Tiller und Recurves
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Elch Hunter
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Tiller und Recurves
Sorry hab jetzt keinen anderen Thread über dieses Thema gefunden. Ich wollt nur kurz fragen ob sich (war ja eigentlich logisch ist) Die Kurve bei den Recurves dann nicht mehr dazu passt. Also ich meine: Soll ich wenn ich jetzt schon Recurves hineingemacht habe dass ich mir dann die "Tillerkurve" nur bis zu den Recurves betrachte und danach?
Ich weiß nicht wie ich dann feststellen soll ob die Kurve noch passt weil bei mir ist es so dass sich die Recurves ja wieder zurückbiegen.
Also woher weiß ich jetzt was ich da wegnehmen muss?
Hm falls mich jmd. versteht sonst muss ich wohl noch so schnell wie möglich ein Foto einfügen.
Und noch ne Frage: zuerst Tillern und dann Recurves oder umgekehrt?
Ich weiß nicht wie ich dann feststellen soll ob die Kurve noch passt weil bei mir ist es so dass sich die Recurves ja wieder zurückbiegen.
Also woher weiß ich jetzt was ich da wegnehmen muss?
Hm falls mich jmd. versteht sonst muss ich wohl noch so schnell wie möglich ein Foto einfügen.
Und noch ne Frage: zuerst Tillern und dann Recurves oder umgekehrt?
- Ravenheart
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Also das kommt mal wieder "darauf an"!
Ich versuch's mal systematisch.....
1. Es gibt 2 "Arten" von Recurves:
Statische (die starr sind, sich nicht mit biegen), und dynamische, die beim Auszug zumindest teilweise gestreckt werden, sich im Abschuss aber wieder "aufrollen", also in die gekrümmte Form zuruck schnellen.
Genau genommen gibt es noch eine 3. Art, nämlich "misslungene", die beim ersten oder nach ein paar Auszügen wieder in eine weitgehend gerade Form zurück gehen, also die Krümmung nicht halten.
2. Statische Recurves...
... kann man auf 3 Arten "erzeugen":
2.1: Dicker lassen. Im Bereich der Recurves wird mehr Holz stehen gelassen, ab (ja nach Holzart, Länge der Recurvebereiche und Auszugstärke) etwa 3 mm zusätzlicher Dicke ist das Holz so viel biegesteifer, dass die Recurves starr bleiben. In Extremfällen genügt es, wenn der Taper (=Verjüngung, dünner werden zum Ende hin) des Wurfarms nicht mehr abnimmt, die Dicke also konstant bleibt.
2.2: Recurves verstärken. Durch Aufbringen einer Schicht Holz oder Horn bauchseitig, Holz, Horn, Sehnen, oder einem Gewebe rückenseitig wird die Biegsamkeit der Recurves so weit reduziert, dass sie starr bleiben. Natürlich kann man auch beides kombinieren.
2.3: "Siyahs" anbringen. Wie bei vielen Reiterbogen, werden abgewinkelte oder gekrümmte Holzstücke am Ende eines geraden Wurfarms befestigt.
3. Dynamische Recurves.
Auch dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:
3.1: Die Enden werden durch Erhitzen und Biegen in Form gebracht,
3.2: Es werden Staves mit gekrümmt gewachsenen Enden verwendet,
3.3: Der Stave wird in der Mitte, also bei halber Dicke, parallel zum Rücken aufgeschnitten, und gekrümmt wieder verleimt. (Für den Holzverlust durch die Dicke des Sägeblatts wird dabei ein Holzstreifen mit eingeleimt.
3.4: Der Bogen wird komplett aus dünnen Holzschichten in einer Form verleimt (Laminatbauweise).
[navy]Weitere grundsätzlich Betrachtungen:
A) Jeder Formänderung eines Bogens verändert die Geometrie. Werden also, wie auch immer, irgend welche Recurves an einem weitgehend fertigen Bogen angebracht, muss der Tiller insgesamt nachkorrigiert werden!
B) Um Holz in eine dauerhaft gekrümmte Form zu "zwingen", muss man es entweder so dünn machen, dass es sich kalt krümmen lässt, und so verkleben (Typen 3.3 und 3.4, auch 2.2 lässt sich so herstellen), oder man muss es erhitzen und heiß biegen. BEI der Herstellung lässt sich dies noch kombinieren (trocken erhitzen und mit Epoxi verkleben), sind die Schichten aber erst einmal verklebt, würde jedes Erhitzen die Klebung wieder auf gehen lassen.
C) Wird Holz heiß gekrümmt, werden dabei die (hier) Rückenfasern gestaucht, die Bauchfasern gedehnt, und "erstarren" beim Erkalten so. Wird ein Bogen gezogen, werden die Rückenfasern gestreckt, die Bauchfasern gestaucht - und machen dies Beim Abschuss "rückgängig". Darauf komme ich noch zurück..
D) Dynamische, also arbeitende Recurves müssen diese Arbeit natürlich an beiden Enden etwa gleich verrichten, außerdem auch jeder für sich möglichst in Gänze und nicht nur an einer Stelle - sie müssen also auch "getillert" werden.[/navy]
Bewertung der verschiedenen Typen:
Am schwierigsten, also mit den geringsten Erfolgsaussichten, herzustellen, ist der
Typ 3.1. Der Grund liegt in Vorüberlegung C! Einerseits müssen die Fasern die künstliche Formung behalten (Rücken:Stauchung, Bauch:Streckung) um "in Form zu bleiben", geichzeitig sollen sie im Auszug aber das Gegenteil tun, den Rücken strecken, den Bauch stauchen. Das ist ein "Widerspruch", der auf den ersten Blick unmöglich scheint! Dass es dennoch gelegentlich gelingt, liegt in einer besonderen Eigenart mancher Hölzer:
Die Bindungen zwischen den Faserschichten werden beim Erhitzen so weit gelöst, dass eine innere Umlagerung stattfinden kann. Beim Erkalten "verkleben" die Fasern dann jedoch wieder so gut miteinander, dass im Grunde nun der selbe Effekt eingetreten ist, wie bei Typ 3.3 oder 3.4. UND diese, neu entstandene Verbindung ist hier dann STÄRKER als die Dehnung/Stauchung, die das Holz beim Auszug/Ablass erfährt, und das auch dauerhaft. Das ist leider selten so!
Daher kann man nicht vorhersagen, ob und wie weit ein Holz so reagiert, selbst INNERHALB einer Holzart kann es da Unterschiede geben, auch die Art, Dauer und Höhe der Erhitzung hat vmtl. Einfluss, und es kann daher wieder sogar so sein, dass ein Bogenende sich anders verhält, als das andere!
Typ 2.1 wird ebenfalls davon beeinflusst! Hier kann es dazu kommen, dass durch das Erhitzen die inneren Bindungen des Holzes so stark "beschädigt" werden, dass es WENIGER davon zurück behält, als nicht erhitzte Teile! Dies kann entweder dazu führen, dass es sich wieder gerade biegt, OBWOHL es dicker belassen wurde, oder sogar so weit gehen, dass es dauerhaft plastisch verformbar wird, wie ein Stab aus Blei ("Gummiholz"). Leider ist auch dies nicht vorhersehbar, und auch hier können Stücke der selben Holzart unterschiedlich reagieren. Mir ist dieser Effekt schon bei Esche und Ahorn begegnet, ich habe aber aus beiden auch schon erfolgreich solche Recurves gebaut!
Typ 2.2 ist daher eine Möglichkeit, diesem Problem vorzubeugen! Außerdem hat er den Vorteil, dass das Holz dafür dünner sein kann, womit es sich leichter und präziser biegen lässt, und man kann diese Methode auch noch NACHTRÄGLICH anwenden, um einen vorher gerade gebauten Bogen ohne dickere Endbereiche mit statischen Recurves zu versehen. Tritt allerdings der "Gummiholz-Effekt" ein, nützt auch die aufgebrachte Verstärkung nichts! Man kann einen Bogen damit also auch "vernichten", ein Risiko, dessen man sich bewusst sein muss!
Typ 2.3 ist hingegen relativ sicher und bewährt! Er hat aber auch einen Nachteil: Die addierten Holzstücke (+ Leim + Wicklung) bringen viel zusätzliches Gewicht gerade in den Teil des Wurfarms, wo es am "schädlichsten" für die Wurfleistung ist! Ein großer Teil des Leistungs-Gewinns durch die reflexe Form geht so wieder "verloren".
Typ 3.2 ist nur deshalb schwierig, weil es selten geling, solche Staves zu finden, die im Abstand einer Bogenlänge je eine etwas gleich starke Krümmung, und das auch noch etwa in einer Ebene, also der gleichen Richtung, haben. GEBEN tut es sie aber, und wenn man sie findet ist das Hauptproblem, sie auch zu erkennen, und nicht den "krummen Hund" als ungeeignet beiseite zu legen!
Typ. 3.3 funktioniert, das wurde hier im Forum schon erfolgreich gezeigt! Ich setze nachher den Link dahin hier dazu!
Typ 3.4 ist sicher und bewährt, dies ist die am weitesten verbreitete Methode.
[navy]Vorgehen:
Zu 2.1: Das Hauptproblem dieses Typs ist, den richtigen Kompromiss in der Dicke des zu biegenden Bereichs zu finden! Macht man ihn zu dünn, muss der Bogen evtl. schwächer ausgeführt werden, als beabsichtigt. Lässt man ihn zu dick, bekommt man ihn nicht in den gewünschten Radius gebogen, oder die Fasern reißen dabei sogar! Hilfreich ist auf jeden Fall, die Dicke im gesamten zu biegenden Bereich linear zu lassen, so dass auch bauchseitig die Fasern durch gehen - sonst kann sich ein Span abspalten! Man muss also einschätzen können, wie dick der WA im letzten sich noch BIEGENDEN Abschnitt kurz VOR den Recurves später sein muss, und dann ein paar mm mehr Dicke belassen, so biegen, und dann den biegenden Teil dünner arbeiten. Die Recurves werden ebenfals hinterher noch von allem "überflüssigen" Holz befreit, um so leicht wie möglich zu werden. Dabei muss man sehr behutsam vorgehen, letzteres macht man, wenn der bogen ansonsten fertig getillert ist. Man darf auf keinen Fall so viel weg nehmen, dass die Recurves sich bei Vollauszug anfangen zu strecken.
Zu 2.2: Diese Methode ist, wie schon gesagt, sogar nachträglich machbar, erfordert dann aber ein Nachtillern des Restes! Die Enden werden, auf der/den Seite(n), wo ein Material aufgebarcht werden soll, geglättet (bei Umbauten: von Oberflächenversiegelungen befreit), dann gebogen, und dann mit der Verstärkung beklebt.
Mit dieser Methode lassen sich übrigens auch "misslungene" Recurves des Typs 2.1 oder 3.1 noch "retten"!
Zu 2.3: Auch dies geht nachträglich, auch hier ist bei Umbauten Nachtillern erforderlich. Hier besteht das Problem, dass im Bereich der erforderlichen Wicklung der WA nicht mehr bearbeitet werden kann, was das Tillern erschwert, und eine gute Abschätzung erfordert, wie dick das Holz in dem Bereich belassen werden muss.
Zu 3.1: Das Vorgehen ist wie bei 2.1, allerdings ist es hierbei geradezu elementar wichtig, dass das Holz wieder völlig getrocknet und die Inhaltsstoffe, die die inneren Bindungen herstellen, vollständig ausgehärtet sind! Nach dem Biegen ist also eine mehrwöchige, besser mehrmonatige Trockenphase unerlässlich, wenn es überhaupt Erfolgssausicht haben soll. Beim Tillern kann man dann WA und Recurves gleichzeitig tillern, wobei immer von Kerbe zu Kerbe, also mit fortschreitendem Auszug, ERST der WA und DANN der Recurve bearbeitet wird, um den Recurve nicht zu überlasten! Ein Eiertanz!
Alternativ kann man auch die Recurves erst mal steif lassen, und sie dann später, wenn die WA quasi fertig sind, vorsichtig dünner tillern, bis sie sich ebenfalls biegen. Nachteil: Das Zuggewicht sinkt noch, und durch die dann wieder veränderte Geometrie muss auch der WA noch hin und wieder nachkorrigiert werden. Vorteil: Bemerkt man jetzt, dass die Recurves sich wieder dauerhaft strecken, also die Biegung nicht halten, kann man noch auf Typ 2.2 "umschwenken".
Zu 3.2: Der ganze Bogen wird in einem Stück bearbeitet, wie bei 3.1 gilt aber:
"...wobei immer von Kerbe zu Kerbe, also mit fortschreitendem Auszug, ERST der WA und DANN der Recurve bearbeitet wird, um den Recurve nicht zu überlasten!" Im Bereich der Recurves darf sich KEIN Stringfollow einstellen!
Zu 3.3: Auch hierfür muss man einigermaßen genau die Endmaße des fertigen Bogens abschätzen können, um den Schnitt und die Zwischenlage etwa in der halben Dicke platzieren zu können. Ansonsten ist das Vorgehen eigentlich wie bei 3.1, nur dass sich die Trockenpahse auf das Abbinden des Klebers reduziert.
Theoretisch ist dies sogar als nachträglicher Umbau möglich, nur ist dann der Schnitt schwieriger herzustellen, weil weniger Material drum herum vorhanden ist, und auch der WA evtl. schon etwas Stringfollow hat, was es schwer macht, Schnitt und Klebung sauber auszuführen.
Zu 3.4: Dies erfordert eine vorgefertigte Bogenform, in die die Laminatstreifen kalt oder erhitzt gepresst werden. Nach dem Abbinden des Klebers wird im Ganzen getillert.[/navy]
Puh, das war aber lang! 8-| :-)
Ich werd's auch so in's WiKi übernehmen...
Rabe
Ich versuch's mal systematisch.....
1. Es gibt 2 "Arten" von Recurves:
Statische (die starr sind, sich nicht mit biegen), und dynamische, die beim Auszug zumindest teilweise gestreckt werden, sich im Abschuss aber wieder "aufrollen", also in die gekrümmte Form zuruck schnellen.
Genau genommen gibt es noch eine 3. Art, nämlich "misslungene", die beim ersten oder nach ein paar Auszügen wieder in eine weitgehend gerade Form zurück gehen, also die Krümmung nicht halten.
2. Statische Recurves...
... kann man auf 3 Arten "erzeugen":
2.1: Dicker lassen. Im Bereich der Recurves wird mehr Holz stehen gelassen, ab (ja nach Holzart, Länge der Recurvebereiche und Auszugstärke) etwa 3 mm zusätzlicher Dicke ist das Holz so viel biegesteifer, dass die Recurves starr bleiben. In Extremfällen genügt es, wenn der Taper (=Verjüngung, dünner werden zum Ende hin) des Wurfarms nicht mehr abnimmt, die Dicke also konstant bleibt.
2.2: Recurves verstärken. Durch Aufbringen einer Schicht Holz oder Horn bauchseitig, Holz, Horn, Sehnen, oder einem Gewebe rückenseitig wird die Biegsamkeit der Recurves so weit reduziert, dass sie starr bleiben. Natürlich kann man auch beides kombinieren.
2.3: "Siyahs" anbringen. Wie bei vielen Reiterbogen, werden abgewinkelte oder gekrümmte Holzstücke am Ende eines geraden Wurfarms befestigt.
3. Dynamische Recurves.
Auch dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:
3.1: Die Enden werden durch Erhitzen und Biegen in Form gebracht,
3.2: Es werden Staves mit gekrümmt gewachsenen Enden verwendet,
3.3: Der Stave wird in der Mitte, also bei halber Dicke, parallel zum Rücken aufgeschnitten, und gekrümmt wieder verleimt. (Für den Holzverlust durch die Dicke des Sägeblatts wird dabei ein Holzstreifen mit eingeleimt.
3.4: Der Bogen wird komplett aus dünnen Holzschichten in einer Form verleimt (Laminatbauweise).
[navy]Weitere grundsätzlich Betrachtungen:
A) Jeder Formänderung eines Bogens verändert die Geometrie. Werden also, wie auch immer, irgend welche Recurves an einem weitgehend fertigen Bogen angebracht, muss der Tiller insgesamt nachkorrigiert werden!
B) Um Holz in eine dauerhaft gekrümmte Form zu "zwingen", muss man es entweder so dünn machen, dass es sich kalt krümmen lässt, und so verkleben (Typen 3.3 und 3.4, auch 2.2 lässt sich so herstellen), oder man muss es erhitzen und heiß biegen. BEI der Herstellung lässt sich dies noch kombinieren (trocken erhitzen und mit Epoxi verkleben), sind die Schichten aber erst einmal verklebt, würde jedes Erhitzen die Klebung wieder auf gehen lassen.
C) Wird Holz heiß gekrümmt, werden dabei die (hier) Rückenfasern gestaucht, die Bauchfasern gedehnt, und "erstarren" beim Erkalten so. Wird ein Bogen gezogen, werden die Rückenfasern gestreckt, die Bauchfasern gestaucht - und machen dies Beim Abschuss "rückgängig". Darauf komme ich noch zurück..
D) Dynamische, also arbeitende Recurves müssen diese Arbeit natürlich an beiden Enden etwa gleich verrichten, außerdem auch jeder für sich möglichst in Gänze und nicht nur an einer Stelle - sie müssen also auch "getillert" werden.[/navy]
Bewertung der verschiedenen Typen:
Am schwierigsten, also mit den geringsten Erfolgsaussichten, herzustellen, ist der
Typ 3.1. Der Grund liegt in Vorüberlegung C! Einerseits müssen die Fasern die künstliche Formung behalten (Rücken:Stauchung, Bauch:Streckung) um "in Form zu bleiben", geichzeitig sollen sie im Auszug aber das Gegenteil tun, den Rücken strecken, den Bauch stauchen. Das ist ein "Widerspruch", der auf den ersten Blick unmöglich scheint! Dass es dennoch gelegentlich gelingt, liegt in einer besonderen Eigenart mancher Hölzer:
Die Bindungen zwischen den Faserschichten werden beim Erhitzen so weit gelöst, dass eine innere Umlagerung stattfinden kann. Beim Erkalten "verkleben" die Fasern dann jedoch wieder so gut miteinander, dass im Grunde nun der selbe Effekt eingetreten ist, wie bei Typ 3.3 oder 3.4. UND diese, neu entstandene Verbindung ist hier dann STÄRKER als die Dehnung/Stauchung, die das Holz beim Auszug/Ablass erfährt, und das auch dauerhaft. Das ist leider selten so!
Daher kann man nicht vorhersagen, ob und wie weit ein Holz so reagiert, selbst INNERHALB einer Holzart kann es da Unterschiede geben, auch die Art, Dauer und Höhe der Erhitzung hat vmtl. Einfluss, und es kann daher wieder sogar so sein, dass ein Bogenende sich anders verhält, als das andere!
Typ 2.1 wird ebenfalls davon beeinflusst! Hier kann es dazu kommen, dass durch das Erhitzen die inneren Bindungen des Holzes so stark "beschädigt" werden, dass es WENIGER davon zurück behält, als nicht erhitzte Teile! Dies kann entweder dazu führen, dass es sich wieder gerade biegt, OBWOHL es dicker belassen wurde, oder sogar so weit gehen, dass es dauerhaft plastisch verformbar wird, wie ein Stab aus Blei ("Gummiholz"). Leider ist auch dies nicht vorhersehbar, und auch hier können Stücke der selben Holzart unterschiedlich reagieren. Mir ist dieser Effekt schon bei Esche und Ahorn begegnet, ich habe aber aus beiden auch schon erfolgreich solche Recurves gebaut!
Typ 2.2 ist daher eine Möglichkeit, diesem Problem vorzubeugen! Außerdem hat er den Vorteil, dass das Holz dafür dünner sein kann, womit es sich leichter und präziser biegen lässt, und man kann diese Methode auch noch NACHTRÄGLICH anwenden, um einen vorher gerade gebauten Bogen ohne dickere Endbereiche mit statischen Recurves zu versehen. Tritt allerdings der "Gummiholz-Effekt" ein, nützt auch die aufgebrachte Verstärkung nichts! Man kann einen Bogen damit also auch "vernichten", ein Risiko, dessen man sich bewusst sein muss!
Typ 2.3 ist hingegen relativ sicher und bewährt! Er hat aber auch einen Nachteil: Die addierten Holzstücke (+ Leim + Wicklung) bringen viel zusätzliches Gewicht gerade in den Teil des Wurfarms, wo es am "schädlichsten" für die Wurfleistung ist! Ein großer Teil des Leistungs-Gewinns durch die reflexe Form geht so wieder "verloren".
Typ 3.2 ist nur deshalb schwierig, weil es selten geling, solche Staves zu finden, die im Abstand einer Bogenlänge je eine etwas gleich starke Krümmung, und das auch noch etwa in einer Ebene, also der gleichen Richtung, haben. GEBEN tut es sie aber, und wenn man sie findet ist das Hauptproblem, sie auch zu erkennen, und nicht den "krummen Hund" als ungeeignet beiseite zu legen!
Typ. 3.3 funktioniert, das wurde hier im Forum schon erfolgreich gezeigt! Ich setze nachher den Link dahin hier dazu!
Typ 3.4 ist sicher und bewährt, dies ist die am weitesten verbreitete Methode.
[navy]Vorgehen:
Zu 2.1: Das Hauptproblem dieses Typs ist, den richtigen Kompromiss in der Dicke des zu biegenden Bereichs zu finden! Macht man ihn zu dünn, muss der Bogen evtl. schwächer ausgeführt werden, als beabsichtigt. Lässt man ihn zu dick, bekommt man ihn nicht in den gewünschten Radius gebogen, oder die Fasern reißen dabei sogar! Hilfreich ist auf jeden Fall, die Dicke im gesamten zu biegenden Bereich linear zu lassen, so dass auch bauchseitig die Fasern durch gehen - sonst kann sich ein Span abspalten! Man muss also einschätzen können, wie dick der WA im letzten sich noch BIEGENDEN Abschnitt kurz VOR den Recurves später sein muss, und dann ein paar mm mehr Dicke belassen, so biegen, und dann den biegenden Teil dünner arbeiten. Die Recurves werden ebenfals hinterher noch von allem "überflüssigen" Holz befreit, um so leicht wie möglich zu werden. Dabei muss man sehr behutsam vorgehen, letzteres macht man, wenn der bogen ansonsten fertig getillert ist. Man darf auf keinen Fall so viel weg nehmen, dass die Recurves sich bei Vollauszug anfangen zu strecken.
Zu 2.2: Diese Methode ist, wie schon gesagt, sogar nachträglich machbar, erfordert dann aber ein Nachtillern des Restes! Die Enden werden, auf der/den Seite(n), wo ein Material aufgebarcht werden soll, geglättet (bei Umbauten: von Oberflächenversiegelungen befreit), dann gebogen, und dann mit der Verstärkung beklebt.
Mit dieser Methode lassen sich übrigens auch "misslungene" Recurves des Typs 2.1 oder 3.1 noch "retten"!
Zu 2.3: Auch dies geht nachträglich, auch hier ist bei Umbauten Nachtillern erforderlich. Hier besteht das Problem, dass im Bereich der erforderlichen Wicklung der WA nicht mehr bearbeitet werden kann, was das Tillern erschwert, und eine gute Abschätzung erfordert, wie dick das Holz in dem Bereich belassen werden muss.
Zu 3.1: Das Vorgehen ist wie bei 2.1, allerdings ist es hierbei geradezu elementar wichtig, dass das Holz wieder völlig getrocknet und die Inhaltsstoffe, die die inneren Bindungen herstellen, vollständig ausgehärtet sind! Nach dem Biegen ist also eine mehrwöchige, besser mehrmonatige Trockenphase unerlässlich, wenn es überhaupt Erfolgssausicht haben soll. Beim Tillern kann man dann WA und Recurves gleichzeitig tillern, wobei immer von Kerbe zu Kerbe, also mit fortschreitendem Auszug, ERST der WA und DANN der Recurve bearbeitet wird, um den Recurve nicht zu überlasten! Ein Eiertanz!
Alternativ kann man auch die Recurves erst mal steif lassen, und sie dann später, wenn die WA quasi fertig sind, vorsichtig dünner tillern, bis sie sich ebenfalls biegen. Nachteil: Das Zuggewicht sinkt noch, und durch die dann wieder veränderte Geometrie muss auch der WA noch hin und wieder nachkorrigiert werden. Vorteil: Bemerkt man jetzt, dass die Recurves sich wieder dauerhaft strecken, also die Biegung nicht halten, kann man noch auf Typ 2.2 "umschwenken".
Zu 3.2: Der ganze Bogen wird in einem Stück bearbeitet, wie bei 3.1 gilt aber:
"...wobei immer von Kerbe zu Kerbe, also mit fortschreitendem Auszug, ERST der WA und DANN der Recurve bearbeitet wird, um den Recurve nicht zu überlasten!" Im Bereich der Recurves darf sich KEIN Stringfollow einstellen!
Zu 3.3: Auch hierfür muss man einigermaßen genau die Endmaße des fertigen Bogens abschätzen können, um den Schnitt und die Zwischenlage etwa in der halben Dicke platzieren zu können. Ansonsten ist das Vorgehen eigentlich wie bei 3.1, nur dass sich die Trockenpahse auf das Abbinden des Klebers reduziert.
Theoretisch ist dies sogar als nachträglicher Umbau möglich, nur ist dann der Schnitt schwieriger herzustellen, weil weniger Material drum herum vorhanden ist, und auch der WA evtl. schon etwas Stringfollow hat, was es schwer macht, Schnitt und Klebung sauber auszuführen.
Zu 3.4: Dies erfordert eine vorgefertigte Bogenform, in die die Laminatstreifen kalt oder erhitzt gepresst werden. Nach dem Abbinden des Klebers wird im Ganzen getillert.[/navy]
Puh, das war aber lang! 8-| :-)
Ich werd's auch so in's WiKi übernehmen...
Rabe
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Elch Hunter
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Wirklich eine Lexikonausgereifte antwort, wie lang hast du daran gesessen?
Ich habe wohl 3.2 genommen.
Doch wen ich das deinem Eintrag recht entnehme sollt man bei Mehrschichtigen Bögen jeden einzeln erhitzen, biegen und dann erst verleimen!?
Ist doch voll schwierig das genau gleich hinzubekommen, nicht?
Hm, ist ja wirklich ne eigene Wissenschaft.
Puh, bin fürs erste mal überfordert, aber viell. find ich ja noch eine gute Lösung, vielen Dank aufjedenfall für diese "ausführliche" Antwort ;-)
Ich habe wohl 3.2 genommen.
Doch wen ich das deinem Eintrag recht entnehme sollt man bei Mehrschichtigen Bögen jeden einzeln erhitzen, biegen und dann erst verleimen!?
Ist doch voll schwierig das genau gleich hinzubekommen, nicht?
Hm, ist ja wirklich ne eigene Wissenschaft.
Puh, bin fürs erste mal überfordert, aber viell. find ich ja noch eine gute Lösung, vielen Dank aufjedenfall für diese "ausführliche" Antwort ;-)
Schichten
Bei der Laminatbauweise, sind die Holzschichten so dünn, daß man sie mit Hilfe einer Form in die gewünschte Form verklebt. Soweit ich weiß werden sie nicht vorher durch erhitzen in Form gebracht (deswegen auch mehrere dünne Schichten)
Siehe "Zu 3.4" in Rabes SUPER-Ausführung
Siehe "Zu 3.4" in Rabes SUPER-Ausführung
Wenns dir langweilig ist wie's mir war nur zu.
Von der Theorie her sollten vorher gebogene Laminate effizienter sein als gerade die direkt in der Form verleimt werden. Wenn du sie noch weiter in Reflexe Form bringst gibts nen Pseudo-Pery-Reflex-Design. Sprich du biegst sie weiter als du für deine Form tatsächlich brauchen würdest und durch das zusammenleimen werden sie wieder zurückgebogen. Was allerdings im Endeffekt dabei rauskommt weiss ich noch nicht genau, weil ich bei meinem Laminatrecurve keine Ahnung mehr habe wo ich noch Material abnehmen kann, ohne die bauchseitige GFK-Schicht komplett abzunehmen. Das kleine Mistding zieht bei knapp 5" mit ner enganliegenden Tillersehne immer noch 65#, bei einer Wurfarmdicke von 6mm.
Zuerst Recurves dann tillern. Oder Vortillern, Recurves, wieder tillern...
Vom Griff bis Recurve Kreisbogentiller, dann ab der Hälfte des Auzugs die Recurves so tillern dass sie mitspielen und sich auch biegen, sofern du nen arbeitenden Recurve haben möchtest. Statische Recurves *schulterzuck* interessieren mich net so.
Wenn du dämpfst sollten die Laminate aber wieder richtig schön trocken sein, bevor du sie zusammenleimst.
Grüße Chris
Zuerst Recurves dann tillern. Oder Vortillern, Recurves, wieder tillern...
Vom Griff bis Recurve Kreisbogentiller, dann ab der Hälfte des Auzugs die Recurves so tillern dass sie mitspielen und sich auch biegen, sofern du nen arbeitenden Recurve haben möchtest. Statische Recurves *schulterzuck* interessieren mich net so.
Wenn du dämpfst sollten die Laminate aber wieder richtig schön trocken sein, bevor du sie zusammenleimst.
Grüße Chris
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Elch Hunter
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Diese beiden Laminatbogen (nur Holz) wurden mit arbeitenden Recurves gebaut. Ich habe die 4 Laminate mit der Heißluftpistole erwärmt und dann über eine Form geleimt. Die einzelnen Laminate wurden zu den Enden hin getapert.
Das Tillern erfolgte nur von der Bauchseite, der Recurve-Bereich hauptsächlich über die Breite.
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@masticore und K.H.: Ich leime fast ausschließlich mit Ponal wasserfest. Das ist also der von Rabe genannte "Typ 3.4".
Hier die Werte des unteren, der obere war ein Prototyp mit 34 lb.
Der untere: 1 x Bambus außen plus 3 x Robinien-Laminate, Zugewicht 49 lbs mit Pfeilgeschwindigkeit 159 ft/sec bei 28".
Auszug sehr weich und gleichmäßig bis 30".
Schussverhalten moderat bis auf etwas Handschock, wohl wegen der Länge und der relativ schweren Hölzer.
Hier die Werte des unteren, der obere war ein Prototyp mit 34 lb.
Der untere: 1 x Bambus außen plus 3 x Robinien-Laminate, Zugewicht 49 lbs mit Pfeilgeschwindigkeit 159 ft/sec bei 28".
Auszug sehr weich und gleichmäßig bis 30".
Schussverhalten moderat bis auf etwas Handschock, wohl wegen der Länge und der relativ schweren Hölzer.