebniss meines Weihnachtsferien-Bauprojekts vorstellen. Nachdem der erste schwer daneben ging, ist mir der zweite Rattan-Recurvebogen gelungen. Es ist "Yeshil", der "Grüne" (eig. "yeşil", türkisch). Ich wollte einen Rattanbogen im Stil der osmanischen Kompositbögen versuchen... Also habe ich eine Biegeform nach der Biegung meines Grozer-Osmanen gebaut und den Rattan -wenn's dem Ochs zu wohl ist, geht er auf's Eis
Eigentlich sollte der Bogen noch goldene Bemalungen an den Wurfarmen erhalten, aber das wurde mir letzten Endes zuviel, ich lass ihn jetzt erst mal so. Nur an den WA-Enden und am Griff funkelt es etwas.
Details:
Zuggewicht: ca 30# @ 27" (Zuggewicht leider nur mit der Personenwaage, daher vage
Länge NtN: 133cm
Farbe: Acryllack, an den "Siyahs" Leinölfirnis
Nockoverlays: 1x Apfel, 1x Schlehe
Sehnensättel: Elfenbeinersatz
Teil-Backing aus Leinen im biegenden Bereich der WA, weil es hier verdächtige kleine Risse im Rattan gab.
An der Bauchseite des Griffs ist ein kleiner Streifen Elfenbeinersatz eingelassen, das ist der so genannte "celik", bei den "echten" osmanischen Bögen die Fuge zwischen den Hornstreifen am Bauch.
Selbstkritik:
1) Am Finish könnte man noch feilen... Besonders toll nimmt sich die bunte Lackierung auf dem Rattan eigentlich nicht aus. Der nächste wird gebeizt, da muss ich mir nichts mehr beweisen
2) Die Nocks sehen ein bischen klobig aus, weil ich die Sehnenkerben am osmanischen Bogen kopieren wollte, das nächste Mal denke ich mir da was anderes aus.
3) Den Griff könnte man noch besser ausführen. So wie er ist, greift sich der Bogen zwar gut, aber man könnte den Griff noch am Rücken etwas aufbauen, um den für die osmanische Technik nötigen "Falkengriff" besser ausführen zu können.
Weitere Kommentare und Kritik weiß ich sehr zu schätzen!
Viele Grüße,
Philipp/ Yayci
