Hautleim einfrieren?

Hölzer, Kleber, etc.
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kra
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Hautleim einfrieren?

Beitrag von kra »

Hallo,

ich stehe häufiger vor dem Problem, das ich eine Charge ferigen Hautleims für ein paar Tage/Wochen aufbewagren muß und aus Bequemlichkeit auch will.

Im Moment friere ich ihn einfach ein und wärme ihn wieder auf wenn ich ihn brauche, z.T. sogar in der Mikrowelle.

Gibts dazu Erfahrungen von anderer Seite was Veränderungen der Festigkeit durch diese Behandlung betrifft?

Btw, man sollte Hautleim nie in Glasgefäßen trocknen lassen wollen und wenn man ihn in einem Glasgefäß verwendet, dieses nach gebrauch sauber ausspülen. Mir hat ein trocknender Hautleimrest aus einem kleinen Laborglasgefäß (bestes Duran-Glas) beim Trocknen Glasstückchen aus der Oberfläche rausgerissen - soviel zur Festigkeit von Haustleim :-( :bash
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Archiv
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Beitrag von Archiv »

Ich habe gute Erfahrungen mit dem Feinfrostleim gemacht. Auch nach Monaten konnte ich keine Veränderung beim Verarbeiten bemerken.

Kühlschrank ist da weniger gut geeignet, wenn man dieses organische Material über längere Zeit aufbewahren möchte - der Geruch wird nach ca. sechs Wochen doch ziemlich penetrant. Obwohl auch der stinkende Leim immernoch klebt!

Einmal hatte ich ein interessantes Erlebnis beim Auftauen von Hautleim: der für meine Begriffe O.K. angerührte Leim mit der perfekten sirupigen Konsistenz hatte sich nach dem Auftauen in eine wässrige Brühe verwandelt und die Klebkraft war nahezu null. Keine Ahnung warum, sonst hatte ich nie Probleme, s.o.
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kra
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RE:

Beitrag von kra »

Original geschrieben von johnny.winter

Kühlschrank ist da weniger gut geeignet, wenn man dieses organische Material über längere Zeit aufbewahren möchte - der Geruch wird nach ca. sechs Wochen doch ziemlich penetrant. Obwohl auch der stinkende Leim immernoch klebt!
Höhö, das Erlebnis mit dem Kühlschrank hatte ich auch schon. Meine Frau saget, du da ist doch noch so was drin als ich einen neuen Topf einlagern wollte - mann hat der gestunken. Mindestens Wochen im Kühlschrank...

Aber danke für den Bericht, ich hatte auch noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, war mir aber nicht ganz sicher, was die Festigkeit angeht.
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Uli
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Beitrag von Uli »

Ich lasse den Hautleim nach gebrauch im Glas abkühlen und mache das Glas mit dem Schraubdeckel fest zu, um ein Austrocknen zu verhindern. Damit der Leim nicht schlecht wird und anfängt zu muffeln habe ich dem Wasser zum Anrühren Kupfersulfat zugesetzt. Die Kupferionen verhindern das Wachstum von allem, was dem Leim schaden kann, wie z.B. Bakterien, Schimmelpilze usw.

Uli
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horsebow
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Beitrag von horsebow »

@Uli: Genau so hat man's auch schon im Mittelalter gemacht (wie Du sicher schon wußtest...)!

Gruß, horsebow
I shot an arrow in the air,
it fell to earth, I knew not where;
for so swiftly it flew, the sight
could not follow it in its flight.
Longfellow, Oct. 16, 1845
Uli
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Beitrag von Uli »

@horsebow
Nein, das wußte ich bis jetzt nicht.
Wir betreiben bei uns in der Abwasseranlage Analysengeräte und dort setzen wir der Probe Kupfersulfatlösung zu, um ein Zuwachsen der dünnen Glasröhrchen und Messküvetten mit Bakterien, Algen und was so noch im Abwasser rumschwimmt zu verhindern. Dabei kam mir die Idee, das auch dem Hautleim zuzusetzen.
Aber daran sieht man mal wieder, dass die Leute früher auch nicht dumm waren.
Und ich dachte , ich habe was neues erfunden. ;-) :bash
Uli
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Haebbie
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Beitrag von Haebbie »

Ich friere meine Hautleimreste auch oft ein - ohne Probleme.

Wenn die heißen Leimrestein in ein Einmachglas kommen (möglichst voll, es gibt ja auch kleine Marmeladengläser), dann nicht abküheln lassen, im Gegenteil. Wenn Glas und Leim heiß genug sind, hält sich das wie eine Konserve. Das Glas muss aber dicht schließen.

Ich habe dazu, als sie noch gebraucht wurden, die Schraubdeckelgläser für Babynahrung benutzt. Die Deckel mit dem Knick zeigen einem auch noch an, ob das Konservieren funktioniert hat. Die Gläser stelle ich dann zur Sicherheit noch in den Kühlschrank.
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Herbert
Eldoro
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RE:Kupfersulfat

Beitrag von Eldoro »

Original geschrieben von Uli

Ich lasse den Hautleim nach gebrauch im Glas abkühlen und mache das Glas mit dem Schraubdeckel fest zu, um ein Austrocknen zu verhindern. Damit der Leim nicht schlecht wird und anfängt zu muffeln habe ich dem Wasser zum Anrühren Kupfersulfat zugesetzt. Die Kupferionen verhindern das Wachstum von allem, was dem Leim schaden kann, wie z.B. Bakterien, Schimmelpilze usw.

Uli
wird dein Leim dann nicht leicht bläulich ulli?
also wennst Cu So4*5H2o meinst dann müsste er ja eig. Blau werden :o
oder hab ich da grad das "falsche" Kupfersulfat (CuSO4*5H2O) gegriffen ? :-)
Juhhuuu, neues UsErBiLd .......
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Beitrag von hugin »

na, da hab ich ja ohne wissen alles richtig gemacht .mein hautleim stinkt gar nicht.ich habe ihn immer in einem kleinen kupferkessel und die reste bleiben auch drin fürs nächtsemal. dann kipp ich wasser drauf und neuen leim dazu und irgendwie verbraucht sich das mit. aber stinken tuts gar nicht.müßt ich merken. steht ja in der küche, der minikessel.
Uli
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Beitrag von Uli »

@Eldoro
Der Leim wird nicht blau, er bekommt eine leicht grünliche Farbe.

Uli
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Charles
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Beitrag von Charles »

Meine Hautleim-Reste giesse ich einfach auf eine Plastikfolie aus und lasse ihn trocknen. Ist es dann trocken, wird er in kleine Stücke gebrochen und an einem trockenen Platz aufbewahrt.


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Uli
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Beitrag von Uli »

Ich habe jetzt nochmal in der TBB Teil 1 über Hautleim gelesen, dass er bei wiederholtem Aufschmelzen (Erwärmen?) an Stärke verliert.
Gibt es irgendwelche Meinungen dazu?

Uli
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Beitrag von Charles »

Die wieder erwärmten Reste nehme ich nicht mehr her zum Sehnenbelegen. Aber um eine Schlangenhaut und Rohhaut draufpappen langt er allemal bzw. ist die Klebkraft ausreichend.
Des weiteren verwende ich ihn auch zum Furnieren :-)

Für die Sehnenbelegungen und Wicklungen mit Sehne verwende ich lieber frisch angemachten Hautleim, mit wieder erwärmten Leim habe ich da schon leider negative Erfahrungen gemacht :-(


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Beitrag von Archiv »

Für das Sehnebelegen oder andere Klebungen, bei denen es wichtig ist, dass das Potenzial des Hautleims voll ausgeschöpft wird, würde ich immer frisch anrühren.
So teuer ist das Zeuchs ja nicht...

Wie Charles schon schrob: zum Pfeile wickeln, Haut aufkleben, Griffwicklungen usw., wo nicht die maximale Klebkraft erforderlich ist, tut es mit Sicherheit auch der wiederholt erwärmte Leim.
Karl-Heinz

Beitrag von Karl-Heinz »

Apropos Hautleim, hat einer ein funktionierendes Rezept zum selberherstellen? Hasen zum kochen, bzw Häute und Felle habe ich.

K-H
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