Wie man an den immer länger werden Beiträgen sieht, ist das Thema "Perry-Reflex" immer gut für engagierte Diskussionen. Danke für die langen Ausführungen. Ich zweifle jetzt auch ein wenig daran, ob meine Form der Weisheit letzter Schluss ist. Ich werde es jetzt auch mal mit Klötzchen oder Keilen und Schnüren versuchen. Gelernt habe ich hier, dass ich noch mehr darauf achten muss, vor dem Verleimen die beiden Holzwurfarme in einem provisorischen Tiller einander anzugleichen, das habe ich bisher mehr pi mal Schnauze gemacht.
Ohne nochmals selbst hinter den Perry Reflex steigen zu wollen ist, es nach meinem Verständnis wie folgt:
Der Perry Reflex führt jedenfalls im Ergebnis dazu, dass bei ansonsten gleichem Design und gleicher Bogenmasse mehr Zuggewicht erreicht wird bzw. dass man bei ansonsten gleichem Design weniger Bogenmasse braucht, um das gleiche Zuggewicht zu erreichen.
Zitat The Toaster: Als einen echten Nachteil der Bettlatten sehe ich darin, dass deren Biegeform meistens kreisförmig ist.
Ne, das stimmt nicht ganz. Denn durch die Spannschnur zum Verstellen biegt sich die Form zunächst mehr in der Mitte (Effekt wie beim gebogenen Zollstock, der sich ja auch nicht kreisrund biegt). Und wenn man sich langsam mit den Zwingen von der Mitte zu den Enden vortastet, dann führt die Spannung, die der runtergezwungene Bogen auf die Form ausübt (er versucht, diese gerade zu ziehen), dazu, dass die Enden der Form immer mehr unter Spannung stehen, sich also immer mehr "hochstellen", bevor sie mit den Zwingen erreicht werden.
Zitat Snake-Joe: ... aber ich klebe immer nur eine Hälfte gleichzeitig...
Dann dürfte es doch so sein, dass Du den Bambusrücken zuvor halbierst und die Hälften im Griffbereich zusammenstoßen lässt (weil sonst das Kleben der 2. Hälfte kaum gehen dürfte). Ich habe hingegen ein gutes Gefühl dabei, wenn ich ggf. bereits den Bogenbauch aus kürzeren Brettern im Griff gespleißt habe und dann wenigstens der Bambus geschlossen drüber geht. Und: führt das Verleimen erst auf der einen Seite nicht dazu, dass dann infolge des Stärkerwerdens dieses Wurfarms der provisorische Tiller des rückwärts gebogenen Bauchs völlig verschoben und die andere, noch nicht verleimte Hälfte viel stärker belastet und so die zweite Bambushälfte dann in eine ganz andere Biegung geleimt wird ? Wahrscheinlich nicht, sonst würdest Du es ja nicht so machen...
Besten Dank nochmal für alle Beiträge hier.
Gruß
Christian
PS: Der Bogenrohling, den ich oben verklebt habe, hat jetzt, kurz bevor eine provisorische Sehne drauf kann, eine Vorspannung von 15 cm erreicht, was das Tillern nicht gerade erleichtert. Weniger wäre vielleicht besser gewesen.