Zahnhobel für Kompositbogenbau

Selbstgebaute Befiederungsgeräte, Spinetester, etc.
Antworten
Benutzeravatar
Snake-Jo
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 8822
Registriert: 10.10.2003, 11:05
Hat gedankt: 32 Mal
Hat Dank erhalten: 109 Mal

Zahnhobel für Kompositbogenbau

Beitrag von Snake-Jo »

Hintergrund: Bei der Herstellung von Kompositbogen muss die Hornschicht gut "verzahnt" werden, damit sie sich nicht vom Bogen löst. Dies gilt insbesondere für kurze und schmale "Flightbogen".
Kompositbogenbauer früherer Zeiten ritzten Rillen in den Bogenrahmen und ebensolche in die Hornplatte, die am Bogenbauch dann mit Hautleim aufgeklebt wurde. Diese Verzahnung wurde mit speziellen Werkzeugen hergestellt.
Und da man sich so ein Werkzeug nicht kaufen kann, hier ein Beispiel für ein effektives Tool.
Zahnhobel.jpg
Verzahnung.jpg
Das Werkzeug besteht aus "Black cherry" (Prunus serotina) und ist einem Schweifhobel nachempfunden. Die Klinge war ursprünlich eine sehr breite und sehr alte Hobelklinge, die an der Schneide warm gemacht wurde. Dadurch ließ sich der harte Stahl dann mit einer Dreikantpfeile bearbeiten: 5 Zähne pro Zentimeter, 1 mm tief.
Mit dem Seitenanschlag aus Messing ergibt sich eine sehr genaue Führung entlang des Bogenarms, der natürlich erst nach Fertigstellung der Rillen getapert werden darf.
Zwei Gewindebuchsen wurden in das Holz geklebt und dienen zur Aufnahme von Schrauben M5, die die Schneide festhalten. So kann man schnell die Schneide wechseln oder nachschleifen. Der optimale Schneidwinkel wird erreicht, wenn das Gerät auf die Holzvorderkante abgekippt wird beim Ziehen der Rillen.
Zuletzt geändert von Snake-Jo am 29.01.2011, 15:46, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
captainplanet
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 2305
Registriert: 28.06.2005, 17:52

Re: Zahnhobel für Kompositbogenbau

Beitrag von captainplanet »

Könntest Du das Bild bei Gelegeneit wieder einfügen wenn Du es noch hast? Das wäre nett! :)

Lg Georg

edit: Danke!
Zuletzt geändert von captainplanet am 29.01.2011, 16:37, insgesamt 1-mal geändert.
Bester Rindengrapscher von FC!!!
Benutzeravatar
Snake-Jo
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 8822
Registriert: 10.10.2003, 11:05
Hat gedankt: 32 Mal
Hat Dank erhalten: 109 Mal

Re: Zahnhobel für Kompositbogenbau

Beitrag von Snake-Jo »

erledigt.
LG, Jo
Benutzeravatar
acker
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 10951
Registriert: 07.03.2008, 17:04
Hat gedankt: 8 Mal
Hat Dank erhalten: 4 Mal

Re: Zahnhobel für Kompositbogenbau

Beitrag von acker »

Und in den How To Bereich gepackt :)
Der junge Mensch lernt, was die Erwachsenen wissen und verlernt was er als Kind gewusst hat.
Benutzeravatar
captainplanet
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 2305
Registriert: 28.06.2005, 17:52

Tillern mit Zahnung???

Beitrag von captainplanet »

Mir drängt sich da noch eine Frage auf: Einerseits muß das Mittellaminat exakt parallele Kanten aufweisen, will man die Rillen mit dem Anschlag genau in Längsrichtung ins Holz schaben. Also muß das praktischerweise geschehen, bevor der Rahmen zusammengeklebt und auf den endgültigen Breitenverlauf gebracht wird. Andererseits hast Du an anderer Stelle die Forderung erhoben, daß der Bogen in jedem Zwischenschritt - also nackter Rahmen und mit Sehne beklebt - zu tillern ist. Wie das?
Selbst wenn man nur über die Breite tillert oder das Holz nur mit dem Zahnhobel dünnisiert indem man die vorhandenen Rillen als Führung nutzt so daß die Zahnung erhalten bleibt - ich hätte ein ungutes Gefühl, da die Zahnung keine gleichmäßige Druckverteilung auf dem Bauch zuläßt und Ahorn - es ist nun mal angeblich die beste Mittellage - ohnehin nicht sehr druckstabil ist...

Lg Georg
Bester Rindengrapscher von FC!!!
Benutzeravatar
Snake-Jo
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 8822
Registriert: 10.10.2003, 11:05
Hat gedankt: 32 Mal
Hat Dank erhalten: 109 Mal

Re: Zahnhobel für Kompositbogenbau

Beitrag von Snake-Jo »

@Captain: Es gibt viele Beispiele für Komposits mit Hornbelags-Verklebungen ohne Verzahnung. Auf einen Nenner gebracht: es sind in der Regel die schmalen und stark reflexen Bogen, bei denen die Klebefläche durch Verzahnung erweitert wird. Diese Bogen haben meist auch nur wenig Seitentaper, z.B. der türkische Bogen von Micha Wolf hat anfangs eine gleichmäßige Breite von 32 mm und wird später im Kasan-Bereich etwas getapert. Weiterhin braucht man eigentlich nur eine gerade Anschlagkante, könne also auch einen breiten-getaperten Wurfarm erfolgreich zahnen.
Für die Mittellage (Holzrahmen) empfehle ich Eibe, Ahorn, Kirschbaum, Pflaumenbaum, Bambus und Ulme.
Genni
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1347
Registriert: 08.10.2010, 22:04

Re: Zahnhobel für Kompositbogenbau

Beitrag von Genni »

Hallo, könnte nochmal einer der die Bilder noch hat oder Jo sie wieder reinstelln, nachdm Hackerangiff sind si wieder alle weg.

Felix
Ruhe über Zorn.
Ehre über Hass.
Stärke über Angst.
Antworten

Zurück zu „Werkzeuge“