Horror am Sonntag - Griff im Vollauszug angebrochen- Wie reparieren?

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merdman2
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Horror am Sonntag - Griff im Vollauszug angebrochen- Wie reparieren?

Beitrag von merdman2 »

Hi,

am Sonntag hat es mich echt bös erwischt.

Mein Osage/Bambus ist im Griff teilweise entlang der Verleimung aber eher im untersten Ring des angeleimten Griffes gebrochen. Und zwar mitten im Vollauszug gab es ein böses krachen! Ich bin aber OK.

Schon vorher hob sich an einer Stelle der Griff ganz leicht von seinem untersten Ring ab (war vom Bogenbauer vielleicht etwas "dünn" gewählt) war aber mit einer Wicklung fixiert. Dennoch ist der Bruch von hier ausgegangen.

Hatte den Bogen fast ein Jahr lang dauernd geschossen und er war auch vorher schon lange im Einsatz.

Hier mal Bilder von der Horrorgeschichte:

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Die drei Ringe direkt unterm Bambus sind übrigens der eigentliche Bogen und haben keine Risse abbekommen, soweit ich das bisher erkennen konnte.

Ich traue mich da nicht an eine Reparatur. wer könnte sowas machen?

Danke,

Markus
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Steini
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Beitrag von Steini »

Markus,

das ist zwar sehr ärgerlich, sieht aber doch reparabel aus. Da hat die Klebung wohl nicht gehalten und da eine ordentliche, saubere Leimung eigentlich immer mehr aushält als normales Holz, ist eine nicht optimale Verleimung der Grund des Problems. An wen Du Dich wenden sollst, wenn Du das nicht selber machen willst, kann ich Dir allerdings auch nicht raten. Vielleicht kümmert sich einer der handwerklichen Profis hier netterweise darum??

Steini
merdman2
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Beitrag von merdman2 »

Ich hatte schon überlegt, den Spalt vorsichtig weiter aufzubrechen, zu entfetten und mit ordentlich viel Ponal und Druck die Teile wieder zusammenzupressen.
Mir scheint, es sind alle Holzstücke noch dran, also keine fehlenden Splitter etc.
Könnte das funktionieren?

Markus
zeckezuechter

Beitrag von zeckezuechter »

Hai Markus,

warte mal auf den Raben, aber ich würde, einmal davon abgesehen, dass ich mich nicht trauen würde, für diese Reperatur lieber Epoxy benutzen. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass da überhaupt kein Holz in der Bruchstelle fehlt. Und wenn etwas fehlt, wird dir Holzleim nicht halten.
watzmann
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Würd ich nicht tun...

Beitrag von watzmann »

Original geschrieben von merdman2

Ich hatte schon überlegt, den Spalt vorsichtig weiter aufzubrechen, zu entfetten und mit ordentlich viel Ponal und Druck die Teile wieder zusammenzupressen.
Mir scheint, es sind alle Holzstücke noch dran, also keine fehlenden Splitter etc.
Könnte das funktionieren?

Markus
Hm. Grundsätzlich würde ich bei Verleimung von Holzbruchstellen Epoxy nehmen. Auch wenn man meint, dass man die Bruchstellen fugenlos zusammen bekommt, ist das in den seltensten Fällen so. Und Spalten füllt Ponal nunmal nicht. Vielleicht ginge es mit richtig viel Druck, aber Epoxy ist die Nummer Sicher.

Wie Steini schon schreibt: wenn gut verleimt dann bricht eher das Holz. WENN die Verleimung aufgegeben hat (und so schaut es auf den Bildern aus), dann würde ich eine zu dicke Leimfuge und damit Kleberreste vermuten. Die müssten auch weg, sonst bleibt die Schwachstelle erhalten.

Wenn es mein Bogen wäre, würde ich das Griffholz bis zur Klebefuge abhobeln und neues Holz aufleimen. Kein zu weiches Holz nehmen, Osage/Bambus ist eine heftige Kombination, die weicheres Holz in den Fadeouts stauchen kann. Irgendein nettes Obstholz, z.B. Kirsche ist recht druckstabil und sieht nett aus.

CIAO
Watzmann

Edit: da war der Zeckenzüchter schneller...
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kra
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Beitrag von kra »

ich vermute auch, das da etwas mit der Leimfuge nicht ok war.

Ich würde entweder wie Watzmann den Griffbnereich abnehmen und einen neuen Griff aufleimen (Epoxy!!) oder, falls die Bruchfläche sauber "Holz" ist, den Bruch etwas ausräumen, mit warmem Epoxy vollaufen lassen (nicht sparen!!) und dann unter mäßigem Druck aushärten lassen. Dann den ganzen Griffbereich mit dünnstem Leinenzwirn ganz sauber wickeln (weiß, ist ne Sauarbeit, Lage an Lage...) und dann dünn mit heißem Epoxy (Sekundenkleber geht auch) tränken. Vorher den ganzen Griffbereich natürlich leicht anschleifen, um den alten Lack runter zu bekommen. Das ist als Grifflederersatz nicht zu verachten, weil es sehr griffig ist und auch bei Nässe nicht schmierig wird. Und das hält den Griff dann sicher zusammen.

Ergänzung: Mit was wurde Bogen vorher geklebt? Wenn Weißleim: Methode Watzmann mit anschließendem wickeln (s.o.) über den ganzen Bereich.
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Ravenheart
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Ei-ei-ei...

Beitrag von Ravenheart »

... Zumindest nach den Bildern sieht es so aus, als sei da überwiegend der Ring selber in sich gespalten worden, WENIGER nach einer aufgegangenen Leimfuge - Obwohl es an einer solchen Stelle natürlich seinen Anfang genommen haben kann!

Wenn ich da lese: [navy]"Schon vorher hob sich an einer Stelle der Griff ganz leicht von seinem untersten Ring ab..."[/navy], muss ich natürlich sagen:

PÖSER PURSCHE! So was schießt man dann ja auch nicht mehr!! Die Folge ist quasi zwangsweise...
:o

Die erste Frage ist natürlich: Wer ist der Bogenbauer? Ist der noch "greifbar"? Jeder anständige Bogenbauer hätte vmtl. höchstes Eigeninteresse, das zu sehen und es zu korrigieren!

Eine Reparatur halte ich auf jeden Fall für machbar, aber NICHT indem der (möglicherweise schwächliche!) Ring wieder zusammengeleimt wird! (Der gerissene Ring setzt sich frablich ja ab! Möglicherweise eine schon "angemorschte" Holzschicht?

Nein, hier müsste m.E. die Bauchseite plan gehobelt werden, (der andersfarbige Ring bis auf's Laminat weg!), und sauber ein neuer Griff drauf! Außerdem muss dabei untersucht werden, ob auch wirklich die Laminate und der Spleiß noch intakt sind. Das ist Arbeit für einen Laminatbau-Fachmann! Lieber nicht selber dran rumbasteln!

Rabe
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Beitrag von merdman2 »

Der Bogenbauer ist aus Amerika, den Bogen selbst habe ich gebraucht gekauft. Da lohnt sich also ein Kontakt nicht.

Das Abheben des Rings war wohl jahrelang mit einer Wicklung gesichert. Aber du hast wohl Recht: Irgendwann gibt auch die beste Wicklung auf.

Die Seite des Rings, die sich farblich abhebt war übrigens die Intakte. Da ist die Spaltung nur von der gegenüberliegenden Seite reingelaufen. Die ist also nicht Schuld.

Nach weiterer Betrachtung schaut es übrigens doch eindeutig nach der Klebefuge aus! Am Griff selbst hat es 4 Ringe. Der 4. läuft aber mit dem Griff in die Fade-Outs, gehört aber zum Stave und nicht zum Griff.

Wen könnte ich denn auf eine Reparatur ansetzen?

Markus
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Beitrag von Ravenheart »

Sollte auf jeden Fall jemand sein, der

a) Erfahrung mit Laminatbauweise hat, am besten auch mit Bambus,

b) nen professionellen Maschinenpark hat (meine Bogen sind z.B. zu 95% Handarbeit, aber mit dem Ziehmesser würde ICH mich DA nicht dran wagen! HIER sollte ne Oberfräse ran! So was hab ich gar nicht!))

c) in Deiner räumlichen Nähe wohnt! (Zwar nicht zwingend, aber komfortabel!)...

Rabe
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RE: Ei-ei-ei...

Beitrag von talisker2de »

geschrieben von ravenheart
Die erste Frage ist natürlich: Wer ist der Bogenbauer? Ist der noch "greifbar"? Jeder anständige Bogenbauer hätte vmtl. höchstes Eigeninteresse, das zu sehen und es zu korrigieren!

Kleine Anmerkung am Rande, mir ist mein Englischer Langbogen im unteren Wurfarm gebrochen. War Eibe mit Hickorybacking. Der Bogen war knapp über ein Jahr alt und hat davon mehrere Wochen beim Bogenbauer verbracht, da sich nach 3 Monaten der Griff gelöst hatte. Er hatte Horn in den Griff eingelegt. Dabei stellte er fest, daß sich der Tiller verändert hatte und hat mir dafür nochmals 150.--€ abgeköpft. Das war im Hochsommer nach dem dritten Turnier.Der Bogen hatte bereits 750.--€ gekostet. Er macht mit diesem Bogen heute noch Werbung auf seiner Homepage.

Der Bogen ist mir dann im Sommer beim Eisenbachsee nach dem 2 Schuß gebrochen.
Jetzt behauptet der Bogenbauer (er ist übrigens auch im FC unterwegs), der Bogen sei zu feucht gewesen und deshalb gebrochen. Ich hätte ihn falsch behandelt, sprich gelagert (Es ist der Bogen auf meinem Bild).Ich hatte ihm mitgteilt, daß ich den Bogen im Keller im Dunkeln lagere .Dieser ist allerdings staubtrocken, dort ist mein Büro mit PC und sehr vielen Spinnen).
Ich hatte den Bogen wie er es in seiner Pflegebeschreibung vorschreibt mit Silikonöl behqandelt, damit das Holz atmen und keine Feuchtigkeit aufnehmen kann. Ich würde nun eher sagen, das Holz war noch zu feucht beim Bau. Jedenfalls hat er mir einen Anwalt auf den Hals gehetzt, weil ich von ihm Ersatz gefodert habe.Dies werde ich mir natürlich nicht gefallen lassen.

Vielleicht hat da jemand was zu sagen, wenn wir schon beim Thema sind
Grüße DAgo

[royalblue](edit: Zitat repariert! Rabe)[/royalblue]
Dago
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Ravenheart
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Beitrag von Ravenheart »

...lieber nicht!

In laufende Verfahren einzugreifen wäre nicht besonders klug...
MEINUNGEN helfen da zudem wenig, wenn erst mal Anwälte eingeschaltet sind, sind FAKTEN hilfreicher!

Die Feuchte eines Kellers lässt sich objektiv messen. Am Bruchbild kann ein Fachmann mit großer Wahrscheinlichkeit erkennen, woran es lag.

Rabe
gervase
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Beitrag von gervase »

Markus,
erst mal mein Beileid.
Mir ist das am Sonntag in Stockstadt auch passiert, allerdings hat sich mein Bogen komplett verabschiedet.
Im unteren Wurfarm hat sich die Klebung teilweise gelöst und hier ist der Bogen dann auch gebrochen. Hat sich irreparabel in drei Teile zerlegt. Mitten im Vollauszug, allerdings ohne Vorankündigung.
Mir ist gottseidank nichts passiert.
Im übrigen bin ich Rabes Ansicht, neuen Griff drauf. Und schauen, ob die Laminate noch taugen.
Ich hatte grade einen ähnlichen Patienten, bei dem ich erst den Griffbereich und Teile des Facings ersetzt habe, um dann festzustellen, dass das Hickorylaminat im Griffbereich ebenfalls beschädigt war.
Also hab ich das runtergehobelt und neu laminiert.
Im Endeffekt hätte ich den Bogen gleich neu bauen können.
Verstehen kann man das Leben nur rueckw?aerts, aber leben muss man es vorwaerts....
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RE:

Beitrag von talisker2de »

Original geschrieben von ravenheart

...lieber nicht!

In laufende Verfahren einzugreifen wäre nicht besonders klug...
MEINUNGEN helfen da zudem wenig, wenn erst mal Anwälte eingeschaltet sind, sind FAKTEN hilfreicher!

Die Feuchte eines Kellers lässt sich objektiv messen. Am Bruchbild kann ein Fachmann mit großer Wahrscheinlichkeit erkennen, woran es lag.

Rabe
Das muß ein vom Gericht bestellter Sachverständiger sein. Ist euch ein vereidigter Sachverständiger für solche Fälle bekannt ? Denn das Gericht weis garantiert niemanden.
Hab leider als LAndschaftsgärtner in dieser Hinsicht schon sehr schlechte Erfahrungen machen dürfen.

Grüße DAgo
Dago
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Beitrag von merdman2 »

Ich hoffe, dass den Laminaten nix passiert ist. Das einzig gute daran ist, dass ich nach dem Krachen langsam zurück gegangen bin mit der Sehne und nicht mehr geschossen habe. Ich bin so erschrocken, dass das durchaus hätte passieren können.

Gervase wird sich den Bogen übrigens mal anschauen. Vielen, vielen Dank dafür!!!

Markus
Belga
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Beitrag von Belga »

Hi,
ich würde, wenn du ihn reparieren willst, Das komplette Griffstück vorsichtig abtragen. Zuerst mit dem Bandschleifer relativ nahe an die Laminate ran.
Anschliessend mit einem guten, scharfen Hobel bis an die Laminate arbeiten und für das neue Griffstück ein zwei Züge mit dem Hobel über die Laminate drüber. Ich nehm für sowas immer meinen Rali-Hobel. Bei dem kannste prima die Tiefe einstellen.
So und jetzt nen neues Griffstück mit Ponal-Express druff, nachdem du die Klebeseiten ganz leicht angefeuchtet hast. (Neues Griffstück auch hobeln (Klebeseite), nach dem anfeuchten wieder trocknen lassen... das Holz stellt dabei Fasern auf, die die Qualität der Verleimung erhöhen)

Vom wieder anleimen des alten Griffstückes rate ich dir ab. Meistens hat es einen Grund warum das Holz an solchen Stellen bricht. Bei meinem Ahorn-Holmegard musste das Kirschgriffstück erst dreimal wieder drauf bevor ich eingesehen habe, dass das Holz nicht gut ist. Es ist jedes Mal wieder abgesplittert aber nie an der Klebefuge. ;)

Grüße Chris
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