Morsche Adern im guten Holz

Hölzer, Kleber, etc.
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captainplanet
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Morsche Adern im guten Holz

Beitrag von captainplanet »

N´Abend @ll,

ich war gerade dabei einen Eschenstave in die rohe Form zu bringen, da fallen mir so dunkle Adern auf. Die dicke Ader, die links im Bild ist, verzweigt sich nicht mehr und läuft in der Stärke weiter und verschwindet kurz vor dem anderen Ende im Holz.. Sie geht recht tief, ich habe noch recht viel Holz weggehobelt und es hat sie in keinster Weise beeindruckt. Der Farbe nach ist das Holz schon länger tot als der restliche Baum, aber es macht immer noch einen festen Eindruck. Kennt das jemand? Was ist davon zu halten?

Gruß Georg
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zeckezuechter

Re: Morsche Adern im guten Holz

Beitrag von zeckezuechter »

Moinsen,

das sieht für mich wie ein Pilz aus.
Wie hieß das Zeuchs nochmal? Ist schon so lange her!
Olivkern?!
Ich glaube, mich erinnern zu können, dass das die Holzeigenschafen nicht beeinflusst, aber nagel mich da bitte nicht fest.
Gruß

Jo
Wolfram
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Re: Morsche Adern im guten Holz

Beitrag von Wolfram »

Ich hatte so was bei Eibe, war zwischen dem Splint und dem Kern sichtbar.

Der Bogen hielt ungefähr 100 Schuss.  :-\

Gruß Wolfram
zeckezuechter

Re: Morsche Adern im guten Holz

Beitrag von zeckezuechter »

Update:

Habe mal ein bißchen gegoogelt, guckst du hier:
http://www.baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=1988017121152

@wolfram
Das Gemeine an solchen Dingen ist, dass man sie nicht verallgemeinern kann.
Was bei Eibe Fäulnis bedeutet, kann bei anderen Baumarten eine einfache Verfärbung sein.
gian-luca
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Re: Morsche Adern im guten Holz

Beitrag von gian-luca »

ich hatte dasselbe bei eibe wie wolfram. der bogen ging zu bruch nach ca. 250 schuss.
das gleiche problem trat auch mal bei ulme auf, der bogen überlebte nur knapp das tillern.
solbald ich einen 'angefaulten' jahersring vermute investiere ich keine sekunde arbeit mehr in ein stück holz.

gruss,
gian-luca
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captainplanet
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Re: Morsche Adern im guten Holz

Beitrag von captainplanet »

In dem Link steht u.a.: Im Gegensatz zum Braunkern ist der Olivkern eine gesuchte Kernausbildung. Ich vermute daher daß der Olivkern nicht durch einen Pilz verursacht wird.

Mein Streifen ist in den dunkleren Bereichen dunkelolivbraun gerfäfbt, meist jedoch hellbraun sodaß das dort Holz an Buche erinnert. Es macht keinen morschen Eindruck, der Fingernagel kratzt es nicht leichter als den gesunden Bereich. Es sieht so aus als wäre der vierte Jahresring von außen betroffen, wobei das ganz außen liegende Spätholz dieses Ringes noch intakt ist. (Die einzelnen Ringe sind etwa 5mm dick.) Ich werde also in den kritischen Bereichen das Problem eh größtenteils umgehen sodaß die dunklen Streifen hoffentlich höchstens ein dekoratives Element sein werden.
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zeckezuechter

Re: Morsche Adern im guten Holz

Beitrag von zeckezuechter »

captainplanet hat geschrieben: In dem Link steht u.a.: Im Gegensatz zum Braunkern ist der Olivkern eine gesuchte Kernausbildung. Ich vermute daher daß der Olivkern nicht durch einen Pilz verursacht wird.

Mein Streifen ist in den dunkleren Bereichen dunkelolivbraun gerfäfbt, meist jedoch hellbraun sodaß das dort Holz an Buche erinnert. Es macht keinen morschen Eindruck, der Fingernagel kratzt es nicht leichter als den gesunden Bereich. Es sieht so aus als wäre der vierte Jahresring von außen betroffen, wobei das ganz außen liegende Spätholz dieses Ringes noch intakt ist. (Die einzelnen Ringe sind etwa 5mm dick.) Ich werde also in den kritischen Bereichen das Problem eh größtenteils umgehen sodaß die dunklen Streifen hoffentlich höchstens ein dekoratives Element sein werden.
...und natürlich akribisch über das Projekt berichten!!!! ;D
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captainplanet
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Re: Morsche Adern im guten Holz

Beitrag von captainplanet »

Das wird noch etwas dauern, das Holz wurde erst vor gut zwei Monaten geschlagen. Man muß es ja gerade bei Esche nicht übertreiben mit dem langsamen Trocknen, aber ein paar wochen möchte ich dem Stave schon noch gönnen bevor´s ernst wird!
Bester Rindengrapscher von FC!!!
kahn
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Re: Morsche Adern im guten Holz

Beitrag von kahn »

Wie Captainplanet richtig schrieb, neigt die Esche zur Ausbildung einer fakultativen Farbkernholzbildung. Diese wird ausgelöst durch abiotische und biotische prozesse, die das Holz veranlassen, Kernstoffe im Holz einzulagern und es somit gegen Verwitterung schützen. Im Gegensatz zur Holzfäule beeinträchtigt das Farbkernholz in keinster Weise die physikalischen Eigenschaften und wird nur wegen seinem optischen Erscheinen, als Mängel angesehen. Ab einem gewissen Alter haben so gut wie alle Eschen einen Farbkern; Ausnahmen nennt man Silbereschen. Der fakultative Farbkern bildet sich unregelmäßig aus, verläuft selten entlang der Jahringen und ist farblich nicht einheitlich und oft verlaufden. Das Farbkernholz der Esche hat eine "Kot-"braune Färbung und das Stück Esche auf deinem Foto lässt eher dara denken. Allerdings ist das Foto zu klein um ein eideutigeres Urteil zu fällen. Holzarten die ebenfalls zu einer fakultativen Farbkernholzbildung neigen wären Buche, Ahorn, Eberesche, Birke und die meisten anderen Laubhölzer.
Im Gegensatz zur fakultativen Farbkernholzbildung gib es aber auch die obligatorische Farbkernholzbildung. Hölzer, die diese ausprägen lagern automatisch im Kernholz ab einem gewissen Abstand zu Rinde/Borke Kernstoffe im Kernholz an und sorgen damit prophylaktisch gegen Verwitterung vor. Der Farbkern folgt hier immer streng dem Jahrringverlauf und ist farblich schön einheitlich. So gut wie alle Nadelhölzer bilden eine obligatorische Farbkernholzubildung aus (ausnahme zB Fichte, Tanne) und viele Laubhölzer wie zB Eiche, Robinie, Esskastanie und Ulme...
Zuletzt geändert von kahn am 26.04.2007, 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
Charles
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Re: Morsche Adern im guten Holz

Beitrag von Charles »

Hallo Kahn,

vielen Dank für Deine ausführliche Expertise, da habe ich wieder was gelernt!



Charles
Freundschaft zwischen zwei Menschen beruht auf der Geduld des einen
*ind. Sprichwort*
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captainplanet
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Re: Morsche Adern im guten Holz

Beitrag von captainplanet »

So, der oben gezeigt Stave hat eben meine Werkstatt verlassen. Die braungrünen Adern haben überhaupt nicht gestört, über weite Teile der Wurfarme mußte ich sie sowieso abtragen. Nur im Griff und an den Fade-outs sind sie noch gut zu sehen.

In dem Stecken war ein unglaubliches Potential, er hat jetzt bei 28" (und ich ziehe ihn auf 29 bis 30") etwa 65#, und das bei Esche mit eher durchschnittlichen Ringen. SF hält sich in Grenzen.  Ehrlich gesagt plage ich mich etwas beim Schießen, aber ich wollte ihn einfach net runtertillern. Sowas bring i net übers Herz!

edit: Mehr Fotos dazu im provisorischen Bogenpräsentationsthread:
http://www.fletchers-corner.de/index.ph ... #msg140045
Zuletzt geändert von captainplanet am 27.05.2007, 13:52, insgesamt 1-mal geändert.
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