Bogen aus Esche

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Godefrey
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Bogen aus Esche

Beitrag von Godefrey »

Hallo, nach sehr langer Abstinenz nun wieder auf FC, natürlich um Probleme zu lösen. Ich hatte mir ein Esche stab vom Schreiner besorgt ( war ein Reststück) und hab angefangen einen Flatbow daraus zu schnitzen, es sollte mein erster Holzbogen werden, bisher hatte ich nur mit Rattanstäben gearbeitet. Nachdem ich die Form hatte hab ich vorsichtig angefangen zu tillern, wobei ich mich an den Jahresringen orientiert hab. Der tiller war dann auch schön gleichmäßig, Sehne gespleißt, Griff herausgearbeitet, erneut aufs Tillerbrett, ich wollte ja wissen wieviel lbs der hat, freu, freu und dann krach hatte ich drei ungleich grosse Stücke in der Hand. ist der Stab vielleicht zu trocken gewesen? Ist Esche vielleicht nicht gut für einen Flatbow? Wäre schön wenn jemand ne Idee hat, der nächste Stab sollte ein ELB werden der steht schon in der Werkstatt, nur möchte ich nicht mein gesamtes Bognerleben schön getillerte Bruchstücke an meine Wand hängen
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Mordrag
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Mordrag »

Hallo Godefrey

Das Holz von Schreinern wird meistens sehr schnell getrocknet und ist daher sehr anfällig für Brüche. Das Holz sollte ungefähr ein Feuchtigkeitsgehalt von ca. 11-13% haben damit es nicht zu spröde wird. Das variiert aber von Holz zu Holz.

Ein paar Bilder von dem Bruchstück wären angebracht um die Fehler zu finden.

Vielleicht lag es ja auch nicht an dem Holz sondern an der Verarbeitung.

Möglichkeiten wären zum Beispiel:

- verletzter Jahresring am Bogenrücken
- ungleichmäßiger Tiller
- Überlastung des Bauches

Stell einfach mal ein paar Bilder rein und wir schauen gemeinsam nach Fehlern.
Der Pfeil ist nicht weg....er ist jetzt nur woanders. ;-)
Godefrey
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Godefrey »

Hallo, hier sind nun die Fotos, ich hoffe man kann was erkennen
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Ravenheart
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Ravenheart »

Ääähh.. was ist Bauch, was ist Rücken??

Rabe
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Galighenna
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Galighenna »

Für mich sieht das irgendwie nach verletztem Rücken oder so aus. Ich glaube der Bruch ist auf dem oberen Foto unten rechts angefangen, folgt der geraden Linie durch das Holz und infolge der Biegung hat sich dann das kleinere dritte Teil abgespalten. An dem Knick rechts sieht man auch noch gut die Kompression als das dritte Teil sich abgespalten hat.
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Godefrey
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Godefrey »

Gute Idee das dazuzuschreiben, also auf dem oberen Foto ist der Rücken unten (Toller Satz), der Bauch oben, auf dem unteren Foto schaut man auf den Rücken, so , ich hoffe das hilft!!!
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Galighenna
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Galighenna »

Ja, das passt auch zu meiner Erklärung. Demnach hat sich am Rücken ein Span abgehoben und zack... wars um ihn geschehen

Schade drum, aber: nach dem Bogenbau ist vor dem Bogenbau ;)
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Ravenheart »

Nur zur Sicherheit:

Rücken ist die Seite, die beim Schießen vom Schützen WEG zeigt!

Wenn wirklich Bild 2 den Rücken zeigt, ist es klar: Ausgenommen bei Hickory (und in Maßen: Ulme), MUSS der Rücken aus EINEM durchgehenden, unverletztem Ring bestehen.
Klassischer Anfängerfehler...

Rabe
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Godefrey »

Muss man denn den äussersten Jahresring für den Rücken nehmen, oder kann man irgendeinen Jahresring nehmen, der unverletzt ist? Und ist es möglich das das Holz zu trocken ist? Sollte ich mir lieber anderes Holz besorgen? Fragen über Fragen, für Antwort ist Goderfrey dankbar!!!
Tyrdal
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Tyrdal »

Es muß nicht der äußerste sein, ersollte halt unverletzt sein, die passende Dicke(unterschiedlich je nach Holz) und möglichst viel Spätholz haben. Und ja es ist möhlich, daß Holz zu trocken ist. Ich persönlich glaube, daß technisch getrocknets Holz für den Bogen nicht so toll ist, lieber luftgetrocknet.
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Ravenheart »

Beim Trocknen kommt es m.E. weniger auf die Methode an - sondern vielmehr auf die Geschwindigkeit und den Grad der Trocknung!
Esche ist da aber relativ tolerant....

Wenn sie zu trocken ist, kannst Du sie ein paar Wochen in feuchterer Umgebung (ungeheizte(r) Keller oder Garage) lagern und sie hat sich ausgeglichen.

"Blitzgetrocknet" versprödet Holz, Esche ist da aber unempfindlicher als Robinie, Eibe, Ahorn o.ä....

Nee, ich denke, hier war es eher der nicht durchgehende Ring!

Rabe
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Wilfrid (✝) »

also, es sollte Splintholz Esche sein
Dann, feuchter als vom Tischler, am besten , Dämpfen und ne Woche stehen lassen.
Gerade Maserung, und dann nicht , wenn Tischlerholz, liegende oder Stehende Ringe, sondern schön unter 45°.
Der Rabe verhaut mich jetzt, aber mein schönster Flitzebogen ist so gebaut, quadratisch , praktisch gut
Bogenschützen sind irgendwo alle Spanner, aber das Schießen entspannt definitiv
Der schönste Pfeil ist der im Centerkill
Godefrey
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Godefrey »

Und mich vielleicht auch, denn soll das heissen man achtet dabei nicht mehr auf die Jahresringe denn im 45 grad Winkel hat man ja praktisch alle durchtrennt!? oder versteh ich jetzt alles falsch???
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Galighenna
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Galighenna »

Nee das hast du falsch verstanden. Wilfrid sprach davon das man bei Holz vom Tischler unter Umständen die Jahresringe nicht gut im Holz liegen hat. Die Ringe liegen dann 45° quer zu der Überfläche und das ist viel Arbeit.

Was er sagen wollte ist, das die Jahresringe gerade in der Bohle liegen sollten und nicht gekippt.
Normalerweise wird der Rückenring niemals durchtrennt (Ausnahme Decrowning aber das ist ein Sonderfall)
Einfach einen Jahresring sauber und ohne Verletzungen freilegen, dann wird das schon werden.

Das beim Schreiner oder sonstwo gekaufte Holz kannst du ja erstmal in der Werkstatt oder unter einem freistehenden Dach eine Woche lagern oder so, dann gleicht sich der Feuchtigkeitsgehalt wieder an. Aber das war ja auch gar nicht das eigentliche Problem

gruß
Gali
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Re: Bogen aus Esche

Beitrag von Ravenheart »

@Wilfried: Wieso sollte ich Dich verhauen?  ;D
Bei homogenen Hölzern, die keine nennenswerten Eigenschafts-Unterschiede zwischen Kern und Splint haben, oder bei Staves, die gänzlich im Splint oder Kern liegen, ist es völlig egal, wie die Ringe liegen!
NICHT egal ist es aber auch dann, ob die Faser gerade laufen oder durchtrennt sind.
Und der Faserverlauf ist bei 45° oder 90° schwerer zu erkennen - das ist das einzige Problem.

Dieser Eschen-LB mit D-Querschnitt ist mit 45°-Lage gebaut:

Bild
Bild

Rabe
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