Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

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don_quichotte
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von don_quichotte »

Das ist mir klar, hab nur gerade nicht mehr daran gedacht :-X . Trotzdem läuft die Diskussion auf einen Flightbogen heraus. Diese Überlegungen stehen so oder ähnlich schon in der Bibel. Flightbögen sind aber nicht so sehr für ihre Haltbarkeit bekannt.
Ich denke, wir sollten uns aus diesem Grund noch über ein grenzwertiges Pfeilgewicht einig werden. Über das Design sind wir uns ja ziemlich einig --> möglichst hoher Wirkungsgrad bei leichten Pfeilen, damit möglichst wenig Energie im Bogen bleibt.
Das heisst, mit welchem Pfeilgewicht übersteht unser hypothetischer Bogen mit gegebenem Design 1000de Schüsse. Im Threadtitel steht <7gpp. Das denke ich ist gut möglich. Bei unter 5gpp glaube ich aber, dass jedes Design und Holz nachhaltig Schaden nehmen wird.
Andere Meinungen?
Über Wurfarmgewicht und Sehnenmasse müssen wir glaube ich nicht weiter Diskutieren. Wenn das Wurfarmgewicht nicht so eine Rolle spielt, kann man ja etwas mehr Material am Bogen lassen als nötig, will heissen, nicht so grenzwertig bauen wie einen Flightbogen. Nur wo ist das Material dann am nützlichsten für die Haltbarkeit ??? In der Breite ??? (noch) Keine Ahnung
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Galighenna
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von Galighenna »

hmm jaein... ^^
Die meisten haltbaren Bögen haben Wirkungsgrade von 60-80%. Senke ich das Pfeilgewicht, komme ich irgendwann unterhalb der 60% und der Bogen wird stärker und stärker belastet. Wenn ich den Bogen dann so optimiere, das der Wirkungsgrad wieder hoch genug ist, dann ist der Bogen wieder haltbar. Theoretisch würde das auch mit einem 1gpp leichten Pfeil gehen, wenn man es schafft einen Self-Bow zu bauen der bei diesem Pfeilgewicht noch 70 oder 80% Wirkungsgrad erreicht. Dann ist der Bogen auch haltbar...
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don_quichotte
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von don_quichotte »

Weiter könnte man noch darüber diskutieren, wie man die Energie, die nachdem der Pfeil die Sehne verlassen hat, noch im Bogen steckt, "dämpfen" könnte. Eine Möglichkeit wäre, an der richtigen Stelle etwas mehr Material stehen zu lassen (habe ich vorher schon angesprochen).
Eine andere wäre vielleicht, die Sehnenöhrchen etwas zu "unterfüttern". Soll heissen, die Energie, die sich in Vibrationen, Schwingungen oder was auch immer im Wurfarm austobt, wenn die Sehne stramm gezogen wird, geht in die Verformung dieser unterfütterten Öhrchen. Dazu könnte man einfach ein paar zusätzliche Stränge Dacron in die Öhrchen geben, wie man das bei Endlos Fastflight Sehnen ja auch z.T. macht. Einfach noch ein bischen mehr. Keine Ahnung ob das funktional ist, könnte es mir aber gut vorstellen.
@ Gali
Das halte ich in der Praxis aber für unmöglich, daher, bei welchem minimalen Pfeilgewicht kann man noch über 60% Wirkungsgrad erreichen?
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Lord Hurny
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von Lord Hurny »

Auch wenn ich mich wiederhole,
bei <5 gpp mach ich mir um meine Bögen auch noch wenig Sorgen - aber um die Pfeile umso mehr. <5 gpp würde bedeuten, dass der Pfeil bei einem 50# Bogen mit 28" Auszug unter 17 Gramm Gewicht hat. Das ist dann entweder ein sehr dünner oder sehr weicher Holzpfeil der die erhöhte Beschleunigung aushalten muss.
Fürs Flightschießen, wo meistens die Materialgrenzen für wenige Versuche ausgelotet werden, mag das ja ok sein, aber fürs tägliche Training und 100e oder 1000e Schüsse - ne, nur mit Helm, Schutzbrille und Kettenhabndschuh! ;)
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von don_quichotte »

Da scheiden Holzpfeile aus, klar. Aber mit Carbonis ist sowas ohne Probleme möglich. Oder sind wir auf Holzpfeile beschränkt?
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Lord Hurny
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von Lord Hurny »

sind wir natürlich nicht,
nur, mein traditioneller Vogel will sich einfach nicht mit dem Gedanken anfreunden, einen Bogen aus Holz am Limit zu bauen, um dann damit Stricknadeln aus Carbon auf fast Schallgeschwindigkeit zu beschleunigen :) .
lg,
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Galighenna
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von Galighenna »

Eine Überlegung von mir sieht so aus:

Wenn ich mich nicht irre, haben die sehr kurzen Reiterbögen keine großen Probleme damit, wenn man mit ihnen verhältnismäßig leichte Pfeile schießt. Wenn ich mir jetzt überlege, das bei einem Langbogen ein langer biegender Bereich existiert, der eine Masse x besitzt und biegsam, also schwingungsfähig ist, bei einem Reiterbogen der Biegebereich aber eher kurz ist und zudem durch Siyahs reduziert wird...
Vielleicht können Reiterbogen geringe Pfeilgewichte ab, weil steife Siyahs und sehr kurze Biegebereiche nicht so arg schwingen und Energie absorbieren können, wie die längeren Biegebereiche eines Langbogens...
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don_quichotte
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von don_quichotte »

Das entspräche bei "Langbögen"/Selfbows dem Mölledesign/Eiffelturm mit steifen Wurfarmenden, oder irre ich mich? Ein weiterer Hinweis darauf, dass wir mit dem Design auf dem richtigen weg sind.
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Galighenna
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von Galighenna »

Ja so ungefähr. Das Problem dabei dürfte sein, das die höhere Kompression des Wurfarmmaterials eben wieder mehr Energie frisst, weil ein Teil der Kompression eben nicht mehr ganz elastisch ist... Da haben wir dann wieder 2 Gegenläufige Parameter :-/

Darf ich mal was loswerden? ---> Bogenphysik ist scheiße!!! *lach*
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von Lord Hurny »

Gali,
die Theorie vielleicht, die Praxis ist sauspannend ;D !
lg,
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Galighenna
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von Galighenna »

Ja... Spannend in mehr als einer Hinsicht *lach*
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von Wilfrid (✝) »

Stimmt, Tom E=1/2x m v² -> v = Wurzel aus( 2 E/m). Somit ist der Faktor hier ~1,41. Ändert aber nix an der Tatsache, das ein höheres Pfeilgewicht von 10 g (~ 25 %) sich anders auswirkt als 2x 5g an den WA (~ 2x1%)
Was irgendwie auch logisch erscheint.
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skerm
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von skerm »

Galighenna hat geschrieben:Eine Überlegung von mir sieht so aus:

Wenn ich mich nicht irre, haben die sehr kurzen Reiterbögen keine großen Probleme damit, wenn man mit ihnen verhältnismäßig leichte Pfeile schießt. Wenn ich mir jetzt überlege, das bei einem Langbogen ein langer biegender Bereich existiert, der eine Masse x besitzt und biegsam, also schwingungsfähig ist, bei einem Reiterbogen der Biegebereich aber eher kurz ist und zudem durch Siyahs reduziert wird...
Vielleicht können Reiterbogen geringe Pfeilgewichte ab, weil steife Siyahs und sehr kurze Biegebereiche nicht so arg schwingen und Energie absorbieren können, wie die längeren Biegebereiche eines Langbogens...
Glaubst nicht, dass das mehr an Sehne und Horn liegt?

Gruß,
Daniel
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Wilfrid (✝)
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von Wilfrid (✝) »

nicht nur
Was zerstört denn ein Werkstück? Zu hohe einmalige Lasten und zum anderen häufige Lastwechsel, am schlimmsten sind die mit 0-Durchgang. Und genau das passiert beim Langbogen. Hohe Lasten bis in den Bereich dauerhafter Schäden (Set), dazu Lasten mit 0-Durchgang dank der Schwingungen. Bekanntermaßen hält das ein Bogen auf Dauer nicht aus, denn jeder wird mal Feuerholz.

Son Bogen hat ja nicht den Sicherheitsfaktor 5 eines Lasthebemittels, sondern mehr den 0,9 , hält gerade noch.
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Lord Hurny
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Re: Überlegungen zu einem Bogen mit Pfeilen < 7gr per lb

Beitrag von Lord Hurny »

Wilfrid hat geschrieben:Stimmt, Tom E=1/2x m v² -> v = Wurzel aus( 2 E/m). Somit ist der Faktor hier ~1,41. Ändert aber nix an der Tatsache, das ein höheres Pfeilgewicht von 10 g (~ 25 %) sich anders auswirkt als 2x 5g an den WA (~ 2x1%)
Was irgendwie auch logisch erscheint.
eh klar ist das logisch, das sieht doch ein Blinder! 8)
...nach "Stimmt, Tom" bin ich geistig ausgestiegen... ;D
lg,
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