Robinie während Bearbeitung verdreht

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sgrimm
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Robinie während Bearbeitung verdreht

Beitrag von sgrimm »

Hallo zusammen,

nachdem ich mich im Forum nach diesem Effekt umgesehen habe, konnte ich keine eindeutige Antwort dazu finden. Ich habe mehrer Robinien-Rohlinge bearbeitet (gespalten, getrocknet seit 6-7 Jahren, und dann bearbeitet). Am Anfang sah soweit alles gut aus, der Stave war gerade - ich bin der Faser gefolgt. Nach ein paar Tagen komme ich zurück in die Werkstatt und der halbfertige Bogen (indian Flatbow Typ - derzeit 4 Kant Profil im Rohzustand) hat dich wie ein Propeller in sich verdreht.  Nach dem dritten Anlauf frage ich mich nun, was da falsch läuft. Am Rücken habe ich teilweise während der Bearbeitung nicht gleichmäßig Holz abgenommen und ich vermute dass die unterschiedlichen Stärken die Ursache dafür sind. Hat jemand von Euch einen Tip? Mit Wärme zurückdrehen funktioniert nur teilweise.

vielen Dank und Grüße

Stephan
tomtux
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Re: Robinie während Bearbeitung verdreht

Beitrag von tomtux »

sieht für mich so aus, als ob dein stave noch kräftige eigenspannungen in sich verbirgt.
stand der baum schräg an einem hang oder war aus einem anderen grund einseitiger belastung beim wachsen augesetzt?
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windling
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Re: Robinie während Bearbeitung verdreht

Beitrag von windling »

vielleicht eine zu feuchte umgebung/werkstatt wärend der bearbeitung?
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gervase
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Re: Robinie während Bearbeitung verdreht

Beitrag von gervase »

Du sagst, du hast Holz am Rücken weggenommen?
Meinst du damit, dass du den Jahresring freigelegt hast?
Oder hast du da ohne Rücksicht auf den Jahresring Holz weggschabt?
Verstehen kann man das Leben nur rueckw?aerts, aber leben muss man es vorwaerts....
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sgrimm
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Re: Robinie während Bearbeitung verdreht

Beitrag von sgrimm »

das sind schon einge Faktoren, die da zusammengekommen sind. Die Werkstatt befand sich bisher in einer Garage - sofern könnte das teilweise zutreffen, obwohl ich eigentlich nie von einerm zu feuchten Zustand des Holzes ausgegangen bin.

Der Baum stammt tatsächlich aus einer Hanglage. Die Eigenspannung könnte durchaus zutreffen, da ich den Baum immer geviertelt hatte und somit große Ausgangsstücke hatte. Die wurden dann mit einem Keil weiter aufgespalten (also nicht gesägt).

Das mit dem Rücken war mein Fehler - habe mich da falsch ausgedrückt. Habe die groben Umrisse (rechts/links) festgelegt und ausgearbeitet, dann den Back auf einen Jahresring runtergenommen. Und dann ist es schon passiert - also von der Bogeninnenseite bis dahin kaum bearbeietet (derzeit  noch ca. 3,5 cm Stärke).

Danke schon mal für die Antworten und viele Grüsse
Stephan
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sgrimm
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Re: Robinie während Bearbeitung verdreht

Beitrag von sgrimm »

Gestern Abend hab ich mal noch ein Foto von dem verdrehten Stave gemacht. Stellt sich nun die Frage, ob man daran noch etwas retten kann oder lieber gleich einen neuen Bogen anfängt.
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Ravenheart
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OT: Bilder

Beitrag von Ravenheart »

Hi sgrimm,

leider kann ich (und diverse andere auch) durch ein noch ungeklärtes Problem mit der neuen Forensoftware Dateianhänge im Forum nicht sehen!!

Bitte lade doch Deine Bilder in eine eigene FC-Galerie hoch, und füge sie dann hier über den Button (untere Symbolleiste ganz rechts) im Antworten/Editieren-Fenster ein, dann sehen sie auf jeden Fall alle!

Rabe
tomtux
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Re: Robinie während Bearbeitung verdreht

Beitrag von tomtux »

ich konnte das foto sehen, und wenn ich richtig gesehen habe liegt der stave derzeit bei ca. 45° verdrehung über die gesamte länge.

wenn das, wie vermutet, reaktionsholz ist, dann verändert sich der stave beim weiteren bearbeiten noch.
und zwar ziemlich unvorhersehbar!

ich würde einen spleiss im griff in erwägung ziehen, also in der mitte trennen und mit so verdrehten armen, dass die enden auf einer ebene liegen wieder verleimen.
bitte nicht gleich auseinander schneiden, noch ist absolut nicht klar wie sich das holz weiter verhält.

meine, meinen bescheidenen fähigkeiten entsprechende vorgehensweise wäre:
griffbereich mit übermass für die später eventuell notwendige spleissung anzeichnen und von dort weg auf den bodentiller hinarbeiten. dabei die wurfarme getrennt betrachten und nicht versuchen die drehung über den gesamten stave "wegzutillern". solange sich gar nichts biegt unbedingt am bauch möglichst genau dem rückenverlauf folgen, damit nicht zusätzliche spannungen durch ungleichmässiges abarbeiten aufgebaut werden.
wenn die erste leichte biegung sichtbar wird mind. eine woche liegen lassen und sehen, wie er sich dann verändert hat.

erst dann kann man sich die weitere vorgehensweise überlegen.
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sgrimm
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Re: Robinie während Bearbeitung verdreht

Beitrag von sgrimm »

Hi zusammen,

und erstmal vielen Dank für Eure Unterstützung/Beteiligung an dem Problem.
Ich habe das Album angelegt unter dem Namen

http://www.fletchers-corner.de/cpg/index.php?cat=11729

Mein erster Verdacht war das ungleichmäßige Abnehmen des Bogenbauchs hat
zu einem Verdrehen geführt. WErde aber auf alle Fälle dranbleiben und den nächsten Bogen in einer anderen Arbeitsabaluffolge behandeln.

Gruss Stephan
Bogenede

Re: Robinie während Bearbeitung verdreht

Beitrag von Bogenede »

Also, ich bearbeite ausschliesslich einjährig getrocknete Robinie und normal dreht sich da nix mehr wenns denn trocken genug ( 8 - 12 % ) war. Also, nasse / feuchte Garage.
Vorschlag, hol das Ding ins Wohnzimmer für 8 Tage, spanne es mit dem geraden Teil in den Schraubstock, Zwinge ans gedrehte Ende, Wasserkocher unter den "Dreh" drunter, abdecken mit Teppich oder Handtuch, immer wieder Kocher an, Kocher aus, so um 10 -20 Minuten.
Dann Zwinge mit Gewicht belasten ( schwerer Eisenklotz o.ä. und schon sieht man(n) wie das Holz sich dreht. Etwas überdrehen, Kocher weg, Tuch weg und über Nacht trocknen lassen.
So habe ich schon etliche Dreher beseitigt.

Viel Erfolg
Bogenede

Re: Robinie während Bearbeitung verdreht

Beitrag von Bogenede »

Hab noch was vergessen. der Splint MUSS runter bei Robinie. Splint und Kern trocknen nämlich unterschiedlich.

Spinewert
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sgrimm
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Re: Robinie während Bearbeitung verdreht

Beitrag von sgrimm »

Danke nochmals für die Unterstützung von Euch. Werde die Wurfarme mal ausarbeiten und dann entweder dämpfen oder spleissen - das entscheide ich dann wenn ich soweit bin.

Gruss Stephan
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