Thema Vor- und Frühgeschichte
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Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
Und wieder was von Web.de... anscheinend wird es jetzt langsam Fakt, daß der Amerikanische Kontinent WESENTLICH früher besiedelt wurde, als bisher angenommen...
http://web.de/magazine/wissen/mensch/12 ... #.A1000107
LG
etb
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Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
Und wieder mal ein paar neue Erkenntnisse aus dem Leben der ältesten Vorangegangenen...
So langsam aber sicher wird es die geehrte Fachwelt nun wohl endlich zur Kenntnis nehmen, daß selbst die frühesten (naja, nicht wirklich die frühesten...)Steinzeitler halt doch nicht ausschließlich die tumben Keulenschwinger waren, als die sie dann ja leider immer noch sehr gerne dargestellt werden, sondern sich schon sehr viel eher als gedacht (oder belegt) mit Malereien und Farben beschäftigt haben...
http://web.de/magazine/wissen/mensch/14 ... ropas.html
...und das selbst Pferde damals schon auf Camo abgefahren sind...
http://web.de/magazine/wissen/tiere/140 ... pfelt.html
LG
etb
So langsam aber sicher wird es die geehrte Fachwelt nun wohl endlich zur Kenntnis nehmen, daß selbst die frühesten (naja, nicht wirklich die frühesten...)Steinzeitler halt doch nicht ausschließlich die tumben Keulenschwinger waren, als die sie dann ja leider immer noch sehr gerne dargestellt werden, sondern sich schon sehr viel eher als gedacht (oder belegt) mit Malereien und Farben beschäftigt haben...
http://web.de/magazine/wissen/mensch/14 ... ropas.html
...und das selbst Pferde damals schon auf Camo abgefahren sind...
http://web.de/magazine/wissen/tiere/140 ... pfelt.html
LG
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Zuletzt geändert von eddytwobows am 12.11.2011, 14:08, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
Hmm, blöd nur, dass die beiden Links nicht funzen ;-)
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
Hoppla, Danke Squid... jetzt müßte es gehen...
Habe gerade festgestellt, daß der Link ganz oben (Eröffnungspost) leider nicht mehr funzt und auch so irgendwie nicht mehr zu finden ist, deshalb habe ich den Text mal aus einem anderen Forum kopiert und stelle ihn jetzt als ganzes hier rein...
Steinzeitmenschen hatten schon früh scharfe Messer
Washington (dpa) Sie galt bislang als Erfindung aus Westeuropa: Eine Technik zur Herstellung messerscharfer Steinklingen wurde in Südafrika jedoch schon Zehntausende Jahre früher eingesetzt. Möglicherweise sicherte sie den später aus Afrika auswandernden Menschen einen entscheidenden Vorteil.
Steinzeitmenschen konnten vermutlich schon viel früher scharfe Steinmesser und Speerspitzen herstellen als angenommen. Darauf deuten archäologische Funde aus einer Höhle in Südafrika hin. Die Technik, bei der die Kanten der Steine mit Druck kontrolliert bearbeitet werden, entstand demnach bereits vor 75 000 Jahren - rund 55 000 Jahre früher als gedacht. Ein internationales Forscherteam berichtet im Fachmagazin "Science" (Bd. 330, S. 659) über die Entdeckung.
Möglicherweise sicherte sie den später aus Afrika auswandernden Menschen einen entscheidenden Vorteil.
Feuerstein-Pfeilspitze Feuerstein-Pfeilspitze: Die Technik, die Steinzeitmenschen bei der Bearbeitung von Kanten der Steine angewandt haben, entstand bereits vor 75 000 Jahren - rund 55 000 Jahre früher als gedacht (Archiv- und Symbolbild). © dpa
Bei der Technik des sogenannten Pressure-Flaking wurde auf die Kanten von zunächst roh behauenen Steinstücken mit einem Tierknochen oder einem anderen Werkzeug so stark Druck ausgeübt, dass dünne Steinplättchen absplittern. Auf diese Weise entstanden sehr scharfe Kanten. Einige Steinarten können direkt auf diese Weise bearbeitet werden, andere müssen zuvor erhitzt werden. Bisher nahmen Forscher an, dass die Technik vor rund 20 000 Jahren in Westeuropa entstand.
Die Forscher um Paola Villa und Chr*stopher Henshilwood von der Witwatersrand-Universität in Johannesburg (Südafrika) und der Universität von Colorado in Boulder (USA) untersuchten nun Steinwerkzeuge aus der Höhle Blombos Cave in Südafrika, in der bereits zuvor viele Hinweise auf das Leben und Verhalten der Steinzeitmenschen gefunden worden waren.
Ein Teil der Untersuchung bestand in dem Versuch, aus Steinen der Region selbst entsprechende Werkzeuge herzustellen. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Steine erhitzt worden sein mussten, bevor sie ihren endgültigen Schliff erhielten. Bei dem Gestein handele es sich um sogenannte Silcrete. Dies Material könne in seinem natürlichen Zustand zwar grob zurechtgehauen werden, das Ablösen feiner Splitter durch Druck sei aber unmöglich, schreiben die Forscher.
Sie untersuchten dann die Kanten der Steinwerkzeuge mit dem Mikroskop. Dabei entdeckten sie, dass die "Narben", die nach dem Ablösen der Splitter am Stein zurückbleiben, unterschiedliche Kanten aufweisen. Zum Teil waren sie rau und spröde, was auf eine Bearbeitung des Steins im Rohzustand hinweise. Ein Teil der Narben war aber auch ganz glatt, so wie es für die Bearbeitung der Steine nach vorheriger Erhitzung typisch ist.
Die Werkzeugmacher haben die Steine also gezielt in einem Schritt des Arbeitsprozesses im Feuer erhitzt und dann für den Feinschliff weiterbearbeitet, folgern die Forscher. Die Technik erlaube es den Werkzeugmachern, die Kanten der Steine sehr kontrolliert zu bearbeiten. Auf diese Weise ließen sich sehr viel schärfere und spitzere Werkzeuge herstellen als durch grobes Behauen allein. Spuren an den gefundenen Steinklingen wiesen darauf hin, dass sie zur Jagd eingesetzt wurden.
Quelle:
http://web.de/magazine/wissen/mensch/11 ... esser.html
LG
etb
Habe gerade festgestellt, daß der Link ganz oben (Eröffnungspost) leider nicht mehr funzt und auch so irgendwie nicht mehr zu finden ist, deshalb habe ich den Text mal aus einem anderen Forum kopiert und stelle ihn jetzt als ganzes hier rein...
Steinzeitmenschen hatten schon früh scharfe Messer
Washington (dpa) Sie galt bislang als Erfindung aus Westeuropa: Eine Technik zur Herstellung messerscharfer Steinklingen wurde in Südafrika jedoch schon Zehntausende Jahre früher eingesetzt. Möglicherweise sicherte sie den später aus Afrika auswandernden Menschen einen entscheidenden Vorteil.
Steinzeitmenschen konnten vermutlich schon viel früher scharfe Steinmesser und Speerspitzen herstellen als angenommen. Darauf deuten archäologische Funde aus einer Höhle in Südafrika hin. Die Technik, bei der die Kanten der Steine mit Druck kontrolliert bearbeitet werden, entstand demnach bereits vor 75 000 Jahren - rund 55 000 Jahre früher als gedacht. Ein internationales Forscherteam berichtet im Fachmagazin "Science" (Bd. 330, S. 659) über die Entdeckung.
Möglicherweise sicherte sie den später aus Afrika auswandernden Menschen einen entscheidenden Vorteil.
Feuerstein-Pfeilspitze Feuerstein-Pfeilspitze: Die Technik, die Steinzeitmenschen bei der Bearbeitung von Kanten der Steine angewandt haben, entstand bereits vor 75 000 Jahren - rund 55 000 Jahre früher als gedacht (Archiv- und Symbolbild). © dpa
Bei der Technik des sogenannten Pressure-Flaking wurde auf die Kanten von zunächst roh behauenen Steinstücken mit einem Tierknochen oder einem anderen Werkzeug so stark Druck ausgeübt, dass dünne Steinplättchen absplittern. Auf diese Weise entstanden sehr scharfe Kanten. Einige Steinarten können direkt auf diese Weise bearbeitet werden, andere müssen zuvor erhitzt werden. Bisher nahmen Forscher an, dass die Technik vor rund 20 000 Jahren in Westeuropa entstand.
Die Forscher um Paola Villa und Chr*stopher Henshilwood von der Witwatersrand-Universität in Johannesburg (Südafrika) und der Universität von Colorado in Boulder (USA) untersuchten nun Steinwerkzeuge aus der Höhle Blombos Cave in Südafrika, in der bereits zuvor viele Hinweise auf das Leben und Verhalten der Steinzeitmenschen gefunden worden waren.
Ein Teil der Untersuchung bestand in dem Versuch, aus Steinen der Region selbst entsprechende Werkzeuge herzustellen. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Steine erhitzt worden sein mussten, bevor sie ihren endgültigen Schliff erhielten. Bei dem Gestein handele es sich um sogenannte Silcrete. Dies Material könne in seinem natürlichen Zustand zwar grob zurechtgehauen werden, das Ablösen feiner Splitter durch Druck sei aber unmöglich, schreiben die Forscher.
Sie untersuchten dann die Kanten der Steinwerkzeuge mit dem Mikroskop. Dabei entdeckten sie, dass die "Narben", die nach dem Ablösen der Splitter am Stein zurückbleiben, unterschiedliche Kanten aufweisen. Zum Teil waren sie rau und spröde, was auf eine Bearbeitung des Steins im Rohzustand hinweise. Ein Teil der Narben war aber auch ganz glatt, so wie es für die Bearbeitung der Steine nach vorheriger Erhitzung typisch ist.
Die Werkzeugmacher haben die Steine also gezielt in einem Schritt des Arbeitsprozesses im Feuer erhitzt und dann für den Feinschliff weiterbearbeitet, folgern die Forscher. Die Technik erlaube es den Werkzeugmachern, die Kanten der Steine sehr kontrolliert zu bearbeiten. Auf diese Weise ließen sich sehr viel schärfere und spitzere Werkzeuge herstellen als durch grobes Behauen allein. Spuren an den gefundenen Steinklingen wiesen darauf hin, dass sie zur Jagd eingesetzt wurden.
Quelle:
http://web.de/magazine/wissen/mensch/11 ... esser.html
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Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
Und mal was zum Thema Steinzeitangeln...
http://www.welt.de/wissenschaft/article ... ahren.html
LG
etb
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Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
Danke fürs Posten!
Fall down seven times, stand up eight.
Carve a little wood, pull a few strings and sometimes magic happens - Gepetto
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Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
Und mal wieder etwas "Neues", bzw. uraltes...
Anscheinend ist der Intelligente Werkzeuggebrauch noch älter, als bisher angenommen...
http://www.morgenpost.de/web-wissen/art ... dacht.html
LG
etb
Anscheinend ist der Intelligente Werkzeuggebrauch noch älter, als bisher angenommen...
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Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
Auch der Gebrauch von Feuer scheint nun nicht mehr ein ausschließliches Privileg des Homo Sapiens und des Homo Neandertalenis gewesen zu sein...
http://www.abendblatt.de/ratgeber/wisse ... ahren.html
http://web.de/magazine/wissen/mensch/15 ... feuer.html
LG
etb
http://www.abendblatt.de/ratgeber/wisse ... ahren.html
http://web.de/magazine/wissen/mensch/15 ... feuer.html
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Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
Danke Eddy, das Thema interressiert mich auch schon lange.
Du katapultierst uns ja mit jedem Post weiter in die Vergangenheit
Die Archäologen haben es aber auch schwer alles zusammen zu puzzeln, kein Wunder das da immer was neues rauskommt.
War ja beim Bogen/bau/schießen auch so, nachdem Armbrust, Arkebuse, Muskete... Das meist mündliche Wissen musste/muss ja auch erstmal wiederhergestellt werden.
Vllt. sollte man das FC-Wissen als backup auf Kristallspeicher bringen oder am besten gleich in Steintafeln meisseln
Du katapultierst uns ja mit jedem Post weiter in die Vergangenheit
Die Archäologen haben es aber auch schwer alles zusammen zu puzzeln, kein Wunder das da immer was neues rauskommt.
War ja beim Bogen/bau/schießen auch so, nachdem Armbrust, Arkebuse, Muskete... Das meist mündliche Wissen musste/muss ja auch erstmal wiederhergestellt werden.
Vllt. sollte man das FC-Wissen als backup auf Kristallspeicher bringen oder am besten gleich in Steintafeln meisseln
Von allen Seiten gleichmäßig, ist die Mitte!
Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
Ich hab bisher zwar noch nicht alle Links gelesen aber das Thema fasziniert mich doch zunehmend. Diese langen Zeiträume sind aber mit dem Verstand leider nicht mehr wirklich zu fassen.
Beim Link über das Fischen auf hoher See wird erwähnt, dass man nicht weiß wie die damals gefischt haben weil weder Angelhaken noch Netz gefunden wurde. Aber Netze aus dieser Zeit müssten doch eh längst verrottet sein?
Was dann wieder weniger Spaß macht ist wenn man kurz über die Kommentare auf web.de schaut. Da wird sich schon beschwert, dass für Forschung Geld ausgegeben wird o.O
Beim Link über das Fischen auf hoher See wird erwähnt, dass man nicht weiß wie die damals gefischt haben weil weder Angelhaken noch Netz gefunden wurde. Aber Netze aus dieser Zeit müssten doch eh längst verrottet sein?
Was dann wieder weniger Spaß macht ist wenn man kurz über die Kommentare auf web.de schaut. Da wird sich schon beschwert, dass für Forschung Geld ausgegeben wird o.O
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Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
@deamon...
OT...
Jepp, bei den Kommentaren weiß man stellenweise wirklich nicht mehr, ob man heulen, lachen oder sich schlicht einfach nur erbrechen soll...
Ist halt nun mal so... echte(r) Bild(d)ung...

OT end...
Naja, ich nehme mal an, daß die Jungs dazu in erster Linie wohl auch Ihre Speere genutzt haben... anfänglich zumindestens.
Und der Ideensprung von der Benutzung einer zur (Groß) Wild-Jagd geeigneten Spitze zu einer mit feinen Widerhaken versehenen Fisch-Speerspitze sowie das sichern des Speerschaftes mit einer Leine (also quasi die "Erfindung" der Harpune...) ist ja so groß nun nicht...
LG etb
OT...
Jepp, bei den Kommentaren weiß man stellenweise wirklich nicht mehr, ob man heulen, lachen oder sich schlicht einfach nur erbrechen soll...
Ist halt nun mal so... echte(r) Bild(d)ung...
OT end...
Naja, ich nehme mal an, daß die Jungs dazu in erster Linie wohl auch Ihre Speere genutzt haben... anfänglich zumindestens.
Und der Ideensprung von der Benutzung einer zur (Groß) Wild-Jagd geeigneten Spitze zu einer mit feinen Widerhaken versehenen Fisch-Speerspitze sowie das sichern des Speerschaftes mit einer Leine (also quasi die "Erfindung" der Harpune...) ist ja so groß nun nicht...
LG etb
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Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
Und noch was zum Steinzeitmenschen,
denn die waren nicht böde, denn die Trepanation( chirurgische Schädelöffnung mittels Feuersteinknlingen) ist nachweislich sehr sehr sehr alt.
Gusgst du:
http://www2.archlsa.de/schoenheit/exponate/29.htm
Fundjahr 1910
Fundort Pritschöna (heute Raßnitz), Ldkr. Merseburg-Querfurt
Gegenstand Schädel mit zwei Trepanationen
Funktion Operative Schädelöffnungen
Zeitstellung Jungsteinzeit,
ca. 5500–2300 v. Chr.
Die verheilten Wundränder an den Schädelöffnungen zeigen, dass der Mann lange vor seinem Tod zwei riskante Operationen überlebte. Welche Gründe auch immer diese Trepanationen notwendig zu machen schienen: der steinzeitliche Chirurg hatte Geschick und ein bemerkenswertes medizinisches Verständnis bewiesen.
------------------------------
Anthropologisch gesehen und befundete Schädel
Trepanierter Schädel aus der Jungsteinzeit
Kontinent untersuchte Schädel sichtbare Heilung bei %
Europa 334 244 73 %
Ägypten 14 10 71 %
Altes Peru 400 250 63 %
Trepanationen (Schädelöffnungen) können bereits um 10.000 v. Chr. im Natufien und später sogar weltweit nachgewiesen werden. Der französische Arzt Prunières entdeckte 1873 im Département Lozère mehrere durchlochte steinzeitliche Schädel. Eine radial verzierte und doppelt durchlochte, aus einer Schädelkalotte erstellte Scheibe fand sich in einem Frauengrab auf dem schnurkeramischen Gräberfeld "Wöllerspfad" südlich von Lauda-Königshofen im Main-Tauber-Kreis. Der französische Anthropologe Paul Broca (1824–1880) entdeckte an einigen der 1873 gefundenen Schädel Anzeichen von Heilungsprozessen an den Knochenrändern, womit belegt war, dass in der Frühzeit erfolgreiche Schädelöffnungen an lebenden Menschen durchgeführt wurden. In St. Urnel en Plomeur-Finistère wurde in den 1950er Jahren u.a. eine Trepanation mit Heilungsspuren entdeckt, bei der fast die gesamte Scheiteldecke fehlt.
In Europa konnten mehr als 450 Trepanationen aus dem Neolithikum nachgewiesen werden. Der umfangreichste Befund liegt mit mehr als 100 neolithischen Trepanationen aus Frankreich vor. Die meisten der Schädel stammen aus dem Départment Lozere und der Seine-Oise-Marne-Kultur (S-O-M-Kultur).
In Mitteleuropa lassen sich die Anfänge der Trepanation bis ins mittlere Neolithikum (etwa ab 4500 v. Chr.) belegen. Als eine der ältesten nachgewiesenen Trepanationen gilt der Eingriff am Schädel eines Mannes der bandkeramischen, ggf. auch der La-Hoguette-Kultur (etwa 5500 bis 4900 v. Chr.) vom Gräberfeld Hönheim-Suffelsweyersheim im Elsass (Frankreich).
Trepanationen in Deutschland sind aus der Trichterbecherkultur (TBK), der Walternienburg-Bernburger Kultur und der schnurkeramischen Kultur bekannt. Die von Trägern der Walternienburg-Bernburger Kultur vorgenommenen Trepanationen sind – wie man an den verheilten Wundrändern erkennen kann – in den meisten Fällen überlebt worden. Allerdings ist die Datenbasis zu klein, um daraus etwas zu schließen.
Trepanierte Personen endeten nicht in den normalen Erdgräbern, sondern während der TBK in den herausgehobenen Kultbauten, den Megalithanlagen. Nach Untersuchungen zur Trepanationshäufigkeit und -technik in der Jungsteinzeit von J. Piek, G. Lidke, T. Terberger, U. von Smekal und M. R. Gaab ergibt sich folgendes Bild: Von den 113 gefundenen bzw. untersuchten Schädeln und acht Fragmenten wiesen sechs Trepanationsspuren (fünf vollendet) auf. Vier der Schädel waren männliche.
Aus alten Papyrusschriften ist bekannt, dass spätestens im 3. Jahrtausend v. Chr. im alten Ägypten Schädel aufgeschnitten wurden. Einige Schädelfunde bestätigen dies. In Südamerika wurden mehrere Gräber (etwa 2000 Jahre alt) mit trepanierten Schädeln und chirurgischen Werkzeugen gefunden. Die meisten Schädel wiesen Heilungsprozesse auf.
Ob vorzeitliche Trepanationen aus medizinischen oder religiösen Gründen vorgenommen wurden, ist umstritten. Eine religiöse Erklärung ist die, dass eingedrungene Dämonen durch die geschaffene Öffnung entweichen würden oder dass umgekehrt einem positiven Geistwesen die Möglichkeit eröffnet würde, von dem Betroffenen Besitz zu ergreifen. Beleg für Letzteres ist u. a., dass die Wunde nicht verschlossen wurde, sondern das entnommene Knochenstück durchbohrt und als Amulett o. Ä. getragen wurde.
Gruss Jürgen.
denn die waren nicht böde, denn die Trepanation( chirurgische Schädelöffnung mittels Feuersteinknlingen) ist nachweislich sehr sehr sehr alt.
Gusgst du:
http://www2.archlsa.de/schoenheit/exponate/29.htm
Fundjahr 1910
Fundort Pritschöna (heute Raßnitz), Ldkr. Merseburg-Querfurt
Gegenstand Schädel mit zwei Trepanationen
Funktion Operative Schädelöffnungen
Zeitstellung Jungsteinzeit,
ca. 5500–2300 v. Chr.
Die verheilten Wundränder an den Schädelöffnungen zeigen, dass der Mann lange vor seinem Tod zwei riskante Operationen überlebte. Welche Gründe auch immer diese Trepanationen notwendig zu machen schienen: der steinzeitliche Chirurg hatte Geschick und ein bemerkenswertes medizinisches Verständnis bewiesen.
------------------------------
Anthropologisch gesehen und befundete Schädel
Trepanierter Schädel aus der Jungsteinzeit
Kontinent untersuchte Schädel sichtbare Heilung bei %
Europa 334 244 73 %
Ägypten 14 10 71 %
Altes Peru 400 250 63 %
Trepanationen (Schädelöffnungen) können bereits um 10.000 v. Chr. im Natufien und später sogar weltweit nachgewiesen werden. Der französische Arzt Prunières entdeckte 1873 im Département Lozère mehrere durchlochte steinzeitliche Schädel. Eine radial verzierte und doppelt durchlochte, aus einer Schädelkalotte erstellte Scheibe fand sich in einem Frauengrab auf dem schnurkeramischen Gräberfeld "Wöllerspfad" südlich von Lauda-Königshofen im Main-Tauber-Kreis. Der französische Anthropologe Paul Broca (1824–1880) entdeckte an einigen der 1873 gefundenen Schädel Anzeichen von Heilungsprozessen an den Knochenrändern, womit belegt war, dass in der Frühzeit erfolgreiche Schädelöffnungen an lebenden Menschen durchgeführt wurden. In St. Urnel en Plomeur-Finistère wurde in den 1950er Jahren u.a. eine Trepanation mit Heilungsspuren entdeckt, bei der fast die gesamte Scheiteldecke fehlt.
In Europa konnten mehr als 450 Trepanationen aus dem Neolithikum nachgewiesen werden. Der umfangreichste Befund liegt mit mehr als 100 neolithischen Trepanationen aus Frankreich vor. Die meisten der Schädel stammen aus dem Départment Lozere und der Seine-Oise-Marne-Kultur (S-O-M-Kultur).
In Mitteleuropa lassen sich die Anfänge der Trepanation bis ins mittlere Neolithikum (etwa ab 4500 v. Chr.) belegen. Als eine der ältesten nachgewiesenen Trepanationen gilt der Eingriff am Schädel eines Mannes der bandkeramischen, ggf. auch der La-Hoguette-Kultur (etwa 5500 bis 4900 v. Chr.) vom Gräberfeld Hönheim-Suffelsweyersheim im Elsass (Frankreich).
Trepanationen in Deutschland sind aus der Trichterbecherkultur (TBK), der Walternienburg-Bernburger Kultur und der schnurkeramischen Kultur bekannt. Die von Trägern der Walternienburg-Bernburger Kultur vorgenommenen Trepanationen sind – wie man an den verheilten Wundrändern erkennen kann – in den meisten Fällen überlebt worden. Allerdings ist die Datenbasis zu klein, um daraus etwas zu schließen.
Trepanierte Personen endeten nicht in den normalen Erdgräbern, sondern während der TBK in den herausgehobenen Kultbauten, den Megalithanlagen. Nach Untersuchungen zur Trepanationshäufigkeit und -technik in der Jungsteinzeit von J. Piek, G. Lidke, T. Terberger, U. von Smekal und M. R. Gaab ergibt sich folgendes Bild: Von den 113 gefundenen bzw. untersuchten Schädeln und acht Fragmenten wiesen sechs Trepanationsspuren (fünf vollendet) auf. Vier der Schädel waren männliche.
Aus alten Papyrusschriften ist bekannt, dass spätestens im 3. Jahrtausend v. Chr. im alten Ägypten Schädel aufgeschnitten wurden. Einige Schädelfunde bestätigen dies. In Südamerika wurden mehrere Gräber (etwa 2000 Jahre alt) mit trepanierten Schädeln und chirurgischen Werkzeugen gefunden. Die meisten Schädel wiesen Heilungsprozesse auf.
Ob vorzeitliche Trepanationen aus medizinischen oder religiösen Gründen vorgenommen wurden, ist umstritten. Eine religiöse Erklärung ist die, dass eingedrungene Dämonen durch die geschaffene Öffnung entweichen würden oder dass umgekehrt einem positiven Geistwesen die Möglichkeit eröffnet würde, von dem Betroffenen Besitz zu ergreifen. Beleg für Letzteres ist u. a., dass die Wunde nicht verschlossen wurde, sondern das entnommene Knochenstück durchbohrt und als Amulett o. Ä. getragen wurde.
Gruss Jürgen.
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Re: Thema Vor- und Frühgeschichte
Gleich zwei nette Artikel / Hinweise, die im großen und ganzen durchaus einen gewissen Zusammenhang haben...
Mammutsterben...
http://web.de/magazine/wissen/tiere/178 ... egelt.html
Ägyptischer Grabschmuck...:
http://web.de/magazine/wissen/mensch/17 ... eisen.html
LG
etb
Mammutsterben...
http://web.de/magazine/wissen/tiere/178 ... egelt.html
Ägyptischer Grabschmuck...:
http://web.de/magazine/wissen/mensch/17 ... eisen.html
LG
etb
Das Volumen einer Minute ist gleich Universal ist gleich die liegende Acht. A. Be.
Die Perversitaet des Universums strebt einem Maximum zu.
Alles was schiefgehen kann wird auch zwangslaeufig schiefgehen. Larry Niven
Die Perversitaet des Universums strebt einem Maximum zu.
Alles was schiefgehen kann wird auch zwangslaeufig schiefgehen. Larry Niven