Tapervorrichtung

Selbstgebaute Befiederungsgeräte, Spinetester, etc.
fopster
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Tapervorrichtung

Beitrag von fopster »

Liebe Bogenbaugemeinde!

Zuerst einmal ein herzliches Hallo an alle hier!

Da ich im Sommer durch einen Freund vom Bogenvirus infiziert worden bin und als Zimmermann sowieso dem Holz verschrieben bin, war mir sofort klar, daß ich einen Bogen bauen muß!

Da ich selbst geschnittene Laminate verwenden möchte und diese auch tapern möchte, wollte ich mir eine Vorrichtung zum Tapern auf Basis eines Elektrohandhobels mit 82 mm Tischbreite (im Gegensatz zum Dickenhobel im zimmermannschen Werkzeugreservoir vorhanden) bauen.

Zu aller erst Mal: "Recht herzlichen Dank an alle hier, die mit so viel Leidenschaft, Findigkeit und Erfahrung, Anfängern wie mir zur Seite stehen!"

Also hab ich mir mal so meine Gedanken gemacht und auch auf Basis bereits vorhandener Ideen folgende Zeichnung erstellt.
Tapervorrichtung.pdf
(916.94 KiB) 1243-mal heruntergeladen
Zum Bau der Vorrichtung will ich gar nicht näher eingehen, da sie glaube ich recht leicht herzustellen ist!

Meine Idee wäre:

-Kontrollieren ob die (frisch geschärften) Messer im Hobel auch gerade eingespannt sind
-Hobeln der Laminate auf eine Grundstärke vom 4-5 mm
-Auflegen der Laminate auf die Schablone mit Antirutschmatte
-Einsetzen und Fixieren des Hobel in den "Taperschlitten"
-Drüberhobeln und fertig

Nun möchte ich noch die erfahreneren "Taperer" fragen:

Könnte das klappen?
Soll ich für Backinglaminate bis zur Laminatmitte tapern oder wie auf meiner Zeichnung über die gesammte Auflage am Griffstück
die maximale Dicke halten und erst dann verjüngen?

Erst mal recht herzlichen Dank vorerst, euer Fopster
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klaus1962
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Re: Tapervorrichtung

Beitrag von klaus1962 »

Hallo fopster

Erstmal auch Willkommen im FC.
Ich finde es toll, daß Du Dich gleich mit einer Werkzeugidee hier vorstellst. :)

Grundsätzlich finde ich Deinen Ansatz schon ganz gut und mit einem Dickenhobel würde das auch perfekt klappen.
Dort drückt nämlich eine Walze das Laminat samt Schablone auf den unteren Hobeltisch.
Bei Deiner Version mit einem Hand-E-Hobel fehlt aber dieses "Runterdrücken". Deshalb vermute ich, daß das Laminat zu flattern beginnt und Rattermacken entstehen. Aber mit doppelseitigem Klebeband anstelle des Antirutschband könnte es astrein funktionieren.

Gruß
Klaus
fopster
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Re: Tapervorrichtung

Beitrag von fopster »

Hallo Klaus!

Freut mich, daß sich schon jemand meldet!

Zu meiner Vorrichtung sollte ich vielleicht noch ein paar Ausführungen machen.

Da das Bearbeitungsniveau der Hobelmesser (Im Idealfall bei genauer Justierung!) gleich hoch ist wie die Auflagefläche des hinteren
Tisches des Handhobels, wird das Laminat durch den Hobeltisch auf der Schablone fixiert (genauso wie beim herkommlichen Hobeln mit Handhobel).
Vor dem ersten Hobeltisch befindet sich der Quersteg zum Fixieren des Hobels nach Vorne und zum Verbinden der beiden Hälften
des Hobelschlittens. Dieser Quersteg ist ca. 1 mm höher (mit Oberfräse ausgefräst) als das Hobelniveau. So sollte das Laminat schon relativ gut fixiert in den Hobelbereich eingeführt werden, wo es dann vom hinteren Tisch fixiert wird.
Das klappt sicher (muß beruflich sehr viel hobeln).

Zum doppelseitigen Klebeband sei gesagt, daß es sich wenns halten soll nur mehr sehr schwer lösen lässt (Medaillien und ihre Kehrseiten!) und eine gute Matte zur Werkstofffixierung verhindert jegliches Davonrutschen und in die Schablone wird es durch den Anpressdruck des Hobeltisches und des Hobelschlittens gepresst.
So zur Theorie!

Bis bald, Fopster
GottfriedM
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Re: Tapervorrichtung

Beitrag von GottfriedM »

Klingt eigentlich sehr einleuchtend. Wenn man am vorderen Quersteg noch eine Art Knauf zum Fixieren (Niederdrücken) anbringen könnte ? So könnte man das Laminat vielleicht noch zusätzlich fixieren.
Und wenn man den vorderen Quersteg auf die Blättchen gibt, braucht man den Quersteg auch nicht mit der Oberfräse den einen mm abnehmen, habe ich das so richtig verstanden ?

Gottfried
fopster
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Re: Tapervorrichtung

Beitrag von fopster »

Hallo Gottfried!

Grüsse aus Linz!
Genau so wars gemeint.
Wenn mans ganz genau machen möchte, könnte man den vorden Steg z.B. 5mm höher machen.
Dann könnte man auf die Unterseite des Steges doppelseitiges Klebeband aufbringen, einen ca. 8mm hohen und 19 mm breiten Streifen Schaumstoff aufkeben und diesen mit einer U-Hülse aus eventuell beschichtetem Alu-Blech (Spenglereiabfall) überstülpen.
Auf diese Weise hätten wir eine flexible, vibrationsminimierende Druckvorrichtung mit gleitender Oberfläche.
Da an den Enden der Laminate eine Gesamthöhe von 21-22mm (17mm Schablone + 4-5mm Ausgangslaminat) zu hobeln wäre,
würde ich je einmal 1,5mm (Tischlereiabfall z.B Furnierrest) und 0,7mm Streifen unter den Hobeltisch unterlegen, um bei einer Spanabnahme von unter 1 mm zu bleiben. Eventuell öfter falls noch zu viel.
Dann würde ich mit gleichmäßig langsamer (nicht zu langsam sonst verbrennt das Holz) Geschwindigkeit in einem Zug durchhobeln.

LG, Fopster
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Re: Tapervorrichtung

Beitrag von klaus1962 »

@fopster
Kann sein, daß ich die Vorrichtung vielleicht noch nicht ganz durchschaut habe.
Die Schablone hat an der tiefsten Stelle 15mm und der Schlitten einen Abstand von 19mm, ergo muß das Ausgangslaminat mindestens 4mm haben, sonst (bei dünnerem Ausgangsmaterial) entsteht der Zustand wie auf meiner (übertriebenen) Skizze. Das meinte ich damit, daß im mittleren Bereich die Leiste flattert. Weil von selbst bleibt sie ja nicht unten und der hintere Hobelteil kann nix fixieren, weil er ja im Schlitten auf 19mm (strichlierte Linie) gehalten wird.
Taper.jpg
Taper.jpg (7.36 KiB) 3974 mal betrachtet
Die von Dir oben beschrieben Version, wo der vordere Quersteg mittels Schaumgummi und Gleitblech die Laminatleiste runter drückt, kommt mir erfolgversprechender vor.

Gruß
Klaus

Übrigens, Frage von Linzer zu Linzer:
Ein Holzverarbeitungsbetrieb in der Nähe (Linz) ist darauf spezialisiert feine Streifen aus Holzpfosten herauszuschneiden und würde mir aus mitgebrachten Hölzern Streifen herausschneiden.
Welchen Betrieb meinst Du denn, der das macht ?
GottfriedM
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Re: Tapervorrichtung

Beitrag von GottfriedM »

Ich glaube, dass haut so oder so hin - vom Prinzip her, die 17 bzw 15 mm hohe Auflage für das Laminat läßt sich ja noch verändern. Eventuell, hier wirds aber profimäßig, kann man ja noch vor der vorderen Querstrebe einen höhenverstellbaren "Niederhalter" (so eine Art Rolle) anbringen.
Für mich sind die Skizzen jedenfalls zum Vormerken, derzeit "kämpfe" ich ja noch mit den nicht laminierten Bögen herum. Ein Esche flach und ein Esche Langbogen schaut derzeit ganz gut aus, will aber nichts verschreien, weil: mich biegt nicht der Bogen sondern der Tiller...

Gottfried/Salzkammergut
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walta
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Re: Tapervorrichtung

Beitrag von walta »

fopster hat geschrieben: Grüsse aus Linz!
Heißt das, das du auch aus Linz kommst ? Wie wäre es wenn sich die Linzer Bastler einmal treffen würden zum erfahrungsaustausch. Denn ehrlich gesagt verstehe ich derzeit nur bahnhof.

Walta
In Linz beginnts
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Re: Tapervorrichtung

Beitrag von fopster »

Hallo, so klein ist die Welt!

@Klaus1962
Ich glaube, daß das Laminat durch sein Eigengewicht schon beinahe komplett in der Schablone liegt.
2mm Durchbiegung bei 2 Metern Spannweite ist schon stärkeren Brettern passiert.
Sollte es noch nicht ganz aufliegen, könnte man in die Mitte ein Gewicht legen, das der Hobelschlitten für den Rest seiner Strecke
mitnimmt (oder runterwirft).
Ich muss den Mann, bei dem ich meine Laminate schneiden lassen möchte zuerst fragen ob ich ihn weiterempfehlen darf, schliesslich muss er für mich seine Säge eigens Umspannen.
Falls ers nicht will kannst du mir aber sicher mal Holz zu schneiden mitgeben (oder mitfahren)!
Sag dir Morgen oder Übermorgen bescheid!

Und @walta!
Gerne bin ich zu einem Brainstorming mit dir und natürlich Klaus1962 und allen anderen dies Interessiert bereit!
Einfach eine PN an mich!

LG Fopster
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Re: Tapervorrichtung

Beitrag von klaus1962 »

fopster hat geschrieben: Ich muss den Mann, bei dem ich meine Laminate schneiden lassen möchte zuerst fragen ob ich ihn weiterempfehlen darf, schliesslich muss er für mich seine Säge eigens Umspannen.
Falls ers nicht will kannst du mir aber sicher mal Holz zu schneiden mitgeben (oder mitfahren)!
Sag dir Morgen oder Übermorgen bescheid!
Danke für das Angebot, aber ich hab selbst genug Werkzeug um mir Laminatleisten zu schneiden. :)
Mich hatte nur interessiert, ob es da in/um Linz einen Holzbetrieb (zB als Materialquelle) gibt, den ich noch nicht kenne.
So üppig sind wir in Linz mit (Natur- bzw. Voll-)Holzhändlern ja nicht gesegnet.

Berichte weiter, wenn Du Deine Vorrichtung gebaut und das erste mal getestet hast.

Gruß
Klaus
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WolfM
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Re: Tapervorrichtung

Beitrag von WolfM »

Hallo Fopster,
fopster hat geschrieben:"... als Zimmermann sowieso dem Holz verschrieben bin..."
Zum Bau der Vorrichtung will ich gar nicht näher eingehen, da sie glaube ich recht leicht herzustellen ist!
Erst mal recht herzlichen Dank vorerst, euer Fopster
.
Bin weder ein "Holzwurm, noch ein erfahrener Taper. Aber deine Konstruktion ist genau das, was ich immer schon wollte, aber ermangels handwerklicher Fantasie und Geschick nie angegangen bin. Ich werds also nachbauen, hätte aber eine ganze Latte von Fragen dazu. Zuerst einmal die erste Fragengruppe:
1. Du verwendest OSB-Platten als Material. Zufall oder Kalkül ( wenig Verziehen des Holzes?)
2. Du taperst den Schlitten von 17 mm auf 15 mm in der Mitte runter. Wie machst du das Handwerklich. Mit dem Hobel,
Bandsäge?
3. Die Form deines Schlittens würde nicht zu meinem E-Hobel (Bosch) passen, speziell die seitlichen Aussparungen bei der
Hobelwelle. Ich bin doch richtig, wenn ich da die Form meines Hobels beim Design zugrundelege?

So, das wäre der erste Fragenkomplex. Hoffe, dass ich deine Geduld nicht überstrapaziere, denn die nächsten Fragen warten schon auf dich!!!
LG

WolfM
wenn der Bogen zerbrochen ist - dann schiess!
Bogenede

Re: Tapervorrichtung

Beitrag von Bogenede »

Das ist eigentlich ein abgewandeltes Tapertool für Pfeile, zur Benutzung mit dem E-Hobel.

Aber warum 2 m lang ? 1m reicht, dann die Leiste umdrehen.

Bogenede
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WolfM
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Re: Tapervorrichtung

Beitrag von WolfM »

Bogenede hat geschrieben: Aber warum 2 m lang ? 1m reicht, dann die Leiste umdrehen.
Bogenede
Na ja, es ist einfacher , eine 2 m- Leiste aufzukleben als erst mal 2 halbe auszurichten, vorne zusammenzukleben und dann als Ganzes aufzukleben.
Aber wo ich noch hänge: nach dem fopster- Modell sind die dicken Teile doch am den beiden Enden, und die dünne Strecke in der Mitte des Laminatsstreifens. Oder habe ich einen Gedankenfehler?
WolfM
wenn der Bogen zerbrochen ist - dann schiess!
Bogenede

Re: Tapervorrichtung

Beitrag von Bogenede »

Gedankenfehler

Die Enden ( Auflagen ) müssen dicker sein damit die Leiste dünner werden kann, d.h. der Hobel nimmt mehr weg, capiche ?

Bogenede
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WolfM
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Re: Tapervorrichtung

Beitrag von WolfM »

Bogenede hat geschrieben:Gedankenfehler

Die Enden ( Auflagen ) müssen dicker sein damit die Leiste dünner werden kann, d.h. der Hobel nimmt mehr weg, capiche ?

Bogenede
Jop!! Heute morgen bei einer Tasse grünem Tee wurden die letzten Schleier weggewischt, ich stellte mich gedanklich auf den Kopf...............,erkannte, dass beim Hobeln die Dinge runtergehen, wenn sie raufgehen, und die Erkenntnis kam über mich!!!!!!!!!!!???

Danke Bogenede!

WolfM
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