@Feanor: Das ist sicher fast alles richtig, was du schreibst. Einiges ist für den Hobbybogenbauer nicht relevant, z.B. die Leimtropfen auf dem Horn. Das sind Minuten, dann ist das wieder wech.

Auch die Geschichte mit den Sehnen um die Kanten herumlegen: Das wird dann halt hinterher in einem weiteren Arbeitsgang gemacht. Was nicht richtig ist: Ein Holzrahmen mit 40-50 mm Breite am Wurfarm und einer Endstärke von 4-5 mm verwindet in der Regel nicht oder kaum seitlich, wenn er eine Sehnenschicht von 3 mm erhält. Man kann diesen sehnenbelegten Rahmen schießen wie einen normalen Bogen.
Aber: Ein schmaler Rahmen, z.B. 28 mm, verwindet seitlich. Allerdings mit und ohne Sehnenschicht nur beim Aufspannen.
Ein 60 mm breiter Rahmen wird über die Breite hohl gezogen.
Und: Die meisten Composits erhalten Hornbelege ohne Rillen.
Die Rückspannung durch die Sehnenschicht ist begrenzt durch die Länge der Sehnenschicht (bei gleicher Dicke) und beträgt x % der Gesamtlänge bei Widerstand des Holzes von Null. Mehr iss nicht und mehr wird nicht. Dadurch ergibt sich immer ein bestimmter maximaler Winkel bei Holzstärke gegen Null und ein weniger starker Winkel bei stärkerem Holz. Das die Sehnenschicht ein Holz kaputt zieht, ist faktisch nicht möglich.
Grundsätzlich müssen wir unterscheiden zwischen einem Compositbogenbau-Anfänger und einem Profi. Für den Anfänger würde ich meinen Grundbauplan empfehlen, für den Fortgeschrittenen die andere Methode, z.B. so wie bei Micha Wolf beschrieben.
Für die Serienherstellung, wenn die die Einzelmaße genau bekannt sind, braucht man sicher nicht Zwischentilern und spart Zeit.
Wir hatten hier jedoch schon Compositbogenbau-Anfänger, die nicht nach meiner Methode vorgingen und dann zwei Probleme hatten:
1. Der Bogen wurde zu stark
2. Der Bogen bog sich ungleichmäßig
Auch ich bin bei jedem neuen Bogentyp Anfänger und taste mich entsprechend meinem Grundbauplan an diesen Bogentyp heran.
Auch müssen wir unterscheiden zwischen dem klassischen Compositbogenbau, wie ihn die Türken durchführten oder auch heute noch der Mongolische Bogenbauer und den alten, authentischen Bogenbauten, z.B. aus der Zeit der Hunnen vor 2000 Jahren und der Mongolen aus der Zeit vor 800 Jahren. Kein Mensch weiß, wie diese Altvorderen ihre Composits bauten. Die wenigen Stücke, die ich in der Hand hatte, zeigten aber vom Aufbau her, dass der Rahmen
NICHT dicker verwendet wurde, denn sonst hätte es einen deutlicheren Unterschied in den verklebten Schichten am Griff und am Wurfarm gegeben.
@Skerm: Die Stärke des Horns wird durch zwei Aspekte geregelt:
1. Das härtere Endstück des Horns gehört Richtung Griff.
2. Die Hornschicht wird getapert, in der Regel von 3 auf 4 mm